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Gesellschaft

Bei Donnerstagsdemo: Identitäre hissen Banner gegen „großen Austausch”

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Bild: Identitäre Bewegung Österreich.

Anlässlich der auch von linksradikalen Gruppen mitgetragenen sogenannten Donnerstagsdemo hielten Aktivisten der patriotischen Identitären Bewegung (IBÖ) in Wien ein Banner hoch, um gleichermaßen gegen Terror und die demographische Veränderung zu protestieren.

Wien. – Als der allwöchentliche Demozug der Regierungsgegner sich ihren Weg durch die Straßen bahnt, erscheinen plötzlich auf einer Hausfassade etwa ein Dutzend Menschen, die auf einer angrenzenden Fassade ein Spruchband mit der Aufschrift „Stoppt den Großen Austausch” halten. Es sind Aktivisten der Identitären, die bereits in der Vergangenheit mit spektakulären Protestaktionen auf sich aufmerksam machten.

Statistisch klar belegbare Entwicklung”

Die Aktivisten weisen in einer Aussendung darauf hin, dass es sich beim „großen Austausch” keinesfalls um eine Verschwörungstheorie handle. Vielmehr sei dieser eine „statistisch klar belegbare Entwicklung”, welche aus niedriger Geburtenrate und Massenzuwanderung resultiere. Der Begriff selbst beschreibt die Verschiebung der demographischen Verhältnisse zu Ungunsten der autochthonen Bevölkerung.

Bereits heute würden muslimische Schüler die größte Gruppe in Neuen Mittelschulen in Wien darstellen. Da sich diese Tendenz wohl fortsetzen würde, drohe den Österreichern damit „zur Minderheit im eigenen Land” zu werden. Auch die Mehrheit der Menschen im Land würden diese Entwicklung ablehnen. Umfragen zufolge würden etwa mehr als zwei Drittel der Österreicher mehr Nachteile als Vorteile in einer fortlaufenden Einwanderung aus Nahost und Afrika sehen.

Politik der Repression und Sprachverbote”

Gleichzeitig sähen sich aber Menschen, welche sich gegen diese Zustände aussprechen, „wachsenden Maulkorb-Paragraphen und Sprachverboten” ausgesetzt. Alleine im Jahr 2018 gab es demnach mehr als tausend Verfahren wegen des Verdachts der Verhetzung, Hausdurchsuchungen und Verhöre „wegen kritischer Onlinekommentare” stünden „an der Tagesordnung”.

Die Identitären vermuten hinter dieser „Politik der Repression und Sprachverbote” eine Absicht, Patrioten in Kriminalität und Extremismus zu treiben. Tatsächlich könne aber nur eine „offene und freie Debatte […] den gesellschaftlichen Frieden sichern”. Man fordere eine Politik der Leitkultur, der Remigration und De-Islamisierung um Rechtsstaat, Demokratie und die eigene Identität zu bewahren.

Christchurch: Ideologische Nähe unterstellt

Auch das Timing der Banneraktion dürfte nicht von ungefähr kommen. Denn im Nachlauf des unfassbaren Terroranschlags auf eine Moschee in Christchurch versuchten einschlägige Akteure, vermeintliche Experten und manche Journalisten, der programmatisch gewaltfreien Gruppierung den Malus eines Vordenkertums für das Attentat in Neuseeland anzudichten.

Grund: Die Verwendung des Begriffs „großer Austausch” würde eine vermeintliche ideologische Nähe darlegen. Ein Journalist der zu 100% in Staatsbesitz befindlichen Wiener Zeitung behauptete deshalb sogar, die Identitären würden sich „in Erklärungsnot” befinden, da man die Rolle „derartige Propaganda” für die „Radikalisierung von rechtsextremen Tätern” näher beleuchten müsse.

Instrumentalisierung folgt „Logik des Terroristen”

Gerade diese Interpretation stößt den Aktivisten sauer auf. Die IBÖ stelle sich „entschieden gegen jeden Terror und jede Form der politischen Gewalt”. Gleichzeitig sei eine Tabuisierung der Debatte, welche „jeden der den großen Austausch anspricht, mit Terrorismus in Verbindung” brächte, problematisch. Denn durch diese Instrumentalisierung des „widerlichen Anschlags” würden Medien exakt der „Logik des Terroristen” folgen.

Die Verantwortung für entstehende „Verwerfungen” sieht die Gruppe indes weder bei Einwanderern, Muslimen noch Patrioten. Diese liege vielmehr bei Politikern, welche das Experiment einer multikulturellen Gesellschaft vorantreiben würden. Gerade weil „nur gewaltfreie und rechstaatliche-politische Maßnahmen” die Entwicklung stoppen könnten, sei eine „offene Debatte über die demographische Veränderung” unerlässlich.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmüller

    22. März 2019 at 11:20

    Dank” System” Merkel & „Anhang” ‚haben wir diesen „Austausch”!Bis auf wenige Länder im EU Raum ‚wie Tschechien ‚Slowakei,Polen ‚Ungarn,Bulgarien ‚Rumänien,baltische Staaten!

  2. Avatar

    Boris Walldorf

    22. März 2019 at 19:46

    Der Artikel liest sich, wie direkt von der IB geschrieben. Übrigens ist in der Mongolei ein ein Sack Hirse umgefallen.

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Gesellschaft

Wiener Akademikerball: Platzverbot und Gratisbus zur Demo

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Am Freitag findet in der Hofburg der Wiener Akademikerball statt, gegen den linke Akteure demonstrieren wollen / Bild: Bwag [CC BY-SA 3.0 AT] (Bild zugeschnitten)

Gegen den Wiener Akademikerball wollen neben der „Offensive gegen Rechts” auch die „Omas gegen Rechts” demonstrieren.

Wien/Graz. – Am Freitag findet in der Wiener Hofburg der Akademikerball statt – und wie eine Woche zuvor auch schon in Graz will man von linker Seite dagegen demonstrieren. Zum Protest gegen den Ball hat etwa die „Offensive gegen Rechts” aufgerufen. Um den Ballgästen eine sichere Zufahrt zum Veranstaltungsort zu ermöglichen, hat die Landespolizeidirektion Wien ein Platzverbot rund um die Hofburg verordnet.

Wirbel um Sellner-Teilnahme am Ball

Beim Wiener Akademikerball werden FPÖ-Bundesparteichef Norbert Hofer und der Wiener Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) eine Rede halten. Erst vor wenigen Tagen sorgte die mittlerweile bestätigte Teilnahme Martin Sellners am Akademikerball für Kritik. Der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Martin Engelberg warf der FPÖ eine fehlende Distanz und „keine klare Haltung” gegenüber der Identitären Bewegung vor. Sellner schrieb daraufhin auf Twitter: „Wie peinlich. Meine Ballbesuche sollten nicht Thema der Innenpolitik sein”.

Zwei Demonstrationen angekündigt

Wie schon in den Jahren zuvor demonstrieren linke Gruppierungen auch heuer wieder gegen die traditionelle Ballveranstaltung. In der Beschreibung der Facebookveranstaltung zur Demonstration heißt es seitens der „Offensive gegen Rechts”, dass die FPÖ nicht nur einen Ball feiern, sondern auch „die Grundsteine für ihre nächsten Angriffe auf unser Sozial- und Gesundheitssystem, sowie auf die Rechte von Arbeitern und Migranten” legen würde. Auch nach Ende der blauen Regierungsbeteiligung solle der Protest damit weitergehen. Neben der „Offensive gegen Rechts” rufen auch die „Omas gegen rechts” zum Protest auf.

Gratisbus der ÖH nach Wien

An den Demonstrationen dürften aber nicht nur Personen aus Wien und Umgebung teilnehmen. Erwartet werden auch Teilnehmer aus der Steiermark. Denn das Kulturreferat der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Graz hat einen Bus organisiert, für den man sich im Vorhinein zwar anmelden muss, dafür dann aber gerade am 24. Jänner gratis nach Wien und zurück nach Graz fahren kann. Im Beschreibungstext der Facebookveranstaltung „Kultref goes Wien” und auch im ÖH-Newsletter, der in der Regel an alle Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz ausgeschickt wird, schreibt das Referat: „Nicht nur Graz hat ein reiches, kulturelles Angebot, sondern auch Wien”.

Neben fünf kulturellen Veranstaltungen findet sich allerdings auch der Hinweis auf die Facebookveranstaltung zur Demonstration der „Offensive gegen Rechts”. Im ÖH-Newsletter wurde sogar direkt darauf verlinkt. „Wer genug von rechter Provokation hat, kann sich der Demo gegen den Akademikerball anschließen”, heißt es seitens des Kulturreferats sowohl im ÖH-Newsletter als auch in der Beschreibung der Facebookveranstaltung. Auch der Kommunistische Studentenverband (KSV) weist auf seiner Facebookseite auf die Busfahrt nach Wien hin: „Antifa heißt Busfahren. Am 24. Jänner gratis nach Wien zur Demo gegen den FPÖ-Burschiball!”

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Uni-Rampe besetzt: Linksextreme werfen Tampons auf Burschenschafter

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Linke und Linksextreme gegen den WKR-Bummel an der Uni Wien. Bild: privat.

Die Polizei hatte am Montag eine Kundgebung gegen den Bummel der Wiener Studentenverbindungen untersagt. Die linke Szene reagierte am Mittwoch mit einer Sitzblockade an der Uni-Rampe.

Wien. – Heute Mittag haben verschiedene linke Gruppen, darunter die ÖH Uni Wien, aber auch Linksextreme von der autonomen antifa w, die Rampe der Universität Wien besetzt, um gegen den wöchentlichen Farbenbummel des Wiener Korporationsringes (WKR), dem vor allem schlagende Studentenverbindungen angehören, zu protestieren.

Linke werfen mit Tampons

Laut Augenzeugenberichten beteiligten sich etwa 30 Personen an der Sitzblockade an der Uni-Rampe, 50 weitere Linke protestierten an der Treppe davor. Die Demonstranten hielten Schilder wie „Gegen Rechtsextremismus und Polizeiwillkür!” und „Niemand hat das Recht zu gehorchen” hoch und riefen Parolen. Aus der Sitzblockade wurden rot angemalte Tampons auf die Verbindungsstudenten geworfen.

Eines der Tampons, das Demonstranten auf die Korporierten warfen. Foto: privat

Mutmaßliche Einschüchterungsversuche

Wie die Tagesstimme erfuhr, habe es darüber hinaus auch Einschüchterungsversuche gegen jenen Burschenschafter gegeben, der am vergangenen Mittwoch von Linksextremen gewalttätig angegriffen und leicht verletzt worden war.

Nach Ende des Farbenbummels eskortierte die Polizei die Korporierten zu ihrem Ausklang auf ein Wiener Verbindungshaus.

Seit Dienstag hatte die ÖH Uni Wien, die Plattform Radikale Linke, die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen und die autonome antifa w zur Besetzung der Uni-Rampe aufgerufen. Zuvor hatte die Polizei bereits am Montag eine für Mittwoch geplante Kundgebung der ÖH gegen den WKR-Bummel untersagt.


Weiterlesen:

„Gegen Burschenschafter: ÖH will heute Uni-Rampe besetzen” (22.01.2020)

„Steirische Burschenschaften reagieren auf ‚linksextreme Einzelfälle’ ” (16.01.2020)

„FPÖ verurteilt ‚linke Gewaltexzesse’ an Uni Wien scharf” (15.01.2020)

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Gesellschaft

Gegen Burschenschafter: ÖH will heute Uni-Rampe besetzen

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien): Alexander Johmann via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Die Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten an der Universität Wien geht am heutigen Mittwoch weiter.

Wien. – Die ÖH Uni Wien, die Plattform Radikale Linke und die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen haben gemeinsam für heute Mittag um 12 Uhr die Besetzung der Rampe an der Universität Wien angekündigt. Damit wollen die linken und linksradikalen Studenten gegen den dort mittwochs stattfindenden „Farbenbummel” der Studentenverbindungen des Wiener Korporationringes (WKR) protestieren.

Polizei untersagt ÖH-Kundgebung

Eine geplante Kundgebung der ÖH sei am Montag untersagt worden, berichtet die Studentenvertretung auf ihrer Facebook-Seite: „Diese skandalöse Entscheidung reiht sich ein in eine lange Kette von Diffamierungsversuchen, Demoverboten und anderen Formen der Repression gegen antifaschistische Proteste!”

RFS spricht von „Mega-Skandal”

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) ortet in der angekündigten Besetzung der Uni-Rampe einen „Mega-Skandal”. „Der linksextreme Schlägertrupp der ÖH Uni Wien, der bereits letzte Woche mehrere Verletzte zu verschulden hatte, ruft dazu auf sich gegen die Untersagung der Polizei zu stellen und den Aufgang zur Universität zu blockieren!”, kommentierten die blauen Studenten den ÖH-Beitrag auf Facebook.

Linksextremer Überfall in der Vorwoche

Vergangenen Mittwoch hatten Linksextreme an der Universität Wien einen Burschenschafter tätlich angegriffen. Der junge Studenten erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen und wurde anschließend im Krankenhaus behandelt. Die Polizei konnte zwei Tatverdächtige vorübergehend festnehmen. Die beiden wurden „nach sofortiger Vernehmung über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien auf freiem Fuß angezeigt”, wie eine Pressesprecherin der Polizei auf Anfrage der Tagesstimme mitteilte.


Weiterlesen:

„Steirische Burschenschaften reagieren auf ‚linksextreme Einzelfälle’ ” (16.01.2020)

„FPÖ verurteilt ‚linke Gewaltexzesse’ an Uni Wien scharf” (15.01.2020)

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