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Deutschland

Bürgerliche Koalition“: MDR entschuldigt sich für Äußerung von Reporterin

Joshua Hahn

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Bild (Ausschnitt aus der Live-Sendung): Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Am Wahlabend sprach die MDR‐Reporterin Wiebke Binder in einer Sondersendung zu den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg von einer möglichen „bürgerlichen Koalition“ zwischen den Christdemokraten und der Alternative für Deutschland. 

Berlin. – Für viele Wähler aus dem linken Spektrum sorgte die Äußerung für Empörung, welche in einen regelrechten Shitstorm mündete. Der „MDR“ entschuldigte sich nun sogar für die Wortwahl der Moderatorin.

Bürgerliche Koalition“

Der konkrete Anlass für die Äußerung war ein Gespräch der Moderatorin mit dem CDU‐Politiker Marco Wanderwitz. Im Rahmen der Wahlergebnisse fragte Binder, ob sich dieser eine „bürgerliche Koalition“ mit der AfD vorstellen könne. Eine normale Frage, die bei AfD‐Gegnern jedoch offenbar für Schnappatmung sorgte.

Auf Twitter kam es anschließend zu einem regelrechten Shitstorm gegen die Reporterin. Verschiedene Nutzer warfen ihr unter anderem eine angebliche „Verharmlosung“ der AfD vor. Arnd Henze, ein Kollege Binders, unterstellte auf Twitter gar dem gesamten „MDR“ ein Verwischen der „Grenzen nach ganz rechts“.

Missverständnisse und Unschärfen“ während Live‐Sendungen

In einem Tweet erklärte der Mitteldeutsche Rundfunk, dass es im Rahmen des „enormen Stress“ während einer Sendung dazu kommen könne, dass „Missverständnisse und Unschärfen“ auftreten. Chefredakteur Torsten Peuker verteidigte die Reporterin und sagte, sie bleibe eine „wichtige Moderatorin“. 

Bei der Formulierung „bürgerliche Koalition“ in Bezug auf die AfD handele es sich jedoch „klar um einen Versprecher“, für welchen sich der Sender entschuldigen wolle.

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    3. September 2019 at 11:19

    Der „MDR“ entschuldigte sich nun sogar für die Wortwahl der Moderatorin.”
    Ja geht’s eigentlich noch? Dafür so ein Shitstorm und eine Entschuldigung?
    Ach ja, ich vergaß: jeder 4 bis 5 Wahlbürger ist ja rechtsextrem, menschen‐ und fremdenfeindlich und ein Nazi… (Ironie)
    Wie ich diese Hassparolen und diese Hetze von links satt habe – nicht die Rechten sind eine Bedrohung für unsere Demokratie, sondern die Linken, die sich über Recht und Gesetz hinwegsetzen und die rechtsstaatliche Ordnung am liebsten ganz abschaffen würden.
    Martin Sichert hat völlig recht: https://www.youtube.com/watch?v=OQWm9MgM-i8
    Wenn wir die Fahrt in den Abgrund aufhalten wollen, muss jetzt das Ruder herumgerissen und alle Kapitäne ausgetauscht werden – im übertragenen wie im Wortsinn…!

    • Avatar

      Jörg

      3. September 2019 at 20:33

      Super Rede, danke für den Link!
      Warum wurde das eigentlich seit 21.03.2019 nur 271 mal gesehen?!
      Damit hätte man unmittelbar vor den beiden Landtagswahlen noch mehr SPD Wähler aufklären können!

  2. Avatar

    Michael Buchholz

    3. September 2019 at 11:22

    … ahhhh jaaa …
    Es wäre sehr wohl eine „bürgerliche” Koalition. Aber wie so oft oder eignetlich inzwischen fast immer, darf man natürlich niemals einen Fakt oder eine Wahrheit auch nur ansatzweise äußern, wenn da irgendwie die AfD mit involviert ist…

    Die haben doch alle schon seit längerem den Schuß nicht mehr gehört. Aber eines muss man denen lassen: Ausgrenzung, Rassismus, Sippenhaftung & Co. haben die Links/Grünen echt super auf’m Schirm …

  3. Avatar

    Andreas Seidel

    3. September 2019 at 12:50

    Es ist nicht zu glauben, wie dieser Sender wieder vor dem linken Mainstream einknickt, anstatt sich schützend vor seine Mitarbeiterin zu stellen.

  4. Avatar

    Jörg

    3. September 2019 at 20:24

    Ich erinnere mich noch gut an die von der MDR Führung gedizzte Katrin Huß. Sie hat jetzt übrigens auf Nuovisio einen Channel. 🙂

  5. Avatar

    Dominik Hellenbeck

    4. September 2019 at 10:17

    Interessant, dass sich der mdr nicht entschuldigt, weil eine Mitarbeiterin eine Partei verunglimpft hätte, sondern weil sie offenkundig die interne Sprachvorgabe nicht eingehalten hat. Das ARD‐Framing‐Papier läßt grüßen…

  6. Avatar

    Rainer Seifert

    4. September 2019 at 14:54

    Ja, weit haben wir es schon gebracht. Der Moderatorin war während der ganzen Sendung anzumerken, dass sie – ob nur äußerlich oder tatsächlich weiß man nicht – keine Freundin der AfD ist.

    Der dümmliche Protest von linker Seite ist ganz einfach ein Resultat ständiger Benachteiligungen und Verleumdungen der AfD durch den Ö/R. Dass die meisten Protestiererinnen und Protestierer bislang kaum die Pflichtsteuer an ARD und ZDF zahlen mussten, spielt dabei ja keine Rolle. Wer im Hotel Mama wohnt ist befreit, bei Kommunen wird der Betrag auf alle umgelegt.

    Allein schon Bilder – teils in Großaufnahme einzelner Personen, teils eifrigst gruppenklatschender „Jubelperser” zeigen bei den ja aufgezeichneten talk‐shows wie der Hase läuft und die Marschrichtung auszusehen hat.

    Offenbar wäre es für Linke lebensbedrohlich, wenn sich bürgerliche Parteien, zu denen auch die AfD gehört, zu Regierungskoalitionen zusammenschließen. Blöd nur, dass dann auch deren Hetze nicht mehr so gut zu handhaben wäre.

    Andererseits werden wir in wenigen Jahren zumindest eine islamistische Partei in den Parlamenten haben, lieber Herr Söder. Dann schaun mer mal, sodele.

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Deutschland

AfD Bayern: Corinna Miazga ist neue Landesvorsitzende

Joshua Hahn

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ASDF Bild Corinna Miazga: Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten) / Bild Bayerischer Landtag: Sven Teschke, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten) / Collage: Die Tagesstimme

Mit 305 zu 216 Stimmen setzte sich Corinna Miazga im zweiten Wahldurchgang gegen ihre Konkurrentin Katrin Ebner‐Steiner durch.

Greding. – Beim Landesparteitag der Alternative für Deutschland in Bayern konnte sich die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga gegen ihre Mitstreiter durchsetzen und wurde zur Vorsitzenden gewählt.

305 Stimmen für Miazga

Im zweiten Wahldurchgang setzte sich Corinna Miazga mit 305 Wählerstimmen gegen ihre Konkurrentin Katrin Ebner‐Steiner durch. Diese erhielt 216 Stimmen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, scheiterte der bisherige AfD‐Landesvorsitzende Martin Sichert bereits im ersten Wahlgang.

Er geriet in den letzten Tagen für seine Kritik am Bundespräsidenten Frank‐Walter Steinmeier in die Schlagzeilen.  Diesem warf er eine Doppelmoral bei der Verwendung des Begriffs „Rassismus“ vor und erklärte: „Dabei betreiben sie selbst eine zutiefst rassistische Politik gegen die eigenen Mitbürger.“

Nicht für oder gegen den Flügel“

In Bezug auf die Streitigkeiten innerhalb der Partei über den Umgang mit dem „Flügel” um Björn Höcke zeigte sich Miazga in ihrer anschließenden Rede gemäßigt und sagte, sie sei „nicht für oder gegen den Flügel“. 

Wie unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, gehört die Bundestagsabgeordnete zumindest formal selbst dem Flügel an, da sie im Jahr 2015 die Erfurter Erklärung unterzeichnete, welche als Gründungsdokument der innerparteilichen Strömung gilt. 

In ihrem Redebeitrag plädierte Corinna Miazga außerdem für eine Überarbeitung des Images der Partei: „Wir müssen am Image arbeiten, nicht am Programm.“

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Deutschland

Seehofer: „Das wird unsere Migrationspolitik nicht überfordern”

Monika Šimić

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ASDF Bild: Der deutsche Innenminister Horst Seehofer CSU) / Bild: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die deutsche Regierung will künftig jeden vierten Migrant aufnehmen, der in Italien ankommt, erklärte Seehofer.

Berlin. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Samstag‐Ausgabe) erklärte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU), dass die deutsche Regierung in Zukunft jeden vierten Migrant aufnehmen wolle, der in Italien ankommt. „Ich habe immer gesagt, unsere Migrationspolitik ist auch human. Wir werden niemanden ertrinken lassen”. Wenn alles bleibe wie besprochen, „können wir 25 Prozent der aus Seenot geretteten Menschen übernehmen, die vor Italien auftauchen. Das wird unsere Migrationspolitik nicht überfordern.”

Schlüssel bleibt gleich

Die Bundesregierung habe auch bisher schon rund ein Viertel der gelandeten Migranten aus Italien übernommen. „An diesem Schlüssel ändert sich nichts”. Es sei aber höchste Zeit, sich von dem „quälenden Prozedere” zu verabschieden, bei dem in den vergangenen Jahren bei jedem einlaufenden NGO‐Schiff Migranten einzeln über Europa verteilt werden mussten. Wie der ORF berichtet, kamen laut Bundesinnenministerium in den vergangenen zwölf Monaten 561 Menschen über Italien nach Deutschland.

Treffen in Malta Ende September

Am 23. September hat Malta Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens, des EU‐Ratsvorsitzenden Finnland sowie der EU‐Kommission in die maltesische Stadt Vittoriosa eingeladen, um eine vorläufige Quotenregelung zu finden. Es könnte also bald Fortschritte auf der Suche nach einer Lösung zur Umverteilung von Bootsmigranten innerhalb der EU geben. Den Vorschlag will man dann im Oktober dem Europäischen Rat vorlegen.

Die Erwartung ist, dass weitere Staaten sich anschließen”, sagte Seehofer. Italien und Malta hatten zuletzt immer wieder Schiffen mit Migranten an Bord die Einfahrt in ihre Häfen untersagt.

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Deutschland

AfD‐Chef Meuthen: „Bundespräsident Steinmeier redet Unfug”

Stefan Juritz

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ASDF By de:Benutzer: Viet2001 (Viet-Hoang Nguyen) [CC BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 or GFDL], from Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Der deutsche Bundespräsident hatte der AfD die Bürgerlichkeit abgesprochen. AfD‐Sprecher Meuthen übte daraufhin scharfe Kritik.

Berlin. – AfD‐Bundessprecher Jörg Meuten hat Bundespräsident Frank‐Walter Steinmeier scharf kritisiert, weil dieser in einem Spiegel-Interview der AfD die Bürgerlichkeit absprach. „Der Bundespräsident verlässt mit solchen Äußerungen erstens seine Rolle, die eine parteipolitisch neutrale zu sein hat. Zweitens redet er Unfug, wenn er der strikt rechtsstaatlichen, konservativ‐freiheitlichen AfD die Bürgerlichkeit abspricht”, betonte Meuthen.

Meuthen kontert Steinmeier

Der AfD‐Sprecher kritisiert weiter, dass sich der Bundespräsident „leider aktiv am politischen Kampf gegen die AfD” beteilige. „Wenn Herr Steinmeier eine linksradikale und gewaltverherrlichende Texte skandierende Band wie ‚Feine Sahne Fischfilet’ goutiert und zu Gratiskonzerten einlädt, ist das wohl eher ein Beleg, dass es tatsächlich ihm selbst an wahrer Bürgerlichkeit mangelt”, so Meuthen weiter.

Steinmeier: „Es ist antibürgerlich”

Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Aussage des AfD‐Vorsitzenden Alexander Gauland, der seine Partei als „Vertreter des Bürgertums” bezeichnet hatte. Darauf nahm wiederum Bundespräsident Steinmeier in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel Bezug und erwiderte: „Man reibt sich doch ein wenig die Augen.” Bürgertum, Rechtsstaat und individuelle Freiheitsrechte gehörten zusammen, betonte Steinmeier. „Wer sich in dieser Tradition sieht, der kann nicht gleichzeitig einem ausgrenzenden, autoritären oder gar völkischen Denken huldigen. Das ist das Gegenteil von bürgerlich: Es ist antibürgerlich.”

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