Meinung

Kommentar: „Jusos‐Antrag zu Spätabtreibung ist ethisch verwerflich!”

Die Jusos wollten Abtreibung künftig bis zur Geburt straffrei sehen - zu diesem Zeitpunkt sehen Föten längst wie kleine, fertige Menschen aus Symbolbild: Pixabay [CC0]

Auf dem Bundeskongress der Jusos, der Jugendorganisation der SPD gab es diesmal mehrere Anträge bezüglich der ‚Abtreibungsparagraphen’ §218 und 219a StGB. Und schließlich wurde ein Antrag zur Abschaffung dieser beiden Paragraphen – und damit einer völligen Straffreiheit der Spätabtreibung – von einer breiten Mehrheit angenommen. Dieser Beschluss schockiert auch nach zehn Tagen noch über alle Maßen.

Kommentar von Martina Huber

Die geplante Streichung der beiden Paragraphen betrifft den Schwangerschaftsabbruch generell (§218 StGB), sowie das bestehende Werbeverbot für Abtreibungen (§219a StGB). Eine Abschaffung dieser Gesetze bedeutet im Klartext: Die Jusos befürworten eine Abtreibung bis zum Ende der Schwangerschaft. Entsprechend soll demnach erlaubt sein, voll lebensfähige Babys zu töten. Als Feigenblatt für diese Lebensfeindlichkeit dient ihnen die ’sexuelle Selbstbestimmung’ der Frauen.

Menschenrechte gelten zunächst für die Frau!”

Menschenrechte gelten zunächst mal für die Frau, und dann für alles andere!” verkündete Sabrina Simmons von der Berliner Landesgruppe vollmundig in ihrer Rede zum Antrag. Auf mich wirkt alleine dieser Satz so, als ginge es ihr da weder um ernsthaften Feminismus im eigentlichen Sinn, noch um Gleichberechtigung. Da mag das Wort „Feminismus” noch so groß im Hintergrund prangen. Die Rednerin trägt das Wort sogar auf ihrem T‐Shirt und betont immer wieder, wie wichtig ihr das sei.

Allerdings bedeutet Feminismus nach Ansicht dieser Jungsozialistin offenbar alles andere als Gleichberechtigung, oder Menschenrechte für alle. Es geht ihr in erster Linie um völlige Freiheit für Frauen – notfalls ohne Rücksicht auf andere Lebewesen. Wenn die Menschenrechte zuerst für Frauen zählen, widerspricht dies sogar explizit dem Prinzip der Ebenbürtigkeit, auf welches gemäßigte Feministinnen pochen. Alles dies auf Kosten zahlreicher Elemente, welche die Weiblichkeit an sich positiv hervorheben?

Spätabtreibung im Ernstfall bereits möglich

Prinzipiell ist nach §218 StGB eigentlich jeder Schwangerschaftsabbruch zunächst einmal verboten. Die Folgeprovision §218a StGB ermöglicht allerdings eine Fristenlösung: unter bestimmten Bedingungen, etwa nach medizinischer Beratung und innerhalb von zwölf Wochen nach Empfängnis. Aber auch nach Ablauf dieser Monate ist dies in Ausnahmefällen möglich.

Das gilt vor allem dann, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, wie Gefahr für das Leben der Mutter oder eine erhebliche Behinderung des Kindes – und wenn es keine mildere Lösung gibt. Und das kommt gar nicht so selten vor. Alleine im Jahr 2017 gab es 2.713 Spätabtreibungen in Deutschland. Gleich 654 davon geschahen ab der 23. Schwangerschaftswoche.

Forderung bedeutet Tötung lebensfähiger Kinder

Das heißt, im Vorjahr wurden etwa zwanzig vollbesetzte Schulklassen in einem Alter getötet, in dem andere bereits als Frühchen geboren werden. Und wenn es nach den Wünschen der Jusos geht, soll sich die Zahl in den nächsten Jahren offenbar noch erhöhen.

Welchen Grund hätte eine Frau, sich früh mit ihrer Schwangerschaft auseinander zu setzen, wenn die Abtreibung auch nach Ablauf der zwölf Wochen möglich ist? Indem es gar keine Regelung mehr gäbe, könnte man nach eigenem Gutdünken jederzeit abtreiben – und Willkür wäre Tür und Tor geöffnet.

Moralische Zwickmühle für Ärzte

Spätabtreibung bedeutet auch für die Ärzte, die diese durchführen müss(t)en ein moralisches Problem. Im Normalfall ist ein Arzt verpflichtet, ein Leben zu retten. In diesem Fall hingegen müsste er eines töten. Eine Spätabtreibung birgt die „Gefahr”, dass das Baby geboren wird und überlebt. Immer wieder liest man von Kindern, die ihre Abtreibung überlebten und mitunter schwere Folgeschäden davontrugen.

Damit das nicht passiert, werden in vielen Fällen die Kinder im Mutterleib getötet, indem man ihnen Kalium ins Herz spritzt. Durch den nicht gerade risikofreien Eingriff hört das Herz auf zu schlagen und das Baby kommt bereits tot auf die Welt.

Was kommt als nächste Forderung?

Wenn man Abtreibungen lebensfähiger Kinder bis zur Geburt erlaubt, warum nicht auch gleich noch für Kleinkinder? Wenn man heute voll ausgebildete kleine Menschen ohne Not „wegmachen” möchte, gilt die Straffreheit bestenfalls bald über die Geburt hinaus? Die Frau könnte sich doch auch in ihrer Freiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt sehen, so ein oder zwei Jahre nach der Geburt.

Immerhin wird vielen Menschen ja erst klar, was ein Kind eigentlich bedeutet, sobald es tatsächlich das Licht der Welt erblickt hat. Ein Baby heißt, Verantwortung rund um die Uhr zu übernehmen – nicht nur dann, wenn es gerade Spaß macht. Wo ist die ethische Grenze, ab welcher vermeintlich progressive Jungsozialisten keine Absolution mehr für Kindestötung erteilen würden, wenn die Selbstbestimmung der Frau doch immer oberste Doktrin ist?

Ethisch verwerflich, moralisch unnachvollziehbar

Fakt ist, dass die Forderung der Jusos ethisch verwerflich und moralisch absolut nicht zu rechtfertigen ist. Ich bin persönlich gegen Abtreibung, kann einige Gründe aber zumindest nachvollziehen. Die aktuelle Regelung bedeutet also einen Kompromiss zwischen den Positionen, mit dem sich die meisten Menschen jenseits der harten Grundsätze einigermaßen anfreunden können.

Damit es zu keiner Willkür kommt, sieht die aktuelle Gesetzeslage ein Beratungsgespräch und möglichst frühen Vollzug vor. Doch selbst diese notwendigen Kriterien halten diese Jusos für einen zu großen Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Aber wie Frau Simmons selber sagt: Menschenrechte für andere Lebewesen als Frauen sind für die Jungsozialisten eben zweitrangig. Und das nicht nur in Deutschland.

4 Kommentare

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  • Von denen kann man doch nichts anderes erwarten.Ich frage mich nur was lassen sich die Deutschen noch alles bieten? Man bezeichnet Deutschland als Witz,Migranten werden so gut wie nicht bestraft, Merkel und ihre Vasallen machen was sie wollen es wird gelogen ‚betrogen usw.
    Aber der Deutsche, wo ich allerdings auch die Schweden und Österreicher auch dazu zähle denn auch sie glauben alles, was man ihnen vorkaut,
    Wann werden sie aus Ihrem Tiefschlaf erwachen? Wenn es zu spät ist ? Europa geflutet ist? Die EU
    auf uns alle schießen lässt , was ja in dem Vertrag drinnen steht?Wann?
    Man uns in Lager zur Umerziehung steckt, noch nicht mitbekommen das man uns immer mehr Gesetze aufzwingt, versucht mundtot zu machen? Wann liebe Mitmenschen wacht Ihr auf?

  • Eine „Frau“, die total selbstsüchtig (selbstbestimmt) handelt und danach lebt ist keine Frau sondern ergibt ein von Superstudierten erschaffenes Monster.

    Das Gegenpendel wird darauf eine Antwort verheißen.

  • Mindestens genauso schlimm find ich, dass das Thema kaum einen interessiert, ich hab es aufgegeben und ich rege mich nich mehr auf, der Zug in die versiffte unmoralische Gesellschaft ist wohl nicht mehr zu stoppen, ich verstehe nicht wieso hier nicht ein Riesen Aufschrei folgt, es geht ja hier nicht um die Abtreibung die schon schlimm genug ist oder um die richtigerweise erlaubte Abtreibung bei gesundheitlichen Gefahren oder bei einer Straftat, nein es geht hier um eine sog. Spätabtreibung im neunten Monat offenbar, genauso wie hier beschrieben.

    Für mich ist das nun mal Todschlag oder gar Mord ? Ich meine es liegen da niedere Beweggründe durchaus vor, denn keine Mutter aus ihr Kind abtreiben, es is zur Not besser, wenn ein Kind zur Adoption freigegeben wird, es wächst dann zwar woanders auf aber es darf dennoch leben und da der Schutz des Lebens einen sehr hohen Stellenwert hat und dies vom Bundesverfassungsgericht auch so gesehen wird und der Staat sogar die Verpflichtung hast Strafgesetze gegen Abtreibung zur erlassen, verstehe ich die ganze Diskussion der Jusos nicht, es ist völlig blödsinnig eine Sache zu diskutieren, die sowieso niemals umgesetzt werden darf in Deutschland, da die völlige Abschaffung von § 218 verfassungswidrig ist.
    Man müsste also erst mal ein GG schaffen, dass die Tötung unschuldigen Lebens erlaubt, und dann ist das hier nicht mehr mein Land, und in meinen Augen auch kein Rechtsstaat, wenn Mörder einfach so ungestraft davonkommen !

  • Schlimm… für was man in unserem Land alles Anträge stellen kann und kaum einen interessiert das ?! Ich bin fassungslos. Wohlgemerkt in bedauerlichen medizinisch notwendigen Fällen, möchte ich mir kein Urteil erlauben…aber generell kann das doch möglich nicht sein. Solche Gedanken und Vorschläge erinnern mich, an die finsterste Zeit unsere Geschichte.… speziell an Euthanasie.

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