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Technik

EU-Kommission will verschlüsselte Kommunikation aushebeln

Julian Schernthaner

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Mit einer Aufweichung der End-zu-End-Verschlüsselung will man angeblich besser gegen kriminelle Inhalte vorgehen können. Nach Ansicht von Kritikern ist das nur ein Vorwand.

Wie das Portal Netzpolitik berichtet, soll eine Studie die Internetanbieter dafür sensibilisieren, wie sie End-zu-End-Verschlüsselung, die etwa bei Messenger-Diensten mittlerweile Standard ist, aushebeln können. Was aus Sicht von Datenschützern ein Warnsignal ist, versucht die Europäische Kommission mit einer Aufrüstung im Kampf gegen Kriminalität zu verkaufen.

Ziel: Kampf gegen Kindesmissbrauch verschärfen

Denn bei der Vorstellung ihrer „Strategie für die Sicherheitsunion” verwendete die Kommission den Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern als Dreh- und Angelpunkt ihrer Bestrebungen. Für die Zerschlagung vom Kinderschänder-Ringen nimmt man in Kauf, dass Microsoft, Facebook oder Google die vermeintlich sichere Kommunikation unbescholtener Bürger mitliest – auch ohne Verdacht. Ein emotionaler Hebel für unliebsame Beschlüsse – viele Entscheidungsträger haben selbst Familie.

Im Zuge des eingeleiteten „Expertenprozesses” will man auch am Entwurf einer EU-Richtlinie arbeiten, welche die Online-Anbieter unter Androhung von Strafe verbietet – eine Art ‚europaweites Netzwerkdurchsetzunggesetz’ also. Zwei Expertengruppen der Polizeiagentur Europol sind aktiv: Die eine schult forensische Ermittler in der Entschlüsselungs-Software „Hashcat”. Die andere ergründet die Möglichkeiten technischer und rechtlicher Hilfsmittel – und liegt mit ihren Erkenntnissen der Kommission direkt im Ohr.

Auch Millionen Computerspieler sollen überwacht werden

Die Befürchtung von Kritikern, der Kampf gegen Kindesmissbrauch sei lediglich ein Vorwand für das Ende der Online-Privatsphäre nährt sich auch an früherer Kommunikation der EU-Institutionen zum Thema Cybersicherheit. Erst vor zwei Wochen forderte der Anti-Terror-Koordinator der EU, Computerspiel-Plattformen wie „Steam” oder „X‑Box Live” flächendeckend zu überwachen. Erstere zählt insgesamt eine Milliarde Konten, davon sind 95 Millionen aktiv – eine riesige Überwachungsaktion, die Gilles de Kerchove vorstellte.

Er unterstellte der Gamer-Szene ein beträchtliches Potenzial zur Radikalisierung. Millionen von unbescholtenen Bürgern sind aufgrund ihres Hobbys unter Generalverdacht. Ebenso groß ist Kerchoves Sorge, dass Nutzer dort „rechtsextreme, antisemitische, homophobe und andere hasserfüllte Inhalte verherrlichen”. Auch die Möglichkeit zu Geldwäsche erachtet er auf Spiele-Plattformen für akut. Außer der Thematisierung des hohen Anonymitätsgrads liefert sein Papier übrigens wenig Belege für die steilen Behauptungen.


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Technik

US-Wahlkampf: TikTok stellt Regeln gegen „Fehlinformationen” vor

Monika Šimić

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Plattformen wie Facebook, YouTube und Twitter gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen „Falschinformationen” vor.

Der Kurzvideodienst TikTok will mit verschärften Regeln die Verbreitung von Fehlinformationen im eigenen Netzwerk bekämpfen. Das soll mit Blick auf die US-Präsidentenwahl im Herbst geschehen, wie die Tochter des chinesischen Konzerns ByteDance gestern mitteilte. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass er die chinesische Videoplattform in den USA verbieten will.

US-Politiker äußern Bedenken

Die Plattform kündigte im Zusammenhang mit der geplanten Bekämpfung von Fehlinformationen Partnerschaften mit Faktencheckern an, die falsche Informationen im Wahlkampf aufspüren sollen. TikTok-Nutzer sollen zudem wahlkampfrelevanten Enten melden können, wie das Unternehmen in einem Blog ankündigte. Auch werde mit Fachleuten des Heimatschutzministeriums zusammengearbeitet, um sich gegen „ausländische Einflussnahme” zu schützen.

US-Politiker sehen in der besonders bei amerikanischen Jugendlichen beliebten App nämlich eine Gefahr für die nationale Sicherheit und vermuten in ihr ein chinesisches Spionageinstrument. Derzeit läuft eine Frist bis zum 15. September, um die US-Aktivitäten von TikTok an den Softwareriesen Microsoft zu verkaufen. Gelingt der Verkauf nicht, droht das Verbot.

Twitter schränkt Twitter-Konto ein

Facebook und Twitter gehen hingegen schon seit einiger Zeit gegen „Falschinformationen” vor. So hat Twitter das Konto der Wahlkampfkampagne von Trump vorübergehend komplett gesperrt. Das Unternehmen begründete die Maßnahme damit, dass eine dort platzierte Botschaft falsche Informationen über die Coronavirus-Pandemie enthalte. Das Konto werde erst wieder entsperrt, wenn das Wahhlkampfteam den Tweet, in dem behauptet wird, dass Kinder „fast immun” gegen das Coronavirus seien, lösche. Der Tweet verstoße gegen die Regeln des Unternehmens, wonach auf Plattformen keine „Falschinformation” über das Coronavirus verbreitet werden dürfen, sagte der Firmensprecher.

Kurz zuvor hatte Facebook eine Botschaft Trumps zur Coronavirus-Pandemie gelöscht. Dabei handelte es sich um einen Videoausschnitt aus einem Interview im Sender Fox News. Darin führte Trump ebenfalls ins Feld, Kinder seien „fast immun” gegen das Virus. Ein Konzernsprecher teilte mit, dass es sich bei dieser Veröffentlichung um eine „schädliche” Falschinformation und damit einen Verstoß gegen die Facebook-Regeln handle.


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Technik

Umstrittene Neuerung: Google Maps kennzeichnet Firmen von Schwarzen

Julian Schernthaner

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Eine skurrile Neuerung im Kartendienst des Software- und Internet-Giganten Google wurde nun eingeführt. Ein spezielles Symbol soll zeigen, welche Firmen einem schwarzen Besitzer gehören.

Mountain View. – Die Neuerung kommt im Sog der weltweiten „Black Lives Matter”-Proteste. Seitdem hätte es in der Suchmaschine der Firma vermehrte Anfragen zu Unternehmen gegeben, die Schwarzen gehören. Das neue Icon ist ein schwarzes Herz in einem orangen Kreis und Teil der „andauernden Bestrebungen für ethnische Gerechtigkeit” seitens Google. Als Partner dafür konnte man die Interessensgruppe U.S. Black Chambers (USBC) gewinnen.

Emblem soll Unternehmenssuche „inklusiver” machen

Diese Initiative soll der Jungen Freiheit zufolge auch eine Schulung durchführen, bei der schwarze Unternehmer lernen können, wie sie ihre Produkte auf Google besser vermarkten. Die Bestrebungen von Google, in seinen Applikationen die Suche „inklusiver” zu gestalten, sind somit nur ein erster Schritt einer Kampagne. Erst einmal gehe es darum, schwarzen Firmeninhabern zu helfen, wenn sie es gerade am dringendsten benötigten.

Dass Google Maps solche Embleme für angeblich benachteiligte Gruppen oder Minderheiten bereitstellt ist übrigens keine Neuerung. Schon seit zwei Jahren können etwa Frauen und Mitglieder der LGBTQ+-Community ihre Unternehmen derartig markieren. Für schwarze Lesben gäbe es dann also drei Möglichkeiten, ihre Firma hervorzuheben. Wie genau Google verifizieren will, dass wirklich Schwarze die Besitzer der Firmen sind, ist laut dem Portal Online Marketing.de noch ungewiss.

Google will „schwarze Community” unterstützen

Der IT-Riese Google gehört zu jenen namhaften Unternehmen, die sich im Zuge der Rassismus-Debatte dazu verpflichteten, sich zunehmend gegen Rassismus einzusetzen. Aus diesem Grund kündigte der indischstämmige Geschäftsführer Sundar Pichai bereits Anfang Juni an, üppige Geldmittel für die „schwarze Community” locker machen zu wollen.

Konkret würden – so der Spitzenmanager damals – etwa 12 Mio. US-Dollar an Gruppen und Einrichtungen fließen, welche sich für die „Beseitigung rassistischer Ungleichheit” einsetzen. Zudem versprach man, insgesamt 25 Mio. Dollar für antirassistische Werbung in der hauseigenen Plattform Google Ad Grants zur Verfügung zu stellen.

Historische Vergleiche und Warnung vor dem Bumerang

Im Netz kommt die Neuerung übrigens nicht überall gut an. Einige Twitter-Nutzer fühlen sich an die historische Rassentrennung in den USA oder die Apartheid in Südafrika erinnert, andere zogen gar Vergleiche zum Deutschland der 1930er-Jahre. Die Neuerung unterscheide sich nur in umgekehrten Vorzeichen, welche Personen einer ethnischen Gruppe bevorzugen sollen, anstatt sie zu diskriminieren, so der Tenor der Kritiker.

Andere Nutzer wiederum fürchten sogar, dass die Initiative zum Bumerang werden könnte. So verweist ein User darauf, dass Menschen sich anhand dieser Zusatz-Info zu einem spontanen Boykott schwarzer Geschäfte verabreden könnten. Tatsächlich schreiben wiederum andere Nutzer, dass das Gadget helfen würde, derartige Läden leichter zu meiden, wenn Weiße mal eine Pause von der Rassismus-Debatte brauchten.


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Gesellschaft

Mit diesem Add-on verschwindet Gendersprache aus Texten

Monika Šimić

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Das Add-on „Binnen‑I be gone” entfernt gendergerechte Formulierungen aus Texten und erfreut sich dadurch bei vielen Nutzern bereits seit Jahren stetiger Beliebtheit.

Der Internetbrowser Mozilla Firefox stellt Nutzern verschiedene Add-ons zur Verfügung, die optional zur Erweiterung für die benutzte Software dienen und eine personalisierte Programmnutzung ermöglichen. Eines dieser Add-ons nennt sich „Binnen‑I be gone” und entfernt auf deutschen Websites das Binnen‑I aus den angezeigten Texten.

Add-on entfernt auch Gendersternchen

Das Add-on, das sich bei Nutzern schon seit mehr als zehn Jahren stetiger Beliebtheit erfreut, wird regelmäßig aktualisiert und bietet auch die Möglichkeit, nur ausgewählte Seiten zu filtern. Dabei wird mittlerweile aber nicht mehr nur bei der Schreibweise mit dem Binnen‑I gefiltert, auch die  Schreibweisen „Lehrer”, „Lehrer” oder „Lehrer” haben keine Chance und werden mithilfe des Add-ons auf die Form des generischen Maskulinums , also „Lehrer”, reduziert.

Screenshot: ÖH Uni Wien Website

Binnen-Is sind der Versuch, Geschlechtergerechtigkeit in geschriebener Sprache auszudrücken, allerdings wirkt sich deren Verwendung in den Augen mancher negativ auf den Lesefluss von Texten aus. Dieses Add-on ermöglicht es, die meisten eingestreuten Binnen-Is auf besuchten Webseiten herauszufiltern, um so eine bessere Lesbarkeit zu erreichen”, heißt es im Beschreibungstext des Add-ons.

Nutzer zeigen sich begeistert

In einem bereits älteren Beitrag der Tageszeitung Der Standard wurde allerdings kritisiert, dass es den Nutzern von „Binnen‑I be gone” nicht um die Bewahrung der Sprache gehe, sondern um Politik. Sprache sei auch „kein statisches System” und verändere sich laufend. Vor allem im Zusammenhang mit Texten im Internet würde es oft „eine große Toleranz” geben, etwa gegenüber den vielen Abkürzungen oder auch gegenüber der manchmal fehlenden Großschreibung in E‑Mails. Diese Toleranz müsse es daher auch beim Gendern geben, wird im Beitrag gefordert.

Von manchen Nutzern im Standard-Forum kommt Kritik an dem Add-on: „Schon ein ausgemachter Schwachsinn so ein Tool”. Das Benutzen des Binnen-Is sei ein Statement, wer es wegmanipulieren lasse, verfälsche den Inhalt, ist sich ein Leser sicher. Auf der anderen Seite stehen dem Add-on jedoch sehr viele Leser durchwegs positiv gegenüber. Diese  Zufriedenheit spiegelt sich bei Firefox mit 4,7 Sternen auch in der Bewertung wieder.


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