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Steirische Spitalsmitarbeiter verweigern Astra-Zeneca-Impfung

Insgesamt 800 Krankenhausmitarbeiter in der Steiermark verweigern die Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Hauptgebäude des LKH in Graz (Steiermark) / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LKH_Graz_Hauptgeb%C3%A4ude.jpg">Thomas Ledl</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Hauptgebäude des LKH in Graz (Steiermark) / Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Graz. – In den vergangenen Tagen sind bei den Mitarbeitern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages) Stimmen laut geworden, die bei der Corona-Impfung lieber auf den Impfstoff von Biontech und Pfizer warten wollen, statt jenen von Astra Zeneca zu erhalten. Bereits vergangene Woche hatten auch viele niedergelassene Ärzte in der Steiermark betont, dass sie nicht mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff geimpft werden möchten. Die steirische Ärztekammer reagierte mittlerweile mit einem offenen Brief.

Mitarbeiter wollen Astra-Zeneca-Impfstoff nicht

Die Gründe, warum die Kages-Mitarbeiter nun von ihrem Impfwunsch zurücktreten, sind unter anderem eine mögliche niedrigere Wirksamkeit bei der südafrikanischen Virusmutation und die langsamere Wirksamkeit. Denn zwischen der ersten und der zweiten Impfung liegen bei der Astra-Zeneca-Impfung drei Monate. Dieser Impfstoff werde in den steirischen Spitälern seit vergangener Woche verimpft.

Kages-Sprecher Reinhard Marczik bestätigt, dass es unter den Mitarbeitern vermehrt Rücktritte von der Impfanmeldung gab. Die Kleine Zeitung berichtet von 800 Mitarbeitern, die den Astra-Zeneca-Impfstoff nun verweigern wollen. Bei einigen hätten die Termine nicht ganz gepasst, manche seien erkrankt. Andere seien aber auch wegen der bisher aufgetretenen Impfreaktionen von der Impfung zurückgetreten. Derartige Impfreaktionen seien nach den ersten Astra-Zeneca-Impfungen in „nennenswertem Ausmaß“ gemeldet worden, sagte Marczik der APA.

Unterschiedliche Impfreaktionen

Die Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur und vereinzelt auch allergische Reaktionen seien in den meisten Fällen nach „höchstens zwei Tagen“ vorbei gewesen, so Marczik. Dennoch gab es deswegen auch Krankenstände. Manche Mitarbeiter mussten laut Marczik direkt nach der Impfung wegen einer Impreaktion nach Hause fahren und konnten ihren Dienst nicht beenden. Laut dem Sprecher liegen der Kages allerdings keine genauen Zahlen vor. Der Anteil der Personen, die Impfreaktionen zeigten, liege aber im Bereich dessen, was der Hersteller angibt.

Offener Brief an Landeshauptmann Schützenhöfer

Widerstand gegen die Impfung von Astra Zeneca regte sich auch bei der steirischen Ärztekammer. In einem offenen Brief an den steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landesrätin Juliane Bogner-Strauß (beide ÖVP) wird gefordert, das derzeitige steirische Impfkonzept zu überdenken bzw. zu adaptieren und alle Ärzte mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer zu impfen, und zwar „nicht etwa als Privileg, sondern zum Schutz der von diesen betreuten und besuchten Patientinnen und Patienten und zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in der Steiermark“.

Bisher wurden am Universitätsklinikum Graz rund 3.000 Mitarbeiter geimpft, manche haben bereits die zweite Dosis erhalten, wie der Standard berichtete. Insgesamt liege die Impfwilligkeit am Klinikum bei rund 80 Prozent, sagte der Marczik. Genaue Zahlen der anderen steirischen Spitäler lägen nicht vor, da jedes Krankenhaus selbst Impfdosen beim Bund bestellt und verimpft.

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