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Technik

Nintendo geht gegen Politik, Organisationen und Unternehmen in „Animal Crossing“ vor

Monika Šimić

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In dem Spiel wurde etwa für den Demokraten Joe Biden geworben, indem das Team rund um den Politiker eine Insel namens „Biden HQ“ erstellt hatte.

Das im Frühjahr veröffentlichte und als äußerst kinderfreundlich bekannte Nintendo-Switch-Spiel „Animal Crossing“ hat im Lockdown einen neuen Aufschwung erlebt und wurde zum Kassenschlager. Bisher wurde die Inselsimulation, in der Spieler eine Insel ganz nach eigenem Geschmack einrichten können, 22 Millionen Mal verkauft. Ein Umstand, der auch die Politik und Organisationen anlockte. Nintendo gefällt das aber ganz und gar nicht.

China hat den Verkauf des Spiels verboten

Die Inhalte des Spiels sind hochgradig individualisierbar, weshalb immer öfter mit eigenen „Animal Crossing“-Gegenständen und -Inseln geworben wird. Das Team um Joe Biden etwa hat eine Insel namens „Biden HQ“ erstellt, auf der für den Demokraten geworben wurde.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass „Animal Crossing“ politisch wird. China verbat bereits im April den Verkauf des Spiels, weil die Demokratiebewegung in Hongkong es für die Verbreitung von Protestbotschaften nutzte.

Spiele als Marktinstrument

Doch nicht nur die Politik bzw. Organisationen wussten sich das Spiel zu Nutze zu machen. Viele Unternehmen nutzen das Spiel als Marktinstrument, um die Popularität ihrer eigenen Produkte zu steigern. IKEA Taiwan hat beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit einen Katalog im „Animal Crossing“-Stil veröffentlicht. Und auch große Modemarken präsentieren ihre Mode in immer mehr Videospielen.

Instagram-Profile wie Nook Street Market haben sich diesem Trend angeschlossen. Das Profil wird von der in New York City lebenden Grafikdesignerin und Fotografin Vivian Loh, der Designerin Michele Yue und dem Model Fernanda Ly betreut. Gemeinsam haben sie Looks von Top-Designerlabels wie Chanel, Vivienne Westwood und weiteren erstellt, die sie dann anderen Spielern über Codes zur Verfügung gestellt haben.

„Keine politischen Themen ins Spiel bringen“

Nintendo teilte mit, dass man sich der aktuellen Entwicklungen bewusst sei und deshalb nicht nur ein neues Update bereitstelle, sondern zusätzlich auch eine Reihe von Richtlinien für Unternehmen und Organisationen aufstelle. Diese sollen dabei helfen, „die Erfahrung für die Millionen Menschen zu bewahren, die das Spiel in ihrer Freizeit genießen“, wie das Unternehmen erklärte. „Wenn wir feststellen, dass Ihre Aktivitäten diesen Richtlinien nicht entsprechen, die Community schädigen oder einen schlechten Einfluss darauf haben, bitten wir Sie möglicherweise, diese Aktivitäten oder die Nutzung unserer Inhalte einzustellen und wir ergreifen geeignete Maßnahmen, einschließlich des Verbots Ihrer zukünftigen geschäftlichen Nutzung des Spiels“, heißt es in den neuen Richtlinien.

Weiters heißt es darin, dass man es unterlassen solle, „politische Themen ins Spiel zu bringen“. „Animal Crossing“ soll auch nicht als „Marketinginstrument“ genutzt werden, „um Personen zu Aktivitäten oder Kampagnen außerhalb des Spiels weiterzuleiten“. Zudem dürfe kein finanzieller Vorteil aus der Nutzung des Spiels gezogen werden – einschließlich des Verkaufs benutzerdefinierter Designs oder der Erzielung von Werbeeinnahmen mit dem Spielinhalt.

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