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Gesellschaft

Auf linksradikalen Zuruf: Thalia nimmt patriotisches Buch aus Sortiment

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Dem linken Journalisten Michael Bonvalot passte es nicht, dass eine Online-Buchhandlung dieses Werk des österreichischen Identitären-Leiters Martin Sellner vertrieb. Bild: privat / Die Tagesstimme.

Vorige Woche beklagte der linksradikale Journalist Michael Bonvalot, dass der Online‐Buchhändler Thalia.at auch Bücher des österreichischen Identitären‐Leiters Martin Sellner vertrieb.

Wien. – Bereits am 12. März twitterte der umtriebige Journalist, Buchautor und sogenannte ‚Rechtsextremismusexperte’ über seinen Unmut. Er hatte soeben festgestellt, dass der Thalia‐Konzern online das Hörbuch zum Werk „Identitär – Geschichte eines Aufbruchs” des patriotischen Aktivisten Martin Sellner verkaufte. Damit setzte er eine Spirale in Gang, die in der Entfernung der beanstandeten Werke von der Homepage des Buchhändlers gipfelte.

Diskussion über Zulässigkeit „rechter” Literatur

Bonvalot stieß sich insbesondere daran, dass man beim Marktführer die Originalbeschreibung des Antaios‐Verlags verwendete. Diese preist den Autoren der Monographie als „charismatischen Vordenker” an und bezeichnet den Aufbau der Identitären – nach Bonvalots Privatmeinung eine „neofaschistische Gruppe” – als „fulminanten Aufbruch”.

Daraufhin entbrannte auch innerhalb der tendenziell linksgerichteten Twitterblase eine Diskussion über die Zulässigkeit des Vertriebs rechter Literatur. Falter‐Chefredakteur Florian Klenk verteidigte deren Feilbietung vehement. Bibliotheken seien seiner Ansicht nach „keine Schutzräume gegen Gedanken”, selbst wenn er diese „zutiefst ablehne”.

Marktführer nimmt Sellner‐Bücher aus Sortiment

Dennoch reagierte der Online‐Buchhändler prompt auf die Anfrage von Bonvalot – und nahm sämtliche Artikel des Autoren Martin Sellner aus ihrem Sortiment. Man bedankte sich demnach sogar für den Hinweis. Neben dem Hörbuch handelt es sich bei den entfernten Werken auch um die Druckausgabe des Buches sowie dessen Heidegger‐Gesprächsband „Gelassen in den Widerstand”.

Auf diese Botschaft freute sich Bonvalot auf Facebook, dass die „faschistische Literatur” nun verschwunden sei. Gleichwohl sei das Hörbuch nur ein „Beispiel aus dem Sortiment” – dessen Herausnahme allerdings „ein Anfang”. Dazwischen bekundete er auf Twitter, dass das Angebot von „Nazi‐Müll” für ihn das Zeichen einer „schlechten Buchhandlung” sei – „eh ganz einfach”. Belege für seine Faschismus‐Behauptung liefert er allerdings keine.

Bonvalot ohne Berührungsängste zu linkem Rand

Bonvalot jedenfalls ist kein unbeschriebenes Blatt. In seiner Funktion als vermeintlicher „Rechtsextremismusexperte” hält er regelmäßige Vorträge. Dabei scheut er auch den Kontakt zum äußersten linken Rand nicht. So hielt er z.B. auf Einladung der ‚Antifaschistischen Linken Münster’ im Vorjahr einen Vortrag über „Österreichs extreme Rechte am Zentrum der Macht”.

Mit dieser Themensetzung unterstellte er den Freiheitlichen wohl bewusst eine angebliche Nähe zum Rechtsextremismus. Gleichzeitig ist er ein erklärter Verfechter, dass man nicht mit Rechten reden solle – sondern nur über sie. Im Jänner referierte er auf Einladung der ÖH Graz an der dortigen Universität zum Thema „Burschis Nazis Rechtsextreme” [sic!] – Die Tagesstimme berichtete.


Mehr zu Michael Bonvalot:

Auf ÖH‐Einladung: Linksradikale schulen Studenten an Unis (5.12.2018)

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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