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Gesellschaft

Helmut Lethen: ‚Wir haben es abgelehnt, eine ethnische Identität zu haben’

Monika Šimić

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am

In einem Interview mit der linksliberalen Wochenzeitung Der Freitag spricht Helmut Lethen nicht nur über seine derzeitige Lage und die Entlassung seiner Frau, sondern auch über die Entwicklung der Presse und die Diskussionsbereitschaft seitens der Vertreter der Linken und Rechten.

In einem Interview mit der Wochenzeitung Der Freitag sprach der deutsche Germanist und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen darüber, wie Linke und Rechte ihm das Leben schwer machen. Lethen ist mit der bekannten neurechten Publizistin und Philosophin Caroline Sommerfeld liiert. Im Interview ging er deshalb auch auf die Entlassung seiner Frau und die Kündigung der Betreuungsverhältnisse seiner Kinder ein.

Linke meiden Kontakt zu Lethen

Seitdem er sich gemeinsam mit Sommerfeld für ein Porträt der New York Times ablichten ließ, würden vielen den Kontakt mit ihm meiden. An den Berliner Universitäten sei es besonders schlimm. „Ich bin ein wenig ratlos im Moment”, so Lethen. Von linker Seite würden die Kontakte abbröckeln, die Rechten „zerren hingegen an mir”. So habe ihn die Berliner AfD zu einer von ihr veranstalteten 68er-Tagung eingeladen. Die Einladung nahm Lethen allerdings nicht an.

Begeisterter Ernst-Jünger-Leser

Der Germanist und Kulturwissenschaftler erklärte, dass er sich zunehmend im Niemandsland, wo er sich gar nicht so unwohl fühle, befände. Er sei schon immer ein begeisterter Ernst-Jünger-Leser gewesen: „Das originale Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg ist unglaublich. Es findet sich kein Hass darin, auch kein Patriotismus, auch keine Fremdenfeindlichkeit. Das Töten erscheint dort als eine Art Sport”. Das habe ihn fasziniert. In den verschiedenen Auflagen ab 1924 werde das dann „immer mehr nationalistisch aufgeladen”.

Sommerfeld entlassen, Kinder aus Schule geworfen

Im Interview sprach Lethen auch darüber, wie es zur Entlassung seiner Frau als Köchin in einer Wiener Waldorfschule gekommen war. Laut Lethen sei dem Vorstand der Schule mitgeteilt worden, dass seine Frau auf rechten Foren publiziere. Das nahm man zum Anlass, sie in dieser Funktion zu entlassen. Später erfuhr er, dass man in der Schule auch darüber nachdachte, seine Kinder rauszuwerfen.

Nach einer Generalversammlung, bei der Lethen eine Rede hielt, kam es sogar dazu, dass sich eine Mutter an die Lehrerin des jüngsten Sohnes Klaus wandte und darum bat, dass ihre Tochter im Unterricht auf keinen Fall neben Klaus sitzen solle. „Ich frage mich, wie solche Vorstellungen, wie sie bei den Nazis verbreitet waren, heute in die Köpfe von linken Eltern kommen”. Den Kindern wurde das Betreuungsverhältnis letztlich gekündigt (Die Tagesstimme berichtete).

Lethen kritisiert Berichterstattung zum IB-Prozess

Lethen betonte im Gespräch mit dem Freitag auch, dass viele Vertreter des akademischen Milieus für den offenen Dialog seien, „im konkreten Fall darf aber nie jemand von der anderen Seite dabei sein.” In diesem Zusammenhang mache er sich auch Sorgen um die Entwicklung der Presse. „Als die Identitären in Österreich als kriminelle Vereinigung angeklagt wurden, ging das überall durch die Presse. Dass sie schließlich von diesem Vorwurf freigesprochen wurden, kam in den Medien kaum vor. Das finde ich ungeheuerlich”.

Frage nach Identität – lohnenswertes Streitthema

Dabei wäre die Frage nach Identität laut Lethen so ein Thema, über das es sich mit ihm zu streiten lohne. Eine Debatte zwischen Politikern, Philosophen und Sozialwissenschaftlern ließe sich darüber sehr gut führen”, so Lethen. „Die Situation ist im Augenblick ja so, dass wir Deutschen allen Einwanderern, ob es sich um Syrer, Afghanen oder Iraner handelt, eine Identität zusprechen, uns selbst aber zumuten, keine Identität zu haben. Wir haben es abgelehnt, eine ethnische Identität zu haben (…).”

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Elisabeth BLIEM-Weber

    11. Januar 2019 at 14:18

    das ist alles nicht mehr zu ertragen wie Menschen(Europäer) hier behandelt werden . Wir brauchen wieder normale Regierungen?Weg mit der EU ‚wir wollen wieder in Frieden leben.

  2. Avatar

    Peter Hofmueller

    11. Januar 2019 at 14:28

    Wir schaff(t)en das! „System Merkel” wirkt(e)!

  3. Avatar

    DieParty

    11. Januar 2019 at 18:41

    „Ich frage mich, wie solche Vorstellungen, wie sie bei den Nazis verbreitet waren, heute in die Köpfe von linken Eltern kommen”.

    Soll das ein Witz sein? Weil Linke wie er sie diesen Eltern eingehämmert haben. Insofern trifft es in seinem Fall mal den Richtigen. Die Revolution frisst ihre Kinder.

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Gesellschaft

Wetzlar: Hunderte Muslime beten auf Ikea-Parkplatz

Christin Schneider

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Zum Ende des Ramadans beteten Hunderte Muslime auf einem Ikea-Parkplatz in Wetzlar. Fotos und Videos des Ereignisses zogen große mediale Aufmerksamkeit nach sich.

Wetzlar. – Am vergangenen Sonntag versammelten sich rund 700 Muslime auf dem Parkplatz des schwedischen Möbelhauses in der mittelhessischen Stadt, um das Ende des Fastenmonats Ramadan zu feiern. Aufgrund der Corona-Beschränkungen war das gemeinsame Beten nicht in einer Moschee möglich, somit fragte man bei der örtlichen Ikea-Filiale an. Veranstalter waren die beiden Moscheevereine DITIB Wetzlar und die Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) Wetzlar. Laut Verfassungsschutz gehört die umstrittene IGMG zu Teilbereichen der islamistischen „Milli Görüs”-Bewegung an, löse sich aber zunehmend aus der Einflussnahme der Bewegung in der Türkei. „Extremismusbezüge der IGMG sind in den letzten Jahren deutschlandweit – allerdings in regional unterschiedlicher Intensität – schwächer geworden”, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2018.

Genehmigung war vorhanden

Eine Ikea-Sprecherin sagte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass man sich als „guter Nachbar“ verstehe und da ein Hygienekonzept vorgelegen habe, habe der Möbelhausleiter auch grünes Licht für die Anfrage der Moscheevereine gegeben. Nach Angaben der Stadt sei ein Hygienekonzept eingereicht worden, habe aber nicht extra genehmigt werden müssen. Die Auflagen seien nach Einschätzung des Ordnungsamtes eingehalten worden, heißt es in dem Artikel weiter.

Aktion stößt auf großes mediales Interesse

Medial zog das Ereignis umgehend große Kreise. Eine Luftaufnahme der Aktion, die mehrere hundert Muslime mit ihren Gebetsteppichen auf dem besagten Ikea-Parkplatz zeigt, verbreitete sich auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen und erregte große Aufmerksamkeit. Auch international war das Interesse groß, mehrere bekannte Medien berichteten. Darunter auch die BBC, die einen Online-Artikel über die Aktion schrieb, in dem sie auch Kommentare von Twitter-Nutzern zitierte, die sich u.a. über „die Liebe und Freundlichkeit“ freuten, die man „gerade in der Welt bräuchte“.

Kritik: Islamistische Machtdemonstration

Schaut man sich auf Twitter genauer um, so findet man neben den zur Weltoffenheit und Toleranz applaudierenden Kommentaren aber auch viele kritische Stimmen, die jedoch sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Presse keinerlei Erwähnung finden.
So twitterte etwa Saïda Keller-Messahli, Menschenrechtsaktivistin und Präsidentin des Schweizer Forums für einen fortschrittlichen Islam: „Islamistische Machtdemonstration der türkischen Verbände DITIB und Milli Görüs, die Manifestation eines politischen Islams, der den öffentlichen Raum einnehmen will. Nicht einmal in muslimischen Ländern ist so etwas üblich!“

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Deutschland

Bundeswehr: Högl will ‚Kampf gegen rechts’ verstärken

Joshua Hahn

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Gerade erst vereidigt, will die neue Wehrbeauftragte Eva Högl bereits vermeintliche Probleme anpacken. So sprach sie sich dafür aus, den Kampf gegen angeblich vorherrschenden Rechtsextremismus innerhalb der Truppe intensivieren zu wollen.  

Berlin. – Högl zufolge könne nicht mehr die Rede von „Einzelfällen“ sein, nachdem bei einem Soldaten des KSK Waffen in dessen Privatwohnung gefunden wurden.

Ganz gründlich über Rechtsextremismus diskutieren“

Die Wehrbeauftragte gab laut Zeit an, man müsse nun „wirklich ganz gründlich, ganz grundsätzlich und ganz generell über das Thema Rechtsextremismus in der Bundeswehr diskutieren. Früher habe man Verdachtsfälle innerhalb der Bundeswehr vernachlässigt – „Ich glaube, dass da noch Luft nach oben ist“.

Högl: Soldaten unterstützen, die sich „dagegenstellen”

Trotzdem dürfe man die Soldaten nicht unter Generalverdacht stellen. Vielmehr müsse man nun den Soldaten den Rücken stärken, welche sich „dagegenstellen“. Erst am Donnerstag legte Eva Högl vor dem Parlament ihren Amtseid ab. Sie folgte damit ihrem Parteikollegen Hans-Peter Bartels nach, der den Posten fünf Jahre lang bekleidete.

Ihre Wahl sorgte für Aufsehen, weil der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs nach der Abstimmung sein Mandat niederlegte. Offiziell weil er selbst das Amt besetzen wollte – kritische Beobachter munkeln aber, dass auch Gerüchte über Ungereimtheiten bei seinem Staatsexamen ihren Anteil am Rückzug hatten.


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Eva Högl (SPD) ist neue Wehrbeauftragte (8.5.2020)

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Kilic’ neuer Streich: Staatsexamen-Täuschungsvorwurf gegen SPD-Kahrs (21.04.2020)


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Gesellschaft

Ostholstein: Brandanschlag auf PKW von AfD-Mitarbeiterin

Julian Schernthaner

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Die Liste mutmaßlich linksextremer Angriffe auf Personal der AfD und deren Eigentum ist eine Episode reicher: Diesmal schlugen bislang unbekannte Täter in Schleswig-Holstein zu. 

Niendorf/Ostsee. – Die Angreifer gingen dabei einmal mehr im Schutz der Nacht zu Werke. In der Nacht auf Donnerstag setzten sie gegen 2 Uhr morgens den Privat-PKW von Sabine Düllmann, AfD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Ostholstein, in Brand, indem sie eine Brandbombe unter den Motorblock legten. Diese ist zudem Wahlkreismitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten Uwe Witt.

Staatsschutz ermittelt wegen politischen Motivs

Dem Ostholsteiner Anzeiger zufolge ermittelt das Lübecker Staatsschutzkommissariat in der Causa, ein politischer Anschlag gilt als mögliches Motiv. Auch Witt glaubt daran, dass es darum gehe, „politisch Andersdenkende einzuschüchtern und mundtot zu machen”. Ein Account der „Antifa Lübeck” hätte Düllmann in sozialen Medien seit Monaten „bloßgestellt und angeprangert”.

Über den Angriff zeigte sich er sich über den Angriff schockiert. Er sei „zutiefst entsetzt über diese abscheuliche und feige Tat” und stelle sich selbstverständlich hinter seine Mitarbeiterin. Zudem könne man „nur von Glück sprechen, dass niemand körperlich zu Schaden gekommen ist”.  Er fordert vonseiten des Landeskriminalamts eine „lückenlose Aufklärung” der Umstände. Außerdem teilte er ein Video des brennenden PKWs.

Beispiellose Serie politischer Gewalt gegen AfD

Im gesamten Bundesgebiet sehen sich Akteure aus dem Umfeld der AfD als Ziel einer beispiellosen Serie an Gewalt. Erst in der Vorwoche warfen in Hamburg mutmaßliche Linksextremisten einen Stein durch das Fenster eines AfD-Politikers. Dieser verfehlte das Bett, in dem der Mann schlief nur um Haaresbreite – Die Tagesstimme berichtete.

Unter allen Parteien ist die AfD mit Abstand am häufigsten die Zielscheibe politischer Gewalt. Alleine im ersten Quartal gab es nicht weniger als 41 Angriffe auf AfD-Einrichtungen, 68 Angriffe auf Politiker und 151 zerstörte Wahlplakate. Die in dieser Statistik jeweils am zweitmeist betroffenen Parteien mussten jeweils etwa die Hälfte an Attacken hinnehmen.


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