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Falsche Identität: Islamistischer Attentäter von Paris deutlich älter

Julian Schernthaner

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Bereits am Wochenende waren erste Bilder aufgetaucht, welche Zweifel daran schürten, dass der mutmaßliche Terrorist angeblich erst 18 Jahre alt sei. Dieser Verdacht erhärtet sich nun.

Paris. – Eine Auswertung des Mobiltelefons des Tatverdächtigen liefert brisantes Material. Denn der Pakistaner, der als „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“ nach Frankreich kam, dürfte nicht derselbe Mann sein, als der er sich ausgab. Demnach heißt er gar nicht „Hassan Ali“, sondern „Zaheer Hassan Mahmood“ – außerdem soll er bereits 25 Jahre alt sein und hätte niemals als minderjährig gelten dürfen. Dies berichtet die Krone am Montagnachmittag.

Zweites Ausweisdokument auf Handy gefunden

Diese Indizien ergab der Fund eines entsprechenden Ausweisdokuments auf dem Handy des Islamisten. Ob dieses die tatsächliche Identität des Mannes oder eine weitere Fälschung darstellt, ist unklar – derzeit deutet aber nichts in diese Richtung. Die Polizei arbeitet an der Bestätigung der Personalien des Attentäters.

Außerdem wollen die Beamten mögliche Kontaktpersonen und weitere Hintermänner des Bluttäters ermitteln. Derzeit befinden sich bereits neun Menschen, einschließlich des Haupttäters, in Polizeigewahrsam.

Pakistaner bereits einschlägig amtsbekannt

Pikant ist auch der Umstand, dass der Pakistaner bereits im Frühsommer möglicherweise einen Anschlag plante. Damals stand er bereits mit einem Fleischermesser in einem Pariser Bahnhof. Damals erwischte ihn die Polizei aber und er musste – bereits unter der Identität „Hassan Ali“ – sich wegen des Besitzes einer verbotenen Waffe vor Gericht verantworten.

Für einigen Unmut in der Aufarbeitung dürfte indes sorgen, dass er wohl unter keinem der beiden Namen auf irgendeiner Gefährderliste stand.

Attentäter gab satirische Karikaturen als Motiv an

Im Bezug auf die Horror-Tat am Freitag gab der Tatverdächtige schon am Folgetag zu, dass er aus einem islamistischen Motiv handelte. Auslöser war demnach eine Kränkung aufgrund des Umstandes, dass die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ anlässlich eines Prozesses gegen Hintermänner des tödlichen Angriffs auf sein Ex-Redaktionsgebäude die damaligen Mohamed-Karikaturen neu abdruckte. Im Jahr 2015 hatten zwei Islamisten insgesamt zwölf Menschen dort ermordet.

Der Pakistaner verletzte bei seiner Tat mehrere Menschen in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes. Stunden nach der Tat sprach Innenminister Gérald Darmaninen von einem „eindeutig islamistischen Terrorakt“. In Frankreich starben allein seit 2015 etwa 300 Menschen infolge islamistischer Anschläge – am Freitag kamen die Opfer glücklicherweise mit schweren Verletzungen davon.

Deutsche Studie bewies: Migranten oft deutlich älter

Der Verdacht, dass viele vermeintlich „minderjährige“ Migranten in Wirklichkeit viel älter sind, als sie behaupten, geht bereits seit längerer Zeit um. Neuen Nährboden erhielt diese Theorie im Vorjahr durch eine Studie unter 600 unbegleiteten, angeblich minderjährigen Flüchtlingen. Dabei stellte sich heraus, dass bis zu 40 Prozent bei ihrem Asylantrag beim Alter gelogen hatten. Die Altersbestimmung geschah damals unter andere durch Röntgenbilder von Hand, Kiefer oder Schlüsselbein.

Ein Hauptgrund dafür dürfte sein, dass Migranten aus Hoffnung, bessere Asylbedingungen zu erhalten, ein niedrigeres, noch nicht volljähriges Alter angeben. Die Behörden gaben damals zu, im Zweifelsfall den Angaben der Einwanderer glauben zu müssen, den Graubereich bei der Einschätzung zugunsten des Betroffenen auslegen zu müssen. Der tatsächliche Anteil von Altersschwindlern liegt im Dunkeln.


Weiterlesen:

Messerangriff in Paris: „Eindeutig islamistischer Terrorakt“ (26.09.2020)

Messerattacke in Paris: Ermittlungen wegen Terrorverdachts (25.09.2020)

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