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Migrationspakt: Auch Dominikanische Republik unterschreibt nicht

Julian Schernthaner

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am

Bild (Danilo Medina 2016): ANDES/Micaela Ayala V./ANDES via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bildausschnitt)

Nachdem zuletzt mehrere europäische Länder ihre Nichtteilnahme am umstrittenen UN-Migrationspakt absagten, gesellte sich mit der Dominikanischen Republik erstmals ein traditionelles Auswandererland aus Lateinamerika dazu. 

Santo Domingo. – Demnach sieht der sozialdemokratische Präsident des karibischen Landes, Danilo Medina, eine Bedrohung auf die nationale Souveränität durch das Abkommen. Insbesondere fürchtet man ein Ende der Gestaltungsfreiheit in seiner eigenen Migrationspolitik. Wie die Krone berichtet, stützt sich das Staatsoberhaupt außerdem auf eine mangelnde Unterstützung für den Pakt im Volk.

Krise mit Nachbarland Haiti als Mitgrund?

Die Ablehnung dürfte sich freilich vor allem auf die bilaterale Krise mit dem Nachbarland Haiti stützen. Der westliche Nachbar, mit dem man sich eine Insel teilt, ist das ärmste Land der Region. Seit Jahren kommt es deshalb zu einer Einwanderungswelle, Haitianer verrichten vor allem Hilfsarbeiten wie z.B. bei der Erntehilfe und am Bau. Im Grenzgebiet kommt es häufig zu Aufgriffen von Schleppern sowie Waffen- und Drogenhändlern.

Vor einigen Jahren eskalierte die Lage sogar so weit, dass die Dominikanische Republik abertausenden Nachfahren illegal ins Land eingewanderter Haitianer die Staatsbürgerschaft entzog. Durchaus möglich also, dass das Land eine neuerliche Verstärkung der Wanderungsbewegungen aus dem armen Nachbarland fürchtet.

Traditionelles Auswanderungsland lehnt ab

Dennoch hat die dominikanische Ablehnung einige Symbolkraft. Denn trotz der Probleme mit Haiti zählt der lateinamerikanische Staat traditionell zu den Auswanderungsländern. Alleine in den Vereinigten Staaten leben knapp 1,9 Millionen Menschen dominikanischer Abstammung. Zum Vergleich: Im Land selbst leben knapp 11 Millionen Leute. Auch die politische Herkunft des Präsidenten sorgt für einiges Aufsehen.

Zuvor lehnten vor allem Länder, welche bereits ein Problem mit Masseneinwanderung besitzen oder generell eine restriktivere Grenzpolitik verfolgen, das Abkommen ab. Neben Österreich sind dies noch Ungarn, die USA, Tschechien, Bulgarien, Estland, Polen, Israel und Australien. Auch für die Schweiz, Kroatien und die Slowakei gilt eine Nichtunterzeichnung als ausgemachte Sache. Letztere war bislang als einziges sozialdemokratisch regiertes Land gegen den Pakt.

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1 Kommentar

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  1. Avatar

    Zickenschulze

    7. Dezember 2018 at 12:33

    Würde Danilo Medina nach allen Erfahrungen mit Haiti den Migrationspakt unterzeichnen, müsste man ihm diagnostizieren:
    er hat en Verstand verloren.

    Unsere Politiker hätten viel Gründe auch von der dritten Welt zu lernen.

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Welt

Mittelmeer-NGO: „Sea-Watch 3” unter deutscher Flagge registriert

Monika Šimić

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am

ASDF Bild (Sea Watch 3): Chris Grodotzki / SeaWatch.org via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Vom neuen Flaggenstaat Deutschland erwarte man sich eine konstruktive Zusammenarbeit, „in der die deutsche Regierung ihre Verantwortung ohne politische Einmischung voll wahrnimmt”, so ein Sprecher der NGO.

Berlin. Die Mittelmeer-NGO Sea-Watch ist unter deutscher Flagge registriert worden. Bisher war das Schiff unter niederländischer Flagge gesegelt. Da die Niederlande ihrer Verantwortung als Flaggenstaat nicht nachgekommen seien, habe sich Sea-Watch gezwungen gesehen, die Flagge zu wechseln. Das teilte die NGO am Donnerstag in Berlin mit.

NGO hofft auf bessere Zusammenarbeit

Der bisherige Flaggenstaat hat uns so weit eingeschränkt, dass Rettungsaktionen fast unmöglich geworden sind”, sagte ein Sprecher der NGO. Das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft hatte dem Schiff im April deutlich strengere Sicherheitrsbestimmungen auferlegt. Nach zwei Klagen erhielt die Organisation bis zum Jahresende Zeit für die Aufrüstung. „Mit Blick auf die Frist haben wir uns für den Wechsel entschieden”, sagte der Sprecher. Er hoffe, dass die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden besser funktioniere.

Sea-Watch will bald wieder in See stechen

Die Crew der „Sea-Watch 3” sei einsatzbereit und erwarte in den nächsten Wochen das Gerichtsurteil in Italien, um danach wieder mit ihrer Aktivität im Mittelmeer fortsetzen zu können, hieß es nach der Registrierung unter deutscher Flagge. Das Schiff sitzt seit mehreren Monaten in Italien fest, nachdem die frühere Kapitänin Carola Rackete die „Sea-Watch 3” mit 53 Migranten im Juni trotz Verbot der italienischen Behörden in den Hafen der Insel Lampedusa gesteuert hatte. Vom neuen Flaggenstaat Deutschland erwarte man sich eine konstruktive Zusammenarbeit, „in der die deutsche Regierung ihre Verantwortung ohne politische Einmischung voll wahrnimmt”.

Alan Kurdi” und „Ocean Viking” in Italien gelandet

Indes sind am Mittwoch die Schiffe „Alan Kurdi” und „Ocean Viking” mit insgesamt 121 Migranten an Bord in Italien eingetroffen. Tags zuvor hatten sie vom italienischen Innenministerium die Genehmigung zur Landung auf Sizilien erhalten, nachdem sich einige EU-Staaten auf ihre Umverteilung geeinigt hatten. Die 61 Migranten der „Alan Kurdi” wurden laut Medienberichten in der Gegend rund um den sizilianischen Hafen Messina untergebracht. Danach beginnt die Umverteilung auf mehrere Länder, die sich zur Aufnahme bereiterklärt hatten, darunter Frankreich und Deutschland.

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Kirche in Not”: Eines der blutigsten Jahre für Christen in Burkina Faso

Monika Šimić

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ASDF Bild: Beisetzung von Opfern des Anschlags auf die katholische Kirche in Dablo im Mai 2019. / Bild: Kirche in Not (Bild zugeschnitten)

Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Burkina Faso sind am Sonntag 14 Menschen getötet worden. Für Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not”, ist der Angriff ein „Weckruf”.

Ouagadougou. Am Sonntag sind im westafrikanischen Burkina Faso 14 Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche getötet worden. Die örtlichen Behörden teilten mit, dass zahlreiche Menschen verletzt wurden. Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ zeigte sich in einer aktuellen Pressemitteilung entsetzt über einen erneuten Anschlag auf eine christliche Kirche in Burkina Faso.

Pastor und Kinder getötet

Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass rund ein Dutzend schwer bewaffneter Angreifer die Kirche stürmte. Diese hätten „die Gläubigen hingerichtet, darunter den Pastor und Kinder”. Seit Februar gab es schon eine Reihe von Anschlägen auf christliche Einrichtungen, bei denen bis Sonntag 21 Menschen getötet wurden.

Das Hilfswerk „Kirche in Not” kritisiert, dass bisher nichts passiert sei, um die Christen in Burkina Faso zu schützen. „Burkina Faso wird nun seit vier Jahren mit Terror überzogen”, erklärte Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not” – Österreich. Projektpartner von „Kirche in Not” würden immer wieder Appelle an die internationale Gemeinschaft richten, „die Gewaltwelle zu beenden und den Strom von Waffen und Terrorfinanzierung aus dem Ausland einzudämmen”, doch es passiere nichts.

Eines der blutigsten Jahre für Christen”

Das zu Ende gehende Jahr sei eines der bislang blutigsten für die Christen Burkina Fasos. Neben den Anschlägen gebe es noch „eine Vielzahl weiterer Übergriffe, bei denen die Christen drangsaliert und aus ihren Dörfern vertrieben wurden”, betonte Rechberger. „Die nächste humanitäre Katastrophe im Westafrika ist längst da. Die Weltöffentlichkeit kann die Augen nicht länger verschließen.“

Als Urheber der Gewaltakte werden von den lokalen Behörden und Kirchenvertretern islamistische Söldnerbanden benannt. Diese würden seit seit 2015 über die Nachbarländer vordringen. Die anhaltenden Attacken auf Christen dienten als Vorwand, um das Land zu spalten, so die lokalen Partner von „Kirche in Not”. Bislang habe das Zusammenleben der Religionen ohne größere Zwischenfälle funktioniert. In Burkina Faso sind rund ein Viertel der Bevölkerung Christen, über die Hälfte muslimisch, etwa 20 Prozent gehören Stammesreligionen an, so der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“.

Angriff für Rechberger ein „Weckruf”

Der erneute Angriff sei jedenfalls ein Weckruf, betonte Rechberger: „Wir haben es in der Hand, die Friedensarbeit und den pastoralen Einsatz der Kirche zu stärken, damit die Menschen in einem Advent der Angst und der Trauer die Solidarität von Christen auf der ganzen Welt spüren”, so Rechberger abschließend.

Erst vergangene Woche fand in Budapest eine internationale Konferenz über Christenverfolgung statt, die der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban eröffnet hatte (mehr dazu in: „Budapest: Orban eröffnete Konferenz über Christenverfolgung”). Ebenfalls vergangene Woche wurde der sogenannte „Red Wednesday” begangen. Etliche Kirchen und Kathedralen weltweit erstrahlten blutrot, um auf das Schicksal verfolgter und bedrohter Christen aufmerksam zu machen.

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Politik

Brüssel: EU-Innenminister beraten über Asylpolitik

Monika Šimić

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ASDF

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer etwa plädiert dafür, dass die Prüfung der Schutzberechtigung von Asylwerbern bereits an den Außengrenzen erfolgen soll.

Brüssel. Heute beraten die EU-Innenminister über Vorschläge, die Asylreform voranzutreiben. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich bei seiner Ankunft voller Tatendrang, endlich eine gemeinsame Asylpolitik zu erreichen, wie der ORF berichtet.

Auch Visegrad-Staaten sollen sich beteiligen

Er setze dabei auf Außengrenzen, so der deutsche Innenminister. Dort solle eine erste Prüfung zur Sicherheit und Schutzberechtigung von Asylwerbern erfolgen. Er plädierte auch für eine gemeinsame Strategie zur Versorgung der Menschen an den Grenzen – „den witterungsbedingten Umständen entsprechend”, so Seehofer.

Seehofer will auch die Visegrad-Staaten in die Pflicht nehmen. „Man kann in Europa nicht einerseits Unterstützung wollen und auf der anderen Seite keine Solidarität aufbringen, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht”, so Seehofer vor dem Treffen.

Peschorn ebenfalls in Brüssel

Er hoffe auch auf Solidarität der neuen österreichischen Regierung, warte aber ab. „Mittlerweile ist Geduld eine der wichtigsten Tugenden in der Politik, sagte Seehofer. An dem Treffen in Brüssel nimmt auch der österreichische Innenminister Wolfgang Peschorn teil. Auch er sprach sich für mehr Solidarität im Außengrenzschutz aus. „Die EU ist eine Solidargemeinschaft in allen Bereichen”, so Peschorn. Weiters sprach er sich für die Verteilung von Migranten und „Solidaritätsmaßnahmen sachlich differenzierter Natur” aus.

Ausbau von Frontex ebenso Thema

Auch die neue EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bringt sich erstmals ein. Sie will Diplomaten zufolge Ende Februar oder im März ebenfalls einen neuen Vorschlag für de Asylreform vorlegen. Zu den Medien sagte Johansson am Morgen, sie sehe ein „Momentum”, dass die Mitgliedsstaaten bereit seien für einen neuen Start. Dieses wolle sie nutzen.

Weitere Themen des Innenministertreffens sind der Stand des Ausbaus der EU-Grenzschutzbehörde Frontex und die aktuelle Bedrohungslage im Bereich Tourismus.

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