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Meinung

Kommentar: “Jusos-Antrag zu Spätabtreibung ist ethisch verwerflich!”

Redaktion

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am

Die Jusos wollten Abtreibung künftig bis zur Geburt straffrei sehen - zu diesem Zeitpunkt sehen Föten längst wie kleine, fertige Menschen aus Symbolbild: Pixabay [CC0]

Auf dem Bundeskongress der Jusos, der Jugendorganisation der SPD gab es diesmal mehrere Anträge bezüglich der ‘Abtreibungsparagraphen’ §218 und 219a StGB. Und schließlich wurde ein Antrag zur Abschaffung dieser beiden Paragraphen – und damit einer völligen Straffreiheit der Spätabtreibung – von einer breiten Mehrheit angenommen. Dieser Beschluss schockiert auch nach zehn Tagen noch über alle Maßen.

Kommentar von Martina Huber

Die geplante Streichung der beiden Paragraphen betrifft den Schwangerschaftsabbruch generell (§218 StGB), sowie das bestehende Werbeverbot für Abtreibungen (§219a StGB). Eine Abschaffung dieser Gesetze bedeutet im Klartext: Die Jusos befürworten eine Abtreibung bis zum Ende der Schwangerschaft. Entsprechend soll demnach erlaubt sein, voll lebensfähige Babys zu töten. Als Feigenblatt für diese Lebensfeindlichkeit dient ihnen die ‘sexuelle Selbstbestimmung’ der Frauen.

“Menschenrechte gelten zunächst für die Frau!”

“Menschenrechte gelten zunächst mal für die Frau, und dann für alles andere!” verkündete Sabrina Simmons von der Berliner Landesgruppe vollmundig in ihrer Rede zum Antrag. Auf mich wirkt alleine dieser Satz so, als ginge es ihr da weder um ernsthaften Feminismus im eigentlichen Sinn, noch um Gleichberechtigung. Da mag das Wort “Feminismus” noch so groß im Hintergrund prangen. Die Rednerin trägt das Wort sogar auf ihrem T-Shirt und betont immer wieder, wie wichtig ihr das sei.

Allerdings bedeutet Feminismus nach Ansicht dieser Jungsozialistin offenbar alles andere als Gleichberechtigung, oder Menschenrechte für alle. Es geht ihr in erster Linie um völlige Freiheit für Frauen – notfalls ohne Rücksicht auf andere Lebewesen. Wenn die Menschenrechte zuerst für Frauen zählen, widerspricht dies sogar explizit dem Prinzip der Ebenbürtigkeit, auf welches gemäßigte Feministinnen pochen. Alles dies auf Kosten zahlreicher Elemente, welche die Weiblichkeit an sich positiv hervorheben?

Spätabtreibung im Ernstfall bereits möglich

Prinzipiell ist nach §218 StGB eigentlich jeder Schwangerschaftsabbruch zunächst einmal verboten. Die Folgeprovision §218a StGB ermöglicht allerdings eine Fristenlösung: unter bestimmten Bedingungen, etwa nach medizinischer Beratung und innerhalb von zwölf Wochen nach Empfängnis. Aber auch nach Ablauf dieser Monate ist dies in Ausnahmefällen möglich.

Das gilt vor allem dann, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, wie Gefahr für das Leben der Mutter oder eine erhebliche Behinderung des Kindes – und wenn es keine mildere Lösung gibt. Und das kommt gar nicht so selten vor. Alleine im Jahr 2017 gab es 2.713 Spätabtreibungen in Deutschland. Gleich 654 davon geschahen ab der 23. Schwangerschaftswoche.

Forderung bedeutet Tötung lebensfähiger Kinder

Das heißt, im Vorjahr wurden etwa zwanzig vollbesetzte Schulklassen in einem Alter getötet, in dem andere bereits als Frühchen geboren werden. Und wenn es nach den Wünschen der Jusos geht, soll sich die Zahl in den nächsten Jahren offenbar noch erhöhen.

Welchen Grund hätte eine Frau, sich früh mit ihrer Schwangerschaft auseinander zu setzen, wenn die Abtreibung auch nach Ablauf der zwölf Wochen möglich ist? Indem es gar keine Regelung mehr gäbe, könnte man nach eigenem Gutdünken jederzeit abtreiben – und Willkür wäre Tür und Tor geöffnet.

Moralische Zwickmühle für Ärzte

Spätabtreibung bedeutet auch für die Ärzte, die diese durchführen müss(t)en ein moralisches Problem. Im Normalfall ist ein Arzt verpflichtet, ein Leben zu retten. In diesem Fall hingegen müsste er eines töten. Eine Spätabtreibung birgt die “Gefahr”, dass das Baby geboren wird und überlebt. Immer wieder liest man von Kindern, die ihre Abtreibung überlebten und mitunter schwere Folgeschäden davontrugen.

Damit das nicht passiert, werden in vielen Fällen die Kinder im Mutterleib getötet, indem man ihnen Kalium ins Herz spritzt. Durch den nicht gerade risikofreien Eingriff hört das Herz auf zu schlagen und das Baby kommt bereits tot auf die Welt.

Was kommt als nächste Forderung?

Wenn man Abtreibungen lebensfähiger Kinder bis zur Geburt erlaubt, warum nicht auch gleich noch für Kleinkinder? Wenn man heute voll ausgebildete kleine Menschen ohne Not “wegmachen” möchte, gilt die Straffreheit bestenfalls bald über die Geburt hinaus? Die Frau könnte sich doch auch in ihrer Freiheit und Selbstbestimmung eingeschränkt sehen, so ein oder zwei Jahre nach der Geburt.

Immerhin wird vielen Menschen ja erst klar, was ein Kind eigentlich bedeutet, sobald es tatsächlich das Licht der Welt erblickt hat. Ein Baby heißt, Verantwortung rund um die Uhr zu übernehmen – nicht nur dann, wenn es gerade Spaß macht. Wo ist die ethische Grenze, ab welcher vermeintlich progressive Jungsozialisten keine Absolution mehr für Kindestötung erteilen würden, wenn die Selbstbestimmung der Frau doch immer oberste Doktrin ist?

Ethisch verwerflich, moralisch unnachvollziehbar

Fakt ist, dass die Forderung der Jusos ethisch verwerflich und moralisch absolut nicht zu rechtfertigen ist. Ich bin persönlich gegen Abtreibung, kann einige Gründe aber zumindest nachvollziehen. Die aktuelle Regelung bedeutet also einen Kompromiss zwischen den Positionen, mit dem sich die meisten Menschen jenseits der harten Grundsätze einigermaßen anfreunden können.

Damit es zu keiner Willkür kommt, sieht die aktuelle Gesetzeslage ein Beratungsgespräch und möglichst frühen Vollzug vor. Doch selbst diese notwendigen Kriterien halten diese Jusos für einen zu großen Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Aber wie Frau Simmons selber sagt: Menschenrechte für andere Lebewesen als Frauen sind für die Jungsozialisten eben zweitrangig. Und das nicht nur in Deutschland.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Elisabeth BLIEM-Weber

    18. Dezember 2018 at 21:45

    Von denen kann man doch nichts anderes erwarten.Ich frage mich nur was lassen sich die Deutschen noch alles bieten? Man bezeichnet Deutschland als Witz,Migranten werden so gut wie nicht bestraft, Merkel und ihre Vasallen machen was sie wollen es wird gelogen ,betrogen usw.
    Aber der Deutsche, wo ich allerdings auch die Schweden und Österreicher auch dazu zähle denn auch sie glauben alles, was man ihnen vorkaut,
    Wann werden sie aus Ihrem Tiefschlaf erwachen? Wenn es zu spät ist ? Europa geflutet ist? Die EU
    auf uns alle schießen lässt , was ja in dem Vertrag drinnen steht?Wann?
    Man uns in Lager zur Umerziehung steckt, noch nicht mitbekommen das man uns immer mehr Gesetze aufzwingt, versucht mundtot zu machen? Wann liebe Mitmenschen wacht Ihr auf?

  2. Avatar

    Saure Gurke

    20. Dezember 2018 at 0:51

    Eine „Frau“, die total selbstsüchtig (selbstbestimmt) handelt und danach lebt ist keine Frau sondern ergibt ein von Superstudierten erschaffenes Monster.

    Das Gegenpendel wird darauf eine Antwort verheißen.

  3. Avatar

    Martin Grasekamp

    24. Dezember 2018 at 11:04

    Mindestens genauso schlimm find ich, dass das Thema kaum einen interessiert, ich hab es aufgegeben und ich rege mich nich mehr auf, der Zug in die versiffte unmoralische Gesellschaft ist wohl nicht mehr zu stoppen, ich verstehe nicht wieso hier nicht ein Riesen Aufschrei folgt, es geht ja hier nicht um die Abtreibung die schon schlimm genug ist oder um die richtigerweise erlaubte Abtreibung bei gesundheitlichen Gefahren oder bei einer Straftat, nein es geht hier um eine sog. Spätabtreibung im neunten Monat offenbar, genauso wie hier beschrieben.

    Für mich ist das nun mal Todschlag oder gar Mord ? Ich meine es liegen da niedere Beweggründe durchaus vor, denn keine Mutter aus ihr Kind abtreiben, es is zur Not besser, wenn ein Kind zur Adoption freigegeben wird, es wächst dann zwar woanders auf aber es darf dennoch leben und da der Schutz des Lebens einen sehr hohen Stellenwert hat und dies vom Bundesverfassungsgericht auch so gesehen wird und der Staat sogar die Verpflichtung hast Strafgesetze gegen Abtreibung zur erlassen, verstehe ich die ganze Diskussion der Jusos nicht, es ist völlig blödsinnig eine Sache zu diskutieren, die sowieso niemals umgesetzt werden darf in Deutschland, da die völlige Abschaffung von § 218 verfassungswidrig ist.
    Man müsste also erst mal ein GG schaffen, dass die Tötung unschuldigen Lebens erlaubt, und dann ist das hier nicht mehr mein Land, und in meinen Augen auch kein Rechtsstaat, wenn Mörder einfach so ungestraft davonkommen !

  4. Avatar

    Freitag

    18. Januar 2019 at 19:16

    Schlimm… für was man in unserem Land alles Anträge stellen kann und kaum einen interessiert das ?! Ich bin fassungslos. Wohlgemerkt in bedauerlichen medizinisch notwendigen Fällen, möchte ich mir kein Urteil erlauben…aber generell kann das doch möglich nicht sein. Solche Gedanken und Vorschläge erinnern mich, an die finsterste Zeit unsere Geschichte…. speziell an Euthanasie.

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Meinung

“FPÖ muss ihre Lehren ziehen, um patriotische Alternative zu bleiben”

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Strache 2008): Christian Jansky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] [Bild zugeschnitten]

Viele Österreicher waren mit der FPÖ und ihrer Regierungsarbeit zufrieden und trotzdem ist sie vorerst gescheitert. Die Freiheitlichen müssen daraus ihre Lehren ziehen.

Kommentar von Stefan Juritz

Die “Ibiza-Affäre” hat zu einem politischen Erdbeben in Österreich geführt. Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache musste zurücktreten und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) löste die Koalition mit den Freiheitlichen auf.

Politisches Attentat vor der EU-Wahl

Bisher weiß niemand, von wem dieses pikante und illegal aufgezeichnete Video stammt, das die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus im Jahr 2017 bei einem Privattreffen mit einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte zeigt. War es wirklich ein westlicher Geheimdienst, wie manch ein Experte meint, oder vielleicht doch linke Aktivisten?

Jedenfalls wurde das Video offensichtlich ganz bewusst kurz vor der EU-Wahl veröffentlicht, um der FPÖ massiv zu schaden. Strache sprach hier vollkommen zurecht von einem “politischen Attentat”.

Gegner verhalten sich wie Gegner

Nun ist die Empörung über solch einen Eingriff in die Privatsphäre eines Politikers und Menschen selbstverständlich nachvollziehbar. Methoden wie diese sind völlig abzulehnen und die Urheber müssen ausgeforscht werden. Nur ändert das nichts an den Tatsachen und sollte der FPÖ die erste Lehre sein: Gegner verhalten sich nun einmal wie Gegner und eine Falle braucht immer denjenigen, der in sie tappt.

Natürlich ist es richtig, die Heuchelei vieler Medien und Politiker in der Causa aufzuzeigen und man könnte etwas zynisch darauf hinweisen, dass es bei den anderen Parteien wohl nicht viel anders aussieht, dass dieser Lobbyismus “part of the game” ist. Jedoch hat sich gerade die FPÖ unter Strache in den letzten Jahren immer als “soziale Heimatpartei” und Alternative zum rot-schwarzen Filz stilisiert. Nur, und das ist die zweite Lehre, dann muss sich die FPÖ auch wie eine echte Alternative und nicht wie der politische Gegner verhalten.

Es braucht eine patriotische Zivilgesellschaft

Die gesamte Affäre zeigt, wie schnell man trotz guter Arbeit in vielen Bereichen und positiven Veränderungen aus einer Regierung fliegen kann. Umso wichtiger wird es für die FPÖ sein, zu verstehen, dass es nicht nur auf Mandate und Wahlergebnisse ankommt. Von enormer Bedeutung ist ebenso der Aufbau einer patriotischen Zivilgesellschaft und echten “Mosaikrechten” (Benedikt Kaiser).

Anstatt von einer Übernahme der Kronen-Zeitung zu träumen, müssen freie patriotische Medien aufgebaut und unterstützt sowie Journalisten ausgebildet werden. Anstatt die Universitäten weiterhin aufzugeben, weil “die Studenten eh links sind und nicht FPÖ wählen”, muss gerade dort eine intellektuelle Auseinandersetzung stattfinden.

Als dritte Lehre also: Ohne ein starkes politisches Vorfeld wird es keinen wirklichen patriotischen Wandel in Österreich geben. Einzelne (gute) Regierungsreformen allein werden keinen langfristigen Erfolg erzielen.

Linke jubeln zu Unrecht

Die FPÖ-Gegner jubelten am Wochenende über Straches Rücktritt und das Ende der türkis-blauen Koalition. Doch sie dürfen nicht vergessen, dass die FPÖ-Regierungsbeteiligung nicht an ihren Inhalten, nicht am Wähler, nicht an den Burschenschaften oder Identitären (vorerst) gescheitert ist.

Es liegt hingegen an einem persönlichen Fehler zweier FPÖ-Spitzenfunktionäre – und an Bundeskanzler Kurz, der die Situation für sich und seine Partei ausnützen möchte. Dieser Umstand sollte den Freiheitlichen eine weitere Lehre sein, denn er zeigt, dass es Kurz nicht um eine konservative Wende in Österreich, sondern bloß um seinen eigenen Machtausbau geht.

Glaubwürdigkeit als patriotische Alternative

Es bleibt nur zu hoffen, dass die FPÖ ihre Lehren daraus zieht und sich ihre Glaubwürdigkeit als patriotische Alternative bei jenen bewahrt, die nun enttäuscht sind – denn für eine patriotische Wende braucht es auch eine authentische FPÖ in der Regierung.

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Meinung

Die ‘Enthüllungen’ über Identitären-Chef Sellner haben null Neuigkeitswert!

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild: Martin Sellner (Identitäre Bewegung) bei einer Demonstration in Graz / Martin MAGA [CC BY-SA 4.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Am Dienstagabend gelang einem engagierten Recherchenetzwerk ein entscheidender Durchbruch im ewigen ‘Kampf gegen rechts’: Man informierte die Öffentlichkeit über längst bekannte Vorgänge und verkaufte diese Erkenntnissen als große Neuigkeit.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es schlug wie eine Bombe in der heimischen Medienlandschaft ein. Gleich mehrere Mails soll Martin Sellner mit dem späteren Christchurch-Attentäter gewechselt haben. Und ganz besonders schlimm: Es soll ein vermeintliches Angebot an den damals geheimdienstlich unbekannten und unbescholtenen Spender gegeben haben, sich auf einen Kaffee oder ein Bier zu treffen, sollte es diesen jemals nach Wien verschlagen.

Sellner-Gate No. 2: Staatsskandal ante portas?

Mehr brauchte es nicht, dass die versammelte linke Reichshälfte in eine Mischung aus Hysterie und Jubelstimmung verfiel. Was jeder normal denkende Mensch als Höflichkeitsfloskel an einen x-beliebigen Spender deuten würde, gilt nun als hochbrisantes Detail. Und was Sellner bereits vor Wochen in einer Pressekonferenz erklärte, wird zur Exklusivstory hochgepusht.

Und gerade, weil dieser einen Teil offenbar des Schriftverkehrs zuerst archivierte und den Verlauf dann löschte, sah SPÖ-Bundesgeschäftsführer Drozda einen hohen Aufklärungsbedarf und witterte sogleich einen neuen, handfesten Staatsskandal der Sonderklasse. Alles noch viel schlimmer als bislang angenommen!

Opposition visiert den Spielball an…

Er forderte deshalb Innenminister Kickl auf, zu erklären, ob jemand Sellner vor der Hausdurchsuchung gewarnt hätte. Die Regierung jedenfalls stecke “bis zum Hals im Identitären-Problem”. Dieses Framing bediente er übrigens unabhängig davon, dass ein solches Vorgehen als Verschleierungstaktik ganz offensichtlich untauglich wäre und in krassem Gegensatz zum Bild eines konspirativ agierenden kriminellen Netzwerks stünde.

In eine ähnliche Kerbe schlug anschließend Peter Pilz – und ein paar Stunden lang schien ein altbewährtes Rezept aufzugehen. Das Narrativ des rechtsextremen Innenministers, welcher sich medienwirksam distanzieren muss, weil innerhalb des ‘ganz widerlichen’ rechten Spektrums neue Skandälchen brutzeln würden war bereits angerichtet, das Süppchen duftete bereits den ganzen Gang entlang…

…und zielt auf vom Tisch genommene Kugel

…und Kickl spielte das perfide Spiel nicht mit. Nüchtern erklärte er, dass diese ‘Enthüllungen’ keine neuen Erkenntnisse zum Fall brächten. Die erhobenen Vermutungen seien schließlich “nichts neues” sondern die Grundlage für die Ermittlungen. Seine persönliche Einschätzung wiederum sei nicht weiter relevant.

Bäm. Die Träumereien mancher Journalisten nach Untersuchungshaft für Sellner verpufften ebenso gegenstandslos wie die persönlichen Verschwörungstheorien einiger Oppositionspolitiker. Die Billardkugel, um den ungeliebten Innenminister als Begünstiger allen Übels im Land endgültig zu versenken – sie war mit einem Stoß vom Tisch.

Sensible Informationen als politische Waffe

Was überbleibt ist also lediglich die Frage: Wie kann es sein, dass neuerlich sensible Polizeiakten so mir nichts, dir nichts in einschlägigen Medienkreisen landen? Immerhin – und sei dieser Vorwurf noch so hanebüchen und auf Unwahrheiten basierend – handelt es sich ja gegenwärtig um Terrorermittlungen und somit wahrlich um keinen Pappenstiel.

Und da sollte man doch annehmen können, dass einige Diskretion geboten sei. Gerade bei der angeblich allgegenwärtigen Sorge um den Ruf der heimischen Geheimdienste im Ausland. Aber die erwähnt man natürlich nur, wenn man sie als politische Waffe opportun gegen den rechtsrechten Innenminister verwenden kann. Als Infostrang für die linke Seite von Politik bis Antifa hingegen sind diese Datenlecks eine stets willkommene Quelle.

Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten

Je mehr man sich die Anatomie der Geschichte also ansieht, desto mehr gewinnt man den Eindruck: Der Hauptzweck der ganzen Sache ist gar nicht die Aufklärung. Denn zur weitreichenden Stigmatisierung unliebsamer Personen setzt man offenbar sämtliche Rechtsstaatlichkeit auf Spiel – und zwar überaus leichtfertig.

Was bislang möglicherweise am in Österreich besonders heiligen Amtsgeheimnis vorbei herauskam, hatte jedenfalls kaum tatsächliche, wirklich das öffentliche Interesse betreffende Substanz und bedingte keine derart überbordene Praxis. Es erfüllte einzig und allein den Zweck, dass “irgendwas hängen blieben sollte”, ein einziges Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten.

Anpatzversuche und ein zusehends nackter Kaiser

So viel ist nämlich gewiss: Irgendwelche – übrigens hier diversionell erledigten – Schweinereien aus der Jugendzeit finden sich auch bei so manchem Politiker aller Couleur. Und mit Spender- und Rundbrieflisten aus Ermittlungen, die in einem Freispruch endeten, kann man maximal halbgare Anpatzversuche gegenüber Würdenträgern und Funktionären betreiben. Freilich, nachdem man eine vormals unanstößige Sache zuerst minutiös madig machte.

Und so dient die ganze Causa immer mehr dazu, ungewollt die wirklichen Schieflagen im Land aufzudecken. Ein Rechtsstaat, der seine eigenen Gesetze nicht achtet – und eine Medienlandschaft, in der treibende Elemente die Sensation zusehends vor die journalistischen Lauterkeit stellen. Gut möglich also, dass aufgrund dieses Übereifers am Ende nicht Sellner und die Identitären isoliert dastehen. Sondern, dass sich ihre Gegner soweit entblößt haben, dass jedes Kind den Kaiser als nackt erkennt.

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Meinung

Ring frei: Auch für die Freiheitlichen Studenten

Monika Šimić

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am

ASDF Bild: Wahlplakate zur ÖH-Wahl 2019 - Plakate des RFS fehlen / Bild privat

“Während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum.”

In Österreich finden alle zwei Jahre die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) statt, wo Studenten ihre Vertreter auf Bundesebene und Hochschulebene, aber gleichzeitig auch ihre Studienvertreter wählen. In diesem Jahr fallen die Wahlen aber fast mit den EU-Wahlen zusammen. Während Bürger europäischer Länder ihre Vertreter zwischen dem 23. und 26. Mai wählen können, dürfen sich Studenten für die Wahl ihrer Vertreter zwischen dem 27. und 29. Mai zur Wahlurne begeben. Im Vorfeld gab es deshalb auch Kritik seitens der ÖH. Es wird nämlich befürchtet, dass die ohnehin schon niedrige Wahlbeteiligung unter den Studenten – 2017 nahmen nur knapp über 23 Prozent aller Wahlbeteiligten in Graz an den Wahlen teil – aufgrund der EU-Wahlen noch weiter sinken könnte.

Überall süße Wahlzuckerl

Wie bei jeder Wahl versuchen die antretenden Fraktionen auch heuer mit ihren „Wahlzuckerln“ so viele Wähler wie nur möglich zu ködern. Ihre Wahlversprechen präsentierten sie nun etwa in den jeweiligen Interviews mit der ÖH-Zeitschrift Libelle, die im Rahmen der Wahl allen antretenden Fraktionen dieselben Fragen gestellt hat. Nämlich warum man gerade sie wählen sollte, welche Schwerpunkte sie auszeichnen und welche drei Dinge sie an den Unis ändern würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Außerdem wurden sie gefragt, welche Ideen sie haben, um die Situation sozial schlechter gestellten Studenten zu verbessern und was sie zu jenen Studenten sagen wollen, die die ÖH-Wahlen für sinnlos bzw. uninteressant halten. Abschließend kam auch die Frage, mit welcher Fraktion eine Koalition denkbar wäre. Eine Sammlung der “besten” Aussagen finden Sie am Ende des Beitrags.

Hat der RFS aufgegeben?

An der Grazer Karl-Franzens-Universität (KFU Graz) werden bei den Wahlen Ende Mai die unabhängige Fachschaftsliste Uni Graz (FLUG), die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS), die Aktionsgemeinschaft (AG), der Verband Sozialistischer Studenten (VSSTÖ), die Grünen Alternativen Studenten (GRAS) und der Kommunistische Studentenverband (KSV-KJÖ), antreten. Und während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum. Als hätte man sich damit abgefunden, dass radikale Hochschulpolitik eine linke Spielwiese ist und das mit dem Marsch zurück durch die Institutionen nichts wird, tritt der RFS in Graz nur an einer der vier Hochschulen überhaupt an.

Die versprochene Sammlung der „besten“ Aussagen

Im Folgenden Abschnitt noch die versprochene Sammlung der “besten” Aussagen aus den Interviews mit den einzelnen Fraktionen:

“Wir wollen eine Mensa, bei der man gerne essen geht, da auch wir ab und zu Hunger haben!” (RFS)

“Studieren ist schon stressig genug, da sind NahtodErlebnisse auf dem Weg zur Prüfung eindeutig zuviel.” (GRAS)

“Mit jeder, die sich für einen freien und offenen Hochschulzugang einsetzt und unsere Werte teilt.” (KSV-KJÖ)

“Es ist nötig, die Vertretung der Interessen der breiten Mehrheit der Studierenden wieder in den Vordergrund zu stellen.” (KSV-KJÖ)

“In der momentanen politischen Lage ist es besonders wichtig, dass Interessensvertretungen stark agieren können und dabei bestärkt sie gerade eine hohe Wahlbeteiligung!” (VSSTÖ)

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