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EU‐Parlament: Rechte könnten Sitze verdoppeln

Bild: Plenarsaal des EU-Parlaments in Straßburg / Diliff [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Laut einer Umfrage könnte die rechte Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit” (ENF) ihre Sitze im EU‐Parlament verdoppeln.

Straßburg. Einer Umfrage zufolge dürfte die von rechten Parteien gebildete Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit” (ENF) im neuen Europaparlament mit nahezu doppelt so vielen Abgeordneten vertreten sein wie derzeit. Neben der rechten ENF werden nur die Liberalen als Gewinner gesehen. Dies habe eine Erhebung des Instituts Insa in Kooperation mit weiteren Umfrageinstituten in sechs europäischen Ländern ergeben.

ENF könnte Sitze verdoppeln

Der Umfrage zufolge kann die ENF, in der unter anderem die FPÖ, die Lega aus Italien und Le Pens Rassemblement National aus Frankreich vertreten sind, ihre Mandatszahl von 37 auf 67 verdoppeln. In drei der sechs Länder, in denen Umfragen zur Europa‐Wahl erhoben wurden, sind rechte Parteien die stärkste Kraft. In Frankreich ist es der Rassemblement National (23 Prozent), in Italien die Lega (33,4 Prozent) und in Polen die europakritische PIS (42 Prozent).

Grüne und Linke schrumpfen

Laut der Prognose müsste die konservative EVP hingegen mit einem Verlust von 43 Sitzen auf 174 Mandate rechnen. Neben der ÖVP zählen auch CDU und CSU zur EVP. Noch stärker veliert die sozialdemokratische S&D-Fraktion. Beide Fraktionen haben anders als vor fünf Jahren damit keine Mehrheit mehr.

Schrumpfen dürfte auch die Fraktion der Grünen, nämlich um acht Sitze auf 44 Mandate. Weitere Verlierer sind die rechtskonservative und europakritische ECR‐Fraktion (um 24 Sitze auf 51 Sitze), die Linken (um einen Sitz auf 51 Mandate). Die EU‐skeptische Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie” (EFDD) dürfte einen Sitz auf 42 hinzugewinnen

4 Kommentare

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  • Weil man keine Grenzen mehr hat und keine Grenzen setzt, hat man grenzenlose Probleme. Ist bereits allgemein bekannt.
    Wenn nun die etablierten Parteien diese Probleme aufgrund von Ignoranz oder gar Angst verdrängen, dann versucht es der Wähler eben mit Alternativen. Ob die es besser machen? Zweifelhaft.
    Aber vielleicht wird der Schreck doch noch heilsam in die Glieder fahren. Dann aber braucht es auch eine harte Kurskorrektur und keine Lippenbekenntnisse.

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