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Kultur

Humorlos: Patriotische Liedparodie auf YouTube gesperrt

Julian Schernthaner

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Screenshot (von einem Mirror des Videos): YouTube [@00:51]

Aufgrund einer vermeintlichen Urheberrechtsverletzung ist ein Video des patriotischen Comedy-Kollektivs Ruhrpott Roulette derzeit gesperrt.

Köln. – Es war ein Video das viral ging: Innerhalb weniger Tage konnte die Liedparodie “Hetztape” mehr als 55.000 Zuseher gewinnen – eine erkleckliche Anzahl für das Zweitlingswerk eines jungen Kabarett-Startup. Auf Basis des schlüpfrigen Hits “Sextape” der YouTube-Sensation Katja Krasavice persifliert das Kollektiv den Zustand der deutschen Meinungsbildung.

Provokantes Parodievideo gesperrt

Gemeinsam mit der Sängerin Melanie (u.a. Variéte Identitaire) als Leitfigur des Videos zeichnen sie dabei auch ein positives Selbstverständnis der eigenen kulturellen und politischen Identität. Heraus kam ein Video, welches nach Ansicht des Arcadi-Magazins ein “fast noch provokanterer Song” als das Original darstellt.

Am späten Dienstagabend kam dann die Hiobsbotschaft: Aufgrund eines Urheberrechtsanspruchs wurde die künstlerisch anspruchsvolle Persiflage auf YouTube gesperrt. Verantwortlich dafür zeichnet eine gewisse Content View GmbH (Music) aus Köln. Diese bietet nach Eigenbeschreibung “Dienstleistungen für verschiedene Arten von Rechteinhabern und Kreativen” im digitalen Bereich.

Selektive Wahrnehmung des Urheberrechts

Prinzipiell eine Aktion, welche das deutsche Urheberrecht ermöglicht. Im Gegensatz zu Bildern und Filmen, wo Nachstellungen mit eigener Schöpfungshöhe erlaubt sind, sind die Gesetze bei Musikstücken besonders streng. Bereits eine Melodie kann als geschützt gelten, selbst Parodien bewegen sich ohne offizielle Zustimmung in einem gewissen Graubereich.

Im Normalfall wird gerade im humoristischen Sektor allerdings von einer Verfolgung abgesehen. Diesen Usus illustrieren dutzende Videos, welche das Krasavice-Lied ebenfalls aufs Korn nehmen, einige davon mit hunderttausenden und gar Millionen an Klicks. Sie alle sind weiterhin auf der Videoplattform YouTube verfügbar – nicht jedoch jene von Ruhrpott Roulette.

Schriftliche Anfragen vorerst unbeantwortet

Die Macher der Parodie fassten die Sperre ihres aufwändigen Videos auf Twitter mit einiger Verwunderung auf. Offenbar sei es als patriotischer Satirekanal “nicht gestattet, ähnliche Coverversionen zu benutzen”. Man prüfe weiterhin den Sachverhalt und bitte seine Fans um Verständnis.

Schriftliche Anfragen der Tagesstimme diesbezüglich blieben vorerst sowohl seitens der ContentView GmbH als auch vonseiten des Managements von Krasavice unbeantwortet. Deshalb bleibt die allfällige geschäftliche Beziehung der beiden zueinander ebenso im Dunkeln wie die Frage nach der selektiven Anwendung eines Urheberrechtsanspruchs.

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Kultur

Schwedischer Justizminister will Runenschrift verbieten

Julian Schernthaner

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ASDF In Schweden gibt es zahlreiche Runendenkmäler - wie etwa den Tullstorpstenen in Schonen aus dem späten 10. Jahrhundert. Symbolbild: Sven Rosborn via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Die neue schwedische Linksregierung möchte ein Verbot der jahrehundertealten Runenschrift prüfen lassen – laut dem sozialdemokratischen Justizminister Morgan Johansson als Abschreckung gegen Rechtsextremisten.

Stockholm. – Wie die Junge Freiheit am Donnerstag berichtete, soll der Anlass für den Gesetzesvorschlag deren Verwendung auch durch rechtsextreme, mitunter neonazistische Gruppen sein. Weil es sich aber um eines der wichtigsten Kulturgüter des skandinavischen Landes handelt, regt sich einiger Widerstand gegen den Vorstoß.

Neuheiden sehen Angriff auf Religionsfreiheit

So sieht das neuheidnische Nordiska Asa-Samfundet (Nordische Asa-Gemeinschaft) darin einen Angriff auf die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit. Auf ihrer Homepage warnen sie, dass ein Verbot “einen Teil unserer Geschichte, unserer Kultur und des Glaubens” auslösche.

Sie lancierten deshalb eine Online-Petition, welche bis Freitagmittag bereits knapp 15.000 Unterschriften verzeichnen konnte. Ebenfalls am heutigen Freitag wollen sie um 14 Uhr vor dem Reichstagsgebäude in Stockholm gegen die geplante Gesetzesänderung protestieren.

Rechtspolitiker Ahl: “Regierung will Kulturerbe zensieren”

Politischen Rückenwind erhält der Kampf gegen ein Runenverbot unterdessen auch von patriotischen Politikern. So teilte Jeff Ahl, früher Reichtagsabgeordneter für die Schwedendemokraten und nunmehr für die davon abgespaltene Alternativ för Sverige (AfS) aktiv, bereits mehrfach Informationen zur Thematik.

Erst am Dienstag schrieb er auf Twitter: “Unsere Regierung befürwortet Multikulti, aber wir dürfen keine eigene Kultur haben. Diese Regierung versucht nun unserer eigenes Kulturerbe zu zensieren und unsere Wurzeln zu verwischen. Eine fünfte Kolonne.”

Runenschrift: Reichhaltiges Kulturerbe in Schweden

Sollte das Gesetz in Kraft treten, könnte dies weitreichende Folgen haben, auch traditionellen Schmuck, Bilder und Symbole betreffen. Die berühmten Runendenkmäler etwa gelten als ganzer Stolz des nordischen Landes. Alleine in der bevölkerungsreichen Provinz Uppland nahe Stockholm gibt es mehr als 1.200 Runensteine, im ganzen Land sind es etwa 2.500.

Im Gegensatz zur anderen Teilen Europas waren Runen als Schriftzeichen noch lange nach der Christianisierung weitverbreitet. Sogar einige mittelalterliche kirchlichen Denkmäler tragen in Schweden mitunter Runeninschriften. Erst ab dem 16. Jahrhundert fielen sie allmählich außer Gebrauch, in einigen entlegenen Gebieten in Dalarna sogar erst im frühen 20. Jahrhundert.

Kleines Phänomen – Großer Gesetzesentwurf

Der Stein des Anstoßes ist übrigens vergleichsweise gering. Denn unter den aktiven Organisationen im organisierten schwedischen Rechtsextremismus verwendet derzeit nur die offen neonazistische Schwedische Widerstandsbewegung (SMR) überhaupt eine Rune in ihrem Logo.

Im Jahr 2016 zählte die Gruppierung, deren Anhänger immer wieder durch Gesetzesübertretungen auffallen, landesweit gerade einmal 160 Mitglieder. Ihre Kandidaten bei den Reichstagswahlen im Vorjahr konnten insgesamt 2.106 Stimmen – oder 0.03 Prozent der gesamten Wählergunst – erreichen.

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Kultur

München: Schriftsteller Hans Bergel hält Lesung bei Burschenschaft

Stefan Juritz

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ASDF Hintergrund: Symbolbild Buch (CC0) / Grafik Veranstaltung: Facebook-Seite Burschenschaft Danubia München / Collage: Die Tagesstimme

Am 22. Mai 2019 veranstaltet die Burschenschaft Danubia München eine Lesung mit dem Siebenbürger Schriftsteller Hans Bergel. In seinen Werken setzt er sich immer wieder mit der kommunistischen Terrorherrschaft in Rumänien auseinander.

Der Siebenbürger Sachse Hans Bergel wurde am 26. Juli 20125 in Rosenau (Siebenbürgen/Rumänien) als erstes von vier Kindern geboren. Er erlebte die NS-Zeit und den Kommunismus in Rumänien. Dass er mit beiden Systemen Probleme hatte, zeigt seine Biographie: Im Jahr 1942 wurde er wegen antinazistischer Haltung aus der Schule ausgeschlossen und im späteren Regime von Nicolae Ceausescu war er im antikommunistischen Widerstand aktiv. Das brachte Bergel mehrere Verhaftungen ein und führte schließlich im “Kronstädter Schriftstellerprozess” (1959) sogar zu einer drakonischen Strafe – 15 Jahre Zwangsarbeit, weil er mit vier anderen Schriftstellern regimekritische Literatur verbreitet haben soll. Aufgrund einer Begnadigung kam Bergel im Jahr 1964 nach fünf Jahren frei.

Besonders Bergels 1957 veröffentlichte und gegen das kommunistische Regime gerichtete Widerstandsparabel “Fürst und Lautenschläger. Eine Erzählung aus dem Siebenbürgen des 17. Jahrhunderts” war Anlass für die Verurteilung.

Flucht aus dem kommunistischen Rumänien

Nachdem der Schriftsteller bereits 1947 erfolglos versucht hatte, aus Rumänien zu fliehen, ließ ihn das Regime erst 1968 das Land verlassen. Bergel machte sich nach Deutschland auf und wurde dort in München Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks und Chefredakteur der Siebenbürgischen Zeitung. Doch auch mit dem damals vorherrschenden Zeitgeist in Westdeutschland konnte sich der Emigrant nicht so recht anfreunden: Dass im Jahr 1968 deutsche Studenten mit dem Kommunismus sympathisierten, konnte bei Bergel nach seinen Erfahrungen in Rumänien nur auf starke Ablehnung stoßen.

Fast 50 Bücher veröffentlicht

Bis zum heutigen Tag veröffentlichte der mittlerweile 93-Jährige fast 50 Bücher. “Zwischen der frühesten und der bisher letzten Veröffentlichung liegen 60 Jahre, 1957-2017, in denen ich mehrfach gewaltsam aus der Arbeit gerissen wurde. Grund: Mangelnde Anpassung an herrschende politische Umstände”, erklärt Bergel auf seiner Homepage.

Zu den bekannteren Werken des Schriftstellers zählt unter anderem der erstmals 1977 veröffentlichte Roman “Der Tanz in Ketten” über die kommunistische Terrorherrschaft in Rumänien.

Das 1996 erschienene Buch “Wenn die Adler kommen” ist der erste Teil einer geplanten Roman-Trilogie, mit der Bergel versucht, am Beispiel einer Familie die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts zu erzählen, wie es auf Bergels Homepage heißt. Der Folgeroman “Die Wiederkehr der Wölfe” erschien im Jahr 2006, der Abschluss der Trilogie steht noch aus.

Lesung am Burschenschafter-Haus

Am kommenden Mittwoch, den 22. Mai 2019, wird der Siebenbürger Schriftsteller eine Lesung am Haus der Burschenschaft Danubia München halten. Interessenten können sich per E-Mail unter [email protected] anmelden. In der Veranstaltungsinformation der Burschenschaft heißt es dazu:

“Als Schüler erlebt Hans Bergel den Zusammenbruch der fragilen Ordnung seiner Heimat #Siebenbürgen. Die Zeit der sozialistischen Diktatur verbringt Bergel dann auf der Flucht oder in Gefängnissen. Als ihm schließlich die Ausreise in die Bundesrepublik ermöglicht wird, erkennt er, dass er und seine Mitstreiter einem Traum hinterhergelaufen waren. Seine Erlebnisse verarbeitete Bergel in zahlreichen Texten.”

Lesung mit Hans Bergel:

  • Datum: Mittwoch, 22. Mai 2019
  • Uhrzeit: 19 Uhr
  • Ort: Potsdamer Straße 1a, 80802 München
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Kultur

Oberösterreich: FPÖ nominiert Maler Wiesinger für Landeskulturbeirat

Julian Schernthaner

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am

ASDF Von den Freiheitlichen für den Landeskulturbeirat in Oberösterreich nominiert: Der Maler und Bildhauer Odin Wiesinger. Bild (Wiesinger 2013): Franz Johann Morgenbesser via Flickr] (Bild zugeschnitten)

Eine große Ehre soll dem realistischen Innviertler Maler und Bildhauer Odin Wiesinger zuteil werden. Auf Vorschlag der FPÖ soll er künftig ein Mitglied des Landeskulturbeirates werden.

Linz/Andorf. – Detailreich, genau und ausdrucksstark – und gleichzeitig ein klein wenig verspielt: Das sind Attribute, mit denen man viele Kunstwerke von Wiesinger charakterisieren könnte. Egal ob man damit seine farbenfrohen Gemälde oder seine atmosphärisch aufgeladenen Radierungen meint. Der patriotische Maler – ein Innviertler Urgestein – erfreut sich einer wachsenden Zahl an Fans. Insbesondere innerhalb des dritten Lagers begeistern sich viele Menschen für seine Kunst.

Hofers Lieblingsmaler verfügt über breites Portfolio

So ist es wohl kein Zufall, dass auch die FPÖ einen gewissen Narren an den Arbeiten des Künstlers, der in der idyllischen Marktgemeinde Andorf ein Atelier betreibt, gefunden hat. In der Vergangenheit durfte er etwa im Landtagsklub der oberösterreichischen Freiheitlichen eine Vernissage abhalten. Überregionale Bekanntheit erlangte er, als ihn der nunmehrige Verkehrsminister Norbert Hofer als seinen Lieblingsmaler bezeichnete.

Aber nicht nur realistische, ausdrucksstarke Bilder zieren sein Portfolio. Insbesondere auf seinem Facebook-Auftritt zeigt er sich gerne von seiner humorvollen Seite. Immer wieder kommentiert er das tagespolitische Geschehen mit frechen Zeichnungen. Zuletzt etwa widmete er zu Ostern sämtlichen Parlamentsparteien ein Partei-Ei, mit kecken Anspielungen auf deren Wahrnehmung – freilich mit einer eigenen Interpretationsnote.

Nominierungsrecht für alle Landtagsparteien

Dennoch sieht er Kunst nicht als ursprünglich politisch – die Erkenntnis aus seiner Studienzeit, dass die Kunstszene allerdings sehr wohl in die politische Gegenrichtung tendiert, holt ihn allerdings nun wieder ein. Denn obwohl allen im Landtag vertretenen Parteien ein Nominierungsrecht für den Landeskulturbeirat zusteht, wollen einige politische Mitbewerber die Nominierung Wiesingers nicht hinnehmen.

Grüne kritisieren Wiesinger-Nominierung

So versuchten die Grünen etwa in einer Aussendung dessen Berufung zu skandalisieren und zu verhindern. Als problematisch sieht die Partei etwa, dass dieser in der Vergangenheit auch Arbeiten für patriotische Medien und Veranstaltungen anfertigte. Außerdem stoßen sie sich an Teilen einer Bildserie über Soldaten – die allerdings nach Ansicht des Malers eigentlich eine Anti-Kriegs-Thematik aufgreifen sollen.

Grünen-Kultursprecher Severin Mayr attestiert Wiesinger deshalb ein vermeintlich “eindeutig rechtsextremes Gedankengut”. Die FPÖ wolle mit der Nominierung “offenbar herauszufinden”, wo die “Schmerzgrenze” von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) liege. Dabei mache sie auch vor dem Kulturbeirat nicht halt. Er fordert die Partei unverblümt auf, bei der Bestellung “einen Schritt zurückzugehen” und einen anderen Kandidaten zu finden.

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