Welt

Südkorea will keine Flüchtlinge aufnehmen

Symbolbild: Menschen in Südkorea // Foto von Whoisgalt [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons

Staatsbürger aus dem Jemen können in Südkorea visumfrei einreisen – bis jetzt. Auf der Insel Jeju kamen rund 500 Jemeniten an. Dies sorgt in der südkoreanischen Gesellschaft für einen Protest und die Verschärfung des Einwanderungsgesetzes.

Südkorea ist nicht als ein Einwanderungsland bekannt. Im Gegenteil, Südkorea gilt ähnlich wie Japan als ein Land, das Wert auf kulturelle und ethnische Homogenität legt. Die jüngste „Einwanderungswelle” aus dem Jemen veranschaulicht dieses Selbstverständnis. In der Hauptstadt Seoul gab es bereits eine Demonstration.

Verschärfung des Einwanderungsgesetzes

Um den Tourismus anzukurbeln, ermöglichte die südkoreanische Regierung eine visumfreie Einreise auf die Insel Jeju. Damit ist jetzt Schluss. Als Reaktion auf die vermehrte Einwanderung aus dem Jemen beendete die Regierung die visafreie Einreise. Im vergangenen Jahr waren es rund 50 Personen, die aus dem Jemen einreisten, im ersten Halbjahr 2018 waren es rund 500. Die Frage nach dem Umgang und dem Verbleib der Flüchtlinge dominierte umgehend den gesellschaftlichen Diskurs.

In der Gesellschaft Südkoreas regt sich Protest. Bereits im Juni wurde eine Petition an den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In verfasst. Die Petition fordert den Präsidenten dazu auf, das Einwanderungsgesetz schnellstens zu verschärfen und die Jemeniten abzuschieben. In Kürze unterschrieben 700.000 Personen diese Petition.

Nationalismus bei der politischen Linken

Das Besondere ist: Die Ablehnung der Flüchtlinge geht nicht von einer bestimmten sozialen Gruppe aus, sondern wird vom Gros der Gesellschaft getragen”, zitiert die NZZ einen südkoreanischen Medienexperten. Interessanterweise, so die NZZ weiter, sei der südkoreanische Nationalismus besonders bei der politischen Linken stark verankert. Dies resultiere daraus, dass Südkorea gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oft ausländischen Besatzungsmächten zum Opfer gefallen ist. Als Abwehrmechanismus darauf habe sich die Notwendigkeit einer starken nationalen Identität ausgebildet.

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