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Friedberg

„Hof-Apotheke zum Mohren“ hält am traditionellen Namen fest

Protesten einschlägiger Akteure zum Trotz will eine Apotheke in der hessischen Kleinstadt Friedberg ihren „Mohren“ im Namen behalten. 

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<p>Bild: Cherubino via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kaiserstraße_104_(Friedberg)_02.JPG">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Cherubino via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Friedberg (Hessen). – Die 30.000-Einwohner-Gemeinde muss sich damit nicht an einen anderen Namen gewöhnen. Die Inhaberin verweist dabei auf die lange Existenz der Apotheke sowie der Herkunft des Namens als Gütezeichen. Im Dickicht der jüngsten Produkt-Umbenennungen wegen eines angeblichen Rassismus ist so viel Rückgrat im allgegenwärtigen ‚Bildersturms‘ wohl Balsam auf die Seele seiner Kritiker.

Besitzerin verteidigt ihren „Mohren“

Wie die Junge Freiheit berichtet, teilte das Unternehmen am Wochenende mit, zwar die Kritik ernst zu nehmen, allerdings seinen „jahrhundertealten Namen“ beibehalten zu wollen. Er erinnere an die Mauren, welche „vor Jahrhunderten die moderne Pharmazie nach Mitteleuropa gebracht haben“. Somit sei dies vielmehr sogar ein „Ausdruck der Hochachtung gegenüber der morgenländischen Heilkunst“.

Auch das Logo der Apotheke in Friedberg spiegle dies wieder, indem es einen Mauren mit einem Äskulapstab sowie eine Arzneiflasche darstelle. Jedenfalls ist man sich keiner Schuld bewusst: „Die Bezeichnung Mohr galt zu seiner Zeit als Kompliment und zu keiner Zeit als Kränkung“. Besitzerin Kerstin Podszus will den Namen daher nicht ändern. Die Apotheke bestehe unter diesem Namen seit 1621 und sei schon seit über hundert Jahren im Familienbesitz.

Allgegenwärtige „Mohren“-Debatte

Dass die frühe Einrichtung einer Apotheke nicht vor dem Verlust ihres Mohren feit, zeigte sich hingegen im Juni in Wien. Nicht zuletzt im Wechselspiel mit der schwarzen Vize-Bezirkschefin entschied sich die dortige Inhaberin, die „Mohren-Apotheke“ nach 670 Jahren ändern zu wollen – Tagesstimme berichtete. Deutsche Apotheken widerstanden bislang – Diskussionen sind trotzdem allgegenwärtig. Im aus Friedberger Sicht nahen Frankfurt (Main) beschäftigte sich vor zwei Jahren sogar die Stadtpolitik mit solchen Apothekennamen.

In anderen Branchen ist die Debatte jedenfalls produktiv. Das ging sogar so weit, dass in Coburg eine Petition entstand, die das Stadtwappen abändern will. Der „Mohr“ stellt dort den Hl. Mauritius als Schutzpatron der Stadt dar, kurioserweise musste er schon in der NS-Zeit ab 1934 weichen. Die Namensänderung eines Berliner U-Bahnhofs von „Mohrenstraße“ in „Glinkastraße“ sorgte für Debatten, weil Linke dem russischen Namenspatrons des nahegelegenen Straßenzugs antisemitische Ressentiments vorwerfen.


Weiterlesen:

Nach 670 Jahren: Wiener Mohren-Apotheke will Namen ändern (26.06.2020)

Rassismus-Debatte: Petition macht gegen Coburger Stadtwappen mobil (25.6.2020)

Bildersturm 2.0: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan…? (Kolumne, 22.6.2020)


 

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