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Gesellschaft

In Europa steigt die Zahl der Asylwerber, die Balkanroute ist wieder Thema

Monika Šimić

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Nach mehreren Jahren des Rückgangs bei den Asylgesuchen könnte sich der Trend nun wieder umkehren.

Einem Bericht zufolge steigt die Zahl der Asylwerber in der EU nach mehrjährigem Rückgang nun seit Jahresbeginn wieder deutlich. Von Jänner bis einschließlich April stellten rund 206.500 Menschen erstmals einen Asylantrag in der Europäischen Union, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichteten die Funke-Zeitungen unter Berufung auf neue EU-Zahlen, die auf Basis von monatlichen Frühwarnmeldungen der Mietgliedsstaaten erstellt wurden.

Asylwerber aus Lateinamerika, den Westbalkanstaaten und Afghanistan

Damit könnte sich der Trend nach mehreren Jahren des Rückgangs umkehren. 2018 war die Zahl der Asylwerber in der EU noch um elf Prozent zurückgegangen. Wie die Zeitungen weiter berichteten, reisten seit Jahresbeginn aber immer mehr Asylsuchende über reguläre Wege und visafrei in die Union ein. Diese sollen vor allem aus Lateinamerika und den Westbalkan-Staaten kommen. Gestiegen sind Asylgesuche aus Venezuela und Kolumbien. Doch auch Asylwerber aus Afghanistan kommen weiterhin in großer Anzahl. Leicht ruckläufig sind dagegen Asylgesuche aus Syrien.

Es bilden sich neue Schlepperbanden

In diesem Zusammenhang ist auch die sogenannte Balkanroute wieder Thema. Gerald Tatzgern, Brigardier im Innenministerium, warnt vor einer Wiederholung der Zustände von 2015/16. Aktuell bringt man in Griechenland rund 70.000 Migranten von den völlig überfüllten Inseln aufs Festland. In Foren auf sozialen Netzwerken wird jetzt Italien als „erster sicherer Asylort“ genannt. Für Migranten ist es aber praktisch unmöglich, über den Seeweg nach Italien zu gelangen, weshalb sich der Migrantenstrom auf den Landweg verlagert. Laut Bundeskriminalamt bilden sich neue Schlepperbanden unter serbischer Führung.

Gewaltbereitschaft unter Migranten und Schleppern steigt

Tatzgern bereitet vor allem auch die zunehmende Gewaltbereitschaft von Migranten und Schleppern Sorgen. So kam es in Slowenien in den vergangenen zwei Wochen zu zwei Zwischenfällen. Migranten haben im Bezirk Novo Mesto an der kroatisch-slowenischen Grenze einen 75-jährigen Mann als Geisel genommen, in den Kofferraum seines PKW gesperrt und sind mit dem Auto Richtung Laibach geflüchtet, das geht aus kroatischen Medienberichten sowie aus einem Bericht der Kleinen Zeitung hervor. Der Mann konnte gerettet werden.

Anfang der Woche durchbrach außerdem ein Wagen in der Nacht eine Grenzpolizeikontrolle im Raum Murska Sobota. Der serbische Lenker hatte drei Inder und drei Bangladescher im Auto. Es kam zu einem Schusswechsel mit der Polizei, bei der zwei Beamte und der Schlepper verletzt wurden.

„Ähnliche Szenen wie 2015/16“

Welche Folgen all das auf den österreichisch-slowenischen Grenzraum hat, ist nicht ganz klar. Bis 13. November läuft noch das Mandat zur Grenzkontrolle. Laut Tatzgern sind die Aufgriffe auf österreichischem Staatsgebiet noch nicht stark gestiegen. Er warnt: „Es beginnen sich aber ähnliche Szenarien abzuzeichnen, wie in den Jahren 2015/16.“ So würden allein im Großraum Istanbul 700.000 Migranten aus Afghanistan leben, in Bosnien sind es laut Schätzungen rund 6000 reisebereite Migranten.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    12. Juni 2019 at 8:23

    Eine Demokratie ohne Grenzen. Was erwartet ihr euch?

  2. Avatar

    Widerstand

    15. Juni 2019 at 14:32

    Diese und ALLE anderen Routen sind und waren nie tot. Die Grenzen sind ALLE OFFEN. Nur die Züge werden teilweise kontrolliert, zumindest am Brenner. Die Übergänge auf den Autobahnen und Bundesstrassen sind ALLE OFFEN. Die Schlepper haben Hochbetrieb mit Kastenwagen, aber auch ganz normalen PKW’s. Das ist ein Riesengeschäft. Wenn Sie 5 „Gäste“ pro Fahrt von z.B. Trient oder Bozen nach Deutschland bringen und dafür pro Person 1000.- € verlangen, macht das stolze 5000.- € pro Fahrt. Fahren Sie zweimal am Tag, macht das 10000.- € pro Tag und im Monat 300.000.- €.
    Man könnte sagen, so wie es die Mafia sagt, man kann mit Schlepperei mehr Geld verdienen als mit Prostitution und Drogen.
    ALLE, inklusive FPÖ, SEHEN ZU.
    Merken tun wir es ALLE, wenn wir die Augen offen haben auf den Strassen.

  3. Avatar

    Peter Lüdin

    16. Juni 2019 at 10:42

    Mehr als 90 Prozent der „Flüchtlinge“ welche über das Mittelmeer nach Italien kommen sind nicht aus Bürgerkriegsländern und somit auch nicht schutzbedürftig nach den Genfer Flüchtlings-Konventionen. Da diese angeblichen „Flüchtlinge“ meist auch keine Papiere mitführen, ist es nunmal unmöglich diese wieder in ihre Heimatländer zurückzuführen. Und hier liegt das Problem. Die EU scheitert nicht an der
    Verteilung von „echten Flüchtlingen“, sondern bekommt alle anderen nicht verteilt.
    Es ist durchaus verständlich, dass Länder, welche genügend Probleme mit Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit etc. im eigenen Land haben, nicht gewillt sind noch mehr Perspektivlose ins Land zu holen.

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