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Politik

Budapest: Orban eröffnete Konferenz über Christenverfolgung

Monika Šimić

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Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität“, sagte Orban in seiner Eröffnungsrede.

Budapest. Am Dienstag hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban eine hochrangig besetzte dreitägige internationale Konferenz über Christenverfolgung eröffnet. Es ist die zweite Konferenz dieser Art, die erste fand 2017 statt. Ziel der Konferenz ist es, Regierungen sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen bei der Suche nach „Antworten und Lösungen“ auf das Phänomen der Christenverfolgung enger zu verknüpfen.

Europa „schweigt“ zur Christenverfolgung

Tristan Azbej, der ungarische Staatssekretär, sagte beim Auftakt am Dienstag: „Wir haben 245 Millionen Gründe, uns hier zu versammeln: So viele Menschen werden wegen ihres christlichen Glaubens täglich verfolgt“. Damit handle es sich um die „am meisten vernachlässigte menschenrechtliche und zivilisatorische Krise unserer Zeit“.

Laut Statistik seien im Schnitt vier von fünf wegen ihres Glaubens in aller Welt verfolgte Menschen Christen, sagte auch Premier Viktor Orban und kritisierte, dass Europa dazu nach wie vor „schweige“. Dabei könne die Verfolgung von Christen in Afrika und im Nahen Osten nicht von der Situation in Europa getrennt werden. Weiters warnte er davor, dass Ungarn vor einer „Invasion muslimischer Einwanderer“ stehe und sich verteidigen müsse.

„Hungary helps“ hilft Christen im Irak und in Syrien

Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität“, so Orban. Man habe das Recht, die christliche Kultur zu schützen. Bei Christenverfolgung gehe es nicht nur um Angriffe gegen einzelne Menschen oder Gemeinschaften, vielmehr werde „unsere Kultur durch Stigmatisierung, Demütigung und Verfolgung angegriffen“, so der Regierungschef.

Im Rahmen der Konferenz verwies Orban auch auf die seit geraumer Zeit laufende Aktion „Hungary helps“, mit der die ungarische Regierung Christen im Irak und in Syrien unterstützt. Rund 40 Millionen US-Dollar sollen bisher für Hilfsprojekte geflossen sein. Ungarn gebe damit verfolgten Christen, was sie bräuchten, nämlich Häuser, Krankenhäuser, Schulen, sagte der Premier. „Und sie geben uns, was Europa heute am meisten braucht: christlicher Glaube, Liebe, Beharrlichkeit“.

Erdö: „Angriffe auf Christen erst nehmen“

Auch der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatios Aphrem II. Karim übte in seiner Eröffnungsrede Kritik. „Unsere Schreie wurden von vielen nicht gehört“, beklagte er die Verfolgung von Christen im Nahen Osten. Nur wenige Verantwortungsträger hätten Schritte unternommen, um der Bedrohung der Existenz der Christen in ihrem Heimat- und Kernland etwas entgegenzusetzen. Der ungarische Primas Kardinal Peter Erdö rief ebenfalls dazu auf, der Vervolgung von Christen, aber auch feindlichen Haltungen gegenüber Gläubigen nicht gleichgültig gegenüberzustehen. Physische, aber auch verbale Angriffe auf Christen dürften nicht so behandelt werden, als wäre nichts geschehen, sagte der Erzbischof von Budapest und lobte entsprechende Bemühungen zur Dokumentation der Situation von Christen in Europa und weltweit, wie kathpress berichtet.

Die Konferenz in Budapest fällt mit dem vom Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ weltweit begangenen „Red Wednesday“ zusammen, mit dem an die Situation der verfolgten Christen erinnert wird. Aus diesem Anlass wird in Budapest die Kettenbrücke am Mittwochabend blutrot angestrahlt werden, in Wien unter anderem der Stephansdom.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    27. November 2019 at 11:43

    Auch wenn ich überzeugter „Atheist“ bin ,“Agnostiker“,habe ich nicht nur diesbezüglich Hochachtung vom ungarischen Ministerpräsidenten,Viktor Orba’n!

  2. Avatar

    Klasube

    27. November 2019 at 13:15

    „Damit handle es sich um die „am meisten vernachlässigte menschenrechtliche und zivilisatorische Krise unserer Zeit“. “
    Das habe ich nicht gewußt – das ist erschreckend! Auch wenn ich selbst überhaupt nicht „gläubiger Christ“ bin, so kann ich mich mit den christlichen Werten und unserer daraus entstandenen Kultur sehr wohl identifizieren.
    Wenn man bedenkt, was andere „Kulturen“, die größtenteils noch in mittelalterlichen Vorstellungen verhaftet sind, geleistet und erschaffen haben, so können diese nur erfürchtig zu uns aufsehen und versuchen, von uns zu lernen. Tun sie aber nicht – im Gegenteil! Sie wollen die Zustände bei uns installieren, vor denen sie letztendlich aus ihrer Heimat geflüchtet sind.
    „Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität”, so Orban. Man habe das Recht, die christliche Kultur zu schützen. “
    Nein, nicht das Recht, sondern die Pflicht! Wann erwacht Politik aus ihrem Dornröschenschlaf und wann beginnt Politik, diese PFLICHT zu erfüllen…?

  3. Avatar

    Heimatvertriebener

    27. November 2019 at 14:49

    Die Herren Marx und Bedfort Strohm sind dort wohl nicht rein zufällig zugegen? Ist schon klar, für sie gibt es Wichtigeres zu tun.

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