Gesellschaft

Brandanschlag auf AfD‐Politiker: Rechtsextremismusexperte tatverdächtig

Bild: Polizei Berlin / By Dirk1981 [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In Berlin setzten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag drei Männer das Privatauto eines AfD‐Politiker in Brand. Für Aufregung sorgen die Verbindungen eines verdächtigten Mannes zur institutionellen Rechtsextremismusforschung.

Berlin. – Die Gewaltserie auf Einrichtungen, Veranstaltungen und Politiker der patriotischen AfD und deren Eigentum reißt nicht ab. Im jüngsten Fall in der Bundeshauptstadt mischt sich ein brisantes Detail zur Faktenlage. Denn bei einem der Tatverdächtigen soll es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter der mit öffentlichen Geldern subventionierten Amadeu‐Antonio‐Stiftung handeln.

Rechtsextremismusexperte als Tatverdächtiger

Dies berichtet der Tagesspiegel am Donnerstagabend unter Berufung auf Polizeikreise. Eine Zivilstreife hatte am Mittwoch in Berlin‐Neukölln gegen 23:30 Uhr drei auffällige Personen, welche auf Fahrrädern einen Wohnblock umrundeten. Anschließend blieben sie demnach bei einem PKW im Innenhof stehen – und steckten das Fahrzeug in Brand.

Die Beamten übernahmen sofort die Verfolgung und konnten einen Mann stellen. Dabei handelt es sich um einen 39‐jährigen, der früher bei der Amadeu‐Antonio‐Stiftung (AAS) und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) als Experte tätig war. Das Fahrzeug gehört laut Tagesspiegel dem AfD‐Bezirksvorstand Tilo P., welcher wiederum selbst als in Verbindung mit einer politischen Brandstiftung im Vorjahr als verdächtig gilt.

Amadeu‐Antonio‐Stiftung distanziert sich

Die linksgerichtete Stiftung distanzierte sich auf Twitter vom Vorfall. Man verurteile die Tat „aufs Schärfste”, dies gelte auch für alle anderen Formen politischer Gewalt. Gleichzeitig verwies man darauf, dass der Mann keine Festanstellung bei der AAS besaß. Vielmehr agierte der Tatverdächtige offenbar in den Jahren 2014 und 2015 auf Honorarbasis im Auftrag der Einrichtung.

AfD Berlin fordert umgehenden Förderstopp

Nichtsdestotrotz zogen die Verbindungen des Tatverdächtigen zur Stiftung auch Reaktionen aus der Politik auf sich. Wie die Junge Freiheit am Freitag berichtet, sieht die Berliner AfD darin einen Beleg für den Einsatz „unlauterer Mittel” im „Kampf gegen Rechts”.

Weiters forderte die Partei die sofortige Einstellung der Fördergelder an die Stiftung. Pressesprecher Ronald Gläser zufolge sei hier der Übergang von der „sogenannten Demokratieförderung zum Straßenkampf […] fließend”. Als notwendige Konsequenz nannte er, dass man „all diesen Verein die Mittel und auch die moralische Unterstützung” entziehen müsse.

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