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Wirtschaft

Kurzstreckenflüge für Flughafenchef nicht schädlicher als Autofahren

Julian Schernthaner

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Der Geschäftsführer des Nürnberger Flughafens, Michael Hupe, stellt die Umweltschädlichkeit von Kurzstreckenflügen infrage.

Nürnberg. – Wie die Welt am Dienstag berichtet, widerspricht Hupe der geläufigen Ansicht, wonach Flugreisen als besonders klimaschädlich gelten. Weiters macht er sich dafür stark, anstelle von Verboten in Richtung umweltfreundlicher Treibstoffe zu denken.

Schadstoffbilanz „wenn, dann Zugunsten des Flugzeugs“

Hupe rechnet dabei vor, dass es sich bei Flugreisenden oft um Alleinreisende – insbesondere Geschäftsleute – handle. Selbst bei der besonders kurzen innerbayerischen Relation von Nürnberg nach München würde dies also bedeuten, dass 80 Passagieren mit etwa 75 Automobilen unterwegs wären.

Angesichts eines Sprichverbrauchs, der sich bei einem derart besetzten Flugzeug im Moment bei etwa 3,5 Litern pro 100 Kilometern befinde, gäbe es kaum Unterschiede zum Auto. Wenn überhaupt, so Hupe, ginge der Vergleich zugunsten des Flugzeugs aus. Damit reagierte Hupe auf Vorschläge etwa von EU-Kommissar Frank Timmermans, Flüge unterhalb 1.500 Kilometer Distanz zu verbieten.

Verbot für Kurzstreckenflüge „absolut abwegig“

Ein derartiges Verbot hält Hupe aber insgesamt für „absolut abwegig“. Solche Verbindungen würden oftmals über Landesgrenzen hinausgehen. Ein derart „fragmentiertes“ Bahnnetz mit wahrscheinlichem Umsteigezwang wäre seiner Meinung nach für Kunden nicht attraktiv. Diese würden dann nämlich eher auf der Straße reisen.

Auch einer CO2-Steuer kann der Nürnberger Flughafenchef wenig abgewinnen. Gerade wenn diese als nationale Maßnahme käme, würde dies lediglich zu Ausweichbewegungen führen. Bereits derzeit würden Menschen aufgrund günstiger Preise deshalb bei Transatlantikflügen eher den Umweg über Amsterdam anstatt die kürzere Strecke über Frankfurt/Main nehmen.

Plädoyer für neue Technologien im Flugverkehr

Nach Ansicht von Hupe geht eine ökologische Wende im Flugreiseverkehr vor allem über die Erprobung neuer Technologien: „Ich halte zum Beispiel kohlenwasserstoffbasierte Antriebe für durchaus zukunftsfähig.“ Das sogenannte ‚grüne Kerosin‘ befinde sich allerdings noch in der Forschungsphase.

Die Herstellung verläuft dort wie folgt: Durch Strom entsteht dabei aus Wasser und Kohlenstoffdioxid flüssiger Kohlenwasserstoff, welches dann das Flugzeug antreiben kann. Reine Elektromotoren hingegen hält Hupe nur für sehr kurze Strecken tauglich. Bereits bei Mittelstreckenflugzeugen würden die notwendigen Batterien das Eigengewicht des Fliegers zu stark erhöhen.

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