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Gesellschaft

Sprachexperten rufen zum „Widerstand” gegen „Gender-Unfug” auf

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Nick Youngson / Alpha Stock Images via Picpedia [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Die einflussreiche deutsche Sprachpflegeeinrichtung Verein Deutsche Sprache (VDS) hat eine Online-Petition gestartet, welche sich gegen den Wildwuchs an vermeintlich gendergerechter Sprache richtet.

Dortmund. – Auf seiner Homepage veröffentlichte der Verein Deutsche Sprache eine Petition mit dem Titel „Schluss mit dem Gender-Unfug”, welche bislang von über 100 Experten aus verschiedenen Gebieten und – innerhalb eines Tages mehr als 6.000 Nutzern unterzeichnet wurden. Mitinitiatoren sind neben VDS-Obmann Martin Krämer auch die bekannte Schriftstellerin Monika Maron, der renommierte Journalist Wolf Schneider und der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus.

‚Gendergerechte Sprache’: Vier Hauptkritikpunkte

Sie alle rufen nun zum „Widerstand” gegen die „sogenannte gendergerechte Sprache”, welche „zerstörerische Eingriffe in die deutsche Sprache” befördern würde. Diese beruhe insgesamt auf einem „Generalirrtum”, erzeuge „eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde”. Sie sei „konsequent gar nicht durchzuhalten” und leiste außerdem keinen Beitrag zu einer tatsächlichen Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Den „Generalirrtum” erläutert man mit der historisch oftmaligen Abweichung zwischen grammatikalischem und natürlichem Geschlecht. Die Experten wundern sich über das zunehmende Auftreten sperriger Partizipialkonstruktionen und halten konsequente Doppelnennungen für undurchführbar. Ihre Ausführungen dokumentieren sie mit ironischen Bemerkungen, welche ihre Stoßrichtung zu untermauern scheinen.

Unterschriften aus Wissenschaft und Kultur

Der Appell richtet sich demzufolge an „Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten”. Sie sollen „die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug” wieder durchsetzen. Beigefügt ist eine Liste der hundert Erstunterzeichner – allesamt Schwergewichte aus Wissenschaft und Literatur, sowie einschließlich einiger Künstler und Medienmacher.

Geteilte Rezeption in Medien

Die öffentliche Rezeption teilt sich nun jedenfalls in zweierlei Lager. So wünscht ein Autor des liberal-konservativen Meinungsmagazins Tichys Einblick bereits frohlockend ein Ende der „Vergewaltigung der Sprache und des Denkens durch die Gender-Ideologie” herbei. Gleichzeitig warnt man dort vor der „mächtigen Gender-Lobby”, welche auch über zahlreiche Lehrstühle verfüge.

Demgegenüber steht allerdings ein bitterböser taz-Kommentar, der einige der Erstunterzeichner als „bezahlte Witzfiguren”, „nervtötend besserwisserische Gestalten” oder „kleinbürgerliche Würstchen” bezeichnet. Das „Wutbürgertum” der Akteure mache gerade noch vor „Invektiven wie ‚Staatsfunk’ ” halt.

Sprachverein mit über 30.000 Mitgliedern

Beim Verein Deutsche Sprache handelt es sich neben der Gesellschaft für die deutsche Sprache (GfdS) um die wohl bekannteste Sprachpflegeeinrichtung Deutschlands. Nach eigenen Angaben zählt sie derzeit über 36.000 Mitglieder in etwa 100 Ländern. Gemeinsam mit der Eberhard-Schöck-Stiftung vergibt er den jährlichen Kulturpreis Deutsche Sprache, in seiner Hauptkategorie mit 30.000 Euro einer der höchstdotierte Sprachpreise Deutschlands.

Prominente und ganze Städte als Mitglieder

Als Gründer im Jahr 1997 agierte der Wirtschaftswissenschaftler Martin Krämer, welcher weiterhin als Obmann fungiert. Unter den Mitgliedern befinden und befanden sich weitere zahlreiche prominente Persönlichkeiten in seinen Reihen aus Wissenschaft und Kultur.

Eine mittlerweile nicht mehr abrufbare Datei auf der VDS-Homepage listet etwa den Germanisten und Journalisten Bastian Sick, den Sänger Reinhard Mey und die Grünen-Politikerin Antje Vollmer. Auch diverse Städte pflegen offizielle Mitgliedschaften, darunter Gotha, Landshut oder Paderborn.

Der „schlechte Ruf” der deutschen Sprachpflege

Das Metier und die politisch-gesellschaftliche Ausrichtung gestalten sich seit jeher divers. Dennoch schlägt sich die Einrichtung bereits seit seiner Gründung mit regelmäßigen Vorwürfen, ein „reaktionäres” oder gar „rechtsextremes” Gedankengut zu pflegen herum. Eine Behauptung, welche der VDS stets vehement entgegentrat. Seit Jahren gestaltet sich die Berichterstattung nun allerdings weitgehend neutral bis positiv.

Die dennoch wiederkehrende Debatte spiegelt das deutsche Verhältnis zur Pflege der eigenen Sprache wider. In Unkenntnis über die historischen Wurzeln entsprechender Vereine im 19. Jahrhundert und deren sogar strukturelle Benachteiligung im dritten Reich, galt Sprachpflege als Forschungs- und Tätigkeitsgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er-Jahre als historisch belastet und verpönt.


Mehr zum Thema „gendergerechte Sprache”:

Hannover und die Genderdebatte: Frauen, Feuer und gefährliche Ideologie (Kolumne, 24.01.2019)

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    7. März 2019 at 16:39

    Endlich kommt Bewegung in diesen Irrsinn und vernünftige Menschen erheben ihre Stimme – natürlich habe ich sofort bei der Unterschriftenaktion partizipiert.
    Was für ein unsinniger und wirrer Kommentar des Herrn Daniel Kretschmar – aber was will man erwarten von jemanden, der als Errungenschaft in seinem Curriculum angibt: 2. Platz im Sackhüpfen (bis 8 Jahre) des Ferienlagers Großräschen (1983). Liest sich wie bei den Grünen. Na ja, der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.
    Die „jämmerliche Parade kleinbürgerlicher Würstchen” fällt ungebremst auf ihn zurück…!

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    7. März 2019 at 19:26

    Es gehörte schon zu den kleineren Verbrechen der Nazis, die deutsche Sprache zu verhunzen. Mittlerweile wird sie schon vergewaltigt.

    Selbst aus den Mündern ehemals konservativ eingestellter CDUler kommt immer öfter die innen Endung. Durften Frauen sich bislang nicht auch als Bürger, Studenten, Demonstranten, Wähler, Gewinner, Verlierer und sonst noch alles mögliche fühlen, ohne diese dämliche Endung und unnötige Verweiblichung diverser Worte?

  3. Avatar

    Carolus

    7. März 2019 at 21:30

    Interessant, dass gleichzeitig eine weitere Initiativgruppe in dieselbe Kerbe schlägt:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2019/03/06/aufruf-stop-gendersprache-jetzt/

  4. Avatar

    Ulv J. Hjort

    8. März 2019 at 9:28

    Das war doch schon lange ueberfællig ! Hab mich zwar nie an diesem unfug beteiligt ‚( ich rede wie mir der schnabel gewachsen ist ) ‚aber alleine schon gegenderte texte zu lesen ‚bereitet mir regelrecht kørpeliche pein. Bin gespannt ob da was draus wird oder ob die POLKOR leute sturm laufen . — Wir kønnen ja mal ein paar wetten abschliessen . Also ich befinde mich auf der seite der skeptiker …

  5. Avatar

    Karsten Dörre

    10. März 2019 at 11:16

    Bisher wird der Plural an allen Schulen der Bundesländer gelehrt. Lehrpläne sind nicht geändert. Da Bildung Ländersache ist, sollte solch weitreichende Änderung des deutschen Wortes und der deutschen Schrift konzertiert erfolgen, sonst gibt es wie jetzt bereits chaotische Beschäftigungstherapie der Erwachsenenwelt. Der Duden muss zudem komplett überarbeitet werden (noch ausgesetzt, aber schon in der Debatte). Bei der Lehre der deutschen Sprache und Schrift Chaos walten zu lassen, generiert lediglich Werte- und Zugehörigkeitsverlust zukünftiger deutscher Generationen. Mit Petitionen ist der Pluralabschaffung nicht beizukommen.

  6. Avatar

    Christa Schaper

    13. März 2019 at 11:38

    Was einst die Sprache der Dichter und Denker war, verarmt und wird zu einem unerträglichen Kauderwelsch verstümmelt. Dabei ist dieser Gender-Wahnsinn nur die Spitze des Eisberges, der bereits in der Schule mit dem Schreiben nach Gehör beginnt. Wie sich die Sprache verändert, veranschaulichen bunte Multikulti-Schulen, in denen seit Generationen eingewanderte und angeblich bestens integrierte Bürger den Ton angeben sowie Polizeischulen, in denen Nachhilfe in deutscher Sprache erteilt werden muss. Als wäre das nicht genug, wird die Schönheit unserer Sprache durch unerträglichen Nonsens zum Erbrechen verunstaltet. Was muss in den Köpfen derer vorgehen, die Sprachmissbrauch, Kindesmissbrauch und Amtsmissbrauch fördern?
    Ich danke allen, die derartige Vergewaltigungen ansprechen und ein Zeichen setzen.
    Die Zeit ist überreif.

  7. Avatar

    Erna Koritz

    13. März 2019 at 16:08

    Als DDR – Frau fühle ich mich betrogen. Bei uns war es selbstverständlich, das Frauen in Schule, Lehrausbildung und Studium gleich und nicht wie Behinderte behandelt werden. Frauen können alles wie Männer und zusätzlich Kinder kriegen. Also brauchen sie auch nicht besonders behandelt werden auch nicht sprachlich. Ich war Schüler, dann Lehrling, dann Student. Ich habe als Gruppenleiter in der Energieversorgung gearbeitet und erst nach der Wende mitbekommen, dass der Westen anders tickt. Frauen arbeiten gar nicht, keinesfalls in der Energieversorgung. Sie lieben den Zuverdienst egal wo. Um bedeutend zu wirken, tragen sie einen Doppelnamen.
    Ich bin gegen gendergerechte Sprache und Frauenquote. Schafft die Voraussetzung für optimale Kinder-betreuung und lasst die Frauen selbst die Möglichkeiten wahrnehmen, die sich bieten. Und wenn sie lieber in einer mittleren Position arbeiten als in der Konzernleitung ist das auch kein Unglück.

    • Avatar

      Ulv Hjort

      13. März 2019 at 21:50

      Erna , schøn mal einen erfrischend nuechternen kommentar zu lesen. Unaufgeregt , klar und logisch . Mehr davon , bitte !

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Gesellschaft

Wien: 4.000 Teilnehmer beim „Marsch fürs Leben“ gegen Abtreibung

Redaktion

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von

ASDF Marsch fürs Leben 2019 in Wien:. Bild: Die Tagesstimme

Am 12. Oktober fand in Wien erneut der „Marsch fürs Leben“ statt, eine Kundgebung, die sich gegen Abtreibung richtet. Etwa 4.000 Menschen nahmen laut Veranstalter teil, was eine deutliche Steigerung zum Vorjahr bedeutet, als rund 1.500 gekommen waren. 2017 war die Teilnehmerzahl erst bei 400 gelegen.

Veranstalter war der Verein „Marsch fürs Leben“, zu den Unterstützern zählen die Erzdiözese Wien, der Österreichische Cartellverband, die „Jugend für das Leben” und viele andere. Ziel des Marsches ist nicht das Verbot der Abtreibung, sondern die Abtreibung in Österreich „undenkbar“ und „hinfällig“ zu machen. Dies soll erreicht werden durch Bewusstseinsbildung und Ausweitung der Hilfsangebote für Schwangere. Laut Angaben der Veranstalter gebe es in der Gesellschaft zu wenig Bewusstsein für die Situation von ungewollt Schwangeren und für das seelische Leid, das Frauen oft nach einer Abtreibung empfinden würden. Die Hilfsangebote seien unzureichend, denn die meisten Abtreibungen fänden nur deshalb statt, weil Schwangere mangels Unterstützung keine Alternative sehen würden.

Weitere Forderungen sind eine mindestens dreitägige verpflichtende Bedenkzeit vor einer Abtreibung sowie die Abschaffung der eugenischen Indikation (Abtreibung bis zur Geburt bei Behinderung des Kindes).

Bild von der Kundgebung. Foto: Die Tagesstimme

Chorepiskopus Aydin: „Abtreibung ist Rückfall in Barbarei“

Die Kundgebung begann um 13:30 Uhr am Stephansplatz, wo mehrere Reden gehalten wurden. Es sprachen der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Emanuel Aydin, Vertreter der katholischen Kirche sowie Pro-Life-Aktivisten aus verschiedenen Ländern. Aydin nannte die Tötung von ungeborenen Kindern einen „Rückfall in die Barbarei“ und stellte die Frage, wie es in einem christlichen Land wie Österreich so weit kommen konnte. Der Staat hätte die Pflicht, auch die ungeborenen Kinder und die Schwangeren, auf die oft großer Druck ausgeübt werde, zu schützen. Jonathon van Maren aus Kanada betonte, dass die Lebensschützer die Wahrheit, die Moral und die Wissenschaft auf ihrer Seite hätten. Die Aktivistin Jen aus den USA schilderte ihre eigene Geschichte als Argument gegen die Abtreibung von Behinderten. Sie kam selbst mit einer körperlichen Behinderung zur Welt und bekam von Ärzten die Prognose, dass sie sich kaum würde bewegen können. Inzwischen sei sie erfolgreiche Sportlerin und Artistin.

Foto: Die Tagesstimme

Grundaussage: Mensch ist schon Mensch ab der Empfängnis

Letzte Rednerin am Stephansplatz war Željka Markić, die Organisatorin des Marsches fürs Leben in Kroatien, an dem zuletzt über 20.000 Menschen teilgenommen hatten. Sie brachte die Grundaussage der bisherigen Reden auf den Punkt: Der Mensch sei schon Mensch ab der Empfängnis, denn ab diesem Zeitpunkt sei seine individuelle, von der Mutter abweichende DNS bereits festgelegt. Nicht nur körperliche Merkmale wie Geschlecht, Haarfarbe und Größe stünden dann bereits fest, sondern auch die Talente seien schon angelegt. Das Herz beginne bereits ab dem 18. Tag zu schlagen. Die Abtreibung sei daher nichts anderes als die Tötung eines Menschen.

Der Marsch startete um 14:30 und führte zum Stubentor, von dort über den Ring bis zum Heldenplatz und schließlich zum Josefsplatz, wo wie im letzten Jahr die Schlusskundgebung abgehalten wurde. Hier trat der Sänger Antonio Tkalac aus Kroatien auf, der ein selbst komponiertes Lied gegen Abtreibung auf der Gitarre spielte. Danach erzählte er, dass er beinahe selbst Opfer einer Abtreibung geworden wäre. Sein Vater hätte kein Kind gewollt und massiven Druck auf die Mutter ausgeübt, sie sogar physisch bedroht. Er sei sehr dankbar, dass es dennoch nicht zu einer Abtreibung kam und er das Glück hatte, leben zu dürfen.

Foto: Die Tagesstimme

Keine Distanzierungen zu anderen Lebensschützern

Ein weiterer Redner der Abschlusskundgebung war der Mitorganisator Alexander Tschugguel. Er rief alle Teilnehmer auf, sich als „Botschafter“ des Marsches fürs Leben im eigenen Umfeld gegen Abtreibungen einzusetzen und Schwangere zu überzeugen, sich für das Leben zu entscheiden. Auch auf Politiker solle eingewirkt werden, ihre Möglichkeiten für den Lebensschutz zu nutzen. Er sprach sich deutlich gegen die eugenische Indikation aus: Alle Menschen hätten dasselbe Lebensrecht, es gebe kein unwertes, sondern nur wertvolles Leben. Ebenfalls forderte Tschugguel eine Ende von Distanzierungen zu anderen Lebensschützern. Er wolle mit allen Gruppen und Personen zusammenarbeiten, die gegen die Abtreibung sind, ungeachtet inhaltlicher Differenzen in anderen Bereichen.

„Ball für das Leben“ nächstes Jahr in Wien geplant

Tschugguel kündigte außerdem einen „Ball für das Leben“ in Wien an. Dieser soll als klassische, für Wien typische Ballveranstaltung in der Ballsaison des kommenden Jahres erstmals stattfinden. Es gebe zwar in Wien bereits einen Ball, der sich dem Namen nach für das Leben einsetze (gemeint ist der „Life Ball“, eine Veranstaltung der Homosexuellen-Szene), dieser trage diese Bezeichnung aber zu unrecht, da er sich nicht um das Leben der Ungeborenen kümmere. Er rief alle Anwesenden auf, sich für den Ball anzumelden, da dieser nur bei genügend Teilnehmern finanzierbar sei.

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Gesellschaft

Wegen Repression: „Phalanx Europa” übersiedelt nach Deutschland

Stefan Juritz

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ASDF Zu sehen: Eines der beliebtesten T-Shirt-Motive der Marke "Phalanx Europa". Bildrechte: Identitäre Bewegung.

Das patriotische Modelabel „Phalanx Europa” muss seinen Unternehmenssitz in Österreich aufgeben und nach Deutschland übersiedeln. Das gab „Phalanx Europa”-Mitgründer Patrick Lenart am Samstag überraschend auf seinem YouTube-Kanal bekannt.

Patrick Lenart, der das Unternehmen im Jahr 2013 gemeinsam mit Identitären-Chef Martin Sellner ins Leben gerufen hatte, begründete in seiner Stellungnahme diesen Schritt mit der steigenden staatlichen Repression gegen die Identitären in Österreich.„Die Situation zwingt uns, ‚Phalanx Europa’ aufzugeben”, so Lenart. Gleichzeitig kündigte er aber auch an, dass „Phalanx Europa” nicht aufgelöst, sondern in Zukunft von zwei Aktivisten aus Deutschland fortgeführt werde.

Übersiedelung nach Deutschland

Nach Angaben von Lenart werde es das patriotische Modelabel nur noch bis November in Österreich geben. Danach soll die Übersiedelung des Unternehmens stattfinden. Bis dahin will man das Büro und das Lager leer räumen – für „Phalanx Europa”-Kunden hat dies den Vorteil, dass es für sie laut Lenart „massive Rabatte” auf einige Artikel geben wird.

„Das Wichtigste ist: ‚Phalanx Europa’, die Idee der Phalanx – der patriotischen Gemeinschaft, der patriotischen Gegenkultur – existiert weiter. Und ich bin mir sicher, diese enorme Umstellung, die wirklich auch mit einem enormen Aufwand verbunden ist, werden wir schaffen”, so Lenart in seinem YouTube-Video.

Steigender Druck

Bereits seit dem letzten Jahr sah sich „Phalanx Europa” einem stetig steigernden Druck ausgesetzt. So wurde das patriotische Label etwa von Facebook und Instagram gelöscht, mehrere Bezahldienste kündigten die Zusammenarbeit und die Grazer Staatsanwaltschaft beschlagnahmte im Rahmen des großen Identitären-Prozesses (der mit einem Freispruch endete) die Privat- und Geschäftskonten. Weiters wurde in diesem Sommer ein Verbot der Identitären und ihrer Symbole diskutiert, das bei Zustimmung im Nationalrat auch „Phalanx Europa” betreffen könnte.

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Gesellschaft

Handschlag verweigert: Bundeswehr durfte Konvertiten entlassen

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild (Panzergrenadiere der Bundeswehr): ©Bundeswehr/S.Wilke [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Bundeswehr sprach von einem „religiös motivierten Radikalisierungsprozess“.

Koblenz. – Ein ehemaliger Bundeswehrsoldat klagte, weil er gekündigt wurde, nachdem er im Dienst aus religiösen Gründen einer Frau den Handschlag verweigert hatte. Er unterstellte der Bundeswehr dabei eine „Vorverurteilung von Personen muslimischen Glaubens“.

Soldat verweigerte Handschlag

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz entschied nun aber, dass der Beschluss der Bundeswehr rechtens war. Das Verhalten des Mannes habe laut dem Gericht klar gegen die Gleichstellung von Mann und Frau verstoßen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Wörtlich stand in der Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts: „Der Hinweis des Klägers auf mögliche andere Gründe für sein Verhalten gegenüber Frauen sei angesichts seiner konsequenten Hinwendung zum Islam als bloße Schutzbehauptung anzusehen“. Der Soldat gab damals an, auch anderen Soldaten aus „Hygienegründen“ nur in Ausnahmefällen die Hand zu geben. 

MAD beobachtete den Soldaten bereits

Wie unter anderem der „Spiegel“ berichtet, befand sich der Soldat zum damaligen Zeitpunkt bereits im Fokus des militärischen Abschirmdienstes. Er habe eine „mutmaßlich extremistische Einstellung“ aufgewiesen. Nachdem er zum Islam konvertierte, habe er sowohl sein Verhalten, als auch sein Erscheinungsbild geändert, was den Verdacht aufgeworfen habe, dass sich der Soldat in einem Radikalisierungsprozess befand. Durch die Verweigerung des Handschlags war davon auszugehen, dass der Kläger nicht für die freiheitliche demokratische Grundordnung einstehe.

Das Gericht lehnte einen Antrag auf Zulassung einer Berufung ab. 

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