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Österreich

Wien: Migrantenpartei SÖZ will reines Frauenschwimmbad

Julian Schernthaner

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In einem Facebook-Post wirbt die neu gegründete Partei „Soziales Österreich der Zukunft“ (SÖZ) für die Einrichtung einer Badeanstalt ausschließlich für Frauen.

Wien. – Die frisch gegründete Partei SÖZ – außerdem ein Wortspiel mit dem türkischen Wort für „Versprechen“ – positioniert die Forderung als „Zeichen der Fortschrittlichkeit“. Der patriotischen Zeitung Wochenblick zufolge zielt das Angebot aber insbesondere auf muslimische Frauen ab. Nicht zuletzt deshalb befürchten Kritiker eine „fortschreitende Islamisierung“.

SÖZ: Vorstoß ist „emanzipatorischer Akt“

In einem Facebook-Beitrag rechtfertigt die Partei den Vorstoß, damit dass es „für viele Frauen eine enorme Last“ sei, dem „Druck von der Gesellschaft oder Modewelt vorgegebenen Schönheitsidealen zu entsprechen“. Die Selbstbestimmung über eigene Körpergrenze sei aber „ein couragierter und emanzipatorischer Akt der Frauenbewegung“. Dabei hätten „geschützte Räume für Frauen“ einen „empowernden Effekt“.

FPÖ-Nepp warnt vor „fortschreitender Islamisierung“

Kritiker wie der freiheitliche Wiener Vizebürgermeister Dominik Nepp kaufen der Migrantenliste diesen Spin aber nicht ab. In einer Aussendung warnt er vor einer „fortschreitenden Islamisierung“. Der Vorschlag sei vielmehr geeignet, „die Bildung von Parallelgesellschaften weiter voranschreiten“ zu lassen. Mit ihrer Ankündigung, Männer aus dem Freibad zu verbannen, würde „unter dem Deckmantel der Emanzipation […] in Wirklichkeit der Gleichberechtigung widersprochen“.

Ähnliche Befürchtungen hat laut Wochenblick auch die Islamkritikerin Laila Mirzo: Eine derartige Geschlechtertrennung sei der „erste Schritt zur Verbannung der Frau aus dem öffentlichen Raum“. Dies dennoch als emanzipatorischen Akt darzustellen, sei „an Heuchelei nicht zu überbieten“. Mirzo warnt regelmäßig in Vorträgen vor der Ausbreitung des politischen Islam, zuletzt am Montag in Graz – Die Tagesstimme berichtete.

Bewegte Vergangenheit von Listengründer Gördü

Kein unbeschriebenes Blatt ist Listengründer Hakan Gördü. Der Mittdreißiger sorgte 2016 als einstiger Vize-Vorsitzender des angeblich AKP-nahen Vereins UETD (Union Europäisch-Türkischer Demokraten, mittlerweile UID) mit wüsten Ausritten auf Twitter gegen Erdogan-Gegner („Geht alle miteinander scheißen!“) für Schlagzeilen. Kurz darauf – angeblich unabhängig davon – legte er seine Ämter beim Verein nieder.

Den österreichischen Ableger der den umstrittenen „Grauen Wölfen“ nahestehenden türkisch-nationalistischen MHP-Partei bezeichnete er gegenüber dem Standard damals als „moderate Patrioten, mit denen man gut reden kann“. Auch die Kritik am mittlerweile verbotenen Wolfsgruß wollte er nicht verstehen: Dieser stünde „nur für das Türkentum“, würde lediglich häufig missbräuchlich verwendet. Mittlerweile möchte er die türkische Politik hinter sich lassen, sieht sich als „links-liberal“.

Mit Bißmann in Wienwahl?

Die Partei SÖZ formiert sich teilweise aus den Trümmern der Liste „Gemeinsam für Wien“ (GfW). Im Gegensatz zur GfW-Liste, welche hauptsächlich als AKP-nahen Türken bestand, soll die neue Liste dem Migrantenmagazin biber zufolge allerdings als „breite Bürgerrechtsbewegung“ fungieren.

Als mögliches Zugpferd für die Wienwahl im kommenden Jahrkönnte dabei die derzeitige wilde Abgeordnete Martha Bißmann (ehemals JETZT) dienen. Damit soll das magere GfW-Ergebnis der Wahl im Jahr 2015 (7.608) Stimmen) übertroffen werden. Deren Initiator, der Arzt Turgay Taskiran, soll dennoch auch bei SÖZ mit an Bord sein.

1 Comment

1 Comment

  1. Avatar

    Zickenschulze

    4. Juli 2019 at 14:16

    Meinetwegen. Dann wissen sie wo sie hingehören, unsere Emanzen.

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