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„Kampf gegen Bevölkerungsaustausch“

Kommt Strache zur Besinnung?

Der FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache erklärte heute im Interview gegenüber der Kronen Zeitung, dass die FPÖ den „Kampf gegen den Bevölkerungsaustausch“ fortsetzen werde. Bereits wenige Stunden später machten die Medien gegen die – aus ihrer Sicht ungeheuerliche – Aussage mobil. Wird sich Strache nun von sich selbst distanzieren oder kommt er endlich zur Besinnung?

Meinungvon Patrick Lenart
3 Minuten
<p>Heinz-Christian Strache: © BMÖDS/Zinner [Bild zugeschnitten]</p>

Heinz-Christian Strache: © BMÖDS/Zinner [Bild zugeschnitten]

Kommentar von Patrick Lenart

Es sind ungewöhnliche Worte für den Vizekanzler, der seit Wochen täglich mit immer neuen Skandalen zu kämpfen hat. Denn bis zuletzt hatte Strache wohl ernsthaft geglaubt, diesen Skandalen mit Distanzierungsgehorsam und Anpassung an den linken Meinungskorridor entgegnen zu können. Die Liste der Distanzierungen ist lang, doch es half alles nichts: Die Medien haben die Inszenierung von immer neuen Skandalen nur weiter auf die Spitze getrieben, bis Strache sich sogar von einem eigenen Vize-Bürgermeister distanzierte.

Strache selbst im Visier

Nun gerät Strache selbst ins Visier seiner Gegner. Gegenüber der Kronen Zeitung erklärte er: „Die FPÖ geht den Weg für unser Heimatland Österreich, den Kampf gegen den Bevölkerungsaustausch, konsequent weiter, wie es die Menschen von uns auch erwarten“. Und fügte hinzu: „Das ist ein Begriff der Realität. Wir wollen nicht zur Minderheit in der eigenen Heimat werden. Das ist legitim, und redlich und zutiefst demokratisch.“

Die Medien toben und schimpfen von „Verschwörungstheorie“, „Rechtsextremismus“ bis hin zu „Identitären-Sprech“. Dabei hat Bernhard Weidinger vom DÖW unlängst im Interview mit News erklärt, worum es wirklich geht. Es geht nicht darum, ob man den stattfindenden Prozess „Bevölkerungsaustausch“ oder „Großer Austausch“ nennt, sondern dass man es wagt, ihn zu kritisieren. Dann stehe man nämlich in einer Reihe mit widerlichen Terroristen:

„Da ist zunächst diese Grunderzählung vom ‚großen Austausch‘, wonach in den westlichen Ländern die angestammte Bevölkerung sukzessive durch zugewanderte Menschen ersetzt werde. Und – das gehört immer dazu, weil ansonsten ist es ja eine relativ triviale Setzung – dass man das zum Thema Nummer eins hochstilisiert und es für eine politische Schicksalsfrage hält. Man nimmt die erhöhte Diversität nicht einfach zur Kenntnis, sondern zeichnet sie in katastrophischen Farben. Das ist die zentrale Parallele.“

Kampf um die Deutungshoheit

Es war der ultimative Versuch, jedes Sprechen vom Bevölkerungsaustausch zu tabuisieren. Umso außergewöhnlicher ist jetzt der Ungehorsam von Strache, der in den letzten Wochen eher signalisierte, nichts am herrschenden Meinungskorridor verändern zu wollen. Nun dürfen wir gespannt sein, ob Strache den finalen Schritt geht und sich von sich selbst distanziert. Oder ob er endlich zur Besinnung kommt und einsieht, dass die ganzen inszenierten Skandale nur vorgeschoben sind und es in Wirklichkeit um das Mundtotmachen jener geht, die den Bevölkerungsaustausch zur „politischen Schicksalsfrage“ erklären.

Vielleicht merkt er dann, dass er nur zwei Möglichkeiten hat: Entweder wird eine freie Debatte über den „Bevölkerungsaustausch“ möglich – oder Strache verzichtet künftig auf sie. Dann bleibt ihm nur ein Ankommen im Establishment, indem er der Forderung vom Kurier-Herausgeber Helmut Brandstätter nachkommt: „Wenn die FPÖ in der Regierung bleiben will, muss ihr Zukunftsprogramm ganz anders aussehen als ihre Vergangenheit.“

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