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Deutschland

Journalismus: AfD startet Programm für „Mainstream-Aussteiger“

Julian Schernthaner

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Am Mittwoch präsentierte die AfD eine neue Initiative, bei der Journalisten etablierter Medien über ein Meldeportal mutmaßliche mediale Manipulationen seitens ihrer Arbeitgeber melden können.

Berlin. – Der Vorstoß richtet sich laut einer Aussendung an „Mainstream-Journalisten, die Fakenews, Manipulation und einseitige Berichterstattung satt haben“. Zum Vorbild nahm man sich dabei ähnliche Portale, die in Großbritannien und den USA unter Mitwirkung von Tommy Robinson respektive des Undercover-Journalisten James O’Keefe entstanden.

„Meinungseinfalt“ und „fehlende Neutralität“

Verantwortlich für den deutschen Ableger zeichnet eine „Konferenz der freien Medien“ um die AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron, Nicole Höchst, Udo Hemmelgarn und Uwe Schulz. Man möchte dabei einer „fehlenden Neutralität“ in den Mainstream-Medien entgegenwirken. Derzeit würden mehrere Studien belegen, dass gerade das öffentlich-rechtliche Angebot „das am weitesten links ausgerichtete Publikum bedienen“.

Leidertragende an dieser Situation seien die Bürger: „Programmatische Armut und politische Meinungseinfalt führten in den letzten Jahren dazu, dass immer weniger Bürger das Programm der öffentlich-rechtlichen Anstalten sehen und finanzieren wollen.“ Leitende Journalisten der ARD wie Anja Reschke oder Georg Restle hätten sich „ausdrücklich vom neutralen, objektiven Journalismus verabschiedet“ und würden nur mehr sogenannten Haltungsjournalismus ausführen.

Meiste Mitarbeiter „ehrliche, anständige Menschen“

Gleichzeitig, so die Initiatoren, sei man sicher, dass die meisten ARD- und ZDF-Mitarbeiter „ehrliche, anständige Menschen“ seien, deren Berufswahl „ordentlichen Journalismus“ zum Ziel gehabt hätte. Viele wären „enttäuscht und frustriert über die Wendung die der öffentlich-rechtliche Apparat genommen hat“, und machten sich „ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft“.

Die AfD sei nicht deren Feind. Man wünsche sich eine Rückkehr zu einem „ehrlichen, respektvollen Umgang miteinander“ auf dem Weg „die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu sichern“. Daher interessiere man sich für „Vorgänge und Stimmungen innerhalb der Sender, die diese fatale Entwicklung erst möglich gemacht haben“.

„Anständiger Journalismus“ als Ziel

Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter, welche „wieder in den Spiegel blicken können wollen, ohne dabei Patrick Gensing oder Anja Reschke zu sehen.“ Daher appelliert man an das Gewissen der Journalisten, welche „wieder ehrlich sein und anständigen Journalismus machen“ wollten. Diese sollten der Partei dabei helfen, „diejenigen Zustände zu entlarven“ welche Sender, Zeitungen und Portale „erst an den Rand des Abgrunds geführt“ hätten.

Dabei weist man auf die „streng vertrauliche“ Natur des Meldeportals hin und den Schutz der jeweiligen Geschichten durch die Immunität des Bundestags. Hauptinitiator Bystron streicht das Hauptaugenmerk auf den öffentlich-rechtlichen Bereich hervor. Für dort Tätige gebe es nun eine Möglichkeit, „die Qualität der Programme ihrer Sender zu verbessern und damit zur eigenen Arbeitsplatzsicherung beizutragen“.

Scharfe Kritik von Journalistenverband

Kritik an der Aktion übte Meedia zufolge unterdessen der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), der das Programm als „Provokation gegen den kritischen Journalismus“ wertet. Dessen Bundesvorsitzender Frank Überall sieht darin einen Versuch, Journalisten „lächerlich zu machen“.

Dies passe zum „Kurs der Partei, kritische Berichterstatter zu beleidigen und zu diffamieren“. Die „Missachtung von Journalisten“ und „permanente Verstöße gegen die Pressefreiheit“ gehörten seiner Ansicht nach „zur DNA dieser Partei“, so Überall weiter.

9 Comments

9 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    28. November 2019 at 18:53

    Gute Idee – allein mir fehlt der Glaube, dass sich da viele eintragen werden.
    „Leitende Journalisten (…) hätten sich „ausdrücklich vom neutralen, objektiven Journalismus verabschiedet” und würden nur mehr sogenannten Haltungsjournalismus ausführen.“ Offensichtlich richtig – aber das sehen diese Herrschaften sicher ganz anders. Denn Wahrheit kann nur die sein, die sie selbst vertreten! Das sieht man schon an der Aussage von Herrn Überall: „permanente Verstöße gegen die Pressefreiheit” und „Provokation gegen den kritischen Journalismus”. Derartige Statements wären in höchstem Maße lachhaft, wären sie nicht so schrecklich folgenschwer und tragisch…!

  2. Avatar

    Heimatvertriebener

    28. November 2019 at 19:32

    Wer noch immer an faire Berichterstattung, hier bei der ARD, glaubt, der möge sich die gestrige Maischberger Sendung anschauen.
    Wie Frau Maischberger Herrn Prof. Meuthen immer wieder ins Wort fällt, nur Antworten nach ihrer Fasson hören wollte, das ist wohl eine Sternstunde öffentlich/rechtlicher Sendungen.
    Getoppt wurde dies noch durch das verbale Maschinengewehrfeuer des bekannten Herrn von Lucke, der die Sondererlaubnis erhielt, nach dem eigentlich beendeten Interview von Frau Maischberger noch „eine Frage“ an Herrn Meuthen zu richten.
    Jegliche Wiedergabe des Geschehens kann nicht dem Original gerecht werden.
    Ich hätte auch eine Frage an Herrn von Lucke, nachdem er und Frau Maischberger Herrn Meuthen zu Äußerungen und seiner Meinung über alle möglichen AfD Mitglieder befagten. Speziell ging es um eine Aussage Herrn Höckes zum Pegidagründer Jens Bachmann.
    Was ist nun schlimmer, eine Aussage Höckes über Bachmann oder die Lobhudelei des Herrn Steinmeier und Gratulation an die radikalen Herrscher des Iran zum runden Bestehen der Scheindemokratie? Ganz vergessen, dass diese Clique das Existenzrechts Israels verneint und den Staat samt Bewohnern verschwinden lassen will, Herr Bundespräsident?

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    Widerstand.

    29. November 2019 at 9:31

    Liebe AfD,
    Es ist ehrenwert und richtig, eine Anlaufstelle für frustrierte Mainstreamlügenpressejournalisten einzurichten, aber glauben Sie denn wirklich, dass damit das System Mainstreamlügenpresse als Handlanger des Systems sich ändert. NEIN.
    Sie sollten stattdessen Tag und Nacht darüber nachdenken, wie sie, zusammen mit Ihrer Wählerschaft, EIGENE MAINSTREAMMEDIEN betreiben können, und nicht nur nachdenken, sondern vor allem UMSETZEN. ES IST MÖGLICH. ALLES ANDERE WIRD NICHT FUNKTIONIEREN, denn das System, und die Mainstreamlügenpresse ist ja nur der Handlanger des Systems, ist STARK. Die Agenden des Systems, wie Multikulti, können Sie, neben anderen Dingen, nur durch EIGENE MAINSTREAMMEDIEN BRECHEN.
    WERDEN SIE AKTIV.

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    Carolus

    29. November 2019 at 11:51

    Danke, Hinweis:
    „Daher appelliert man das Gewissen der Journalisten, …“ wohl: „Daher appelliert man AN das Gewissen der Journalisten, …“ https://www.duden.de/rechtschreibung/appellieren

    • Julian Schernthaner

      Julian Schernthaner

      29. November 2019 at 13:06

      Danke für deine immer offenen Augen – und auch die vorigen Anmerkungen. Ich hab‘ heute drei Stunden geschlafen, das kleine Wörtchen ist mir beim verbessern leider entschwunden. 😉

    • Avatar

      Klasube

      3. Dezember 2019 at 14:28

      Klugscheisserle… Sind wir hier im Kindergarten?
      Freuen Sie sich lieber über die Möglichkeit, Informationen von außerhalb der vorverdauten und wiedergekäuten Medien zu bekommen – das kann man nicht genug wertschätzen und unterstützen…!

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    Zickenschulze

    29. November 2019 at 12:47

    Das Pferd beim Schwanz aufgezäumt? Wer das Thema nicht so ernst, müsste ich hellauf lachen.

    Wer gibt die Linie Mainstream konform vor?
    Der anständige Journalist?
    Oder
    die Eigentümer des Verlages
    bzw. deren Logen-verband?

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      Heimatvertriebener

      29. November 2019 at 14:42

      Stimmt. Aber vielleicht sollte mit der Aktion das Thema auch mal einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. Auch das hat zwar nur geringe Erfolgschancen, denn der noch zufriedene Michel genießt weiterhin sein Bierchen beim allabendlichen TV-Krimi und freut sich, dass es in seiner Umgebung noch relativ ruhig ist. Familieninterner Streit entsteht nur darüber, welchem Mord und Totschlag man gerade den Vorzug gibt.
      Auch die Mitglieder der „Weiße Rose“ konnten nicht damit rechnen, das Naziregime durch ihre Flugblätter verschwinden zu lassen. Sie wollten die Menschen aufklären und aufrütteln.

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        Zickenschulze

        1. Dezember 2019 at 3:54

        Die breite Öffentlichkeit verhält sich gegenwärtig genau so opportun wie das gängige Establishment.
        Der Fisch stinkt vom Kopf und nach 60 Jahren Fäulnisprozess bewegt sich dieser Gestank gegenwärtig übers Schwanzende hinaus und dies auf allen Ebenen. Ohne harte Bandagen geht da nichts mehr Richtung Anstand oder Selbstdisziplin.

        Die NWO Clique kann sich ins Fäustchen lachen, weil mit jedem Tag der Moment näher rückt, an dem sie die Klappe für den besiegelten Totalitarismus runter donnern lassen kann. Durch gezielte Verluderung der Gesellschaft hat sie erreicht, dass wir an dem Punkt anlangen, wo eine Mehrheit dazu sogar noch ihr o.k. geben wird.

        „Nazi Regime“ hat hier null Platz für einen Vergleich.
        Wir leben hier und heute.

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