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Welt

Wegen Einwanderungspolitik: Senegalese zündet in Italien Schulbus an

Julian Schernthaner

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am

Am Mittwochnachmittag hielt ein italienischer Staatsbürger mit senegalischen Wurzeln die italienische Öffentlichkeit in Atem. Die Einsatzkräfte konnten den Anschlag in letzter Sekunde vereiteln.

San Donato Milanese. – Das Drama spielte sich in einer Kleinstadt etwa 10 Kilometer südwestlich von Mailand ab. Der in Frankreich geborene Senegalese, der seit der Hochzeit mit seiner Ex-Frau im Jahr 2004 auch die italienische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte laut den Salzburger Nachrichten den Auftrag, 51 Kinder und zwei Lehrer von einer Schulveranstaltung zurückzubringen. Brisant ist auch das wahrscheinliche Motiv des Beinahe-Attentäters.

Senegalese nimmt Schüler als Geisel

Auf halbem Weg änderte der Mann seine Route und steuerte stattdessen in Richtung Flughafen. Plötzlich bedrohte er die Kinder mit einem Messer und nahm sie in Geiselhaft. Er nahm ihnen ihre Handys weg und begoss den Flur des Busses mit Benzin.

Doch er machte seine Rechnung ohne einen mutigen Jungen, dem es gelang, sein Mobiltelefon vor dem Geiselnehmer zu verbergen. Er alarmierte seine Eltern, welche wiederum die Polizei verständigten.

Einschreiten der Polizei verhindert Schlimmeres

Durch das beherzte Einschreiten konnten die Polizisten den Bus anhalten und die Schüler über das Heck des Busses befreien, ehe dieser in Vollbrand geraten konnte. Lediglich einige der Schüler erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, 14 von ihnen wurden deshalb – ebenso wie der Tatverdächtige – in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Schulbus selbst entstand Totalschaden.

Verschärfte Einwanderungspolitik als Motiv

Für einigen Zündstoff sorgt außerdem das mutmaßliche Motiv des Mannes. Er wollte mit seiner irrsinnigen Aktion gegen die Einwanderungspolitik der Regierung protestieren. Aussagen der Kinder zufolge rief er immer wieder
„Schluss mit den Toten im Mittelmeer!” Außerdem brüllte er: „Niemand kommt hier lebend raus!”

Ebenfalls für Aufregung sorgte anschließend die Feststellung, dass der Mann bereits Verurteilungen wegen sexueller Belästigung sowie Trunkenheit am Steuer hatte. Innenminister Matteo Salvini (Lega) reagierte fassungslos: „Warum fährt so eine Person einen Schulbus?”

Rückgang der Mittelmeertoten nach Asylreform

Die Regierung aus der patriotischen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung verschärfte erst im Vorjahr die Einwanderungsbestimmungen. Die Beendigung des Sterbens auf See war für Innenminister Salvini (Lega) sogar eines der Beweggründe für das Gesetz. Mehreren NGO-Schiffen mit Migranten an Bord verweigerte es seitdem außerdem die Anlegeerlaubnis.

Im Gegensatz zur Ansicht des Tatverdächtigen vom Mittwoch zeigen die Maßnahmen die erhoffte Wirkung auf diesem Gebiet. Denn es kam seit dem Gesetzeserlass zu einem Rückgang sowohl der Ankünfte in Italien als auch der Todesfälle im Mittelmeer – Die Tagesstimme berichtete.

Ermittlungen auch wegen terroristischen Motivs

Im Fall des senegalesischen Busfahrers ermitteln die Behörden nun auch in Richtung eines politischen beziehungsweise terroristischen Motivs. Erste Verdachtsmomente zumindest islamistischer Verbindungen erhärteten sich jedoch nicht.

Es ist die zweite schwere Tat in einem öffentlichen Verkehrsmittel unter Beteiligung Unschuldiger in dieser Woche. Im niederländischen Utrecht schoss am Montag ein gebürtiger Türke in einer Straßenbahn um sich – mutmaßlich aus terroristischen Motiven.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    21. März 2019 at 13:45

    Diese Bestie hätte wirklich über 50 Menschen angezündet und verbrennen lassen???
    Mir fehlen die Worte – und zunehmend auch meine Geduld…!

  2. Avatar

    DieParty

    22. März 2019 at 21:42

    Der Mann arbeitete seit 15 Jahren als Schulbusfahrer. Laut italienischen Medienberichten wurde ihm 2007 wegen Alkohols am Steuer vorübergehend der Führerschein abgenommen, sein Arbeitgeber sei jedoch nicht darüber informiert worden. 2018 wurde er demnach wegen sexueller Belästigung Minderjähriger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. ”
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.italien-polizei-befreit-51-schueler-aus-gewalt-ihres-busfahrers.0173d021-e044-4995–9a00-73067ad4a9be.html

    Ein Kinderfi… als Schulbusfahrer. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

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Welt

New York: Bürgermeister will BLM-Schriftzug vor Trump-Hochhaus malen

Julian Schernthaner

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am

Der Nachlauf der Unruhen in mehreren US-Städten im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste droht immer mehr zum politischen Hickhack zu werden.

New York. – Nachdem bereits in der Nähe des Weißen Hauses, dem Präsidentensitz in Washington DC, ein gelber „Black Lives Matter”-Schriftzug  prangt, wollte die Millionenmetropole an der Ostküste nachziehen. Der demokratische Bürgermeister Bill de Blasio, der selbst mit einer schwarzen Frau verheiratet ist, möchte dieselben Worte auf die Fifth Avenue malen lassen – und zwar direkt vor den „Trump Tower”, dem ältesten Wolkenkratzer des Familienunternehmens des Präsidenten.

Polizisten wurde das Budget gekürzt

Daraufhin hinterfragte US-Präsident Donald Trump auf Twitter die Prioritäten des liberalen Stadtchefs. Er verwies dabei, dass die Stadt gleichzeitig das Budget für ihre Polizei um 1 Mrd. Dollar (etwa 890 Mio. Euro) beschneide. Dies würde gerade auch die Polizisten weiter beleidigen, welche sich an „fürchterliche Parolen” wie „Pigs in a Blanket, Fry ‚Em Like Bacon” [unübersetzbares Wortspiel mit dem Wort ‚Schwein’, die direkte Übersetzung wäre „Würstchen im Schlafrock, röstet sie wie Speck”, Anm. d. Red.] sicherlich erinnern würden.

Er hofft nun, dass die „großartige Polizei”, welche „von einem Bürgermeister, der sie hasst und geringschätzt, neutralisiert und verschmäht” worden seien, sich dafür einsetzen würden, „dass dieses Symbol des Hasses nicht auf New York’s schönster Straße angebracht wird”. Die Politik in seiner eigentlichen Heimatstadt solle die dafür notwendige Geldsumme lieber für den Kampf gegen das Verbrechen einsetzen.

Bürgermeister unterstellt Trump Rassismus

Es wären aber nicht die tief gespaltenen USA, wenn ihm diese Äußerungen im Wahlkampfjahr nicht den üblichen Gegenwind einbrächten. De Blasio reagierte, indem er Trump unterstellte, die Sache nicht zu verstehen. Er schrieb: „Schwarze Menschen erbauten die Fifth Avenue und so viel dieser Nation. Ihr ‚Luxus’ kommt aus DEREN Arbeitskraft, für die sie nie gerechte Entschädigung bekamen. Wir ehren sie. Dass Sie darin eine Verunglimpfung ihrer Straße sehen, ist genau die Definition von Rassismus”.

Dem ORF zufolge wies eine die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, den Rassismus-Vorwurf später bei einer Pressekonferenz zurück. Trump finde sehr wohl, dass auch alle schwarzen Leben wichtig seien. Allerdings kritisiere er die „Black Lives Matter”-Bewegung als Organisation, die „hasserfüllte Botschaften” sende.


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USA: Polizei räumt autonome Zone „CHAZ”

Monika Šimić

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Die Räumung der „autonomen Zone” in Seattle war bereits vor etwa einer Woche angekündigt worden.

Seattle. – Die Polizei hat eigenen Angaben  zufolge in der US-Großstadt Seattle mit der Auflösung einer im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste errichteten „autonomen Zone”, der „Capitol Hill Autonomous Zone” (CHAZ), begonnen. Die Polizei von Seattle wird heute in dem Gebiet sein und die Anweisung der Bürgermeisterin durchsetzen“, twitterte die Polizei am frühen Morgen. Die Behörde berichtete daraufhin von mindestens 13 Festnahmen von Personen, die die Gegend nicht freiwillig verlassen wollten.

Zwischenfälle am Wochenende

Die Bürgermeisterin von Seattle, Jenny Durkan, hatte die Auflösung der „autonomen Zone”, in der die Polizei „unerwünscht” ist, vor gut einer Woche angekündigt. Es sei an der Zeit, die Ordnung wiederherzustellen. Durkans Ankündigung kommt nach Zwischenfällen am Wochenende. Ein 19-Jähriger war in der Nacht auf Samstag erschossen worden. Am Sonntag fielen erneut Schüsse, eine Person wurde laut Polizei verletzt.

Kritik von Trump

Anfang Juni hatten Demonstranten unweit des Kapitols in der Innenstadt mehrere Straßenzüge besetzt, die Polizei zog daraufhin aus einer dort gelegenen Wache ab. US-Präsident Donald Trump ist die Situation ein Dorn im Auge. Er warf Durkan und dem Gouverneur des Bundesstaates Washington Untätigkeit vor und forderte mehrfach, dass sie die Kontrolle über die Stadt zurückerlangen müssten. „Nehmt JETZT  eure Stadt zurück. Wenn ihr es nicht tut, werde ich es tun. Das ist kein Spiel”, twitterte der Präsident Mitte Juni.

Er verlangte zudem, „hässliche Anarchisten” unverzüglich zu stoppen. Zuvor hatte er geschrieben, „inländische Terroristen” hätten in Seattle an der Westküste die Kontrolle übernommen.


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USA: Senatoren wollen Truppenabzug aus Deutschland verhindern

Joshua Hahn

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Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump bekannt gab, eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen einlösen zu wollen, kündigen mehrere Senatoren Widerstand an.

Washington, D.C. – Sowohl Demokraten als auch Republikaner sehen im Truppenabzug aus Deutschland ein Problem. Wie unter anderem „n‑tv“ berichtet, sagte der Republikaner Romney, der Truppenabzug sei ein „Geschenk für Russland“ – „und das ist das letzte, was wir tun sollten“. Unlängst hatte Trump angekündigt, etwa 10.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Auch Demokraten kritisieren den Schritt. Chris Coons erklärte laut Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, der Abzug mache „Amerika kein bisschen sicherer“. Jeanne Shaheen, ebenfalls aus dem demokratischen Lager, sieht in der Stationierung von amerikanischen Truppen auf deutschem Boden ein „beidseitiges Interesse“, welches bewahrt werden müsse.

Kongress könnte Geld verweigern

Da Trump der Oberbefehlshaber der amerikanischen Armee ist, kann er prinzipiell im Alleingang entscheiden, die Truppen abzuziehen. Da das Unternehmen jedoch teuer sein wird, muss der Kongress die finanziellen Mittel bewilligen. Dies wird im Normalfall nur dann getan, wenn die Kongressmitglieder der Auffassung sind, dass ein solcher Abzug der Sicherheit Amerikas zuträglich ist. Weil dies offenbar parteiübergreifend nicht der Fall ist, dürfte sich die Bewilligung schwierig gestalten. Über genauere Pläne und Absprachen der Parteien lässt es sich derzeit lediglich spekulieren.

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