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Kultur

Wien: Linksradikale wettern über vermeintlich ‚rechtes’ Neujahrskonzert

Julian Schernthaner

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am

Bild (Christian Thielemann bei einer Probe an der Wiener Staatsoper, 2015): Christian Michelides via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Am Dienstag leitete der renommierte Berliner Dirigent Christian Thielemann sein erstes Neujahrskonzert an der Wiener Staatsoper. Linke Akteure reagierten mit heftiger Kritik an Person und Veranstaltung.

Wien. – Für einige linksgerichtete Akteure im deutschsprachigen Raum war die traditionsreiche jährliche Veranstaltung ein willkommener Anlass, um Dampf abzulassen. Bei ihrer mannigfaltigen Kritik aus politischen Motiven richteten sich gleich mehrere Kommentatoren sowohl gegen die Geschichte des Konzerts als auch gegen den diesjährigen musikalischen Leiter. Thielemann gilt als Spezialist für Werke Wagners und der Familie Strauss. Die Werke Letzterer machen einen großen Teil des traditionellen Inhalts des Neujahrskonzertes aus.

Linksradikaler Journalist startet NS‐Vergleich

Einerseits erinnerten Akteure der radikalen Linken an die Erstaufführung des Konzerts während des Zweiten Weltkriegs. Tatsächlich stimmt der Befund, dass das Konzert der Wiener Philharmoniker, das jährlich von mehr als 50 Millionen Menschen weltweit genossen wird, am 31. Dezember 1939 seinen Beginn nahm und damals dem NS‐Winterhilfswerk gewidmet war. In den vergangenen Jahren arbeitete das renommierte Orchester seine Geschichte allerdings umfassend und transparent auf.

Für den Journalisten und linken Aktivisten Michael Bonvalot dennoch ein Grund, dies neu zu thematisieren. Ohne zu erwähnen, dass die Adaption des Radetzkymarsches mit verdickter Instrumentierung hauptsächlich musikalischer Natur ist und dessen heute bekannteste Variante darstellt, problematisiert er dies. Zur Unterstreichung seiner Argumente verlinkt er auf einen Artikel der offen marxistischen Tageszeitung junge Welt, welche zwischen 1947 als Zentralorgan der DDR‐Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) fungierte:

Vorwürfe gegen Dirigent Thielemann

Andere Kommentatoren übertrafen dessen Anspielungen auf den Dirigenten allerdings noch in der Schärfe. Ein deutscher Nutzer etwa ordnete den diesjährigen musikalischen Leiter direkt in die vermeintliche Tradition des NS‐Kapellmeisters Clemens Krauss ein. Seiner Ansicht nach sei dies sogar mit der konservativ‐patriotischen Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu erklären.

Zur Erklärung anhand welcher Ansätze er Thielemann als Vertreter der „extremen politischen Rechten” einstuft, erwähnt er dessen angebliche Unterstützung der PEGIDA‐Proteste in Dresden.

Thielemann verteidigte Versammlungsfreiheit

Entsprechende Vorwürfe gegenüber Thielemann sind keinesfalls neu. Sie beziehen sich auf einen Gastkommentar des damaligen und heutigen Chefdirigenten der Dresdner Staatskapelle in der linksliberalen Zeit. Darin erklärte er die Versammlungs‐ und Meinungsfreiheit als „hohes Gut” und plädierte für einen Dialog mit den Demonstranten. Seitdem dichtet man Thielemann regelmäßig Sympathien in diese Richtung an.

Dieser wiederum weist solche Anwürfe weit von sich und sieht es als seine Aufgabe, auch Menschen ein Gehör zu schenken, welche „eine Meinung vertreten, die [ihm] total gegen die [sic] Strich geht.” Bereits Jahre zuvor brachte ihn die Entscheidung, auch die Werke einiger historisch belasteter Komponisten aufzuführen, ins Zentrum der Kritik. Auch dazu verteidigte er dereinst lapidar: „Ist denn C‐Dur nach den zwölf Jahren Hitler etwa anders zu hören als zuvor?”

Graz: Grünen‐Stadträtin will Dirigentin

In eine andere Stoßrichtung zielte die Grazer Grünen‐Stadträtin Tina Wirnsberger. Sie machte sich – ebenfalls auf Twitter – für eine weibliche Leitung des Neujahrskonzerts stark.  Konkret regt sie in einem Folgekommentar Oksana Lyniv an. Die gebürtige Ukrainierin ist seit 2017 als Chefdirigentin an der Grazer Oper tätig.

Wirnsbergers Wunsch würde allerdings ohnehin noch warten müssen. Denn für 2020 ist bereits der bekannte lettische Dirigent Andris Nelsons vorgesehen. Jener gilt, wie auch Thielemann, als ausgewiesener Strauss‐Experte.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    2. Januar 2019 at 18:01

    Alles was nicht stramm links ausgerichtet ist, ist diesen Herrschaften suspekt. Wohin solche Denkarten führen sahen und sehen wir leider noch immer in Ländern, wo derartige Spinnereien und Linksillusionen angewandt werden.

    Man sollte dies eTypen mal für eine Weile nach Kuba, Nicaragua oder am besten nach Venezuela zur Ausheilung schicken.

    Und jawoll, am Dirigentenpult brauchen wir endlich eine Frauenquote. Warum ist da nur noch keiner drauf gekommen?

  2. Avatar

    Peter

    3. Januar 2019 at 14:36

    Thielemann gilt als Spezialist für Werke Wagners und der Familie Strauss. Die Werke Letzterer machen einen großen Teil des traditionellen Inhalts des Neujahrskonzertes aus.” Der Autor hat hier offenkundig etwas verwechselt. Thielemann gilt sicher zurecht als Spezialist für die Werke von Richard Strauss, aber keineswegs als Spezialist für Johann & Josef Strauß (die für das Neujahrskonzert relevant sind) – und das wird wohl, nach seine soliden, aber (im Vergleich mit Kleiber, Karajan oder Harnoncourt) keineswegs außerordentlichen Leistung, auch weiterhin so sein.

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Kultur

Werner Olles zeigt „Grenzgänger des Geistes” im Porträt

Redaktion

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am

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ASDF Symbolbild. Hintergrund Bibliothek (CC0) / Buch: privat / Collage: Die Tagesstimme

Unter dem Buchtitel „Grenzgänger des Geistes – Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20.Jahrhunderts“ versammelt der Autor Werner Olles in 66 Beiträgen 68 Kurzbiografien.

In der kurzen Einleitung betont der Autor, dass die Auswahl der Schriftsteller bewusst auf subjektiven Gründen beruht und eine große Vielfalt gegeben ist. So reicht die Auswahl vom Nationalbolschewisten Ernst Niekisch über den antibürgerlichen „Kirchenvater“ Léon Bloy oder den Dadaisten Johannes Theodor Baargeld bis zum Pazifisten Erich Kästner.

Nonkonformisten gegen das System

Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf „den linken Leuten von rechts“ und auf Autoren, die zum Katholizismus konvertiert sind. Die große Gemeinsamkeit aller Autoren findet sich jedoch in ihrem Nonkonformismus und Widerstand gegen das jeweils herrschende System.

Die Beiträge sind in den Jahren 1993 bis 2018 entstanden und wurden größtenteils in der Junge Freiheit veröffentlicht. Weiter Publikationsorte waren die sedisvakantistische römisch‐katholische Zeitschrift Einsicht, die Wochenzeitung Zur Zeit und die mittlerweile eingestellten Zeitschriften Criticón und Gegengift. Es handelt sich somit um einen Sammelband bereits zuvor publizierter, wenn auch überarbeiteter Artikel.

Kurze Porträts

Die Porträtbeiträge sind mit durchschnittlich vier Seiten sehr kurz gehalten und bieten in ihrer essayistischen Form nur einen ersten Einblick in Leben und Werk der Schriftsteller. Werner Olles hat bewusst auf einen lexikalischen Charakter verzichtet und erhebt auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Es geht ihm in erster Linie „um die Verteidigung von Idealen, Überzeugungen, Ideen, Werten und Träumen.“

Das Buch ist im Mai 2019 im Bublies‐Verlag erschienen und kann hier für 19,80 Euro bestellt werden: „Grenzgänger des Geistes. Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts” (Werner Olles)

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Kultur

Zur Tyrannei der Werte”: Eberhard Straub spricht in Marburg

Stefan Juritz

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ASDF Eberhard Straub bei einem Vortrag. © Simon Kaupert

Eberhard Straub und der Jungeuropa Verlag setzen am Wochenende ihre Lesereise in Marburg fort.

Marburg (Lahn). – Am kommenden Samstagabend veranstaltet der Jungeuropa Verlag einen Vortragsabend mit Eberhard Straub. Der Historiker und langjährige FAZ‐Redakteur wird in der Villa der Marburger Burschenschaft Germania über sein neu aufgelegten Buch „Zur Tyrannei der Werte” sprechen.

Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”

Eberhard Straub wird in Marburg zu einem Thema referieren, das angesichts der Ausfälle von Peter Tauber, Katrin Göring‐Eckardt und der generellen Instrumentalisierung des Mordes an Walter Lübcke aktueller kaum sein könnte: die ‚Tyrannei der Werte’ und die Herrschaft der Moralisten. Das Wörtchen ‚Wert’ hat dabei nicht nur Konjunktur, es ist die inflationär genutzte Waffe der Etablierten zur Erhaltung der eigenen Macht. Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”, heißt es im Veranstaltungshinweis des Jungeuropa Verlags.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr in der Lutherstraße 3, 35037 Marburg (Lahn). Anmelden kann man sich mit vollständigem Namen unter [email protected] Der Eintritt ist frei.

Dritte Station der Lesereise

Der Vortrag in Marburg ist die nun dritte Station der Lesereise. Davor sprach Straub bereits in Berlin und Dresden. Doch noch ist die Veranstaltungsreihe nicht vorbei. Wie die Tagesstimme erfuhr, können sich Veranstalter – auch aus Österreich -, die einen Vortrag mit Eberhard Straub organisieren wollen, beim Jungeuropa Verlag melden.

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Kultur

Neue „Herr der Ringe”-Serie soll „Game Of Thrones” übertreffen

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild "Der Herr der Ringe" (CC0)

Die erste Staffel der „Herr der Ringe”-Vorgeschichte wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Amazon Prime will eine eigene Serie produzieren, die es mit dem Fantasy‐Epos „Game Of Thrones” aufnehmen oder diesen gar übertreffen kann. Insgesamt 250 Million Dollar hat der US‐Konzern deshalb für die Rechte an der neuen „Herr der Ringe”-Serie auf den Tisch gelegt. Der größte Konkurrent Netflix hatte das Nachsehen.

Aufstieg und Fall Saurons

Geplant sind laut Medienberichten fünf Staffeln aus der Fantasywelt von J.R.R. Tolkien. Die Dreharbeiten müssen laut Focus-Bericht spätestens Ende November 2019 beginnen, ansonsten verliere Amazon die Rechte an der Serie wieder. Die erste Staffel wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Die Handlung der Serie spielt im Zweiten Zeitalter – also noch vor der „Herr der Ringe”-Trilogie und dem „Hobbit”. Genaue Details zum Inhalt sind aber noch kaum bekannt. Jedoch behandelt das Zweite Zeitalter in Tolkiens Werk den Aufstieg und Fall des Dunklen Herrschers Sauron.

Prime heizt Spekulationen an

Auf dem Twitter‐Profil „The Lord of the Rings on Prime” veröffentlichen die Macher nach und nach neue Details und heizen damit die Spekulationen weiter an. So ist etwa auf der letzten veröffentlichten Landkarte die Insel Númenor, die zwischen Mittelerde und den Unsterblichen Landen lag, neu aufgetaucht – ein Zeichen dafür, dass das Inselreich in der Serie vorkommen wird.

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