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Interview

Ruhrpott Roulette: „Keinen Bock auf Sojaunterhaltung von der Stange”

Julian Schernthaner

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Immer für einen Scherz zu haben: Kai und Marius - die bekannten Gesichter des jungen patriotischen Humor-Kollektivs "Ruhrpott Roulette". Bild: privat / Ruhrpott Roulette.

Im Interview mit der Tagesstimme spricht das aufstrebende Humor-Kollektiv „Ruhrpott Roulette” über patriotisches Selbstverständnis, die moralische Schieflage in der Kulturszene und die Wichtigkeit von Humor als politisches Mittel.

Die Tagesstimme: „Ruhrpott Roulette“ startete im Februar. Wer seid ihr, was bedeutet der klingende Name und was bewegte euch dazu, ein humoristisches Projekt ins Leben zu rufen? 

Ruhrpott Roulette: Grüßt euch! Unser Team besteht aus 5 1/2 identitären Aktivisten, unsere Frontschweine Marius und Kai, so wie Cassis und Falk in der Technik und Produktion. Musikalisch verstärkt werden wir von der Dame des Hauses; Melanie! Zuletzt bleibt noch unser „Praktikant” Felix zu nennen. 

Der Name ist eine Verpflichtung zu unserer Grundidee, zusammen mit dem Publikum den Kurs zu bestimmen. Wie beim richtigen Roulette haben wir vorher keine Ahnung, was uns das Schicksal serviert. Nur dass bei uns nicht der Zufall, sondern das Publikum entscheidet. Wir schnappen uns die besten Ideen aus den Kommentaren, arbeiten diese aus und stellen drei davon zur Wahl. Was ab da passiert, liegt in eurer Hand. 

Wie sind wir darauf gekommen? Naja, das ist wahrscheinlich für viele nachvollziehbar. Wenn man nahezu täglich mit den Problemen der heutigen Zeit konfrontiert wird, braucht man zwischendurch einfach was zum Abschalten. Die meisten unserer Zuschauer können diese Probleme zumindest nachvollziehen, das legt natürlich nahe, dass eben diese Zuschauer keinen Bock mehr haben auf hypermoralisierte Sojaunterhaltung von der Stange, ohne Gluten. So wie wir. Eben Zeit für etwas Neues. Daher haben wir das Experiment gewagt.

Die Tagesstimme: Bislang habt ihr mit Streetcomedy und einer Liedparodie auf besonders kurzweilige Formate gesetzt. Welche Zielgruppe wollt ihr mit euren Sketches bedienen und wie soll euer künftiges Portfolio aussehen? 

Ruhrpott Roulette: Wir haben ja erst vor relativ kurzer Zeit angefangen, haben aber auch von Anfang an gesagt, dass wir uns da nicht in Ketten legen wollen. In erster Linie machen wir Unterhaltung von Patrioten für Patrioten. In der derzeit gesperrten Folge 2 starten wir auch recht früh mit der Bedienung eines anderen Aspekts, indem wir der Opposition den Spiegel vorhalten.

Wir hatten allerdings gedacht, wir täten das humoristisch überspitzt, bis wir feststellen mussten, dass die SJW-Presse („Social Justice Warrior”, Anm. Red.) das gleiche gemacht hat. Allerdings vollkommen unironisch! Grundsätzlich sprechen wir aber jeden an, der sich angesprochen fühlt. Wie die Wahl des Inhalts bleibt auch das dem Publikum überlassen. 

Zwar basiert unser Konzept auf der Teilhabe der Leute da draußen, aber wer langfristig auch überraschen will, der muss natürlich mit frischen Ideen auffahren. Daran arbeiten wir selbstredend stetig, aber um zu überraschen, darf man da auch nicht so viel im Vorfeld drüber reden. Sonst is langweilig. 

Die Tagesstimme: Die Zahl der kabarettistischen Projekte im patriotischen Milieu steigt rasant an. Wie wichtig ist Humor als politisches Mittel? 

Ruhrpott Roulette: Naja, eben dieser rasante Anstieg kommt ja nicht von ungefähr. Wie schon erwähnt, braucht es ab und zu einfach auch mal groben Unfug. Selbstironie ist ein gutes Mittel, sich selbst auch mal zu hinterfragen. Das lang tradierte, karikatureske Vorführen des Systems kann in anderen bewirken, sich selbst und die eigene Rolle im täglichen Wahnsinn zu hinterfragen.

Das sind aber auch keine neuen Informationen. Wie sich der Humor schon immer der Politik bediente, bediente sich auch die Politik schon immer beim Humor. Gemeinsam haben sie, dass sie Formen der Kommunikation und in allen Aspekten des Lebens beheimatet sind. Eine weitere Parallele: Sie sind die Kunst des Möglichen. Da wird wahrscheinlich jeder zustimmen, der schon mal in falscher Runde einen noch falscheren Witz erzählt hat.

Man sieht es aber auch im täglichen Leben; oder glaubt wirklich jemand, man könne ohne eine gehörige Portion Humor mit Grünen und Linken in einem Plenum sitzen? Humor scheint zumindest wichtig zu sein, um die Politik zu überstehen, ohne den Verstand zu verlieren. 

Die Tagesstimme: Eure bisherigen Videos schneiden mehrfach die Thematik des „Rechtsseins“ an. Wieso ist ein positives Selbstverständnis patriotischer Menschen unerlässlich? 

Ruhrpott Roulette: Ein wichtiger Teil dieses Selbstverständnisses ist es ja, sich zuzutrauen, selbständig zu denken. Ohne dies würde es wohl keiner bis zu uns schaffen. Betrachtet man die Verleumdungen, die sich unsere Systemmedien als „Berichterstattungen” zu bezeichnen erdreisten, wird das auf menschlicher Ebene schnell klar.

Ist man aber erstmal durch den Nebelschleier durch und hat sich an allen Strohmännern vorbei gedrängt, sieht man ja was die wahren Kernthemen sind. Wer sich dann für eben diese unsere Ziele stark macht, der kann ja eigentlich nicht mehr anders, als ein positives Selbstverständnis zu haben. Immerhin verfügt man über die eben beschrieben Qualitäten. 

Wichtig wird es dann wieder bei der Außenwirkung. Jeder Mensch mit einem gesunden Verstand im Schädel muss auf lange Sicht die Schere bemerken, die zwischen Wahrheit und Mediendarstellung besteht. Die aber nur sichtbar bleibt, solange wir sie aufhalten. Dafür unerlässlich: positives Selbstverständnis. 

Die Tagesstimme: Eure Liedparodie „Hetztape” erreichte innerhalb weniger Tage 55.000 Menschen – und wurde dann wegen eines Urheberrechtsanspruchs gesperrt. Zahlreiche andere Parodien desselben Liedes sind aber weiterhin verfügbar. Wird in der deutschen Kulturszene mit zweierlei Maß gemessen? 

Ruhrpott Roulette: Ja, auf jeden Fall! Ist aber klar eigentlich. Die finstere Macht, die halt zwingend für die eigene moralische Hegemonie gebraucht wird, sind wir halt nicht. Das ist ärgerlich und verhindert die Gleichbehandlung an dieser Stelle. Man stelle sich vor, zu viele Leute sehen das. Nachher beginnen die noch zu hinterfragen ob „Rechts sein“ wirklich das bedeutet, was doch so schön ins erzeugte Bild passt. Wie kacke wär das denn?

Aber um dies zu verhindern, gibt es offensichtlich ganze Firmen, die von der Arbeit existieren können, gemeingefährliche Subjekte wie uns aufzuspüren und off zu nehmen. Die Nachfrage nach dieser Form der selektiven Vorgehensweise scheint zu steigen. Sind aber natürlich alles nur Gerüchte.

Die Tagesstimme: Angenommen ich wäre Millionär, mein Kopf sprudelt vor Ideen über und ich habe Zeit ohne Ende. Wie kann man euch am besten unterstützen? 

Ruhrpott Roulette: Ah, also der typische Durchschnittsbürger, zumindest im grünen Weltbild. Wir versuchen ja gleich zu Beginn, einen Standard zu erreichen, den man auch im Fernsehen zeigen könnte. Da sind wir aber noch nicht. Wir arbeiten mit privater Ausrüstung, die natürlich begrenzt einsetzbar ist. Wir möchten uns qualitativ hinter niemandem verstecken müssen. Auch inhaltlich wollen wir noch ordentlich aufdrehen. Dazu fehlen uns allerdings noch die Mittel.

Mangel an Ausrüstung und derzeit nur ein Arbeitsplatz für die gesamte Post-Produktion, das macht es natürlich mühsam und zeitintensiv. Wenn qualitativ minderwertige Ausrüstung versagt, fällt uns mitunter ein ganzer Sketch weg, eine zweite Chance haben wir bei dieser Art der Vorgehensweise nicht. Da muss direkt alles sitzen. Sowas schlägt sich natürlich auch auf die Länge der Folgen nieder. Eine Erfahrung, die wir schon von Anfang an machen mussten. Wenn sich dann noch drei Leute im Studio vor einem Rechner tummeln müssen, steht man sich auch dabei im Weg und viele gute Ideen bleiben auf der Strecke.

Um dem Abhilfe zu schaffen, haben wir uns was ganz Originelles ausgedacht. Man kann uns was spenden! Da das jetzt für alle was Neues sein sollte, hier ein paar Möglichkeiten: 
https://www.paypal.me/RuhrpottRoulette1
https://www.patreon.com/ruhrpottroulette
https://www.subscribestar.com/ruhrpott-rou

Soviel zum Geld. Zeit haste auch zu viel? Schau unsere Videos mehrmals täglich, in voller Länge. Dazu noch drei bis fünf Kommentare, möglichst bis zum Rand gefüllt mit all deinen Ideen. Zu tun ist immer! Alternativ gehen wir auch gern mit dir ein Bierchen trinken (auf deinen Nacken natürlich).

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Interview

Sellner: „Die Nutzung digitaler Plattformen muss ein Grundrecht werden!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild: Ehem. Facebook-Seite Martin Sellner

Im Interview mit der Tagesstimme spricht der patriotische YouTuber, Aktivist und Leiter der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), Martin Sellner, über Meinungsfreiheit, die lebendige Kultur Europas und den Zustand seiner Bewegung.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Sellner, nachdem Sie eine Hausdurchsuchung während Ihres Urlaubs in Osttirol überraschte, löschte YouTube Ihren Kanal ausgerechnet, als Sie sich gerade auf dem Weg in Ihre Flitterwochen befanden. Wie nervenaufreibend ist das Wissen, dass man als Aktivist und Systemkritiker seine Ruhephasen nie wirklich planen kann?

Martin Sellner: Es ist natürlich etwas mühsam und auf Dauer zehrend, dafür ist unser Leben nicht langweilig! Ich wollte mein Leben immer so leben, dass ich, würde ich es als Film sehen, nicht wegklicken würde. Das ist derzeit der Fall. Ich bin immer gespannt, was als nächstes passiert, und wie es weitergeht.

Die Tagesstimme: Die Löschung Ihres YouTube-Kanals mit über 100.000 war nicht die erste in jüngerer Vergangenheit, die einen patriotischen Kommentator betraf. Was bedeuten diese Schläge gegen kritische Stimmen für die demokratische Willens- und Meinungsbildung?

Sellner: Es sind enorme Attacken, die uns auch vom Wesentlichen ablenken. Meine letzten Videos zB beschäftigten sich zu einem guten Teil mit den Sperren von mir und Niki [Kanal „Neverforgetniki” von Niklas Lotz, Anm. d. Red.], einem anderen betroffenen Youtuber. Damit geht der Fokus von den wichtigen Themen verloren und man gerät in die Defensive. Die ständigen Einschnitte in den patriotischen Diskurs verzerren auch die gesamtgesellschaftliche Debatte und sabotieren die Demokratie.

Die Tagesstimme: Ihr Kanal wurde nach einem Einspruch und anwaltlichem Beistand wiederhergestellt. Welche weiteren Schritte planen Sie gegen YouTube – oder ist durch die zweite erfolgreiche Wiederherstellung nach „Neverforgetniki” die Gefahr für patriotisch-kritische Stimmen auf der Plattform vorerst gebannt?

Sellner: Nein, die Gefahr besteht immer. Youtube ist komplett unvorhersehbar, die Regeln sind nicht nachvollziehbar und der Konzern fühlt sich keiner Rechenschaft schuldig. Das betrifft alle großen Plattformen. Damit sind Youtube, Facebook, Twitter und Co. wie eine feindliche Matrix, die sich jederzeit gegen uns richten kann.

Die Tagesstimme: Befürworter derartiger Sperrungen verweisen regelmäßig auf das Recht privater Firmen, eigene Geschäftsbedingungen durchzusetzen. Inwiefern irrt diese Ansichtsweise bei Angeboten wie Facebook, YouTube, usw.?

Sellner: Genauso absurd wäre es wenn einem ein Telefonanbieter den Vertrag kündigen würde, weil man sich im Gespräch positiv über die AfD äußert. Wenn ein Unternehmen eine globale Monopolstellung hat und zu einer unumgänglichen Bedingung für erfolgreiche digitale Kommunikation geworden ist, dann greift die privatrechtliche Vertragsfreiheit nicht mehr.

Die großen digitalen Plattformen zu nutzen, muss im Rahmen der Strafgesetze ein Grundrecht werden, ebenso wie man öffentliche Verkehrsmittel benutzen darf und ein Recht auf ein Bankkonto hat.

Die Tagesstimme: Was schreiben Sie linken und bürgerlichen Personen ins Stammbuch, welche sich über Sperrungen rechter Akteure auf sozialen Netzwerken – wie in Ihrem Fall, mitunter vorschnell – freuen?

Sellner: Ihnen könnte das Lachen noch im Halse stecken bleiben. Ich werde alles dafür tun, dass Rechte, wenn sie eines Tages politische Macht innehaben sollten, nicht so verlogen, totalitär und heuchlerisch agieren werden.

Die Tagesstimme: Sie haben für Ihre Hochzeitsreise die italienische Hauptstadt Rom auserkoren. Welchen Symbolwert hat die ‚ewige Stadt’ für einen Liebhaber europäischer Kultur, insbesondere für einen Katholiken?

Sellner: Rom ist eines der Herzen Europas. Hier sieht man was Europa wirklich ist: kein Vertrag, kein Bündel an abstrakten „Werten”, sondern greifbare, konkrete Tradition. Es ist lebendige Geschichte, heidnische Antike, christliches Mittelalter und die Moderne. All das sieht und erlebt man in Rom: dass Europa lebendig ist.

Die Tagesstimme: Sie haben sich für die Ehe – und eigenen Aussagen zufolge auch für die Gründung einer Familie – entschieden. Viele Menschen, auch im patriotischen Lager, zweifeln, ob es in turbulenten Zeiten überhaupt noch angebracht sei, diesen Weg zu gehen. Welche aufmunternden Worte geben Sie diesen Menschen mit?

Sellner: Ich würde sie fragen, wer denn ein Interesse daran hat, dass sie so denken und sich im schlimmsten Fall das Wichtigste im Leben, eine unwiederbringliche Chance, rauben lassen. Gerade und ausgerechnet jetzt müssen wir trotzdem ‚Ja zum Leben’ sagen und das bedeutet in letzter Konsequenz ‚Ja zur Familie’.

Die Tagesstimme: Sie sind Leiter der österreichischen Identitären. In den letzten Monaten war die Identitäre Bewegung nicht mehr aufgrund ihres Aktionismus, sondern nur noch wegen Razzien, Gerichtsverfahren oder Ähnlichem in den Medien. Wird die IB diesen Druck überstehen?

Sellner: Selbstverständlich. Druck schafft Diamanten und der erwünschte Effekt der Repression, die soziale Isolation, ein Verlust der Unterstützer und Wegfall der Aktivisten, traten trotz schwersten Geschützen nicht ein. Im Gegenteil: die IB ist bekannter denn je und zum Faktor der Innenpolitik geworden.

Die Tagesstimme: Man muss jedoch festhalten, dass die IB nicht mehr so stark mobilisieren kann wie noch 2015/2016 während der Hochphase der Asylkrise. Hat die IB vielleicht ihren Zenit überschritten – und hat der Aktivismus der vergangenen Jahre überhaupt etwas im Land ändern können?

Sellner: Selbstverständlich. Der metapolitische Posten der IB erzeugt immer wieder nötige, erfrischende Dissonanzen im Propagandachor der linken Globalisten. Die IB hat durch ihren sichtbaren Widerstand, dem metapolitischen Linksruck die Stirn geboten und eine ganze Generation junger Patrioten geprägt und gebildet. Solange die IB existiert, ist die Frage nach dem Bevölkerungsaustausch präsent. Das ist der Grund für die bisher erfolglose Vernichtungskampagne, die seit April 2018 ununterbrochen läuft.

Selbstverständlich hat sich die IB in ihrem Auftreten an diesen Zustand angepasst und fokussiert ihre Kräfte auf die Abwehr der wöchentlichen Angriffswellen. Doch das sind keine Mobilisierungsprobleme, kein öffentliches Desinteresse oder Passivität der Aktivisten. Es ist ein Zeichen unserer metapolitischen Bedeutung, unserer Wirksamkeit und der Nervosität der Antidemokraten. Sie sind zurecht nervös, denn wir werden uns weiter friedlich für eine offene Debatte einsetzen und ein Faktor bleiben, mit dem man rechnen muss.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Urban (AfD): „Wir wollen stärkste Kraft in Sachsen werden!”

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild (Jörg Urban vor dem sächsischen Landtagsgebäude in Dresden): © AfD Landesgruppe Sachsen [Mit freundlicher Genehmigung/Pressefoto]

Am Sonntag wird das sächsische Volk seine neuen Vertreter für den Landtag wählen. Im Interview mit der Tagesstimme spricht AfD-Spitzenkandidat Jörg Urban über die Ziele seiner Partei – und darüber, weshalb der Geist von 1989 heute wichtiger denn je ist.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Urban, am 1. September wählt Sachsen einen neuen Landtag. Ihre Partei dürfte Umfragen zufolge gut abschneiden. Was sind die zentralen Schwerpunkte Ihrer Partei für den kommenden Urnengang – und mit welchem Ergebnis wären Sie zufrieden?

Jörg Urban: Wir wollen stärkste Kraft in Sachsen werden, um tatsächliche Veränderungen im Land bewirken zu können. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei die Abschaffung der Bargeldleistungen von Asylbewerbern, die Abschaffung der GEZ und die Einführung von kostenlosem Schulessen sowie kostenloser ÖPNV für Rentner, Lehrlinge und Schüler.

Die Tagesstimme: Die Zusammenstellung der Landesliste verlief holprig, quasi erst in letzter Minute revidierte ein Gericht die Kürzung selbiger durch den Landeswahlausschuss auf 18 Personen; nun sind es 30 Kandidaten. Was ist in diesem Fall schief gelaufen – und wie kann man solchen Situationen zukünftig entgegenwirken?

Urban: Die AfD Sachsen hat bei der Einreichung der Wahlliste keine Fehler gemacht. Das sieht auch das Verfassungsgericht so. Die Landeswahlleitung hat der Listenstreichung nicht existente gesetzliche Vorgaben zugrunde gelegt. Wir werden nach der Wahl juristisch gegen diesen Willkürakt vorgehen. Egal wie das Wahlergebnis ausfällt.

Die Tagesstimme: Die anderen Parteien haben eine Zusammenarbeit mit Ihrer Partei bereits im Vorhinein ausgeschlossen. Bei der Bürgermeisterwahl in Görlitz vereinten sich sogar alle übrigen Kräfte, um einen AfD-Oberbürgermeister zu verhindern. Was bedeuten derartige taktische Blockbildungen für unsere Demokratie?

Urban: Es bedeutet zuerst, dass die AfD die einzige Oppositionspartei ist,  nicht nur in Sachsen. Für die Demokratie bedeutet es, dass diese Art ‚Nationale Front‘ der Altparteien ein stückweit an Zustände wie in der DDR erinnert. Der Wählerwille wird nicht geachtet, um einen politischen Mitbewerber zu verhindern. Das wird aber auf Dauer nicht gelingen.

Die Tagesstimme: Sie gelten als Vertreter oder zumindest Sympathisant des nationalkonservativen AfD-Flügels rund um Björn Höcke. Immer wieder gibt es Angriffe von inner- und außerhalb der Partei auf diese Strömung. Wie wichtig ist die Vermeidung von Grabenkämpfen innerhalb einer Partei für deren Glaubwürdigkeit?

Urban: Jede Volkspartei hat Repräsentanten verschiedener politischer Strömungen in ihren Reihen. Das ist richtig und wichtig, um Meinungsvielfalt unter einem Dach bündeln zu können. Ich selbst betrachte mich allerdings nicht als Anhänger einer speziellen innerparteilichen Strömung. Meine Aufgabe als Landesvorsitzender ist der Zusammenhalt der Partei.

Die Tagesstimme: Sie befanden in den vergangenen Tagen, dass die CDU keine konservative Partei mehr sei und Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen ein „Sprachrohr” Ihrer Partei wäre – was dieser vehement ablehnt. Auch Parteikollegen stellten den Konservatismus der Union infrage. Was erhoffen Sie sich davon, die Positionen des Mitbewerbers anstelle der eigenen so kurz vor der Wahl ins Zentrum der Debatte zu rücken?

Urban: Die sächsische CDU ist tatsächlich keine konservative Partei mehr. Sie ist unter den Herren Kretschmer und Dierks zu einem Ableger Merkelscher Egalität geworden. Uns ist es wichtig, Signale an CDU-Mitglieder und alle Bürger zu senden, die diesen Linkskurs der CDU ebenfalls ablehnen.  

Die Tagesstimme: Sachsen als Bundesland ist ein Ort, in welchem patriotische Bürgerinitiativen und ‑plattformen sich eines großen Zulaufes erfreuen. Wie wichtig ist Ihrer Ansicht nach eine funktionierende patriotische Zivilgesellschaft neben der AfD für das Gelingen einer nachhaltigen patriotischen Wende?

Urban: Die sächsische AfD begrüßt jede Bürgerbewegung, die sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt und friedlich gegen die Missstände in unserem Land demonstriert.  

Die Tagesstimme: Ihre Kollegen in Brandenburg, wo am selben Tag gewählt wird, rufen zur „friedlichen Revolution am Stimmzettel” auf. Welche Umstände in Deutschland erinnern denn an die DDR – und weshalb sollte ausgerechnet Ihre Partei die Erbin der Demonstrationen von 1989 sein?

Urban: Wer in Deutschland heute eine politische Meinung äußert, die außerhalb des Mainstream liegt, muss damit rechnen, berufliche Nachteile bis hin zur Kündigung in Kauf zu nehmen. Zudem wurden weder bei der Grenzöffnung, noch bei der Einführung des Euro oder der sich abzeichnenden Mithaftung sächsischer Bürger für die Schulden anderer EU-Länder die Bürger gefragt. Es wird immer wieder über deren Köpfe hinweg entschieden.

Zudem hinterfragen immer weniger Medien die Regierungsarbeit, was ihre Aufgabe wäre, sondern verunglimpfen die einzige Oppositionspartei bei jeder Gelegenheit. Das sind zwar noch keine Zustände wie in der DDR, aber wir bewegen uns gefährlich in diese Richtung. Dem gilt es – wie 1989 – entschlossen entgegenzutreten.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD-Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger-Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl- und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger-Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD-Linken-Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie- und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD-Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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