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Gesellschaft

ARD-Generalsekretärin versteht Aufregung um “Framing-Manual” nicht

Julian Schernthaner

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am

Symbolbild (ARD-Hauptstadtstudio): ANKAWÜ via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Rund um eine Handreichung zum internen Gebrauch bei der öffentlich-rechtlichen ARD, welche seinen Mitarbeitern empfiehlt, Denkmuster mittels eines bestimmten Sprachgebrauchs zu beeinflussen, entzündete sich in den vergangenen Tagen eine hitzige Debatte.

Berlin. – Das Papier der Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling sollte eigentlich als interne Arbeitsgrundlage fungieren. Der ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab zufolge sollte es “interne Diskussionen mit den Mitarbeitenden über Sprache und deren Verwendung” entfachen. Am Montag legte diese nach und konstatiert, dass sie kein Verständnis um die mediale Aufregung habe.

Kommunikation über moralische Argumente

Seit Bekanntwerden bleibt kein Stein auf dem anderen. Die eigene Rundfunkanstalt als Hort der “Freiheit”, die Konkurrenz als “medienkapitalistische Heuschrecken” und “demokratieferne Medien”. Die Rundfunkgebühren positiv darstellen, Wörtern wie “Staatsfunk”, “Lügenpresse” oder “Zwangsgebühr” den Kampf ansagen – alles Stilmittel im brisanten Dokument, welches den “gemeinsamen, freien Rundfunk ARD” wieder attraktiv machen soll.

Auf insgesamt 89 Seiten thematisiert die Handreichung, mit welchen neurolinguistischen Tricks dem Bürger der Mehrwert des gebührenfinanzierten Rundfunks schmackhaft gemacht werden soll. Es schlägt seinen Mitarbeitern außerdem vor, dass die Kommunikation eigener Narrative “immer in Form von moralischen Argumenten stattfinden sollen”.

Generalsekretärin moniert “Fehlinterpretation”

Was die Seite netzpolitik.org unlängst veröffentlichte, ist also Wasser auf den Mühlen der Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in seiner gegenwärtigen Form und Ausrichtung. Genau aufgrund dieses Interpretationsspielraums erklärte Pfab nun ihre Ansichten in einem Interview mit der Welt.

Sie wirft den Kritikern eine falsche Interpretation des Papiers vor. Es handle sich keinesfalls um eine Handlungsanweisung, sondern lediglich um einen sprachwissenschaftlichen Blickwinkel. Framing allein ersetze keine inhaltliche Argumention, man wolle selbstverständlich mit seinem Programm überzeugen.

Pfab: Framing gehört in jede Journalistenausbildung

Besonders verwehrt sich Pfab gegen eine Gleichsetzung der Begriffe “Moral” und “Moralisieren”. Man wolle lediglich den eigenen Antrieb, seine Positionen und Werteorientierung durch die Sprache offenlegen. Das eigene Haus sieht die Generalsekretärin der wichtigsten deutschen Sendeanstalt im Sinne einer “Gemeinwohlorientierung”.

Das Papier jedenfalls sei “völlig ungeeignet zur kommentarlosen Weiterverbreitung”. Eine Auseinandersetzung mit der Wirkung von Sprache sei allerdings “wichtig und richtig”. Das Thema Framing gehöre in “jede Journalistenausbildung”, es gehe um “Grundfragen des Journalismus”. Somit handle es sich bei der Einstufung als manipulative Kommunikationsstragie um eine Fehlinterpretation.

Rundfunkkritiker mit “Gesamtöffentlichkeit” zurückholen

Eine Glaubwürdigkeitskrise der Medienbranche sieht Pfab unterdessen nicht, obwohl laut Umfragen jeder fünfte Deutsche dieser nicht mehr vertraue. Der Auftrag an Wehling sei aus keinem konkreten Anlass geschehen. Die Zweifler wolle man nicht zuletzt durch Schaffung einer “Gesamtöffentlichkeit” zurückgewinnen.

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Gesellschaft

Berlin: Linksextreme greifen Polizisten an

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild (Besetztes Haus in der Rigaer Straße): Pixabay [CC0]

In der Nacht zum Samstag ist es übereinstimmenden Medienberichten zufolge zu Angriffen durch Linksextreme auf die Polizei gekommen. Die Szenen spielten sich in der Rigaer Straße ab.

Berlin. – Die Rigaer Straße ist bekannt für zahlreiche von Linken besetzte Gebäude. Bereits des Öfteren kam es dort zu Angriffen auf die Polizei.

Brennende Mülltonnen und fliegende Steine – Keine Festnahmen

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, erklärte eine Polizeisprecherin, dass in der Nacht auf Samstag Beamte mit Farbbeuteln und Steinen beworfen wurden. Die Polizei traf gegen 21.00 Uhr am Ort des Geschehens ein, nachdem eine unangekündigte Kundgebung mit circa 70 Beteiligten abgehalten wurde.

Nach dem Eintreffen der Polizei wurden offenbar Mülltonnen auf die Straße geschoben und entzündet. Trotz des gezielten Angriffs auf Polizeibeamte gab es keine Festnahmen. Verletzte gab es laut einer Stellungnahme der Polizei nicht.

Ein Sprecher erklärte allerdings, dass das Ereignis folgen haben müsse, bevor Schlimmeres eintrete.

„Menschenverachtend“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete die Ausschreitungen gegenüber den Beamten als „menschenverachtend“, wie „rbb24“ berichtet. Bei den Übergriffen handele es sich um „nichts anderes als menschenverachtende Gewalt“, auf welche man schnellst möglich reagieren müsse, „und zwar, bevor ein Mensch dort sein Leben lässt“. Bei den Angriffen wurden gezielt Steine von umliegenden Balkonen geworfen. 

Auf Twitter schrieb die GdP, dass sie ein Umdenken der verantwortlichen Politiker erwarte: „Berlins verantwortliche Politiker müssen diesem Wahnsinn endlich ein Ende machen.“

Immer wieder kam es in der Vergangenheit in dem von Linksautonomen geprägten Bezirk zu Ausschreitungen.

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Gesellschaft

“Lange Nacht der Kirchen” in ganz Österreich

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das Programmheft zur "Langen Nacht der Kirchen" 2019 / Bild: Die Tagesstimme

In Wien stand die “Lange Nacht der Kirchen” etwa erneut im Zeichen der verfolgten Christen weltweit.

Wien/Graz. Am Freitag haben rund 360.000 Menschen an der 15. “Langen Nacht der Kirchen” teilgenommen. Das teilten die Organisatoren am Abend laut Kathpress mit. Zwischen Boden- und Neusiedlersee hielten rund 800 Kirchen, Klöster und Pfarrzentren teils bis in die späten Nachtstunden hinein offen. Dabei konnten die Besucher ihr Programm ganz individuell und frei gestalten und aus einem Programm-Mix aus Musik, Gebet, Film, Kirchenführungen und Ausstellungen sowie Lesungen und Diskussionen wählen.

Rund 3.000 Einzelveranstaltungen

Alle 16 im Ökumenischen Rat vertretenen christlichen Kirchen in Österreich beteiligten sich an der “Langen Nacht der Kirchen”. Ein gemeinsames Glockengeläut der teilnehmenden Gotteshäuser läutete die insgesamt rund 3.000 Einzelveranstaltungen der Kirchennacht ein. Allein in Wien begaben sich geschätzte 155.000 Besucher auf die Entdeckungsreise durch die 190 teilnehmenden Kirchen, wobei der Wiener Stephansdom am Freitagabend eine der großen Attraktionen war.

Die zahlreichen Konzerte und die in vielen Pfarren angebotenen Kirchturmbesteigungen und Führungen zu für Kirchenbesucher normalerweise nicht zugänglichen Orten wie Sakristeien und Krypten lockten besonders viele Besucher an.

In Graz öffneten über 100 Kirchen, Klöster und andere Einrichtungen ihre Tore. Im Priesterseminar der Diözese Graz-Seckau konnte man etwa bereits ab 18 Uhr das Entstehen eines Lichterlabyrinths beobachten. Später konnte man auch einen Blick in das Domchorstudio, den Probenraum der Grazer Dommusik, werfen, um einen Informationen über die aktuellen Vorhaben zu erhalten.

Lichterlabyrinth im Innenhof des Grazer Priesterseminars

Schweigemarsch für verfolgte Christen

In Wien stand die “Lange Nacht der Kirchen” auch 2019 wieder im Zeichen der verfolgten Christen weltweit. So führte etwa ein Schweigemarsch für die Opfer religiöser Gewalt und Verfolgung durch die Innenstadt.

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Gesellschaft

Ibiza-Video: Anwalt gesteht Mitwirkung

Monika Šimić

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ASDF Bild: Screenshot Facebook / HC Strache in seiner persönlichen Erklärung (Bild zugeschnitten)

An strafbaren Handlungen habe er sich aber nicht beteiligt, wie es in einer Stellungnahme seines Anwalts Richard Soyer heißt.

Wien. Laut Ö1 hat ein Wiener Anwalt seine Mitwirkung an dem “Ibiza-Video” mit Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus eingeräumt. “Es handelte sich um ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurden”, hieß es dazu in einer Stellungnahme.

“Verdeckter Kameraeinsatz” zulässig

“Aufgrund der Reaktionen der betroffenen Politiker entfaltete sich in der Folge eine Eigendynamik“, ist in der Stellungnahme, die dem Ö1 übermittelt wurde, zu lesen. Für den Wiener Anwalt seien aber nur “demokratiepolitische und rechtliche Überlegungen” relevant. Er habe sich nicht an strafbaren Handlungen beteiligt. Ein „verdeckter Kameraeinsatz“ sei „zur Aufdeckung von Missständen zulässig und durch die Meinungsfreiheit geschützt“. Aufgrund der anwaltlichen Verschwiegenheit wollte Richard Soyer, Anwalt des Wiener Anwalts, keine weiteren Auskünfte geben. Er erklärte, dass sein Mandant “jedenfalls kein strafbares Verhalten gesetzt” noch “an einem solchen mitgewirkt“ hat.

Kickl kritisiert Ermittlungsarbeit rund um Ibiza-Video

Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) kritisiert die Ermittlungsarbeit der Justiz zum “Ibiza-Video” scharf. “Ist euch eigentlich schon aufgefallen, wie verdächtig ruhig es in Österreich bei den Ermittlungsbehörden ist, wenn es darum geht, die Hintergründe dieses Videos aufzuklären“, fragte Kickl seine FPÖ-Anhänger beim Wahlkampffinish auf dem Wiener Viktor-Adler-Markt. “Warum schlafen alle, wenn es darum geht zu erforschen, wer das Video in Auftrag gegeben hat und wer es finanziert hat”, so Kickl. Das Video bezeichnete er als “Wahlbeeinflussung aus dem Ausland”. Kickl spekulierte über die Hintergründe des Videos. Es käme “von politischen Kräften, die es mit der Freiheitlichen Partei nicht gut meinen”.

Strache erstattet Anzeige gegen drei Personen

Indes erstattete Heinz-Christian Strache bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen drei Personen. In einer Video-Botschaft auf Facebook bezeichnete er diese nicht namentlich genannten Personen als “mögliche Mittäter” bei der Erstellung des Materials. Auf welche Straftaten sich die Anzeigen beziehen, erwähnte Strache aber nicht. “Alles Weitere zu klären obliegt nun den Ermittlungsbehörden”. Auch hält er “die mögliche Mitwirkung weiterer Personen” für wahrscheinlich. Der zurückgetretene FPÖ-Chef macht die “Veröffentlichung der Bruchstücke eines rechtswidrig und geheim erstellten Videomitschnitts” für den “maximal denkbaren Schaden” verantwortlich, wobei auch er “eine gewisse Mitschuld” trage, so Strache. Denn er war es, der in die Falle getappt und damit “Akteur einer inszenierten Gesprächssituation” wurde.

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