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Gesellschaft

Ex-WDR-Intendant warnt vor mangelnder Meinungsvielfalt

Stefan Juritz

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Der frühere Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, sieht die Meinungsvielfalt in Deutschland in Gefahr. Im Interview mit dem Handelsblatt warnt er vor einer „homogenen Berichterstattung“ in den Medien.

„In vielen wichtigen Fragen beobachte ich eine homogene Berichterstattung. Alle marschieren in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinungen in der Politik“, sagte Pleitgen, dieser diese Entwicklung für „bedenklich“ hält, dem Handelsblatt.

„Der schleichende Tod der Demokratie“

Als Beispiele nennt der 81-Jährige im Interview Themen wie Griechenland, Lokführer-Streik, Russland, Brexit und Trump. Die „homogene Berichterstattung“, wie man sie hier erlebe, sei „der schleichende Tod der Demokratie“, warnt Pleitgen.

Fast wehmütig erinnert sich der Journalist hingegen an Zeiten zurück, in denen es noch mehr Richtungsstreit gegeben habe: „Zum Beispiel bei der Ostpolitik. Da hatten wir klare Fronten. Auf der einen Seite die Springer-Presse, auf der anderen Seite Augstein, Nannen und Dönhoff. In dieser Zeit war unsere Bevölkerung in einer sehr kultivierten Weise politisiert. Wie nie wieder.“

„Meinungsvielfalt darf nicht verloren gehen“

Pleitgen kritisiert allerdings nicht nur die Öffentlich-Rechtlichen, sondern äußert sich auch zur Debattenkultur in den sozialen Medien: „Mich besorgt, wie schnell und wirkungsvoll über das Internet bösartig Stimmung gemacht wird. Dies gefährdet den inneren Frieden.“ Dagegen helfe am wirkungsvollsten „guter Journalismus“, der seriöse Information und Orientierung biete.

Ein Problem sieht Pleitgen jedoch darin, wenn Zeitungen und Rundfunk „aus Sparzwängen Redaktionen ausdünnen“, dies schwäche die Leistungsfähigkeit. „Guter Journalismus muss bei Kräften sein, um üblen Attacken wie der ‚Lügenpresse‘-Kampagne zu widerstehen. Die Meinungsvielfalt darf nicht verloren gehen“, fordert der ehemalige Präsident der Europäischen Rundfunkunion (EBU).

Als zentralen Punkt sieht Pleitgen hier die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, über die man wieder stärker sprechen müsse. „Es kommt auf das Programm an. Darüber sollte mehr geredet und gestritten werden als über Geld.“

Das gesamte Handelsblatt-Interview lesen: Fritz Pleitgen: „Die Meinungsvielfalt gerät in Gefahr“


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2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    11. Juli 2019 at 13:04

    Unglaublich welche Leute sich zum Grabgesang auf die Bühne wagen.
    Werkzeuge der Totengräber der Demokratie nochmal hervorgeholt.

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    11. Juli 2019 at 17:46

    Neuestes Beispiel unfairer bis lügenbehafteter Berichterstattung. Bayern 1 heute nachmittag. Mit offensichtlicher Genugtuung kam die Meldung: Identitäre als rechtsradikal eingestuft. Dazu der verlogene Hinweis, es gab Kontakte zum Christchurch Attentäter.

    Hätten die vorab wirklich beiderseitig bestanden würde das allein die Einstufung auch noch nicht rechtfertigen. Kein Mensch kann nämlich wissen, ob ein anderer einen derartige Tat begehen will, außer, er äußert sich entsprechend. Soll ja bei Islamisten schon das ein oder andere Mal so gewesen sein.

    Hier wird aber allein die Spende des Mörders auf Martin Sellners Konto verwertet. Hätte Sellner das nun etwa wissen müssen und das Geld zurückweisen? Wenn nun ein Islamist, bevor er Terroranschläge begeht, den NGOs Geld überweist, wären die dann etwa auch mitschuldig.

    Hier liegt wieder mal ein tolles Beispiel für falsche Berichterstattung vor. Da man die Tatsachen bei einer so großen Redaktion als bekannt vraussetzen darf, nenne ich das auch verlogene Berichterstattung.

    Ähnlich läuft das bei gewissen Politikern ab. Neulich sagte der neue Generalsekretär der CDU: Im Bundestag gibt es nur eine Partei, die den Klimawandel ablehnt. Nee, den gab es bekanntlich schon über Jahrmillionen, liebes Paulchen. Dem „menschengemachten“ verweigert die AfD die Zustimmung. Und hierfür treten inzwischen auch immer mehr nahmhafte Wissenschaftler ein. Unterstützt aber ihr ruhig weiter die Schulschwänzer. Die Blamage ist euch sicher.

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