Corona-Proteste

FPÖ kritisiert Polizeiführung scharf

Gestern gerieten zahlreiche Demonstranten in Polizeikessel. FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer kündigte eine parlamentarische Anfrage dazu an.

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<p>Die Polizei sperrte die Brücken zur Innenstadt.</p>

Die Polizei sperrte die Brücken zur Innenstadt.

Wien. – An den Corona-Protesten am Samstag nahmen etwa 25.000 bis 30.000 Menschen teil. Nach Ende der FPÖ-Abschlusskundgebung am Wiener Prater gerieten jedoch zahlreiche Demonstranten am Heimweg in Polizeikessel. Die FPÖ übt deshalb massive Kritik an der Polizeiführung. „Hier wurden hunderte Menschen bewusst in eine Falle gelockt, eingekesselt und dort sogar mit Pfefferspray attackiert“, kommentierte FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer die Eskalationen am Abend in einer Aussendung. Verantwortlich dafür sei Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). „Offenbar waren seine Vorgaben hinsichtlich Anzeigen gegen friedliche Protest-Teilnehmer noch nicht erfüllt.“ Der FPÖ-Sicherheitssprecher kündigte daher eine parlamentarische Anfrage „zu dieser völlig unnötigen Aktion am Ende eines durch und durch friedlichen Protesttags“ an.

Polizei sperrte Brücken

Zahlreiche Menschen waren am Samstagabend in der Unteren Donaustraße von der Polizei eingekesselt worden und wegen Teilnahme an einer verbotenen Versammlung angezeigt. „Es handelt sich um Menschen, welche am Heimweg von einer genehmigten FPÖ-Kundgebung waren. Dieser Heimweg wurde ihnen massiv erschwert, indem die Polizei ohne ersichtlichen Grund sämtliche Brücken über den Donaukanal gesperrt hat. Erst dadurch entstand wieder so etwas wie ein gemeinsamer Spaziergang. Ansonsten wären die Leute längst auseinander gegangen“, ist Amesbauer überzeugt. Es gebe mehrere Zeugen, darunter auch FPÖ-Abgeordnete, die bestätigen können, dass Polizisten, die an den gesperrten Brücken postiert waren, die Menschen genau dorthin geschickt hätten, wo sie anschließend eingekesselt wurden.

Enthüllungen über die ÖVP
Die Polizei sperrte die Brücken ab.

Flucht aus Polizeikessel

Bereits am Nachmittag, noch vor Ende der Demonstrationen, hatte die Polizei mit weißbehelmten Greiftrupps Teilnehmer ohne Masken herausgezerrt und Anzeigen ausgestellt. Mit Ende der Proteste gegen Abend wurde das Verhalten der Polizei zunehmend aggressiv. Der Höhepunkt der Eskalation ereignete sich schließlich beim Versicherungsgebäude der Wiener Städtischen. Vor dem Gebäude hatte die Polizei eine Gruppe Demonstranten eingekesselt. Diese versuchten, durch eine Einfahrt bei der Versicherung aus dem Kessel zu fliehen, gerieten dort jedoch in eine Sackgasse (TAGESSTIMME berichtete). Was dort geschah, ist noch unklar. Fest steht jedenfalls, dass ein Wachmann einen Beinbruch erlitt. Laut Bericht der Gratiszeitung „Heute“ hieß es aus Polizeikreisen, die Demonstranten hätten zwei Sicherheitsleute umgestoßen und dabei verletzt.

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