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Meinung

Der Rassismusvorwurf darf nicht leichtfertig verwendet werden!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Ein Witz, ein Rassismusvorwurf und die linke Twitterbubble zerfleischt sich selbst. Nachdem einige Twitterer völlig unberechtigt mit dem Rassismusvorwurf konfrontiert wurden, stellt sich die Frage, ob dieser heutzutage möglicherweise nicht viel zu leichtfertig verwendet wird.

Kommentar von Martina Huber

Vor kurzem mussten auf Twitter einige eher links ausgerichtete Personen erleben wie es ist, mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert zu werden. Ausgangspunkt war der Artikel von Anja Rützel, die über Enissa Amani schrieb, dass sie die nicht lustig findet. Genauer gesagt nannte Anja Rützel Enissa Amani mehrfach „Komikerin“ mit Bezug auf einen Witz, den Amani zuvor gemacht hatte. Diese hatte vollmundig verkündet, sie werde nach Nicaragua auswandern, wenn sie noch einmal jemand „Komikerin“ nennt.

Dominoeffekt des Rassismusvorwurfs

Die erste, die nun als Rassistin tituliert wurde, war Anja Rützel selbst. Enisa Amani warf ihr vor, sie hätte ihr, einer Person mit Migrationshintergrund damit gesagt, sie solle das Land verlassen. Und einer Migrantin nahe zu legen, das Land zu verlassen, sei eben rassistisch. Neben Enisa Amani gingen ihre Fans dann haufenweise in gleicher Manier auf die Journalistin los.

Auch Ralph Ruthe machte einen ähnlichen Witz. Prompt bekam er die gleiche Reaktion der Twitterblase der vermeintlich „Guten“ zu spüren –
Die Tagesstimme berichtete. Weitere Twitterer, die sich mit Anja Rützel solidarisierten, wurden ebenfalls zur Zielscheibe der ‚Korrekten’. Für Erklärungen, Relativierungen und gegenteilige Beteuerungen waren sie hingegen taub.

Leidgeprüfte Erfahrungen: Ist Schadenfreude angebracht?

Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich beim Anblick der sich selbst zerfleischenden linken Twitterbubble ein wenig Schadenfreude überkam. Gerade im patriotischen Lager wird man nicht selten unbegründet mit diesem Vorwurf konfrontiert. Und auch hier waren die Vorwürfe des Rassismus in dem Fall falsch und lächerlich.

Eines ist gewiss: Jede andere Person, die den Witz von Enisa Amani gemacht hätte, hätte nämlich ähnliche Reaktionen geerntet. Der einzige Unterschied ist kurioserweise die Privilegierung der Herkunft. Denn eine Person ohne eigenen Migrationshintergrund hätte auf die wohlverdienten Retourkutschen nicht mit dem Vorwurf des Rassismus kontern können.

Privilegierung der Herkunft: Migranten als rohe Eier

Aber der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell heute mit einem solchen Vorwurf reagiert wird. Alles kann heute Rassismus sein, wenn eine Person mit Migrationshintergrund betroffen ist. Aber eigentlich wäre doch das Gegenteil Rassismus: Nämlich wenn wir mit denjenigen, die einen Migrationshintergrund haben, nicht mehr gleich wie mit allen anderen umgehen.

Etwa, wenn wir Menschen mit Migrationshintergrund bei Witzen wie rohe Eier behandeln. Wenn wir in jedem Moment aufpassen, nichts gegen Menschen mit Migrationshintergrund zu sagen, weil es doch als rassistisch aufgefasst werden kann. Wenn Migranten nur aufgrund ihres Hintergrunds auch dann gegen Kritik immunisiert werden, wenn diese nötig ist. Dieses Verhalten ist eigentlich weitaus rassistischer, als eine Komikerin gegen ihren Willen als Komikerin zu bezeichnen.

Inflationärer Gebrauch entwertet ernsthafte Debatten

Ein weiterer Punkt, den man bedenken sollte: Der Vorwurf des Rassismus bei jeder Gelegenheit entwertet diesen selbst. Wenn nun bei jeder Kleinigkeit jemand Rassismus schreit, nur weil eine Person mit Migrationshintergrund betroffen ist, was ist es bei ernsthaft rassistischem Verhalten eigentlich noch wert? Möglicherweise wird es dann nicht mehr ernst genommen, weil jeder denkt, es handele wieder sich um irgendwelche Dinge, die nach Ansicht des Durchschnittsbürgers eigentlich gar nicht rassistisch sind.

Freilich hatte das Spektakel um die gegenseitige linke Moralkasteiung ihre Komische Seite. Aber, bei allem Humor: Es wäre gefährlich, wenn sich so etwas wiederholt. Vielmehr appelliere ich an die Vernunft: Dass man künftig bedenkt, was es bewirkt, wenn man einen solch stigmatisierenden Vorwurf macht. Der Rassismusvorwurf darf keinesfalls leichtfertig verwendet werden.


Weiterlesen:

Wegen Twitter-Scherzes: Rassismusvorwurf gegen Comiczeichner Ruthe (23.4.2019)


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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    27. April 2019 at 14:02

    Wer im Vokabular „Rassismus“ Zuflucht sucht, der zeigt seinen geistigen Horizont auf.

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