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Corona-Demo in Wien

Tag der Regierungskritik

Die Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung nimmt stetig zu. Aus diesem Grund versammelten sich am Samstag völlig unterschiedliche Bürger. Ihre zentrale Parole lautete: „Kurz muss weg!“

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<p>Bild: tagesstimme.</p>

Bild: tagesstimme.

Ein Bericht vor Ort

Am frühen Samstagnachmittag ging die große Corona-Demonstration in Wien über die Bühne. Zur Veranstaltung aufgerufen hatte unter anderem der Aktivist Martin Rutter mit seiner Plattform „coronawiderstand.org“. Mit der Parole „Kurz muss weg“ schwor er die Teilnehmer in seiner Rede auf das politische Ziel ein. Der ehemalige Kärntner Landtagsabgeordnete betonte, dass man für die Freiheit einstehe. „Gemeinsam können wir etwas bewirken“, so Rutter. Die verschiedenen Initiativen gegen die Corona-Maßnahmen seien eine „friedliche Veränderung von unten nach oben“.

Eine weitere Rednerin machte wiederum ihrem Ärger über die Maskenpflicht Luft. „Schmeißts den dreckigen Fetzen endlich weg“, forderte sie die Demonstranten auf.

Völlig unterschiedliche Menschen gingen am Samstag auf die Straße.

Etwa 15.000 Teilnehmer

Jenseits des Rahmenprogramms zeigte sich die Demonstration, die aus den zwei Veranstaltungsorten vor der Hofburg und zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum entstand, schnell als breiter Zug. Die Polizei sprach zuerst von 7.000 Teilnehmern, korrigierte die Zahl dann am nächsten Tag auf über 10.000. Die Veranstalter prahlten mit euphorischen 50.000 Teilnehmern. Das war es vermutlich alles nicht. Mit Vorort-Beobachtung schätzen wir die Veranstaltung auf beachtliche 10.000 – 15.000, die den Zug um den Ring gemacht haben. Mit Fluktuation könnte man sehr optimistisch vielleicht auf 20.000 Menschen kommen, die an jenem Tag demonstriert haben.

Breiter Querschnitt der Bevölkerung

Als prominenter Vertreter nahm etwa FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz an der Demonstration teil. Auch Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Identitären-Aktivist Martin Sellner und der bekennende Nationalsozialist Gottfried Küssel waren vor Ort. Die heimischen Medien folgten daher schnell dem Narrativ von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), der gerne auf die „Extremisten“ verweist, die an dem Marsch teilgenommen hätten. Insgesamt war es aber wohl schwierig, diese Personen in der Menschenmasse auszumachen. Sie bildeten auch keine besonderen Schwerpunkte der Veranstaltung.

Deutlich auszumachen war aber die relativ starke Beteiligung aus den Bundesländern. Ansonsten waren die Teilnehmer ein Querschnitt durch die Bevölkerung: Jung und Alt, Arbeiter und Akademiker und diverse Jugendszenen (Fußballfans, serbische Cliquen, Identitäre…) sowie Linke und Rechte. Die verschwörungstheoretische „QAnon“-Bewegung war mit einer amerikanischen Fahne vertreten, aber kein Maßstab, es gab auch religiöse Plakate. Den meisten Leuten ging es den Sprüchen auf ihren Plakaten nach zu urteilen um „Freiheit“.

Antifa-Straßenblockaden

Insgesamt wirkte die Organisation sehr gut: Beim Spaziergang vom Heldenplatz weg fuhr ein Lautsprecherwagen voran, der mit regelmäßigen Durchsagen auch an Masken und Abstand erinnerte. Gut ein Viertel der Leute trug Masken, der „Babyelefant“ Abstand war in der Masse aber eine Illusion. Die stärksten Momente hatte die Demonstration am Anfang, wo sie sich zum Skandieren der Parole „Kurz muss weg“ vereinte. Da fühlte sich der Marsch der Zehntausend durchaus mächtig an, wurde dann aber durch eine Straßenblockade der linksextremen Antifa aufgehalten, die von der Polizei langsam, aber zielstrebig aufgelöst wurde.

Am Rande der Veranstaltung kam es auch immer wieder zu Diskussionen zwischen Antifa und Corona-Demoteilnehmern („Ihr könnts ja net mit den Faschisten marschieren.“ „Da sind sind keine Faschisten…“).

Die linksextreme Antifa störte mit Straßenblockaden.

Zivilgesellschaftliches Happening

Nach Aufbrechen der Blockade strömte die Corona-Demonstraton am Stubenring vorbei über den Schwedenplatz und es gestaltete sich ein zivilgesellschaftliches Happening: Es waren Menschen, die trotz Kälte offensichtlich froh waren, gemeinsam zu laufen und etwas zu tun, und sich nach dem Schottenring wieder in einer konkreten Antiregierungsdemonstration vereinten: „Kurz muss weg“, skandierten die Massen erneut. Insgesamt eine beachtliche Manifestation, die viele Menschen auf die Straße brachte, die gegen die Maßnahmen der Regierung sind und vielfach um die eigene Existenz fürchten. Angesichts des neuerlichen Lockdowns bis Anfang Februar darf man gespannt sein, wie mächtig die nächste Demo am 31. Januar in Wien sein wird.

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„Auch Schnedlitz kommt: Großdemo gegen Corona-Maßnahmen in Wien“ (16.01.2021)

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