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Politik

Budapest: Orban eröffnete Konferenz über Christenverfolgung

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Bild: Viktor Orban / European People's Party [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität”, sagte Orban in seiner Eröffnungsrede.

Budapest. Am Dienstag hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban eine hochrangig besetzte dreitägige internationale Konferenz über Christenverfolgung eröffnet. Es ist die zweite Konferenz dieser Art, die erste fand 2017 statt. Ziel der Konferenz ist es, Regierungen sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen bei der Suche nach „Antworten und Lösungen” auf das Phänomen der Christenverfolgung enger zu verknüpfen.

Europa „schweigt” zur Christenverfolgung

Tristan Azbej, der ungarische Staatssekretär, sagte beim Auftakt am Dienstag: „Wir haben 245 Millionen Gründe, uns hier zu versammeln: So viele Menschen werden wegen ihres christlichen Glaubens täglich verfolgt”. Damit handle es sich um die „am meisten vernachlässigte menschenrechtliche und zivilisatorische Krise unserer Zeit”.

Laut Statistik seien im Schnitt vier von fünf wegen ihres Glaubens in aller Welt verfolgte Menschen Christen, sagte auch Premier Viktor Orban und kritisierte, dass Europa dazu nach wie vor „schweige”. Dabei könne die Verfolgung von Christen in Afrika und im Nahen Osten nicht von der Situation in Europa getrennt werden. Weiters warnte er davor, dass Ungarn vor einer „Invasion muslimischer Einwanderer” stehe und sich verteidigen müsse.

Hungary helps” hilft Christen im Irak und in Syrien

Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität”, so Orban. Man habe das Recht, die christliche Kultur zu schützen. Bei Christenverfolgung gehe es nicht nur um Angriffe gegen einzelne Menschen oder Gemeinschaften, vielmehr werde „unsere Kultur durch Stigmatisierung, Demütigung und Verfolgung angegriffen”, so der Regierungschef.

Im Rahmen der Konferenz verwies Orban auch auf die seit geraumer Zeit laufende Aktion „Hungary helps”, mit der die ungarische Regierung Christen im Irak und in Syrien unterstützt. Rund 40 Millionen US-Dollar sollen bisher für Hilfsprojekte geflossen sein. Ungarn gebe damit verfolgten Christen, was sie bräuchten, nämlich Häuser, Krankenhäuser, Schulen, sagte der Premier. „Und sie geben uns, was Europa heute am meisten braucht: christlicher Glaube, Liebe, Beharrlichkeit”.

Erdö: „Angriffe auf Christen erst nehmen”

Auch der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatios Aphrem II. Karim übte in seiner Eröffnungsrede Kritik. „Unsere Schreie wurden von vielen nicht gehört”, beklagte er die Verfolgung von Christen im Nahen Osten. Nur wenige Verantwortungsträger hätten Schritte unternommen, um der Bedrohung der Existenz der Christen in ihrem Heimat- und Kernland etwas entgegenzusetzen. Der ungarische Primas Kardinal Peter Erdö rief ebenfalls dazu auf, der Vervolgung von Christen, aber auch feindlichen Haltungen gegenüber Gläubigen nicht gleichgültig gegenüberzustehen. Physische, aber auch verbale Angriffe auf Christen dürften nicht so behandelt werden, als wäre nichts geschehen, sagte der Erzbischof von Budapest und lobte entsprechende Bemühungen zur Dokumentation der Situation von Christen in Europa und weltweit, wie kathpress berichtet.

Die Konferenz in Budapest fällt mit dem vom Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not” weltweit begangenen „Red Wednesday” zusammen, mit dem an die Situation der verfolgten Christen erinnert wird. Aus diesem Anlass wird in Budapest die Kettenbrücke am Mittwochabend blutrot angestrahlt werden, in Wien unter anderem der Stephansdom.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    27. November 2019 at 11:43

    Auch wenn ich überzeugter „Atheist” bin ‚„Agnostiker”,habe ich nicht nur diesbezüglich Hochachtung vom ungarischen Ministerpräsidenten,Viktor Orba’n!

  2. Avatar

    Klasube

    27. November 2019 at 13:15

    Damit handle es sich um die „am meisten vernachlässigte menschenrechtliche und zivilisatorische Krise unserer Zeit”. ”
    Das habe ich nicht gewußt – das ist erschreckend! Auch wenn ich selbst überhaupt nicht „gläubiger Christ” bin, so kann ich mich mit den christlichen Werten und unserer daraus entstandenen Kultur sehr wohl identifizieren.
    Wenn man bedenkt, was andere „Kulturen”, die größtenteils noch in mittelalterlichen Vorstellungen verhaftet sind, geleistet und erschaffen haben, so können diese nur erfürchtig zu uns aufsehen und versuchen, von uns zu lernen. Tun sie aber nicht – im Gegenteil! Sie wollen die Zustände bei uns installieren, vor denen sie letztendlich aus ihrer Heimat geflüchtet sind.
    „Europa könne nur dann gerettet werden, wenn es „zur Quelle seiner wahren Werte zurückkehrt: seiner christlichen Identität”, so Orban. Man habe das Recht, die christliche Kultur zu schützen. ”
    Nein, nicht das Recht, sondern die Pflicht! Wann erwacht Politik aus ihrem Dornröschenschlaf und wann beginnt Politik, diese PFLICHT zu erfüllen…?

  3. Avatar

    Heimatvertriebener

    27. November 2019 at 14:49

    Die Herren Marx und Bedfort Strohm sind dort wohl nicht rein zufällig zugegen? Ist schon klar, für sie gibt es Wichtigeres zu tun.

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Deutschland

Neue AfD-Kampagne: „Gemeinsam für das Grundgesetz”

Stefan Juritz

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am

Die neue AfD-Kampagne zum deutschen Grundgesetz  wird von den meisten Medien ignoriert. Eine ganzseitige Anzeige zur Kampagne konnte die Partei bisher nur in der Jungen Freiheit und in der Weltwoche schalten.

Berlin. – Die AfD hat vergangenen Freitag ihre neue Kampagne „Gemeinsam für das Grundgesetz” gestartet. Dazu veröffentlichte die Partei eine eigene Homepage (www.gemeinsam-fuer-das-grundgesetz.de), auf der neben schriftlichen Informationen über das Grundgesetz und die AfD auch mehrere Videos und Interviews zu finden sind. Darüber hinaus kündigte die AfD in einer Presseaussendung weitere Videoclips mit Parteimitgliedern in den nächsten Tagen und Wochen an. „Die Alternative für Deutschland ist die Grundgesetz-Partei unseres Landes und fühlt sich der Bewahrung der darin geschützten Werte und Rechte besonders verpflichtet”, erklärte AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen.

Gauland wirbt für demokratischen Wettstreit

Beworben werden soll diese Kampagne jedoch nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in Druckausgaben von Zeitungen. In einer entsprechenden ganzseitigen Anzeige wirbt der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland für einen demokratischen Wettbewerb. Weiters spricht er sich im Text gegen die Ausgrenzung Andersdenkender und für die Einheit der Gesellschaft aus. „Ja, natürlich gibt es Streit, gibt es verschiedene Vorstellungen von der Zukunft Deutschlands. Aber das hat es immer gegeben. Was neu ist, ist der Versuch, das Argument des politischen Gegners als unmoralisch zu brandmarken. Das vergiftet den Streit. Vergiftet die Beziehungen. Zu den Freunden, Familienmitgliedern, Nachbarn. Das können wir nicht zulassen. Wir nicht. Und Sie auch nicht”, so Gauland.

Doch laut Angaben der AfD durfte diese Anzeige weder in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der Welt, im Spiegel noch im Handelsblatt oder im Focus erscheinen. Veröffentlicht haben diese Anzeige bisher nur die Junge Freiheit und die Schweizer Weltwoche. „Weitere ganzseitige Anzeigen sind in den nächsten Wochen in Medien geplant, die einem freien Diskurs offen gegenüberstehen”, kündigte die AfD in der Aussendung an.

 

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Deutschland

Asyl: Berlin will Migranten von griechischer Insel holen

Joshua Hahn

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Oft wurde in den letzten Wochen die Frage diskutiert, ob, und falls ja, wie viele Migranten die Bundesrepublik aus Griechenland aufnehmen solle. Berlin hat nun beschlossen, im Alleingang zu handeln.

Berlin. – Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Die Grünen) sagte gegenüber dem „Tagesspiegel“, es sei wichtig, dass man „überhaupt erst einmal anfängt“. Bislang gibt es jedoch keine Einigung der Länder.

Zwischen 500 und 1.500 – oder auch mehr

In Berlin diskutiert man deshalb über die Aufnahme von Migranten aus dem Lager Moria. Konkret gehe es um Zahlen zwischen 500 und 1.500 – „oder auch noch mehr“. In der aktuellen Situation zu handeln, bezeichnete Beherndt als „menschenrechtliche Verpflichtung“. Um den Plan umzusetzen, sei man auch dazu bereit, mit NGOs wie beispielsweise der „Mission Lifeline“ zusammenzuarbeiten. Diese verfüge auch über die nötigen finanziellen Mittel, um ein Flugzeug zu chartern.

Der Justizsenator betonte, dass man sich in der Hauptstadt parteiübergreifend einig sei, die rot-rot-grüne Landesregierung sei „da völlig auf einem Nenner“.

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Österreich

Asyl: Kickl unterstellt Nehammer Unehrlichkeit bei Einreisestopp

Julian Schernthaner

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Unter Bezugnahme auf einen Facebook-Beitrag einer Grünen-Politikern wirft Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) seinem Nachfolger Karl Nehammer (ÖVP) vor, in der Migrationsfrage unehrlich zu sein.

Wien. – Am Anfang standen mehrere Sichtungen von ankommenden Migranten in Asylunterkünften in Kärnten und der Steiermark, angeblich als Teil von Umverteilungsmaßnahmen. Nach einer tagelangen Debatte verhängte die türkis-grüne Regierung dann doch einen Einreisestopp für Asylwerber ohne gültiges Gesundheitszeugnis – Die Tagesstimme berichtete. Doch auch diese Entscheidung wird nun von der FPÖ angezweifelt.

Kickl: Nehammer ist „unehrlich gegenüber der Bevölkerung”

Denn die Grünen-Abgeordnete Ewa Ernst-Dziedzic hatte sich auf Facebook beschwichtigend geäußert. Eine Aussetzung des Asylrechts sei „verfassungswidrig”. Neuankömmlinge würden nicht ausgewiesen, sondern kämen zwei Wochen lang in Quarantäne, ehe deren Asylverfahren begönne. Die stellvertretende Klubobfrau der Grünen sichert zu, dass sich wenig ändere. Denn: „Niemand der hier Schutz sucht, darf abgewiesen werden.”

Für Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ist dies ein Indiz dafür, dass sein türkiser Amtsnachfolger Nehammer „unehrlich gegenüber der Bevölkerung” sei. Die Floskel „Kein Asyl an der Grenze” bedeute somit lediglich einen Aufschub des Beginns des Asylverfahrens. Damit sei „Nehammer, der ständig über ‚Fake News’ klagt, selber einer der größten Produzenten von Falschnachrichten”. In der Asylpolitik sei er somit „einer jener Beschwichtiger”, vor denen die Regierung dauern warne. Nehammer solle sich daher „schämen”.

Schlagabtausch um Asylankünfte und Asylrecht

Kickl hatte bereits in der Vorwoche die Zahlenspiele Nehammers kritisiert, wonach es nur zwölf Asylanträge pro Tag gäbe. Der blaue Klubobmann rechnete dabei vor, dass auch diese Menge noch über 300 Personen pro Monat bedeute. Außerdem forderte er damals eine Aussetzung des Asylrechts und erklärte dies mit der Notlage. Denn: „Schwarz-Grün hat Bürgerrechte für ihre Maßnahmen gegen das Coronavirus ausgesetzt, da werden sie wohl auch das Asylrecht aussetzen können. Das wäre endlich einmal konsequent“, so Kickl damals.


Weiterlesen: 

Österreich verhängt Einreisestopp für Asylwerber (27.3.2020)

Nach Aufregung: Nehammer dementiert Asyl-Gerüchte (26.3.2020)

Nein zu heimlichen Asyl-Tricks: Das Gebot der dichten Grenze (Kolumne, 26.3.2020)

Steiermark: Zwei weitere Asylheime sollen in Betrieb gehen! (25.3.2020)

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