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Welt

Wegen Einwanderungspolitik: Senegalese zündet in Italien Schulbus an

Julian Schernthaner

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am

Symbolbild (Heck eines italienischen Schulbusses): Threecharlie via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugschnitten)

Am Mittwochnachmittag hielt ein italienischer Staatsbürger mit senegalischen Wurzeln die italienische Öffentlichkeit in Atem. Die Einsatzkräfte konnten den Anschlag in letzter Sekunde vereiteln.

San Donato Milanese. – Das Drama spielte sich in einer Kleinstadt etwa 10 Kilometer südwestlich von Mailand ab. Der in Frankreich geborene Senegalese, der seit der Hochzeit mit seiner Ex-Frau im Jahr 2004 auch die italienische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte laut den Salzburger Nachrichten den Auftrag, 51 Kinder und zwei Lehrer von einer Schulveranstaltung zurückzubringen. Brisant ist auch das wahrscheinliche Motiv des Beinahe-Attentäters.

Senegalese nimmt Schüler als Geisel

Auf halbem Weg änderte der Mann seine Route und steuerte stattdessen in Richtung Flughafen. Plötzlich bedrohte er die Kinder mit einem Messer und nahm sie in Geiselhaft. Er nahm ihnen ihre Handys weg und begoss den Flur des Busses mit Benzin.

Doch er machte seine Rechnung ohne einen mutigen Jungen, dem es gelang, sein Mobiltelefon vor dem Geiselnehmer zu verbergen. Er alarmierte seine Eltern, welche wiederum die Polizei verständigten.

Einschreiten der Polizei verhindert Schlimmeres

Durch das beherzte Einschreiten konnten die Polizisten den Bus anhalten und die Schüler über das Heck des Busses befreien, ehe dieser in Vollbrand geraten konnte. Lediglich einige der Schüler erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, 14 von ihnen wurden deshalb – ebenso wie der Tatverdächtige – in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Schulbus selbst entstand Totalschaden.

Verschärfte Einwanderungspolitik als Motiv

Für einigen Zündstoff sorgt außerdem das mutmaßliche Motiv des Mannes. Er wollte mit seiner irrsinnigen Aktion gegen die Einwanderungspolitik der Regierung protestieren. Aussagen der Kinder zufolge rief er immer wieder
„Schluss mit den Toten im Mittelmeer!” Außerdem brüllte er: „Niemand kommt hier lebend raus!”

Ebenfalls für Aufregung sorgte anschließend die Feststellung, dass der Mann bereits Verurteilungen wegen sexueller Belästigung sowie Trunkenheit am Steuer hatte. Innenminister Matteo Salvini (Lega) reagierte fassungslos: „Warum fährt so eine Person einen Schulbus?”

Rückgang der Mittelmeertoten nach Asylreform

Die Regierung aus der patriotischen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung verschärfte erst im Vorjahr die Einwanderungsbestimmungen. Die Beendigung des Sterbens auf See war für Innenminister Salvini (Lega) sogar eines der Beweggründe für das Gesetz. Mehreren NGO-Schiffen mit Migranten an Bord verweigerte es seitdem außerdem die Anlegeerlaubnis.

Im Gegensatz zur Ansicht des Tatverdächtigen vom Mittwoch zeigen die Maßnahmen die erhoffte Wirkung auf diesem Gebiet. Denn es kam seit dem Gesetzeserlass zu einem Rückgang sowohl der Ankünfte in Italien als auch der Todesfälle im Mittelmeer – Die Tagesstimme berichtete.

Ermittlungen auch wegen terroristischen Motivs

Im Fall des senegalesischen Busfahrers ermitteln die Behörden nun auch in Richtung eines politischen beziehungsweise terroristischen Motivs. Erste Verdachtsmomente zumindest islamistischer Verbindungen erhärteten sich jedoch nicht.

Es ist die zweite schwere Tat in einem öffentlichen Verkehrsmittel unter Beteiligung Unschuldiger in dieser Woche. Im niederländischen Utrecht schoss am Montag ein gebürtiger Türke in einer Straßenbahn um sich – mutmaßlich aus terroristischen Motiven.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    21. März 2019 at 13:45

    Diese Bestie hätte wirklich über 50 Menschen angezündet und verbrennen lassen???
    Mir fehlen die Worte – und zunehmend auch meine Geduld…!

  2. Avatar

    DieParty

    22. März 2019 at 21:42

    Der Mann arbeitete seit 15 Jahren als Schulbusfahrer. Laut italienischen Medienberichten wurde ihm 2007 wegen Alkohols am Steuer vorübergehend der Führerschein abgenommen, sein Arbeitgeber sei jedoch nicht darüber informiert worden. 2018 wurde er demnach wegen sexueller Belästigung Minderjähriger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. ”
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.italien-polizei-befreit-51-schueler-aus-gewalt-ihres-busfahrers.0173d021-e044-4995–9a00-73067ad4a9be.html

    Ein Kinderfi… als Schulbusfahrer. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

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Vučjak: Bürgermeister stoppt Versorgung des überfüllten Migrantenlagers

Monika Šimić

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am

ASDF Symbolbild: Innenstadt der bosnischen Grenzstadt Bihać / Bild: Julian Nyča [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Vergangene Woche kamen rund 1.500 neue Migranten im bereits überfüllten Migrantenlager Vučjak an. Nun teilte der Bürgermeister von Bihać mit, dass die Finanzierung und damit auch die Versorgung des Lagers gestoppt wurde.

Bihać. Seit einigen Tagen ist das überfüllte Migrantenlager in Vučjak wieder Thema. Wie Die Tagesstimme berichtete, hatte sich die Situation im Lager nahe der kroatischen Grenze massiv verschärft. Die dortigen Behörden hatten vergangene Woche nämlich rund 1.500 Migranten in das Lager gebracht. Der Bürgermeister von Bihać, Šuhret Fazlić, drohte daraufhin mit einem Versorgungsstopp ab Montag.

Fazlić erwartet Schließung des Lagers

Wie die kroatische Tageszeitung Jutarnji List berichtete, hat die Stadtverwaltung von Bihać die örtlichen Versorgungsunternehmen darüber informiert, dass sie ab dieser Woche nicht mehr für Dienstleistungen wie Wasserlieferungen und Müllabfuhr bezahlen werden. Mit diesem Schritt zwingt die Stadtverwaltung die freiwilligen Mitarbeiter des Roten Kreuzes dazu, sich zu entscheiden, ob sie im Lager weiterhin so arbeiten wollen wie bisher. Bürgermeister Fazlić bestätigte außerdem, dass noch Anfang dieser Woche der Finanzierungsstopp für das Migrantenlager, „für das sich bislang niemand interessiert hat”, entschieden werden soll. Er geht davon aus, dass der Versorungs- und Finanzierungsstopp die Schließung des Lagers zur Folge haben wird.

Gelder bei Rotem Kreuz nicht angekommen

Bereits vergangene Woche forderten in Bosnien und Herzegowina tätige Organisationen die Schließung des Lagers. Vertreter der EU, UNO und des Europarats forderten, die dort untergebrachten Migranten sollten sofort in geeignetere Unterkünfte gebracht werden und bot dafür auch finanzielle Hilfe an. Fazlić kritisiert indes, dass die Behörden bisher noch „keinen Cent” an finanzieller Unterstützung für die Unterbringung und Versorgung der Migranten erhalten haben. Premierminister Fadil Novalić teilte Ende letzer Woche allerdings mit, dass vier Millionen Mark (zwei Millionen Euro) aus dem Staatshaushalt für die Finanzierung von Migrantenlagern in der Region bereitgestellt worden seien. Er fordert nun Aufklärung darüber, warum die Mittel der Stadt Bihać bzw. dem Rote Kreuz nicht zur Verfügung gestellt wurden.

Offenbar wurden die Mittel für die Finanzierung des Baus einer neuen Polizeistation im bosnischen Ort Bužim verwendet. Wie Jutarnji List weiter berichtet, wies die bosnische Tageszeitung Dnevni Avaz außerdem darauf hin, dass die EU dem Land Bosnien und Herzegowina bereits rund 44 Millionen Euro an Mitteln zur Bewältigung der Migrationskrise zur Verfügung gestellt hat. Wo genau diese Gelder gelandet sind, sei jedoch unklar.

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USA: Kellogg’s verkauft nun LGBTQ-Cornflakes

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild Regenbogenfahne: Ludovic Bertron from New York City, Usa [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Der US-Konzern Kellogg’s hat sich anlässlich des „Spirit Day” öffentlichkeitswirksam mit der LGBTQ-Community (LGBTQ steht für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer”, Anm. d. Red.) solidarisiert.

Wie die Junge Freiheit berichtet, trägt eine neue Cornflakes-Packung, die zunächst in den USA erhältlich ist, den Namen „All Together” – dem Konzern zufolge als „ein Symbol für Akzeptanz, egal wie jemand aussieht, wo man herkommt oder wen man liebt”.

„Mehr Akzeptanz für LGBTQ-Jugendliche”

Weiters gab Kellogg’s bekannt, die „Gay & Lesbian Alliance Against Defamation” (GLAAD) als neuer Partner bei ihrer Kampagne „gegen Mobbing” und für „mehr Akzeptanz für LGBTQ-Jugendliche” zu unterstützen. Außerdem kündigte der Konzern eine Spende von 50.000 Dollar an.

„Wir sind schon lange Verbündete von LGBTQ-Angestellten, ihrer Familien, ihrer Communities und die Firma wird auch weiterhin jeden willkommen heißen”, erklärte die Diversity-Beauftragte Priscilla Koranteng, die zugleich die Wichtigkeit von „Gleichheit und Inklusion” für das Unternehmen betonte.

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Salvini & Berlusconi bei Großdemo gegen Links-Regierung

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild (Matteo Salvini): U.S. Department of State / Italian Deputy Prime Minister Salvini Signs Secretary Pompeo Guestbook via Flickr [U.S. Government Works] (Bildausschnitt)

Ein Mitte-Rechts-Bündnis mobilisierte gegen die neue linke Regierung und fordert geschlossen Neuwahlen.

Rom. – Am Freitag demonstrierte in der italienischen Hauptstadt ein breites Mitte-Rechts-Bündnis gegen die neue Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung. Nach Angaben von Lega-Chef Matteo Salvini konnten die Veranstalter 200.000 Anhänger mobilisieren, die Polizei sprach laut Medienberichten hingegen von etwa 50.000 Menschen.

Zusammenschluss verschiedener Rechtsparteien

Angeführt wurde die Demonstration unter dem Motto „Orgoglio Italiano” („Italienischer Stolz”) von Ex-Innenminister Matteo Salvini sowie Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Weiters angeschlossen hatte sich auch Giorgio Meloni, Parteichef der „Brüder Italiens”. Mit der Kundgebung auf der Piazza San Giovanni wolle man ein Zeichen für ein stolzes und souveränes Italien nach Europa senden, verkündete Salvini.

Bündnis fordert Neuwahlen

Kritik übten die Demonstranten an den Haushaltsplänen der neuen Regierung sowie an der Asylpolitik und forderten Neuwahlen. Eine Rückkehr zu einer konsequenten Flüchtlingspolitik versprach Salvini für den Fall einer Rückkehr in die Regierung. „Je mehr Überfahrten, desto mehr Probleme, desto mehr Tote. Aber wir werden – das zeigt diese Kundgebung – wieder an die Regierung zurückkehren – bald – durch den Haupteingang und ohne Tricks”, wird der Lega-Chef in der deutschen Tagesschau zitiert.

Weiters sammelte Salvini Unterschriften gegen Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi (Fünf-Sterne-Bewegung), der man Inkompetenz vorwirft.

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