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Österreich

Wien: 300 Teilnehmer beim neunten „Marsch für die Familie“

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Bereits zum neunten Mal fand am 13. Juni in Wien der jährliche „Marsch für die Familie“ statt. Erstmals wurde der Marsch nicht zeitgleich mit der Regenbogen-Parade durchgeführt, da diese aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden war. Etwa 300 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

Ein Bericht

Wien. – Die Kundgebung begann um 14 Uhr am Stephansplatz. Nach mehreren Reden brach man um etwa 15:45 Uhr zum Marsch auf. Endpunkt war der Ballhausplatz. Die Forderungen des „Marsches für die Familie“ sind unter anderem: Lebensrecht ab der Empfängnis, Ehe nur zwischen Mann und Frau, keine Adoption für gleichgeschlechtliche Paare sowie das Ende des „Gender-Wahns“. Veranstalter ist die „Plattform Familie“, ein Zusammenschluss zahlreicher, überwiegend christlicher Vereine.

Linksextreme und LGBTQ-Aktivisten versammelten sich in etwa gleicher Zahl wie die Marschteilnehmer am Stephansplatz direkt neben der Kundgebung und versuchten, diese durch Geschrei und Trommeln zu stören, konnten die Lautsprecher aber nicht übertönen. Während des Marsches liefen sie neben dem Zug her und beschimpften die Marschteilnehmer. Mehrfach wurde ein Transparent mit der Drohung „Feminismus oder Schlägerei“ gezeigt. Durch den Schutz der Polizei konnte der Marsch dennoch wie geplant durchgeführt werden.

Alfons Adam: „Abtreibung muss wieder bestraft werden“

Der Lebensschützer Alfons Adam vom Verein „Pro Vita“ hielt die erste Rede. Er bezeichnete die Abtreibung als „Massenmord“ mit weltweit jährlich 40 Millionen Toten und forderte, Abtreibung wieder unter Strafe zu stellen. Adam kritisierte auch die heutigen offiziellen Vertreter der Christenheit. Diese würden aus dem Pluralismus eine christliche Tugend machen, anstatt die Befolgung der Gebote der Heiligen Schrift einzufordern. Adam verlangte von der Kirche indes den Mut, auch auf politischer Ebene die Umsetzung christliche Gebote zu fordern und nannte hierbei etwa die „gottgegebene“ Rollenverteilung von Mann und Frau sowie die Unauflöslichkeit der Ehe.

Adam verlas auch Grußworte des emeritierten Weihbischofs Andreas Laun, der sich zwar angekündigt hatte, sich die Anreise aus Salzburg dann aber doch nicht zumuten wollte. Laun übermittelte stattdessen ein starkes Bekenntnis zu Kindern sowie zur Unauflöslichkeit der Ehe. Auch die FPÖ-Politikerin Ursula Stenzel war nicht zu ihrer geplanten Rede erschienen. Dem Vernehmen nach sollen Parteifreunde ihr die Absage der Teilnahme nahegelegt haben.

Starker Anstieg der Eheschließungen in Ungarn

Nächster Redner war der ehemalige slowakische Ministerpräsident Ján Čarnogurský. Er ging zunächst auf das Corona-Virus ein und empfahl zum Schutz vor diesem, „zur Jungfrau Maria zu beten“. Länder mit der Heiligen Jungfrau als Schutzpatronin seien von dem Virus weniger betroffen, behauptete Čarnogurský.

Positive Entwicklungen im Sinne des Christentums sieht er in Ungarn und der Slowakei. In Ungarn habe sich innerhalb von zehn Jahren die jährliche Zahl der Eheschließungen verdoppelt, während die Scheidungen um ein Viertel zurückgegangen seien, so Čarnogurský. In der Slowakei sei wiederum ein neues Gesetz geplant, nach dem Kinder und Enkel zu den Pensionen ihrer Eltern oder Großeltern beitragen könnten. Ebenso sei geplant, die Abtreibung gesetzlich zu erschweren, berichtete der ehemalige Minsterpräsident.

Chorepiskopus Aydin sieht „Black Lives Matter“ als „satanisch“

Auch der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Emanuel Aydin nahm Bezug auf das Corona-Virus. Er meinte, dieses habe auch etwas „Gutes“ – nämlich die Absage der Regenbogen-Parade. In dieser sieht Aydin eine „aufdringliche Darstellung der Sünde“. Eine Familie könne seiner Ansicht nach nur aus Vater, Mutter und Kindern bestehen und nur die Ehe gebe der Familie die notwendige Stabilität. Er rief deshalb auch alle jungen Leute auf, eine Ehe zu schließen und eine große Familie zu gründen. Nur die Familie entspreche dem „Plan des Schöpfers“, betonte Aydin.

Es sei hingegen schändlich, dass viele gegen die Familie arbeiteten. Sie bezeichneten sich als „philantropisch“, würden in Wahrheit aber einen „satanischen Kampf führen“. Als Beispiel führte er die „Black Lives Matter“-Bewegung an, der er vorwarf, eine „marxistische Ideologie“ zu verfolgen und die Kernfamilie abschaffen zu wollen. Aydin übte auch Kritik an der heutigen Theologie und ihrem Umgang mit der Homosexualität.

Alexander Tschugguel: „Linke und Moslems können nur zerstören, nicht aufbauen“

Der nächste Redner, der katholische Aktivist Alexander Tschugguel, fasste das Ziel des „Marsches für die Familie“ mit einem Satz zusammen: Man kämpfe für die „natürliche, gottgewollte Ordnung“. Dieser Kampf könne niemals verloren werden, denn der „endgültige Sieg“ werde erst „im Himmel errungen“, so Tschugguel. Staat und Familie müssten seiner Meinung nach „aufgebaut“ und „kultiviert“ werden. Diese Fähigkeit verschwinde immer aber mehr, wie er kritisierte. Die meisten Menschen hätten in ihrer Erziehung zu wenig Kultivierung mitbekommen, es bleibe ihnen daher nur die Rebellion. Weiters behauptete Tschugguel in seiner Rede, die Linken und der Islam hätten gemeinsam, dass sie „nur zerstören, aber nicht aufbauen“ könnten.

Georg Nagel: „Perversion wird als Götze verehrt“

Der Publizist Georg Immanuel Nagel warnte wiederum vor einem „geistigen Virus“, von dem die Gegendemonstranten befallen seien. Man müsse mit diesen „irregeleiteten“ jungen Menschen „Mitleid“ haben. Diese seien seiner Ansicht nach vom „Todeshauch einer nihilistischen Lebensweise“ umfangen.

Laut Nagel herrsche aktuell ein ständiger staatlich geförderter „Terror der Vulgarität“. „Aufdringlichkeit“ und „Ichsucht“ seien in der jungen Generation weit verbreitet, die Sexualität sei zu einem „Surrogat für echte Bindung“ und zu einer „Ersatzidentität“ geworden, monierte Nagel. Es werde als Ideal verkauft, „seine Triebe wie ein Tier frei ausleben zu können“. Dies sei jedoch eine „Entwürdigung des Kulturmenschen“. Das „Niederstehende“ und „Kranke“ werde zum „Götzen“ erklärt, beklagte der Publizist.

Große Mehrheit der Bevölkerung will eine Familie

Zuletzt sprach Reinhold Eichinger, Vorsitzender des Bundes evangelikaler Freikirchen. Er mache sich über die Zukunft der Familie keine Sorge, wie er betonte. Ehe und Familie seien in Österreich laut einer aktuellen Umfrage für 92 Prozent der Befragten absolut zeitgemäß. Dies werde auch so bleiben, nicht nur in Krisenzeiten. Laut einer Umfrage aus Deutschland seien 76 Prozent überzeugt, dass man nur in einer Familie glücklich leben könne. Eichinger macht sich laut eigener Aussage nur Sorgen um das Bild der Familie. Bei diesem Thema werde man schnell als „intolerant“ bezeichnet oder einer „Phobie“ bezichtigt. Die Wertschätzung in der Gesellschaft sei zu sehr an Erwerbstätigkeit gekoppelt, was schädlich für die Gesellschaft sei, so Eichinger, der in starken Familien die „Träger des Gemeinwesens“ sieht.

1 Comment

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    Wolfram Schrems

    15. Juni 2020 at 11:43

    Sehr guter und objektiver Bericht. Vielen Dank!

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