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Martin Lichtmesz über Sezession

„Speerspitze des rechten Denkens“

Die rechtsintellektuelle Zeitschrift Sezession hat vor kurzem ihre 100. Ausgabe veröffentlicht. Martin Lichtmesz ist schon seit einigen Jahren einer ihrer bekanntesten und beliebtesten Autoren. In seinem Kommentar erklärt er, warum er für die Sezession schreibt und was ihn an diesem Projekt begeistert:

Martin Lichtmesz
Meinungvon Martin Lichtmesz
3 Minuten Lesezeit
<p>Martin Lichtmesz spricht über die &#8222;Die US-amerikanische Rechte unter Trump&#8220;. Bild: Screenshot YouTube / kanal schnellroda</p>

Martin Lichtmesz spricht über die „Die US-amerikanische Rechte unter Trump“. Bild: Screenshot YouTube / kanal schnellroda

Ich hoffe, dass ich ein wenig dazu beitragen konnte, dass dieses Projekt einen so langen Atem hatte und bislang keine Ermüdungserscheinungen zeigt. Dazugestoßen bin ich als Leser, und ein solcher bin ich bis heute geblieben. 2004 hatte mir Götz Kubitschek auf einer Veranstaltung des Instituts für Staatspolitik in Berlin mein erstes Heft in die Hand gedrückt, Thema: Krieg. Nach nur wenigen Ausgaben war klar: Diese Zeitschrift war mit Abstand das Anspruchsvollste und Kühnste, das es weit und breit in der rechten Publizistik gab. Das denke ich heute noch, auch wenn Tumult diesbezüglich aufgeholt hat und auf einem vergleichbaren Niveau operiert.

Speerspitze des rechten Denkens

Das Projekt war auf vielen Ebenen ansprechend: Es diente als zuverlässiger analytischer Kompass ebenso wie als Quelle der Inspiration, ja Begeisterung. „Neue Sachlichkeit“ und „romantischer Dünger“: Diese beiden Pole verkörperten sich in den ersten zehn Jahren in den ungleichen Dioskuren Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann, die ab 2013 getrennte Wege gehen sollten. Anziehend war auch die unverwechselbare Optik, die bis heute gleich geblieben ist. Ein guter Stil ist wie ein robustes Fundament: Wenn ich heute die Sezession aufschlage, betrete ich ein ebenso ästhetisch wie praktisch eingerichtetes, vertrautes Zimmer: Man kann sich dorthin zurückziehen und in aller Ruhe nachdenken. Ich habe nie bedauert, dass ich auf diesem Piratenschiff angeheuert habe. Als Autor bin ich seit Ende 2006 an Bord und habe ich dort immer eine ungeheure Freiheit gehabt, die es sonst wohl nirgendwo gibt. Ein wesentlicher Reiz der Sezession war und ist ihre Kombination aus Elastizität und Offenheit mit Standfestigkeit und klarer Kontur. Wie das Holz eines Bogens, das zugleich hart und biegsam sein muss.

Ich denke, dass die Sezession immer noch die Speerspitze des rechten Denkens im deutschsprachigen Raum ist, ebenso weit entfernt von der bürgerlich-konservativen Unverbindlichkeit wie von der altrechten Schwerfälligkeit und Winkelriederei, mitsamt den Klischees und Evergreens, die beide Geschmacksrichtungen mit sich bringen. Als entsprechend „gefährliche“ Schurken werden wir auch von den diversen „Beobachtern“ wahrgenommen, die von unserer Existenz leben, auch wenn unser geistiger Einfluss, etwa auf die AfD, oft ziemlich übertrieben wird.

Augenmerk auf vernachlässigte Themen

Auch als Stammautor bin ich ein begeisterter Leser geblieben, der aus jedem Heft etwas dazulernt, und ich freue mich immer wieder über die neuen Texte meiner Kollegen wie Caroline Sommerfeld, Ellen Kositza, Benedikt Kaiser, Erik Lehnert oder Martin Sellner. Was die Sezession in meinen Augen geradezu perfekt macht, ist das Augenmerk auf Themenfelder, die von der Rechten gerne vernachlässigt werden: Kunst, schöne Literatur, Philosophie und die metaphysische oder religiöse Dimension oder wie auch immer man sie nennen mag. Dass darüber hinaus auch reichlich Platz für Spott, Sarkasmus und (Selbst-)Ironie vorhanden ist, schadet der Lektüre ebenfalls nicht. Um die Sezession wirklich kennenzulernen, sollte man allerdings die Druckausgabe lesen. Die Netzversion hat nur einen begleitenden Charakter. Wer ernsthaft mitreden will, sollte also rasch ein Abo bestellen!

Sezession Heft 100: Götz Kubitschek im Interview (23.02.2021)

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