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Gesellschaft

Halle: Fußballfans halten Mahnwache für Todesopfer von Anschlag ab

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Ein Kurzvideo von "RT Deutsch" dokumentiert das Gedenken. Screenshot: YouTube [@ ca. 00:43]

Eines der beiden deutschen Todesopfer des unfassbaren Attentats in Halle (Saale) war ein Anhänger des örtlichen Fußballvereins Hallescher FC – Leute aus der Kurve wollten ihn nun auf ihre Art und Weise verabschieden.

Halle (Saale). – Auch zwei Tage nach den brutalen Szenen im Paulusviertel ist in der sachsen-anhaltischen Großstadt Halle die Normalität nicht eingekehrt. Zwei Menschen – beides Deutsche – sind tot; und es hätte bei den Angriffen auf eine Synagoge und einen Dönerladen noch Dutzende mehr sein können. Fans des Traditionsclubs nahmen nun am Tatort von einem der Ihrigen – einer der beiden Opfer war HFC-Fan – emotional Abschied.

Anschlag fordert zwei deutsche Opfer aus Halle

Die Politik konzentrierte sich in den Nachwehen des Anschlags auf das eigentliche Ziel – ein rechtsterroristischer Täter wollte mutmaßlich aus antisemitischen Motiven just am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Blutbad unter den Gläubigen der Synagoge in der Humboldtstraße anrichten. Aber es starben an diesem Mittwoch auch zwei Menschen.

Eine der beiden ist eine 40-jährige Frau, dem Focus zufolge Jana H., eine Passantin, die sich dem Täter an der Synagoge in den Weg stellte. Sie liebte Schlagermusik, war ein großer Fan von Stefan Mross. Sie traf den Musiker noch wenige Tage vor der Tag, der Schlagerstar gedachte nach der Tat auf Facebook seinem „treuesten Fan aus Halle”. Und das zweite Opfer war Kevin S. (20) – sein Leben war das runde Leder: Er war glühender Anhänger des Halleschen FCs.

Fangesänge zu Ehren von ermordetem HFC-Fan

Gerade sein Ableben zeigt die unglaubliche Sinnlosigkeit des brutalen Massakers in deutlichem Licht. Der junge Arbeiter befand sich wohl gerade auf Mittagspause, wollte seinen Hunger im „Kiez Döner” stillen, als Stephan B. den Frust über sein weitestgehendes Scheitern an der Synagoge an den Gästen des Schnellimbisses auslassen wollte. Der Attentäter eröffnete das Feuer – und traf Kevin S. dabei tödlich.

In einer bewegenden Abschiedsgeste versammelten sich jetzt Dutzende Anhänger aus der Kurve des Drittligisten. Sie legten Kerzen und Schals am Tatort nieder, sangen Vereinshymnen und Schlachtgesänge „ein letztes Mal für [ihren] rot-weißen Freund”. Ein RT Deutsch-Kurzvideo hält das Andenken fest, an anderer Stelle sieht man Menschen, die sich in fassungsloser Trauer teils herzzerreißend weinend in den Armen liegen. Nicht jedermanns Art zu trauern – dafür umso authentischer und ehrlicher.

Fanclub will am Samstag beiden Toten gedenken

Es ist nicht das letzte Gedenken durch Leute aus der Fanszene: In sozialen Medien macht eine Nachricht die Runde, welcher zu einer weiteren spontanen Würdigung der beiden Toten aufruft. Ein Fanclub will sich am morgigen Samstag um 16 Uhr auf der Silberhöhe bei den Würfeln vorm S‑Bahnhof treffen, um ab 16.30 Uhr zum Ort des Verbrechens fahren.

Es geht der Gruppe dabei nach eigener Aussage darum, um dort „gemeinsam die zwei feige ermordeten Hallenser zu würdigen”. Dass auch andere Bürger ihrem Gedenken teilnehmen, sei dabei ausdrücklich willkommen: „Wer sich anschließen möchte, kann gerne mit uns fahren”.

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Gesellschaft

BKA-Chef nennt Attentat von Hanau „eindeutig rechtsextremistisch”

Stefan Juritz

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am

Das Bundeskriminalamt (BKA) hält das Attentat von Hanau doch für rassistisch motiviert. Medienberichte über einen anderslautenden BKA-Abschlussbericht wies der Chef der Behörde zurück.

Berlin/Hanau. – Vor wenigen Tagen hatten mehrere deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung und der NDR unter Berufung auf einen Abschlussbericht des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet,  dass die Ermittler den Anschlag von Hanau nicht als rechtsextremistisch bewerten. Demnach hätte der Schütze Tobias R. seine Opfer so ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu bekommen, Rassismus sei jedoch nicht das Hauptmotiv gewesen. Auch die Tagesstimme übernahm diese Informationen in ihrer Berichterstattung.

BKA-Chef dementiert

Am Dienstag wies BKA-Chef Holger Münch entsprechende Meldungen zurück. Auf Twitter dementierte er, dass einen solchen Abschlussbericht derzeit gebe und betonte, dass die Ermittlungen weiter andauerten. Trotz der laut Münch weiter laufenden Ermittlungen ist für ihn jedoch klar: „Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven.“

Attentat von Hanau

Mitte Februar hatte Tobias R. an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später fand die Polizei ihn und seine Mutter tot in seiner Wohnung auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zuerst seine Mutter und dann sich selbst erschoss. In einem 24-seitigen Bekennerschreiben fanden sich fremdenfeindliche Passage und verschwörungstheoretische Ansichten, die auf eine psychische Störung hindeuten. So glaubte Tobias R., er werde von einem Geheimdienst überwacht, der sogar Gedanken lesen („mind controll”) und Menschen steuern könne.

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Gesellschaft

Wegen Coronavirus: Islamrat fordert Geld für Moscheegemeinden

Joshua Hahn

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Aufgrund der anhaltenden Krise hat der Islamrat in Deutschland die finanziellen Folgen für seine Gemeinden bemängelt und Hilfe von der Regierung gefordert.

Berlin. – Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, gegenüber der „Islamischen Zeitung“, dass die gegenwärtig geltenden Einschränkungen des Alltagslebens die Moscheegemeinden hart treffen würden: „Sie brauchen jetzt finanzielle Unterstützung, um die nächsten Wochen und Monate zu überstehen“. Trotzdem unterstütze man die Ausgangsbeschränkungen „uneingeschränkt“. Man habe bereits vor der offiziellen Einführung eigene Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus getroffen, denn „der Schutz des Lebens und die Gesundheit sind uns von Allah anvertraut und genießen höchste Priorität“.

Kein Geld mehr wegen ausbleibenden Gebeten

Seitdem die Gemeinden geschlossen sein müssen und somit auch die Freitagsgebete entfallen, sei ein „beträchtlicher Teil der Spenden“ weggefallen. Folglich sorge man sich um die künftige Finanzierung der Imame und die Bezahlung von Mietkosten. Um größeres Übel abzuwenden, solle nun die Bundesregierung handeln: „Viele Moscheegemeinden leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, tragen zum Zusammenhalt bei und engagieren sich in Städten und Kommunen“. Die muslimische Gemeinde nun finanziell alleine zu lassen, wäre „fatal“.

Kesici ist seit 2015 Vorsitzender des Islamrates für Deutschland. Außerdem ist er tätig im Beirat für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen.

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Gesellschaft

Österreich: Ab Mittwoch gilt Maskenpflicht in Supermärkten

Stefan Juritz

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 „Es ist die Ruhe vor dem Sturm”, fasst Bundeskanzler Kurz die Situation zusammen.

Wien. –  Die österreichische Bundesregierung weitet ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus weiter aus. So will die Regierung gefährdete Personen besser schützen, indem sie beruflich freigestellt oder verpflichtend ins Homeoffice müssen. Die bisherigen Maßnahmen werden außerdem rigoroser kontrolliert und zusätzlich setzt man auf das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bekannt gab.

Masken in Supermärkten

Bei Einkäufen in Supermärkten wird künftig jeder Kunde eine Schutzmaske (Mund-Nasen-Schutz) tragen müssen. Verteilt werden sollen die Masken an den Supermarkt-Eingängen voraussichtlich ab Mittwoch. Dies hängt noch davon ab, ob bis dahin genügend Masken in Österreich vorhanden sind.

Kurz betonte außerdem, dass das Tragen der Masken kein Ersatz für Abstand zwischen den Menschen ist, sondern lediglich die Übertragung des Virus durch die Luft eindämmen soll. Außerdem sollen die Masken in Zukunft überall getragen werden, wo man an Menschen vorbeigeht.

Weiters werden in Österreich touristische Übernachtungen untersagt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gab bekannt, dass alle Hotels schließen müssen.

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