Gesellschaft

Messermord in Innsbruck: U‐Haft über tatverdächtigen Afghanen verhängt

Bei der Unterführung am rechten Bildrand kam es in der Nacht auf Sonntag zu einer tödlichen Messerattacke auf einen 21-jährigen Vorarlberger. Symbolbild: Michael aus Halle via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

In der Aufarbeitung der tragischen Geschehnisse des Wochenendes in der Innsbrucker Bogenmeile kommen immer mehr schockierende Details ans Tageslicht. Die Behörde verhängte mittlerweile Untersuchungshaft über einen tatverdächtigen Afghanen. 

Innsbruck. – In der Nacht auf Sonntag kam es am südlichen Ende des beliebten Ausgehviertels der Tiroler Landeshauptstadt zu einer brutalen Szene. Ein 21‐jähriger Vorarlberger stirbt an den Wunden eines Messerangriffs. Als dringend tatverdächtig gilt ein bereits zuvor mehrfach straffälliger 24‐jähriger Afghane. Mögliches Motiv soll ein fehlgeschlagenes Suchtmittelgeschäft sein – die Eltern des Opfers bezweifeln diesen Sachverhalt allerdings.

Tatverdächtiger mit negativem Asylbescheid

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck entschied am Mittwoch, über den mutmaßlichen Messerstecher die Untersuchungshaft zu verhängen. Gleichzeitig droht sich die Causa zu einem Skandal auf mehreren Ebenen zu verdichten. So beging der Afghane, der im Zuge der Flüchtlingswelle von 2015 nach Österreich kam, bereits diverse einschlägige Straftaten. Mehrfach wurde er wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz auffällig, fasste außerdem laut oe24 wegen des Plünderns von Zeitungskassen eine Geldstrafe aus.

Pikant dabei ist: Ebenfalls bereits im Vorjahr beurteilte die zuständige Behörde das Asylgesuch des Mannes abschlägig. Weil er allerdings in Berufung ging, erlangte die Ablehnung bislang allerdings noch keine Rechtskraft. Immer wieder sorgen abgelehnte Asylbewerber im deutschsprachigen Raum durch Gewaltdelikte für Negativschlagzeilen. So sorgte die Tötung eines deutsch‐kubanischen Familienvaters durch mutmaßlich durch ausreisepflichtige Tatverdächtige für tagelange Proteste im sächsischen Chemnitz.

Grüner Bürgermeister forderte Abschiebestopp

Auch in der Politik bleibt ein gewisser fahler Beigeschmack. Denn Afghanen sind in den Kriminalitätsstatistiken regelmäßig überrepräsentiert – aus Oberösterreich ist dieser Befund zum Beispiel bereits seit März bekannt. Dennoch fordern insbesondere linksgerichtete Oppositionsparteien in der Bundespolitik immer wieder eine Aussetzung von Abschiebungen nach Afghanistan. Und auch in Innsbruck ist diese Forderung kein Neuland.

Ausgerechnet der neue grüne Bürgermeister Georg Willi sorgte in diesem Zusammenhang im Sommer für einen handfesten Eklat. Zum Weltflüchtlingstag ließ er ein Banner auf den Rathausbalkon hängen, welches der Forderung nach einem Abschiebestopp Nachdruck verlieh. Der FPÖ‐Stadtparteichef Rudi Federspiel bezeichnete das Spruchband damals als „skandalös”. Willi hingegen verteidigte die Aktion unter dem Gesichtspunkt, dass es sich beim zentralasiatischen Staat eben um „kein sicheres Land” handle.

Schaffen Waffenverbote Abhilfe?

Angeblich unabhängig vom Tötungsdelikt kündigten die Sicherheitsbehörden der Stadt am Sonntag an, am 1. Dezember ein generelles Waffenverbot für die „Bogenmeile” zu erlassen – Die Tagesstimme berichtete. Bereits seit Jahren diskutiert die Politik über Maßnahmen, das gefährliche Pflaster sicherer zu machen, es existiert mittlerweile etwa eine Videoüberwachung. Durch das Verbot erhofft man sich, bereits durch Kontrollen der Lage im Voraus Herr zu werden. Keine Erwähnung fand die Frage, ob und welche Ausnahmen es geben könnte.

Ein weiterer Mosaikstein könnte hierbei auch ein Bundesgesetz spielen. Mit 1. Jänner 2019 soll in Österreich nämlich ein neues Waffengesetz in Kraft treten. Während die Vorschriften für Organe der öffentlichen Sicherheit gelockert werden, kommt es bei Nicht‐EU‐Ausländern zu einer Verschärfung. Bereits derzeit dürfen Drittstaatsangehörige diverse Waffenarten – insbesondere Schusswaffen – weder erwerben, besitzen noch führen. Im Zukunft gilt dies auch für Messer und Dolche. Bei Missachtung drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.


Weiterlesen: 

Innsbruck: Bogenmeile wird Waffenverbotszone (26.11.2018)

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