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Gesellschaft

Helmut Lethen: ‚Wir haben es abgelehnt, eine ethnische Identität zu haben’

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Bild: Helmut Lethen / Amrei-Marie [CC BY-SA 4.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In einem Interview mit der linksliberalen Wochenzeitung Der Freitag spricht Helmut Lethen nicht nur über seine derzeitige Lage und die Entlassung seiner Frau, sondern auch über die Entwicklung der Presse und die Diskussionsbereitschaft seitens der Vertreter der Linken und Rechten.

In einem Interview mit der Wochenzeitung Der Freitag sprach der deutsche Germanist und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen darüber, wie Linke und Rechte ihm das Leben schwer machen. Lethen ist mit der bekannten neurechten Publizistin und Philosophin Caroline Sommerfeld liiert. Im Interview ging er deshalb auch auf die Entlassung seiner Frau und die Kündigung der Betreuungsverhältnisse seiner Kinder ein.

Linke meiden Kontakt zu Lethen

Seitdem er sich gemeinsam mit Sommerfeld für ein Porträt der New York Times ablichten ließ, würden vielen den Kontakt mit ihm meiden. An den Berliner Universitäten sei es besonders schlimm. „Ich bin ein wenig ratlos im Moment”, so Lethen. Von linker Seite würden die Kontakte abbröckeln, die Rechten „zerren hingegen an mir”. So habe ihn die Berliner AfD zu einer von ihr veranstalteten 68er‐Tagung eingeladen. Die Einladung nahm Lethen allerdings nicht an.

Begeisterter Ernst‐Jünger‐Leser

Der Germanist und Kulturwissenschaftler erklärte, dass er sich zunehmend im Niemandsland, wo er sich gar nicht so unwohl fühle, befände. Er sei schon immer ein begeisterter Ernst‐Jünger‐Leser gewesen: „Das originale Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg ist unglaublich. Es findet sich kein Hass darin, auch kein Patriotismus, auch keine Fremdenfeindlichkeit. Das Töten erscheint dort als eine Art Sport”. Das habe ihn fasziniert. In den verschiedenen Auflagen ab 1924 werde das dann „immer mehr nationalistisch aufgeladen”.

Sommerfeld entlassen, Kinder aus Schule geworfen

Im Interview sprach Lethen auch darüber, wie es zur Entlassung seiner Frau als Köchin in einer Wiener Waldorfschule gekommen war. Laut Lethen sei dem Vorstand der Schule mitgeteilt worden, dass seine Frau auf rechten Foren publiziere. Das nahm man zum Anlass, sie in dieser Funktion zu entlassen. Später erfuhr er, dass man in der Schule auch darüber nachdachte, seine Kinder rauszuwerfen.

Nach einer Generalversammlung, bei der Lethen eine Rede hielt, kam es sogar dazu, dass sich eine Mutter an die Lehrerin des jüngsten Sohnes Klaus wandte und darum bat, dass ihre Tochter im Unterricht auf keinen Fall neben Klaus sitzen solle. „Ich frage mich, wie solche Vorstellungen, wie sie bei den Nazis verbreitet waren, heute in die Köpfe von linken Eltern kommen”. Den Kindern wurde das Betreuungsverhältnis letztlich gekündigt (Die Tagesstimme berichtete).

Lethen kritisiert Berichterstattung zum IB‐Prozess

Lethen betonte im Gespräch mit dem Freitag auch, dass viele Vertreter des akademischen Milieus für den offenen Dialog seien, „im konkreten Fall darf aber nie jemand von der anderen Seite dabei sein.” In diesem Zusammenhang mache er sich auch Sorgen um die Entwicklung der Presse. „Als die Identitären in Österreich als kriminelle Vereinigung angeklagt wurden, ging das überall durch die Presse. Dass sie schließlich von diesem Vorwurf freigesprochen wurden, kam in den Medien kaum vor. Das finde ich ungeheuerlich”.

Frage nach Identität – lohnenswertes Streitthema

Dabei wäre die Frage nach Identität laut Lethen so ein Thema, über das es sich mit ihm zu streiten lohne. Eine Debatte zwischen Politikern, Philosophen und Sozialwissenschaftlern ließe sich darüber sehr gut führen”, so Lethen. „Die Situation ist im Augenblick ja so, dass wir Deutschen allen Einwanderern, ob es sich um Syrer, Afghanen oder Iraner handelt, eine Identität zusprechen, uns selbst aber zumuten, keine Identität zu haben. Wir haben es abgelehnt, eine ethnische Identität zu haben (…).”

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Elisabeth BLIEM-Weber

    11. Januar 2019 at 14:18

    das ist alles nicht mehr zu ertragen wie Menschen(Europäer) hier behandelt werden . Wir brauchen wieder normale Regierungen?Weg mit der EU ‚wir wollen wieder in Frieden leben.

  2. Avatar

    Peter Hofmueller

    11. Januar 2019 at 14:28

    Wir schaff(t)en das! „System Merkel” wirkt(e)!

  3. Avatar

    DieParty

    11. Januar 2019 at 18:41

    „Ich frage mich, wie solche Vorstellungen, wie sie bei den Nazis verbreitet waren, heute in die Köpfe von linken Eltern kommen”.

    Soll das ein Witz sein? Weil Linke wie er sie diesen Eltern eingehämmert haben. Insofern trifft es in seinem Fall mal den Richtigen. Die Revolution frisst ihre Kinder.

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Deutschland

Berlin: Polizei will gegen „rechte Meinungen” in eigenen Reihen vorgehen

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Polizei Berlin / von Sebastian Rittau [CC0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Polizeipräsidentin Berlins, Barbara Slowik, will in Zukunft stärker gegen rechte Meinungen innerhalb der Polizei vorgehen. Dies erklärte sie gegenüber der „Deutschen Presse‐Agentur“.

Berlin. – Unter anderem solle eine Datenbank etabliert werden, welche „rechtsmotivierte Taten“ intern dokumentiert. Slowik erklärte gegenüber der dpa, es gebe Einzelfälle, in welchen von Polizisten rechtsmotivierte Straftaten verübt würden. Gegen diese werde bereits vorgegangen.

Slowik will „problematische politischen Meinungen“ vorbeugen

Generell gebe es also „keine Veranlassung, von Strukturen in diesem Bereich auszugehen“. Wie die „B.Z. – Berlin“ berichtet, würde die Arbeit der Beamten in Problembezirken unter Umständen jedoch zu „problematischen politischen Meinungen“ führen.

Die Situationen, welche die Polizisten erleben, seien gewissermaßen ein „Zerrbild der Realität“: „Das prägt, wenn man da über Jahre ist. Das kann ja nicht ausbleiben. Und das ergibt dann ein gewisses Zerrbild der Realität, weil man das alltäglich erlebt.“

Fortbildungen gegen rechte Meinungen

Zur Prävention „rechter Meinungen“ sollen beispielsweise Fortbildungen abgehalten werden. Diese sollen die „interkulturelle Kompetenz und Stressbewältigung“ fördern, wie die „Junge Freiheit“ berichtet. Auch Psychologen sollen helfen und Gespräche mit den Beamten führen.

Eine „bestimmte Prägung“ der Polizisten solle in Zukunft auch dadurch verhindert werden, dass die Polizisten öfter den Einsatzort wechseln. „Rechtsmotivierte Taten“ sollen zudem in einer Datenbank zentral gesammelt werden, um sich so einen besseren Überblick über die Zustände verschaffen zu können.

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Gesellschaft

Aktion in Klagenfurt: Identitäre verärgert über Verurteilung ihres Aktivisten

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Landesgericht für Strafsachen Graz / Bild: Die Tagesstimme

Am Freitag wurde ein steirischer Aktivist der patriotischen Identitären Bewegung (IBÖ) – vorerst nicht rechtskräftig – wegen schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Graz/Klagenfurt. – Beim Gegenstand der Verhandlung handelt es sich um die letzte offene Frage aus dem Mammutprozess gegen siebzehn Aktivisten und Sympathisanten der patriotischen Protestgruppe. Im Jänner erlangten alle siebzehn Angeklagten rechtskräftige Freisprüche in den Hauptanklagepunkten der Verhetzung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Lediglich die Frage einer vermeintlichen Körperverletzung durch einen Aktivisten an Oliver Vitouch, Rektor der Klagenfurter Uni, wurde zur Neubeurteilung an den vorherigen Stand verwiesen.

Aus Nötigung wird ’schwere Körperverletzung’

Die Frage stellte sich dabei, ob der Aktivist diesen als Beamten erkennen konnte – in welchem Fall dies automatisch eine schwere Körperverletzung darstellen würde. Das Gericht bejahte diese Annahme am Freitag – und erhöhte das Strafmaß des jungen Mannes von 180 Tagessätzen auf ein halbes Jahr Haft zur Bewährung. Angesichts dessen kritisieren die Identitären nun in einer Aussendung den umstrittenen Richterspruch.

Sie erwähnen dabei, dass sich der ursprüngliche Vorwurf lediglich auf einen Nötigung belief – und nun als schwere Körperverletzung gehandelt wird. Denn dieses verschärfte Delikt benötigt zwingend einen gezielten Vorsatz. Der Aktivist versicherte stets, sich aus dem Griff des Rektor lediglich losgerissen zu haben – und diesen dabei „höchstens […] leicht berührt” zu haben. Dieser werde deshalb auch „in Berufung gehen”.

Identitäre: Rektor für Ortsfremden nicht „am Anzug” erkennbar

Besonders kurios: Ursprüngliche Medienberichte des ORF nach der Aktion an der Klagenfurter Alpe‐Adria‐Universität schrieben nämlich davon, dass Vitouch gar „nicht verletzt” worden sei. Dieser habe im Gegenteil damals selbst von einem „leicht verschmerzbarer Schlag in die Magengrube” gesprochen. Auch diesen Umstand kritisiert die Pressemeldung der Identitären.

Insbesondere nämlich gäbe es mangels eines ärztlichen Attests „keine Beweise”, wonach Vitouch wie behauptet noch über längere Zeit Schermzen gespürt hätte. Auch den Vorwurf, wonach der verurteilte Aktivist den Rektor wie in der Verhandlung unterstellt „am Anzug” hätte identifizieren können, weisen sie zurück: „Wie aber soll jemand, der nicht aus Klagenfurt stammt und nicht an der dortigen Universität studiert, dies erkennen?”

IB‐Chef Sellner: Rektor gab sich als „aggresiver Typ”

Der Leiter der österreichischen Identitären, Martin Sellner, äußerte sich bereits am Samstag in einem Video zum Urteil. Er erinnerte dabei an den friedlichen Charakter der damaligen Protestaktion. Nachdem diese den Saal verließen, sei ein „vollkommen wütender, aufgelöster, aggressiver Typ” des Weges gekommen, um sich den Aktivisten entgegen zu stellen. Nach Aussage eines anderen Identitären hätte er diesen zu Boden gerissen.

Anschließend habe sich Vitouch dann an den nunmehrigen Verurteilten „geklammert”. Nachdem dieser sich losriss, sei es zum angeblichen Schlag in die Magengrube gekommen. Eine feststellbare Körperverletzung hätte sich allerdings nicht ereignet. Er hofft dennoch auf den „Rechtsstaat und die unabhängige Justiz”, dass die letzte Instanz das Urteil noch kippe.

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Gesellschaft

Einwanderung: Deutschland wächst um weitere 400.000 Migranten

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (CC0)

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland einen Einwanderungsüberschuss zu verzeichnen. Insgesamt lag dieser netto bei circa 400.000 Migranten.

Wiesbaden. – Das statistische Bundesamt Wiesbaden stellte am Dienstag die Einwanderungszahlen für das Jahr 2018 vor. Die Zuwanderer kamen vor allem aus den anderen EU‐Staaten. Wie unter anderem die „Welt“ berichtete, gab es insgesamt 1,58 Millionen Zuzüge. Verrechnet mit den etwa 1,18 Millionen Auswanderern ergibt dies ein Netto‐Plus von 400.000 Migranten. 

Die meisten Einwanderer sind EU‐Bürger

Zumeist kamen diese aus dem EU‐Ausland. Die Migranten aus anderen EU‐Mitgliedsstaaten machten insgesamt einen Zuwachs von 202.000 aus. Den größten Teil der EU‐Einwanderer bildeten Zuwanderer aus Kroatien, Bulgarien und Rumänien. Aus Rumänien kamen 68.000, aus Kroatien 29.000 und aus Bulgarien 27.000. Auf Einwanderer aus der EU folgten Asiaten, sonstige Europäer sowie Afrikaner.

34.000 Afrikaner zugewandert

Es wanderten 118.000 Asiaten ein, 85.000 Migranten aus europäischen Nicht‐EU‐Ländern und insgesamt 34.000 Afrikaner. Unter den asiatischen Einwanderern befanden sich neben 34.000 Syrern und 14.000 Iranern auch insgesamt 17.000 Inder.

Außerdem hat Deutschland wie bereits im Jahr 2017 einen Abwanderungsverlust zu verzeichnen, wie die „Junge Freiheit“ berichtete. Nur circa 202.000 deutsche Staatsbürger kamen aus dem Ausland in die Republik zurück – etwa 262.000 verließen diese jedoch. 

Insgesamt fiel die Netto‐Einwanderung etwas niedriger aus als im vorangegangenen Jahr – 2017 lag diese noch bei circa 416.000.

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