Schlag gegen patriotischen Verlag

PayPal sperrt ‚Jungeuropa‘-Konto

Am Montag teilte das aufstrebende Verlagsprojekt „Jungeuropa“ mit, dass der US-amerikanische Bezahldienst PayPal ihm die Konten – angeblich ohne Vorwarnung – einfror und die Nutzung der Dienste untersagte.

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Mehrere Werke aus dem Gesamtverzeichnis des „Jungeuropa Verlags“. Bild: privat / Die Tagesstimme.

Dresden/San José. – Wie der Jungeuropa Verlag auf der Seite seines Podcasts „Von rechts gelesen“ mitteilt, heißt dies außerdem, dass man wohl mindestens 180 Tage lang – also ein knappes halbes Jahr – nicht auf sein Guthaben zugreifen kann. Die Verantwortlichen sehen in dem Schritt eine Form von „‚unsichtbarer‘ Repression gegen nonkonforme Akteure“ und bittet seine Fans, weiter direkt beim Verlag zu bestellen.

Kündigung als schwerer Schlag für kleinen Verlag

Nach Angaben des deutschen Verlages trifft die Entscheidung gerade einen kleinen Verlag mit voller Breitseite. Denn als Unternehmen leben man vor allem vom Direktvertrieb seiner Produkte. Dies sei gerade auch deshalb nötig, weil „Handelsgiganten wie Amazon“ hohe Provisionen bis zu 50 Prozent des Produktpreises für eine Listung verlangen würden.

Enthüllungen über die ÖVP

Mit PayPal falle nun ein zentraler und bei Kunden beliebter Bezahldienst weg. Alleine in diesem Jahr würden Transaktionen über PayPal etwa 40 Prozent des Firmenumsatzes ausmachen. Man appelliert daher weiterhin an die Treue seiner Kunden. Um diese weiterhin an den Verlag binden zu können, sollen neben den weiter verfügbaren Möglichkeiten Vorkasse und Rechnung in den nächsten Tagen neue Bezahldienste hinzu kommen.

Jungeuropa: Patriotischer Verlag mit provokantem Portfolio

Der Jungeuropa Verlag besteht zwar erst seit drei Jahren, hat sich aber mit mutigen und mitunter kontroversen Veröffentlichungen schnell einen Fixplatz im patriotischen Milieu sichern können. Das provokante Buch „Marx von Rechts“ wusste sogar innerhalb des eigenen Lagers zu polarisieren. Zuletzt sorgte man mit einer Neuauflage von Hermann Hellers legendärem Grundlagenwerk „Sozialismus und Nation“ (1925) für Furore.

Ein Herzstück des Verlagsportfolios sind allerdings weiterhin Werke namhafter patriotischer Autoren. Als Geheimtipp gelten dabei Neuauflagen bzw. Neuübersetzungen von Pionieren der französischen Nouvelle Droite wie Alain de Benoist oder Dominique Venner. Apropos Venner: Inhaber Philip Stein nützte die Gelegenheit sogleich für die Ankündigung, „mit Hochdruck“ an zwei neuen Büchern zu arbeiten – und ließ anklingen, dass sich darunter neuer Lesestoff von oder über Venner befinden dürfte.

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