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Gesellschaft

Leipzig: Polizist musste nach Angriff durch mutmaßliche Linksextremisten operiert werden

Monika Šimić

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am

Bild: Polizisten bei einer Demonstration in Leipzig / Bild: flickr CC BY 2.0 (Bild zugeschnitten)

Im Leipziger Stadtteil Connewitz wurde ein Polizist bei Silvester-Ausschreitungen so schwer verletzt, dass er operiert werden musste. Die „Soko LinX” ermittelt in dem Fall nun wegen versuchten Totschlags.

Leipzig. Während man in den meisten Teilen der Welt friedlich ins neue Jahr startete, kam es unter anderem in Deutschland zu Ausschreitungen mit mehreren Verletzten. Im linksgeprägten Leipziger Szeneviertel Connewitz etwa wurde ein Polizist so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und operiert werden musste.

Polizei mit Pyrotechnik beschossen

Kurz nach Mitternacht fanden sich über eintausend Menschen am Connewitzer Kreuz zusammen. Nach dem Silvesterfeuerwerk wurden gegen 00:15 Uhr Polizeibeamte an der Selneckerstraße und an der Wiedebachstraße „massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen”, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei Sachsen heißt. Eine Gruppe von Gewalttätern habe versucht, einen brennenden Einkaufswagen mitten in eine Einheit der Bereitschaftspolizei zu schieben und habe diese massiv mit Pyrotechnik beschossen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt.

Polizeibeamter musste operiert werden

Dabei wurde ein 38-jähriger Beamter so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und im Krankenhaus operiert werden musste. Die Sonderkommission Linksextremismus (Soko LinX) ermittelt in dem Fall nun wegen versuchten Totschlags. „Polizeibeamte sind Menschen. Es ist erschreckend, wie skrupellos Personen in der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz durch offensichtlich organisierte Angriffe schwerste Verletzungen von Menschen verursachen bzw. in Kauf nehmen”, sagte Polizeipräsident Torsten Schultze zu dem Vorfall. Er betonte auch: „Es gibt keine rechtsfreien Räume”.

Im Zuge der Ausschreitungen wurden drei weitere Polizeibeamte leicht verletzt. Insgesamt nahm die Polizei neun Personen vorrübergehend fest, davon wurden drei bereits in der Nacht wieder entlassen. Die Polizei ermittelt neben den genannten Delikten auch wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzungsdelikten.

Wöller: „Angriff auf Menschenleben”

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) sprach am Mittwoch von „bewussten und gezielten Angriffen auf Menschenleben”. Es seien „schwere Straftaten” begangen worden, die mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgt würden. „Dieses menschenverachtende Vorgehen grenzt an versuchten Totschlag”, sagte Wöller.

Für Aufregung sorgten die Twitter-Beiträge der Ex-Grünen Jutta Ditfurth und Linken-Politikerin Jule Nagel. „Anstatt die Polizei den Kiez einfach mal verlässt, läuft sie immer wieder behelmt durch die Menge, rennt Menschen um und löscht Feuer. Sinnlos”, schreibt Nagel. Ditfurth teilte indes einen anderen Twitter-Beitrag von Nagel und kommentierte diesen mit den Worten: „Neujahrsnacht: Polizei randaliert in #Connewitz #Leipzig”.

Connewitz für linksextreme Zwischenfälle bekannt

Das Leipziger Viertel Connewitz ist für seine besonders militante linke Szene überregional bekannt. Es kommt dort immer wieder zu Zusammenstößen von Linksautonomen mit der Polizei, auch Brandanschläge sind keine Seltenheit. Erst in der Nacht zum Montag verübten mutmaßliche Linksextreme einen Brandanschlag auf ein von der Polizeidirektion Leipzig und der Polizeibehörde der Stadt genutztes Gelände. Dabei wurden zwei Autos total zerstört, ein drittes schwer beschädigt. Die „Soko LinX” hat die Ermittlungen übernommen. Auf einem einschlägigen linksautonomen Internetportal tauchte später ein Bekennerschreiben auf. Darin hieß es, dass man „Silvester vorverlegt” habe. Weiter schrieben die Verfasser: „Nehmt ihr uns unsere Medien weg, dann machen wir eben euren Kram kaputt”. Damit spielen sie auf die im Jänner am Bundesverwaltungsgericht anstehende Verhandlung über das Verbot der Szene-Plattform linksunten.indymedia.org an.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    1. Januar 2020 at 18:45

    Ob sich nun auch mal der eine oder andere Experte für Linksextremismus aus der Deckung wagt, oder gibt es etwa diese Spezis gar nicht?
    Ach ja, laut Martin Schulz, Mister 100%, schließen sich links und Gewalt ja einander aus.

  2. Avatar

    ZTickenschulze

    1. Januar 2020 at 19:27

    Polizeipräsident Torsten Schultze zu dem Vorfall. Er betonte auch: „Es gibt keine rechtsfreien Räume”.

    Er bedient sich offenkundig einer Fremdsprache.
    Betreff der Realität der mageren Aufklärungsresultate bei linken Angriffen auf den Staat ergibt die Statistik ein anderes Bild.

  3. Avatar

    Klasube

    3. Januar 2020 at 3:12

    Es seien „schwere Straftaten” begangen worden, die mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgt würden. „Dieses menschenverachtende Vorgehen grenzt an versuchten Totschlag”, sagte Wöller.
    Was heißt da „grenzt an…”? Das IST versuchter Totschlag! Ich kann nur hoffen, dass in allen Fällen von unserer Justiz endlich einmal ein Exempel statuiert wird.
    „„Anstatt die Polizei den Kiez einfach mal verlässt, läuft sie immer wieder behelmt durch die Menge, rennt Menschen um und löscht Feuer. Sinnlos”, schreibt Nagel.”
    Juliane Nagel ist Landtagsabgeordnete und Stadträtin in Leipzig – ich bin fassungslos!
    Wer um Himmels Willen mutet uns zu, uns von solchen Menschen regieren lassen zu müssen…?
    Aber ich schrieb ja schon einmal: für alles braucht man eine Eignungsprüfung oder einen Befähigungsnachweis – nur nicht als Politiker!

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Gesellschaft

Deutschland: Erntehelfer aus Osteuropa dürfen teilweise doch einreisen

Joshua Hahn

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Die Bundesregierung hat die Bestimmungen für die Saisonarbeit während der Corona-Krise zumindest teilweise gelockert.

Berlin. – Wie unter anderem „rbb24“ berichtet, haben sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darauf verständigt, dass insgesamt 40.000 Osteuropäer zur Hilfe bei der Ernte einreisen dürfen – unter strengen Bedingungen. So dürfen diese nur arbeiten, wenn sie einer Gesundheitsprüfung einwilligen. Außerdem dürfen sie nur in Gruppen und per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen. Nach ihrer Ankunft müssen die Helfer für 14 Tage getrennt von anderen Gruppen arbeiten und werden weitestgehend isoliert.

Migranten mit Flüchtlingsstatus sollen ebenfalls helfen

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat außerdem beschlossen, dass in Deutschland lebende Migranten mit Flüchtlingsstatus ebenfalls bei der anstehenden Ernte helfen sollen, um den Mangel an Arbeitern zu kompensieren: „Wir wollen diese Flüchtlinge in Arbeit bringen – Arbeit dient der Integration“, erklärte Agrarminister Peter Hauk.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer zeigte sich laut Bericht der „Welt“ ob dieser Forderung wenig begeistert. Da die genannte Gruppe sozialversicherungspflichtig sei, hätten die rumänischen Arbeiter klare Priorität. Sollten diese nicht ausreichen, könnten beispielsweise Studenten, Schüler und Hausfrauen aushelfen.

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Gesellschaft

Merkel: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“

Joshua Hahn

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Angesichts der aktuellen Situation hat die Bundesregierung beschlossen, die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bis nach Ostern zu verlängern. Die Bundeskanzlerin forderte außerdem die Bevölkerung dazu auf, auf Familienbesuche zu verzichten.

Berlin. – Laut Bericht der „Tagesschau“ gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder bekannt, dass die Maßnahmen bis mindestens zum 19. April gültig seien. Insbesondere in Bezug auf die anstehenden Feiertage richtete die Kanzlerin den dringenden Appell an die Bürger, auf Familienbesuche zu verzichten: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“.

 „Weit entfernt“ von Zielen

Merkel zufolge sei man „weit davon entfernt“, die vorgesehenen Ziele bei der Bekämpfung des Coronavirus zu erreichen. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen auch nach der aktuellen Frist fortbestehen müssten. Aktuell zumindest sei eine Lockerung der Maßnahmen „bei weitem“ nicht denkbar.

Laut Bericht der „Bild“ bestätigte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diese Tendenz und warnte vor „voreiligen Exit-Debatten“ – trotz dem teils positiven Trend in Deutschland. Bislang sind in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern trotz teilweise hoher Zahlen von Erkrankten vergleichsweise wenige Patienten an Covid-19 verstorben.

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Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

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Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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