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Kultur

Zur Tyrannei der Werte”: Neuerscheinung bei Jungeuropa Verlag

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Bild "Zur Tyrannei der Werte": Jungeuropa Verlag

Am 1. Mai 2019 erscheint beim deutschen Jungeuropa Verlag der Essay „Zur Tyrannei der Werte” des Publizisten und Historikers Eberhard Straub. 

In den gesellschaftlichen und politischen Debatten ist ständig die Rede von „Werten”. Führende Politiker sprechen etwa von „westlichen Werten”, die man verteidigen oder gar der gesamten Welt schenken müsse. In seinem Essay, der bereits 2010 bei Klett-Cotta erschien und nun bei Jungeuropa eine Neuauflage erhält, rechnet der langjährige FAZ-Redakteur Straub mit der Inflation der Werte ab und zeigt, wie sich diese Herrschaft der Werte zu einer Tyrannei entwickelt.

scharfzüngige Polemik gegen die subtile Totalökonomisierung aller Lebensbereiche”

In der Buchbeschreibung des Jungeuropa Verlags heißt es:

Während der Wert auf dem globalen Markt seinen angestammten Platz gefunden hat, leistet er außerhalb dieses Marktes gerade nicht, was er verspricht. Der habilitierte Historiker und langjährige FAZ-Redakteur Eberhard Straub liefert eine »scharfzüngige Polemik gegen die subtile Totalökonomisierung aller Lebensbereiche«(Ariadne von Schirach) und analysiert gleichzeitig die Rolle des Wertedenkens innerhalb des liberalen westlichen Systems. Straub entlarvt eine verlogene Terminologie – und stellt somit die Herrschaft der »westlichen Wertegemeinschaft« in Frage.”

Benedikt Kaiser mit Vorwort

Der Essay ist Teil der Theorie-Reihe des von Philip Stein gegründeten Jungeuropa Verlags. Das Vorwort zum Buch verfasste der deutsche Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser.

Zur Tyrannei der Werte” umfasst 200 Seiten und kann für 16 Euro direkt beim Jungeuropa Verlag bestellt werden:
https://www.jungeuropa.de/gesamtverzeichnis/185/zur-tyrannei-der-werte?c=37

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Kultur

Andreas Hofer: Sandwirt, Volksheld und zeitloses Leitbild

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Franz Ritter von Defregger (1835-1921), Der Kriegsrat des Andreas Hofer [1897] (zugeschnitten)

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Todestag des bekannten Tiroler Volkshelden Andreas Hofer zum 210. Mal. Dennoch bleibt seine Geschichte stets aktuell.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es sind die oftmals verzwickten Umstände, welche einfache Menschen zu unwahrscheinlichen Heldenfiguren machen. Die Lebensgeschichte von Andreas Hofer ist eine solche Geschichte – mit einer Strahlkraft, die bis heute anhält. In den Wirren der napoleonischen Kriege wurde der Wirt aus dem Südtiroler Passeiertal zum Anführer der kämpfenden Tiroler Schützenverbände – und lange nach seinem Tod zum Sinnbild für den Widerstand des einfachen Volkes gegen die herrschenden Zustände.

Hofer: Ein Volksheld wider Erwarten

Man möge mir als gebürtigem Tiroler den etwas schwulstige und theatralischen Einstieg verzeihen – in der heute mittelfernen Heimat ist er allgegenwärtig. Denkmäler, Straßen – ja auch die Landeshymne ist dem sanften Riesen gewidmet. Dabei deutete eigentlich nichts auf eine solche ‚Karriere’ des „Sandwirts” hin, der nach Lehr- und Wanderjahren in Welschtirol das verschuldete Familiengasthaus übernahm, zum Schützenhauptmann wurde und sich in den offenen Landtag wählen ließ.

Dann fiel Tirol nach der Niederlage Österreichs im dritten Koalitionskrieg im Jahr 1805 an die mit Napoleon verbündeten Bayern. Diese machten sich als Landesherren aber keine besonderen Freunde. Eine im tiefgläubigen Tirol höchst unbeliebte Kirchenreform trübte die Stimmung. Als das seit 1511 bestehende Landlibell, das den Tiroler Schützen zusicherte, nur zur Verteidigung der engeren Heimat einrücken zu müssen, gekippt wurde, lief das Fass über – es kam zu insgesamt vier Schlachten am Bergisel südlich von Innsbruck.

Tapfer auch im Angesicht des Todes

Am Ende des Aufstandes stand das Scheitern und ein gebrochener Anführer, der sich im Gebirge versteckt hielt. Dort wurde er schließlich von einem einstigen Getreuen verraten und kam nach Mantua, wo seine Hinrichtung bevorstand. Seine legendären letzten Worte – „Franzosen! Ach, wie schießt ihr schlecht!” – halfen, das Bild eines furchtlosen Mannes zu prägen, den auch im Angesicht des sicheren Todes mit nur 42 Jahren und trotz Frau und Kindern zuhause die Pflicht nicht verließ.

Rein inhaltlich war sein Aufstand in der Nachbetrachtung vielleicht ein fruchtloses Aufbegehren gegen Veränderungen, die kaum aufzuhalten waren. Und auch Kampfschauplätze betrafen auf beiden Seiten am härtesten das einfache Volk. Im blutig von Tirolern und Vorarlbergern unter Hofer geplünderten Allgäu etwa funktioniert die Heldengeschichte der verjagten Besatzer andersrum. Aber weitaus größer als der direkte realpolitische Effekt blieb die Symbolkraft.

Eine Geschichte, die bewegt

Andreas Hofer und sein zeitloser Aufruf – „Mander, s’ isch Zeit” – bewegen zeitlos Jung und Alt gleichermaßen. In Erinnerung an den Tiroler Aufstand wird jeder zum Patrioten mit Herzblut. Zum Landesfestumzug zum 200. Gedenken kamen 70.000 Tiroler. Die Dornenkrone als Zeichen der schmerzvollen Teilung Tirols wurde damals mit Rosen bestückt. Nur einzelne Unkenrufe von den Grünen, die in Hofer eine Art Taliban sehen wollten, trübten die allgemeine Erinnerung.

Aber nicht nur in der engeren Heimat wurde er zum gefeierten Volkshelden. In zahlreichen Städten in Österreich erinnert man mit Straßen und Plätzen des bärtigen Hünen aus dem Passeier. Und selbst im katholischen Irland rezipierte man seine Geschichte. Der frühe irische Nationalismus instrumentalisierte das Vorbild eines einfachen, katholischen Mannes vom Land, der sich gegen verhasste Besatzer auflehnt.

Ein Leitbild, das zu begeistern vermag

Was bleibt, ist also ein Symbol für Generationen, auch 210 Jahre danach. Und vielleicht ein klein bisschen der Wunsch von Patrioten jeder Zeit, dass sich Männer vom Kaliber Hofers, Speckbachers oder Haspingers unter uns befinden, sich – friedlich, aber bestimmt – von deren Beispiel leiten lassen, und sich für die Verteidigung von Heimat und Tradition einsetzen.

Zu Mantua in Banden, der treue Hofer war – und im widerständigen Andenken jener, die nach ihm kommen lebt sein Opfer weiter. Vielleicht auch deshalb, weil er seinen Zeitgenossen zufolge immer bodenständig blieb und somit genauso gut einer von uns sein könnte. Im tapferen Herzen ist er es ohnehin schon lange. Und mit ihm sein Land Tirol.

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Gesellschaft

Schnedlitz: Bevölkerungsaustausch in städtischen Ghettos bereits passiert

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz (re.) stand in der von Wochenblick-Chefredatkeur Christian Seibert (li.) moderierten Diskussionsrunde Rede und Antwort. Bild: Screenshot Wochenblick.TV [@15:37 min]

In einer Live-Diskussionsrunde bezog FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz zu mehreren Themenbereichen Stellung, was die zukünftigen Aufgaben seiner Partei betrifft.

Am gestrigen Dienstag diskutierte der neue blaue Generalsekretär Michael Schnedlitz bei Wochenblick TV über den „schweren Neustart der FPÖ”. Im Mittelpunkt standen Ausrichtung und Themensetzung, auch die künftige Medienpolitik der Partei wurde erörtert. Neben Schnedlitz waren noch der Politikberater Robert Willacker und Zur Zeit-Herausgeber Andras Mölzer in der Live-Diskussionsrunde vertreten.

Bei Migration „keinen Millimeter abrücken”

Ein besonderes Augenmerk der Diskussion lag – fast erwartungsgemäß – auf dem Migrationsthema. Dort dürfe die FPÖ „keinen Millimeter abrücken” von ihrer traditionellen, konsequenten Linie, so Schnedlitz. Andernfalls könne es rein aus demographischer Sicht schon bald „grundsätzlich zu spät” sein, sich über politische Bündnisse überhaupt Gedanken zu machen.

Zur Illustration griff Schnedlitz auf seine eigenen Erfahrungen zurück, als er in die Stadt zog. In vielen städtischen Ghettos seien „Werte, die [er] zuhause vermittelt bekommen habe, wie Heimat und Identität […] nicht mehr vorhanden“. Dort habe ein „Bevölkerungsaustausch bereits stattgefunden”.

Willacker ergänzte zustimmend, dass das Thema „großes Zukunftspotenzial” hat. Allerdings müsse die Diskussion darüber die Phänomene selbst angehen und sich nicht nur um die Begriffe drehen.

Bürgernähe und Freiheitsthema

Wie Schnedlitz betonte, müsse die Partei zur Rückgewinnung der Wähler „hinaus zu den Leuten”. Die Glaubwürdigkeit bekomme man durch gute Sachpolitik zurück, aber auch durch Bespielung der eigenen Kernthemen: In diesen müsse man „klare Kante zeigen und eine freiheitliche Linie fahren”. Eine moderne Rechtspartei sieht er als „stabilen Partner auf Augenhöhe” der Bevölkerung, welche sich auch „nicht verbiegen” dürfe.

Er stimmte auch dem Hinweis Mölzers zu, dass die Partei sich wieder stärker für das Freiheitsthema engagieren müsse. Dass sich die Partei zu einer Art „Distanzeritis” hinreißen habe lassen, wenn Bürger und Vereine in ein schiefes Licht gerückt wurden, sei falsch gewesen. Die FPÖ müsse bei Grundrechten zeigen, dass sie „auf der Seite der Geächteten” stehe.

Neue blaue Medienpolitik geplant

Darüber hinaus will sich die FPÖ bei der Medienpolitik künftig breiter aufstellen. Auch eigene Medien sowie alternative patriotische Medien könnten dabei eine Rolle spielen. Damit entziehe man sich auch Abhängigkeitsverhältnissen: „Mehr Kanäle, mehr Möglichkeiten.” Der FPÖ-Generalsekretär sieht hier die Möglichkeit, auf diese Weise gegen mediale Anti-FPÖ-Kampagnen mit eigenen Botschaften durchzukommen.

Sendung verpasst? Die ganze Folge kann bei Wochenblick.TV auch nachgeschaut werden.


Weiterlesen:

Schnedlitz diskutiert beim ‚Wochenblick’ über den FPÖ-Neustart (18.2.2020)

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Kultur

Netflix-Serie ‚Ragnarök’: Klimawandel und nordische Götter

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild (CC0)

In einer kleinen norwegischen Stadt spitzt sich ein Konflikt zwischen Göttern und Wesen der nordischen Mythologie zu. Ein junger Schüler wird ganz unerwartet zum Helden und muss eine Katastrophe verhindern.

Seit Ende Januar läuft auf Netflix die neue Mystery-Serie „Ragnarök”, die vom Dänen Adam Price produziert wurde. Dass Superhelden-Geschichten und nordische Mythen bei den Zusehern gut ankommen, weiß man bereits seit den „Marvel”-Filmen und der Kultserie „Vikings”. In der neuen dänisch-norwegischen Produktion wird das Ganze aber noch um die aktuelle Klima-Debatte mitsamt ihren Untergangsprophezeiungen erweitert. Dazu passt auch der Titel, schließlich ist Ragnarök in der Mythologie der große Endkampf zwischen Göttern und Riesen, in dessen Folge die Welt untergeht und später neu auferstehen wird.

Ein Außenseiter entdeckt göttliche Kräfte

Die Hauptfigur Magne zieht mit der Familie in die fiktive norwegische Kleinstadt Edda (ursprünglich der Name einer Sammlung nordischer Götter- und Heldensagen), die mit den Folgen von Umweltverschmutzung und Klimawandel zu kämpfen hat. Magne ist ein eher introvertierter Typ und ein Außenseiter an der neuen Schule. Allerdings freundet er sich rasch mit einem Mädchen namens Isolde an, die den Ursachen für die Umweltverschmutzung in der Region auf der Spur ist.

Im Visier ihrer Recherchen steht dabei die Firma Jutul Industries, die von einer reichen und extrem einflussreichen Familie geleitet wird. Wie sich im Laufe der Serie herausstellt, handelt es sich bei dieser vierköpfigen Familie um Riesen in Menschengestalt. Doch auch Magne trägt ein Geheimnis mit sich: Seit er bei seiner Ankunft in Edda auf eine mysteriöse alte Frau traf, entwickelt er übermenschliche Kräfte und ähnelt mehr und mehr dem nordischen Donnergott Thor („Magni” heißt übrigens einer der Söhne Thors). Mit seinen neuen Fähigkeiten will er die Menschen der Stadt vor den Riesen beschützen.

Teenie-Drama, Fridays for Future und nordische Mythologie

Wer sich eine epische Schlacht zwischen Göttern und Riesen erwartet, wird allerdings enttäuscht. Die Serien-Macher unternehmen zwar den interessanten Versuch, die nordische Mythologie in die Gegenwart zu holen und mit aktuellen Themen zu verbinden. Allerdings wirkt die Handlung zeitweise wie eine bemüht zusammengewürfelte Mischung aus Teenie-(Liebes-)Drama, Fridays for Future und nordischer Mythologie. Doch auch wenn Stimmung und Drehbuch nicht immer überzeugen können, hat die Serie sicherlich das Potenzial, die Neugier an den nordischen Göttersagen zu wecken – und wer weiß, wie sich eine (mögliche) zweite Staffel entwickelt. Zwar hat sich Netflix noch nicht dazu geäußert, doch das Ende der ersten Staffel deutet jedenfalls auf eine Fortsetzung hin.

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