Verbinde Dich mit uns

Meinung

Kommentar: Die AfD und der Spagat zwischen Ost und West

Gastautor

Veröffentlicht

am

Bild "Wahlkampfauftakt der Alternative für Deutschland in Charlottenburg Wilmersdorf": Nicolaus Fest via Flickr [CC BY-ND 2.0] (Bild zugeschnitten)

Aktuell ist die AfD im Osten der Bundesrepublik erfolgreicher als im Westen. Doch woran liegt das? Und wie könnte die AfD auch ähnliche Erfolge im Westen erzielen?

Kommentar von Kemal Cem Yilmaz

Der Schattenmacher“ heißt der deutschsprachige YouTuber, der sich in der Qualität seiner Beiträge deutlich von fast allen anderen politischen YouTubern abhebt. Allein schon wegen der erfreulichen Feinheit und Ausdrucksstärke seiner Sprache, die durchaus mit der eines Till‐Lucas Wessels mitzuhalten vermag, sind seine Videos ein wahrhafter Genuss für alle Freunde der schönen deutschen Sprache in der jungen Generation deutscher Publizisten. Aber auch inhaltlich sowie recherchemäßig setzt diese quasi Ein‐Mann‐Qualitätsredaktion Maßstäbe.

AfD‐Wahlanalyse

In seiner minutiös herausgearbeiteten EU‐Wahl‐Analyse vom Juni wirft „Der Schattenmacher“ unter anderem die Frage auf, woran es wohl liegen könnte, dass die AfD gerade im Nordwesten der Republik besonders schlecht abgeschnitten hat. Angesichts der realen volksdemokratischen Möglichkeit, die sich durch den erfolgreichen Kurs der „Ost‐AfD“ abzeichnen lässt, ist diese Frage freilich von höchstem Interesse. Sie ist zugleich verknüpft mit den Fragen: Warum sollte so etwas nicht auch im Westen funktionieren? Und: Wie könnte es funktionieren?

Höcke und die sozialpatriotische Wende

Schauen wir dazu zunächst auf den Osten, wo sich über die letzten fünf Jahre hinweg ein stabiles Fundament für eine friedliche, sozialpatriotische Wende in Deutschland gebildet hat:

Björn Höcke ist derjenige Politiker, der ihn in ideeller wie idealer Weise verkörpert wie kein Zweiter; den aus DDR‐Erfahrungen gespeisten, mit dem wirtschaftspolitischen Unrecht nach der Wende gereiften und durch die Erfahrungen mit der demographischen Diskrepranz des Westens und der Migrationskrise der vergangenen Jahre zur spürbaren Volks‐Glut befeuerten allgemeinen Unmut in mittel‐ bzw. ostdeutschen Landen, der längst zum entschlossenen und organisierten Widerstand eines vor allem in der Jugend der ostdeutschen Bundesländer (außer Berlin) stetig wachsenden Teils der Bevölkerung geworden ist.

Und das, obwohl Höcke (auch) ursprünglich aus dem Westen kommt. Viele Thüringer vertrauen diesem Mann, der ihnen nicht als Politkarrierist oder plumper Ideologe erscheint, sondern als weitsichtiger, kluger und emotionaler Politiker aus Leidenschaft. Höcke ist nah an den Menschen und ihren tatsächlichen Bedürfnissen dran. Sein Erfolg ist nicht der eines aalglatten politischen Strategen, der gekonnt seine Karriere innerhalb einer aufsteigenden Partei verfolgt. Er hat seine Ecken und Kanten und ist bereit, auch sportsmännisch Kritik dafür einzustecken.

Sein Erfolg gründet vor allem in der Zustimmung des ostdeutschen Wahlvolks, das ihn als einen ehrlichen, aufrichtigen und aus tiefster Überzeugung seinem Land dienen zu wollen agierenden Politiker wahrnimmt. Er ist das Gesicht des unbezwingbaren Willens des Ostens, dieses Land wieder zu einer humanen, deutschen Normalität, zu einer dem menschlichen Entwicklungs‐ und Anpassungsvermögen angemessenen politischen Kultur der ehrlichen Verständigung zu führen. So etwas geht nicht einfach so vorbei, wie einige Kritiker im Westen noch immer behaupten, sich vielmehr wünschen und dabei immer wieder Höckes unprofessionelle oder bewusst provokante Markierungen der Vergangenheit hervorbringen.

Höcke beim Kyffhäuser‐Treffen

Das einzige, was wirklich zählt, ist die Tatsache, dass der Mensch Björn Höcke tief mit dem Schicksal der Thüringer und Ostdeutschen verbunden ist, und dass ein physisch und geistig prägender Teil der Leute diesem Politiker ihre Hoffnungen anvertrauen. Dieses Vertrauen und die damit einhergehende Zuversicht sind ein dauerhaftes Phänomen. Keine Eintagsfliege. Dementsprechend ernsthaft sollte auch die Kritik an Höcke ausfallen, von wem immer sie auch ausgehen möge.

Höckes Rede beim Kyffhäuser‐Treffen des AfD‐Flügels zeigt, neben dem ganzen Prunk und Pathos – der übrigens durchaus etwas dezenter, den wirklichen Gegebenheiten und der Stimmungslage des gesamtdeutschen Gemüts anno 2019 angepasster hätte verlaufen können, ohne dabei die emotionale Wucht seiner Wirkung schleifen lassen zu müssen – inhaltlich vor allem eines: den absoluten Willen an den Unverhandelbarkeiten dieser Nation festzuhalten, die Entschlossenheit, Heimat und Vaterland zu verteidigen gegen die Mode der totalen Auflösung jeglicher Nationalstaatlichkeit.

Dies wirft einen weiten Schatten im Osten Deutschlands, der das dort immer loher flackende Licht des positiven, anti‐chauvinistischen Patriotismus umso deutlicher zum Vorschein treten lässt. Höcke ist damit der politische „Schattenmacher” für den patriotischen Osten. Die Glut der Solidarität wird größer werden, je deutlicher das von ihr geworfene Licht zu erkennen ist und immer mehr Menschen in seinen Bann zieht. Das Licht am Ende eines zwar nicht berechenbaren, aber doch möglichen, plausiblen, ja absehbaren Weges des friedlichen, patriotisch‐solidarischen Wandels.

Fairer politischer Wettstreit

Höcke scheut nicht, das im Westen (noch) Unsagbare klar und deutlich auszusprechen, und gibt zugleich immer mehr Ost‐Deutschen die belastbare Hoffnung, dass eben ein demokratischer Wandel in einem fairen politischen Wettstreit, der diesen Namen verdient, möglich ist. Damit ist er im Kern ein Akteur des Friedens und des Zusammenhalts, und nicht, wie so häufig aufgrund überspitzter Wortwahl in politischen Reden fehlinterpretiert, des Unfriedens und der Spaltung.

Dort, wo die „Gedanken frei sind“, kann der Frieden gedeihen. Da kann man sich wieder näherkommen. Wo die Gedanken in selbstzensierender Gefügigkeit immerzu technisch vorkategorisiert und verfälschend aufbereitet werden müssen und nur Gedanken der monopolisierten Moral des „Establishments” ein Entfaltungsraum gestattet ist, wird der Frieden allmählich versiechen. Im 21. Jahrhundert für die Meinungsfreiheit zu kämpfen ist den Ostdeutschen durch die Geschichte ins Mark gebrannt worden. Sie werden die Verantwortung kaum scheuen und sich dieses teure Gut nicht nehmen lassen. Auch dafür steht heute wie damals der Osten.

Das Motto des Kyffhäuser‐Treffens 2019 – “Der Osten steht auf“ – ist damit mehr als nur ein wirkungsvoller Slogan aus irgendeiner „Kreativ„werkstatt. Es ist die prägnanteste Beschreibung der Vorgänge in den mitteldeutschen Bundesländern.

Unterschiede zwischen Ost und West

Der Osten ist souverän eingestellt, heimatverbunden und nationalstaatsbewusst. Und er wehrt sich gegen die vor allem kindisch anmutende, verzweifelte Globalisierungsgläubigkeit ihrer westlichen Landsleute. In vielen Regionen schafft es eine offensiv nationalbewusst auftretende AfD bereits volksparteiliche Strukturen zu entwickeln. Dabei arbeitet sie eng und effektiv mit lokalen Bürgervereinen zusammen, die das gesamte Bevölkerungsspektrum abdecken. Die patriotische AfD als Volkspartei ist aus den nicht vollständig BRD‐isierbaren Bundesländern für die nächsten Dekaden also nicht mehr wegzudenken. Sie wird das politische Geschehen Ostdeutschlands, auch mit Höcke, maßgeblich mitgestalten. Und das wird Konsequenzen haben. So oder so.

Während sich ein Drittel des Westens auf „Globalismus und Klima“ als vermeintlich große politische Denkentwürfe geeinigt zu haben scheint, bilden „Identität und Solidarität“ die Pfeiler des patriotischen Ansatzes im Osten. Damit hat der Osten eine kluge Schwerpunktsetzung vollzogen, denn anhand der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre lässt sich klar abzeichnen, dass die Lösung aller großen und kleinen Probleme unserer Zeit und der nahenden Zukunft immer zugleich auch an Fragen des Identitäts‐ bzw. Heimatbewusstseins und der Solidaritätsbereitschaft der Gesellschaften gekoppelt sein wird. Sowohl im nationalen als auch internationalen Kontext. National‐ bzw. Identitäts‐ und Heimatbewusstsein und Solidaritätsbereitschaft im Kleinen und Großen werden die Voraussetzungen für Frieden und Stabilität im 21. Jahrhundert sein, und dafür, dass z.B. eine globale Klimapolitik überhaupt erst möglich wird.

Globalistische Sackgasse überwinden

Kommen wir auf die eingangs gestellte Fragestellung zurück: Wie könnte also das, was im Osten nicht mehr aufzuhalten ist, auch im Westen Früchte tragen? Wie könnte die globalistische Sackgasse überwunden und die an Unausgegorenheit leidende Klimarettungseuphorie umgemünzt werden in eine ganzheitlich patriotisch‐solidarisch‐liberal‐ökologische Welle der Vernunft, die sowohl die allgemeine Wahrnehmungslage als auch die Befindlichkeiten im wohlstandsverwöhnten Westen in sich trägt und zugleich eine Anschlussfähigkeit an den offenherziger auftretenden Patriotismus des Ostens gewährleistet?

Zunächst einmal gilt es festzustellen: Die Westdeutschen, inbesondere im Nordwesten, wo die AfD am schwächsten abgeschnitten hat, sind in ihrer Allgemeinheit eher vorsichtige und gediegene Zeitgenossen. Laute Parolen sind ihnen genauso fremd wie schrille Provokationen. Während die AfD im Osten den Linken Stimmen abjagen und durchaus „proletarisch“ auftreten kann, ohne das Bürgertum zu sehr zu verschrecken, liegt im Westen umso mehr ihr Potential im pflichtbewusst‐staatstreuen, wohl(stands)schaffenden, mittel‐ bis hochgebildeten, christlich und humanistisch geprägten Bürgertum.

Kommunikationsfehler vermeiden

Wie Alexander Gauland es in seiner wegweisenden Kyffhäuser‐Rede zu Protokoll gab, darf das Wählerpotential, das sich von der CDU abwendend keine gute Zukunft mit den Grünen vorstellen kann, nicht dem resignierten Pool an Nichtwählern überlassen werden, indem die AfD vor allem durch z.T. grobe Kommunikationsfehler dieses Potential an realitätsorientierten, vernunfts‐guten Bürgern ebenso abschreckt wie die Grünen mit ihrer Kindergartenpolitik des betreuten Moralisierens. Hundewelpenfotos mit dem Impetus, Muslime würden aus religiösen Gründen solch unschuldige, zarte Wesen „verbrennen“ oder „vergewaltigen“(!), sowie der Missbrauch alter Meisterwerke der Kunst zur Darstellung eigener banaler Projektionen zu Wahlkampfzwecken sorgen bei den meisten Wessis wohl eher für Abscheu und Abneigung als dafür, sich näher mit den konkret programmatischen Inhalten der AfD auseinanderzusetzen.

Im Westen ist man nicht weniger aufgeklärt über Probleme und Missstände der Republik als im Osten. Man verweigert sich hier aber vehement einem Umgang mit schroffer und verletzender Sprache im politischen Wettstreit. Fast hat man manchmal den Eindruck, dass verdeckte Feinde der AfD die Strippen in den PR‐Abteilungen ziehen oder gezogen haben.

Hinzu kommt natürlich die Ausgrenzung vernünftiger und sprachgewandter Stimmen der AfD und der rechtsintellektuellen Vor‐ und Querdenker aus dem öffentlich‐rechtlichen Meinungsbildungsportfolio. Lanz, Maischberger und Anne Will sind heute allen ernstes Formate, die sich nicht davor scheuen, Dauerwerbesendungen für die Grünen zu veranstalten. Gäbe es nicht Frank Plasberg und Hart aber fair – wobei für die AfD, wenn überhaupt mal wieder, eher hart und manchmal an der Grenze zu fair – und hin und wieder mal eine etwas mutigere, weil sachlichere Auseinandersetzung mit der patriotischen Wende im Osten in Form einer Doku (z.B.: hier) oder eines ausgiebigen Radiointerviews (hier), würde man kaum noch mehr einen Unterschied zu Systemen mit einer totalitär ausgerichteten Medienpolitik wahrnehmen können. Köpfe und Meinungen, die ein gutes Viertel des verfassungsmäßigen Staatsvolks der Bundesrepublik Deutschland vertreten, werden systematisch ausgegrenzt. Ein Armutszeugnis für die Meinungsvielfalt.

Alice Weidel als „urban‐freiheitlicher Erfolgscharakter”

Ein „Schattenmacher” bzw. „Schattenmacherin” für den patriotischen Westen müsste also nicht nur den Spagat von patriotisch‐solidarisch zu liberal‐ökologisch hinbekommen, er bzw. sie müsste auch Mainstream können, was offensichtlich für den „Schattenmacher” des politischen Ostens nicht zwingend erforderlich ist. Die einzige bekannte Akteurin der West‐AfD, der sowohl dieser komplexe Spagat zwischen existenzieller Identitätspolitik und freiheitlich‐ökologischer Tagespolitik als auch ein Brillieren als öffentliche Figur gelingen könnte, ist Alice Weidel. Sie hat das Zeug, massenhaft Menschen von sich und der Richtigkeit der AfD zu überzeugen. Sie ist authentisch, höflich (außer manchmal gegen Muslime; persönliches Erlebnis?), freundlich, streitfreudig, hochintelligent und lesbisch. Ein urban‐freiheitlicher Erfolgscharakter. Werteorientiert und kulturbewusst und dennoch nicht erzkonservativ, sondern maßvoll weltoffen‐liberal. Also genau die Verkörperung des aktuell gefragtesten Wählerprofils, um das Grüne und CDU kräftig buhlen.

In den vergangenen Jahren hat insbesondere die AfD im Westen reihenweise kommunikationspolitische Griffe ins Klo nicht missen lassen. Dies hat dazu geführt, dass viele die Nichtwahl der AfD‐Wahl bevorzugt haben, oder aus Verzweiflung und auf Druck ihrer pubertierenden Kinder zuletzt Grün gewählt haben.

Ungeahntes Wählerpotential im Westen

Wenn es Alice Weidel, die sich nach einigen betretenen Fettnäpfchen doch als zumindest lernfähig erwiesen hat, gemeinsam mit der West‐AfD gelingt, bis in die Kreis‐ und Ortsverbände hinein eine kommunikationspolitische Wende um 180 Grad zu vollziehen, dann wird dies ungeahntes Wählerpotential auch im Westen mobilisieren können. Der Mainstream wird an den Punkt gebracht werden, wo er eine sprachlich und inhaltlich überzeugende Arbeit der AfD und ihres rechtsintellektuellen Umfelds würdigen und ihre tragenden Denker als ernstzunehmende und fair zu behandelnde Gesprächspartner akzeptieren muss, wenn er die Spaltung der Gesellschaft in Ost und West nicht weiter befeuern will.

Wut und Frust werden einen von Frieden und ökologischem Bewusstsein geprägten Zeitgeist nicht zu Heimatverbundenheit und Nationalbewusstsein führen können. Die Menschen im Westen werden sich nur überzeugen lassen können von einem zutiefst emphatischen Zugang auf ihre Sehnsucht, nie wieder Frieden und Wohlstand für (fast) alle aufgeben zu müssen und nie in einer aggressiven oder militanten Gesellschaft leben zu müssen. Dieser Zugang erfordert bei aller Klarheit der Inhalte eine ausgesprochen ausgewählte Sprache, die das eindeutig vorhandene Gute des Gedachten auf der rechten Seite möglichst nicht mit Auswürfen des wutvollen Affekts befleckt und verunstaltet.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Klicken zum Kommentieren

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Meinung

Der Verfassungsschutz als dankbares Instrument gegen Unliebsame

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Linke Experten diktieren dem Verfassungsschutz und der Politik, welche Gruppen und Positionen „rechtsextrem” sind – und verrücken damit den Rahmen des Sagbaren auf gefährliche Weise.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Eigentlich soll der Verfassungsschutz jene beobachten, welche dieselbe bedrohen. Aber längst dient er als politisches Mittel, um jene zu schikanieren, welche Dinge sagen, welche die Inhaber der gegenwärtigen Hegemonie nicht hören wollen. Dabei geht es weniger um den Schutz einer deshalb nur mehr als Lippenbekenntnis existierenden, freiheitlich‐demokratischen Grundordnung, sondern darum, Unliebsame mit stigmatisierenden Vorwürfen aus der politischen Geltung zu stoßen.

Migrationskritik offenbar „rechtsextrem”

Ein besonderes Beispiel findet derzeit in Österreich statt. Das sechste Jahr in Folge befinden sich die Identitäre Bewegung im Bericht des dortigen Verfassungsschutzes. Die Behörde definiert eigentlich drei notwendige Kriterien für ihren Rechtsextremismusbegriff: Ablehnung der Normen eines demokratischen Verfassungsstaates, Wunsch nach einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaftsordnung und Gutheißung politischer Gewalt. Erörterung dieser am Beobachtungsobjekt? Fehlanzeige.

Stattdessen stützt sich die Argumentation darauf, dass sie als „wesentliche Trägerin der ‚Islam‐ und Asylfeindlichkeit’ ” gelte. Als weiteres Indiz gilt die Warnung vor dem Bevölkerungsaustausch und einer „Islamisierung Europas”. Auch der Hinweis, dass die „autochthone Bevölkerung” (Anführungszeichen der Behörde) durch Zuwanderung gefährdet sei, ist Teil der Einstufung. Allesamt Positionen, welche eigentlich unzweifelhaft Teil des demokratischen Diskurses sind.

Experten vom linken Rand haben Deutungsmonopol

Natürlich, derartige Behörden konsultieren auch Einschätzungen Dritter. Mit dem Schönheitsfehler, dass die Mehrzahl der sogenannten ‚Experten’ in Österreich zumeist exponiert linke Aktivisten sind. Einige davon gehören dem auf Initiative eines Marxisten gegründeten Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) an. Andere machen aus ihren linksradikalen Verstrickungen keinen besonderen Hehl, treten bei der Antifa auf. Eine ‚Expertin’ kandidierte einst gar für die Kommunisten.

All sie haben eine Art Deutungsmonopol darüber erschaffen, wer angeblich ‚rechtsextrem’ sei. Entlastende Gegenbelege deuten sie dabei als vermeintliche Tarnstrategie. Und plötzlich darf etwa die Privatmeinung von Mitarbeitern einer Stiftung, welche auch die FPÖ als „rechtsextreme Partei” sieht, als Blaupause für Bewertungen einer Behörde herhalten. Und damit bloß niemand das Narrativ hinterfragen kann, gelten nunmehr sogar „alternative Medien” – sprich, die gesamte patriotische Publizistik – vorsorglich als „rechtsextrem”. Kein Witz.

Forderungen übernehmen – Vorreiter abschaffen

Gefährlich wird die Sache erst, wenn diese Verschwörungstheorien in konkrete Sachpolitik münden. Am Freitag war es so weit: ÖVP‐Spitzenpolitiker Blümel forderte die Änderung des Vereinsrechts, um Vereine im Umkreis „extremistischer Organisationen” leichter aufzulösen. Die Forderung zielt explizit auf die Identitären ab – eine Gruppe, die aufgrund ihrer programmatischen Gewaltfreiheit gar nicht im BVT‐Bericht auftauchen dürfte.

Besonders kurios: Im selben Atemzug will jener Maßnahmen gegen Islamismus forcieren. Vier Maßnahmen gegen den politischen Islam – und eine gegen diejenigen, welche schon länger vor dem politischen Islam warnen – und teilweise genau aus diesem Grund überhaupt erst als „extremistisch” gelten. Er fordert also eine Einschränkung 150 Jahre alter Grundrechte für jene, welche dieselben Sachen kritisieren wie er selbst.

Deutschland: Linksradikalismus als Empfehlungsschreiben

Wer meint, es handelt sich um einen alpenländischen Sonderfall, demonstriert an einer besonders exponierten Gruppe, irrt. Denn beim deutschen Nachbarn ist man längst einen Schritt weiter. Linksradikale Biographien in der ehemaligen ‚Neuen Linken’ oder als frühere Mitarbeiter von eng mit der Antifa verbandelten Politikerinnen gelten dort als Empfehlungsschreiben für Expertentätigkeiten.

Ganz ungeniert geht man dabei in jenen neuen Bundesländern mit einer linken Koalition vor. Im rot‐rot‐grünen Thüringen präsidiert ein Stiftungsrat der Amadeu‐Antonio‐Stiftung über den den Verfassungsschutz. Ja, das ist dieselbe von einer ehemaligen Stasi‐Mitarbeiterin initiierte und geleitete Einrichtung, die mitunter bereits Zöpfe als Indiz für ein völkisches Elternhaus wertet. Antifa‐Kongresse erhalten dort dafür Demokratiepreise.

Brandenburg: Linksextreme berichten an Verfassungsschutz

Besonders alarmierend sind auch die Vorgänge in Brandenburg. Dort ist nämlich im ominös‐nebulösen ‚Kampf gegen Rechts’ alles billig. Linksradikale und sogar Linksextreme können dort nicht nur in den Genuss öffentlicher Mittel der Demokratieförderung gelangen. Nein, es besteht sogar die Möglichkeit zu einem regen Informationsaustausch zwischen Linksextremisten und Verfassungsschutz – Die Tagesstimme berichtete.

Welche Art von Informationen dann bereits als „rechtsextremistisch” gelten dürfen, mögen die Götter wissen. Denn bereits Zuarbeiter vermeintlich seriöser (und trotzdem ausgewiesen linker) Akteure riechen allzu schnell angebliche ‚Faschisten’ in jedem erdenklichen Publikum. All dies befördert ein Klima, wo man bereits bundesweite Verfassungsschutzpräsidenten aus dem Amt jagt, weil sie Chuzpe besitzen, die Authentizität von „Antifa Zeckenbiss” anzweifeln.

Katapult gegen Parteien und Verschiebung des Diskurses

Natürlich wollen linke Experten nicht nur irgendwelche Gruppierungen im Vorfeld aus dem Diskurs bringen. Denn deren Stigmatisierung kann auch als Katapult gegen politische Parteien dienen. Sobald eine Gruppierung als „rechtsextrem” gilt, kann man jeden AfD‐ oder FPÖ‐Politiker, der irgendwann mit einem solchen „Extremisten” im Raum war, nach bewährter Salamitaktik unter Generalverdacht stellen. Bürgerliche wie Blümel, welche dafür verantwortliche ‚Experten’ fälschlicherweise in der „Mitte” verordnen, fressen diesen daraufhin aus der Hand.

Deren daraus ewige Fähigkeit die Torpfosten zu verschieben mündet schließlich auch darin, lange in bürgerlichen Parteien völlig konsensfähige Positionen als „rechtsextrem” zu brandmarken und somit unsagbar zu machen. Denn dieselbe Asylkritik für welche die Identitären marginalisiert werden sollen, stand vor dreißig Jahren problemlos auf CDU‐Plakaten. Und deren schrittweise Kriminalisierung ist die eigentliche Bedrohung der freiheitlichen Demokratie.


Weiterlesen (Auswahl):

ÖVP‐Blümel will Vereinsrecht ändern, um Identitäre aufzulösen (16.8.2019)

Brandenburg: Linke Netzwerke dürfen für Verfassungsschutz spionieren (15.8.2019)

Rechtsextreme Identitäre”: Stigmatisierende Einstufung auf dem Prüfstand (28.3.2019)

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

Veröffentlicht

am

von

ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD‐Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger‐Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl‐ und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger‐Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD‐Linken‐Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie‐ und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD‐Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Meinung

Wort zum Sonntag: „Wird die katholische Kirche unterwandert?”

Gastautor

Veröffentlicht

am

von

ASDF Symbolbild (CC0)

Die katholische Kirche befindet sich aktuell im extremen Wandel und die Geschwindigkeit, mit der die vielen Änderungen unter Papst Franziskus angestoßen werden, stoßen vielen Gläubigen sauer auf. Nicht wenige vermuten hinter diesen Vorgängen eine bewusste Zerstörung katholischer Tradition.

Kolumne von Raphanus

Einer der Kritiker ist Dr. Taylor Marshall, der in seinem Buch Infiltration: The Plot to Destroy the Church from Within behauptet, die katholische Kirche sei seit Mitte des 19. Jahrhunderts Angriffen von Modernisten und Marxisten ausgesetzt, die den Plan verfolgten, die katholische Kirche von innen heraus zu untergraben und zu zerstören.

Unterwanderung statt Vernichtung

Ihr Ziel sei es, die Lehre der katholischen Kirche, ihre Liturgie und ihre Mission zu ändern und das Priestertum, das Bischofsamt und schließlich die Kardinalsämter zu infiltrierten – alles mit dem Ziel, einen der ihren zum Papst zu wählen.

Zur Untermauerung seiner These beruft sich Dr. Marshall unter anderem auf ein Dokument aus dem Jahre 1859, das einen Plan für die Unterwanderung der katholischen Kirche entwarf. Demnach sei es nicht mehr das erklärte Ziel der Gegner der katholischen Kirche, diese zu vernichten, sondern durch Unterwanderung die Kirche für ihre eigenen Ziele zu benutzen.

In dem historisch belegten Dokument Alta Vendita heißt es unter anderem: „Um also einen Papst nach unserem Herzen zu sichern, ist es eine vorrangige Aufgabe, für diesen Papst eine Generation zu bilden, die dem von uns gewünschten Königreich würdig ist. Lassen wir alte und reife Männer beiseite und gehen wir stattdessen zur Jugend und, wenn möglich, sogar zu Kindern“, um dort diesen Einfluss geltend zu machen. Die jahrzehntelange Arbeit war ihnen dabei durchaus bewusst, wie Taylor schildert.

Kommunisten als Priester

So soll nicht nur der Einfluss des Katholizismus in der Gesellschaft ausgemerzt, sondern die Struktur der katholischen Kirche auch dafür benützt werden, um Prinzipien und Ziele zu fördern, die der katholischen Lehre widersprechen und sie schwächen.

Marshall zeigt auf, dass in den 1930er‐Jahren Kommunisten heimlich begannen, katholische Seminare zu infiltrieren, um dort ihre eigenen Männer als Priester und schließlich als Bischöfe, Kardinäle oder sogar als Papst zu pflanzen.

Nun kann man von Theorien der »Verschwörung« halten, was man will. Sind sie aber historisch nachgewiesen bzw. durch gerichtlich beeidete Aussagen ehemaliger Kirchengegner belegt, darf man durchaus hellhörig werden und einen zweiten, genaueren Blick wagen. Wenn dann noch die Früchte, an denen sie erkannt werden sollen, den Vermutungen entsprechen, sollte man vielleicht noch etwas genauer hinschauen.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt