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Österreich

Causa Identitäre: Medien arbeiten mit falschem Haimbuchner-Zitat

Julian Schernthaner

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Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter einen Mitarbeiter aufgefordert hätte, seine Anteile an einem patriotischen Magazin abzugeben. Einzig: Dies hat er so nie gesagt.

Linz. – Das Missverständnis entstand in der Folge eines Interviews zwischen dem Ö1-Moderator Stefan Kappacher und Haimbuchner. Dieser befragte Haimbuchner dabei unter anderem zur Auflösung eines angeblichen Mietvertrages mit Identitären in einem FPÖ-nahen Studentenheim. Außerdem stellte er die Frage nach den Anteilen eines Mitarbeiters bei einem Magazin, welches sich hinter die Identitären stellte.

Mitarbeiter hält Anteile an patriotischem Magazin

Haimbuchner solidarisierte sich in diesem Interview mit Jan Ackermeier, einem der drei Gesellschafter des Linzer Magazins Info-Direkt, welcher außerdem als politischer Referent der FPÖ-Landesgeschäftsstelle agiert. Einige Jahre zuvor war der gebürtige Deutsche bereits im Umfeld anderer freiheitlicher Politiker beruflich tätig.

Die Verbindung zur derzeitigen Causa? Bei ebendiesem Medium war unlängst ein Online-Meinungsbeitrag erschienen, welcher bekräftigt, dass alle Patrioten mit Martin Sellner „im selben Boot“ säßen und eine voreilige Distanzierung von diesem deshalb ein auch taktischer Fehler. Info-Direkt ist selbst immer wieder Ziel von Angriffen linksgerichteter Akteure.

Haimbuchner: „Angriffe auf Familienväter schwerstens bedenklich“

Es handle sich hier über eine „völlig überzeichnete Angelegenheit“. Haimbuchner findet es “ehrlich gesagt schwerstens bedenklich, wenn man nicht nur politische Funktionäre angreift, sondern […] jetzt schon Familienväter und Mitarbeiter auf das Schärfste attackiert.

Der betreffende Mitarbeiter habe sich “nichts zu Schulden kommen lassen”. Ackermeier müsse für sich selbst ausloten, ob es sinnvoll sei Anteile an dem Magazin zu besitzen. Das sei aber dessen „persönliche Entscheidung“. Haimbuchner verwies außerdem darauf, dass sich das Magazin in keinem Näheverhältnis zu den Identitären befände.

Mietvertrag kann aufgelöst werden

Auch zur Frage der Vermietung an Identitäre gab sich Haimbuchner einigermaßen abwartend. Ein Büro sei niemals an diese Gruppierung als Verein, sondern an eine Privatperson erfolgt. Diese habe dann auch Veranstaltungen darin abgehalten.

Angesichts dessen handle es sich jedenfalls um eine Sachlage, in der man einen Mietvertrag „kündigen kann“ – mit Betonung auf letzterem Wort. Über eine tatsächliche Absicht in diese Richtung äußerte er sich allerdings nicht abschließend.

Falsche Zusammenfassung – falsches Zitat

Dennoch fasste Kappacher beide Äußerungen Haimbuchners als entsprechende Forderungen nach einer Auflösung des Mietvertrags und einer Rückgabe der Anteile zusammen. Mehrere Medien, darunter die Kleine Zeitung gaben dies dennoch derart wieder.

Haimbuchner hatte bereits am Vortag gegenüber der Tiroler Tageszeitung vor einem „Gesinnungsfanatismus gegenüber allem, was nicht links ist” gewarnt. Außerdem appellierte er an Bundeskanzler Kurz sich „nicht von der linken Meinungsmafia instrumentalisieren und vor den Karren spannen“ zu lassen – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Graz: FPÖ-Chef Eustacchio stellt sich hinter Identitäre (4.4.2019)

Salamitaktik gegen Patrioten: Ist Info-DIREKT die nächste Scheibe? (Kommentar, 26.2.2019)

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