Gesellschaft

Zu wenige Migranten: Deutscher Handball will mehr Vielfalt

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bestand bei den jüngsten Großereignissen ausschließlich aus Spielern ohne Migrationshintergrund. Bild (DHB-EM-Kader 2018): Frau N. Zimmer = Walter Mier via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild leicht zugeschnitten)

Im Vergleich mit anderen beliebten Mannschaftssportarten halten sich im Handball die Anteile von Spielern mit Migrationshintergrund in Grenzen. Der Deutsche Handballbund (DHB) will das nun ändern.

Berlin. – Wie die Junge Freiheit am Mittwoch berichtet, möchten die DHB‐Verantwortlichen künftig stärkeres Engagement für Sportler mit Migrationshintergrund zeigen. DHB‐Vorstandschef Mark Schober zufolge stehe das Thema bereits seit Jahren auf der Agenda. Immer wieder häufen sich dennoch Vorwürfe von Politikern, Wissenschaftlern oder Journalisten, wonach Handball „zu weiß” oder „zu deutsch” wäre.

Erfolgreiche deutsche Mannschaft ohne Migranten

Die Ankündigung kommt wenige Tage nach Beendigung der Heim‐WM in Deutschland und Dänemark, bei der die deutsche Equipe den vierten Platz belegte. Wie bereits beim Europameistertitel 2016, als auch bei der gescheiterten EM‐Titelverteidigung im Vorjahr bestand der gesamte deutsche 16‐Mann‐Kader aus Spielern ohne Migrationshintergrund.

Obwohl die Mannschaft also seit Jahren zu den erfolgreicheren Teams in Europa gehört, mehren sich die Rufe, dass fehlender Einwanderer die Existenz des deutschen Handballs bedrohen würden. So etwa die Folgerung der Sportsoziologen Klaus Cachay und Carmen Borggrefe in einer Studie aus dem Jahr 2012.

Lauter blonde Kinder” mit „deutschen Tugenden”

Aus gegebenem Anlass wiederholte Borggrefe ihre Kritik kürzlich gegenüber dem Nachrichtenportal Watson. Wenn Personen mit Wurzeln im Ausland die Kommunikationskanäle der heimische Vereine besähen, sähen sie „lauter blonde Kinder”. Weiters würden Jugendliche mit Migrationshintergrund den Sport mit „deutschen Tugenden” wie „Körperlichkeit, Härte, Respekt, Disziplin” gleichsetzen, so Borggrefe weiter.

DHB‐Präsident: Offen, ohne sich „verbiegen” zu wollen

Was nun tatsächlich die offizielle Linie des DHB in dieser Frage darstellt, ist ungewiss. Denn am Dienstag äußerte sich DHB‐Präsident Andreas Michelmann nämlich weitaus milder zur Sache. Zwar plane man eine strategische Diversifikation des Sportes. Gleichzeit sei es der „falsche Weg” zu verbergen, das Handball eine europäische Sportart sei.

Gerade aus sporthistorischer Sicht sei Handball in Deutschland „die Antwort auf Fußball” gewesen. Wer sich in die deutsche Kultur integrieren wollen, für den stelle Handball als einen guten Ansatzpunkt dar. „Natürlich” sei man Migranten gegenüber offen – aber man wolle sich ebenso wenig „verbiegen.”

1 Kommentar

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  • Würden sich in den Vereinen der höheren Ligen entsprechende Talente anbieten, führte auch kein Weg an ihnne vorbei. Mir ist diesbezüglich allerdings noch niemand aufgefallen. Übrigens spielt Handball in den überwiegenden Herkunftsländern der wenigen echten und sehr vielen Wirtschaftsasylanten auch so gut wie keine bedeutende Rolle. Im Fußball ist ja auch die schnelle Mark zu machen.

    Handball ist echt ein Sport, der ganze Typen verlangt. Dagegen sind Fußballer im Vergleich die reinsten Weicheier, was aber nicht negativ gemeint ist, sondern nur die Stärke des Handballs hervorheben soll.

    Äpfel mit Birnen oder doch ein ganz interessanter Vergleich? Bei der Polizei in Berlin, NRW und anderswo befinden sich zahlreiche junge Leute mit Migrationshintergrund in der Ausbildung. Wie viele von ihnen dann tatsächlich auf die Bevölkerung losgelassen werden wird sich zeigen. Es gibt ernst zu nehmende Spekulationen, dass einer aus dem Clan clean bleiben muss, damit man nun ein Ohr am Feind hat.

    Wieviele aus diesen Kreisen sind nun bei den Feuerwehren? Lohnt wohl nicht.

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