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FREILICH-Verlag

Politikon – Grenzen und Entgrenzung

Mit POLITIKON startete FREILICH-Medien einen neue Taschenbuchreihe. Die Bücher im kleinen Format bieten mehrmals im Jahr großen Inhalt und haben jeweils um die 100 Seiten. Band 1 von Heinrich Sickl singt „Das Lob der Grenze“. Die TAGESSTIMME bringt einen Auszug.

Heinrich Sickl
Meinungvon Heinrich Sickl
4 Minuten
<p>&#8222;Das Lob der Grenze&#8220;. Bild: FREILICH.</p>

„Das Lob der Grenze“. Bild: FREILICH.

Der 12. September 1683 war ein wichtiger, ein historischer Tag für Europa. Die osmanischen Truppen von Kara Mustafa traten, nachdem sie den Goldenen Apfel – so nannten die Türken zu jener Zeit Wien – erfolglos belagert hatten, den Rückzug an. Ein Entsatzheer unter der Führung des polnischen Königs Jan III. Sobieski schlug die muslimischen Invasoren in die Flucht.

Zwei Monate lang hatten die Türken versucht, die Reichshauptstadt einzunehmen. Wer Wien unterwarf, kontrollierte den Zugang zu Westeuropa. Sultan Mehmed IV. war anfänglich siegessicher, fühlte sich nach vielen missglückten türkischen Angriffen bereits als neuer Herrscher über weite Teile Europas. An Kaiser Leopold I. schrieb er, bevor er seine Streitmacht in Marsch setzte: „Vor allem befehlen wir Dir, Uns in Deiner  Residenzstadt zu erwarten, damit Wir Dich köpfen können.“ Sultan Mehmed wollte die Giauren, die Ungläubigen, den „grausamsten Qualen aussetzen und dann dem schändlichsten Tod übergeben“.

Daraus wurde nichts – obwohl den 120.000 Osmanen unter der Führung von Kara Mustafa nur rund 12.000 Verteidiger Wiens gegenüberstanden. Dass Europa so aussieht, wie es heute aussieht, haben wir unter anderem den Stadtmauern, den gut ausgebauten Befestigungsanlagen Wiens zu  verdanken. Es ist natürlich Spekulation, aber hätten die Wiener den Angriffen nicht 61 Tage lang standgehalten, hätte es vielleicht keine Aufklärung, keine industrielle Revolution, kein modernes Europa gegeben, wir wären einfach Teil der islamischen Welt geworden.

Wien war eine Festung, die Stadt umgeben von Mauern, Basteien, Gräben, Ravelins, Kurtinen, Wällen und Palisaden. Eine gut geschützte Grenze auf dem Stand ihrer Zeit. Eine, die das christliche Abendland vor dem Ansturm der muslimischen Truppen gerettet hat.

Seither hat sich viel verändert. Vor allem in Europa. Grenzen gelten vielen Europäern nicht mehr als Schutz, sondern als Gefahr, als tödliche Gefahr, als Instrument der Ausgrenzung und Abschottung. Beides, Abgrenzen und Abschotten, ist für zeitgeistige Europäer negativ konnotiert. Wolfgang Schäuble, damals deutscher Finanzminister, verkündete 2015: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe.“

Grenzschutz und Landesverteidigung werden im Europa unserer Tage vor allem als lästig, teuer und überholt empfunden, als bestenfalls folkloristische Überbleibsel vergangener Tage. Die Regierungen wollen möglichst wenig Geld für Verteidigung, Sicherheit und Grenzschutz ausgeben und überlassen diese einst wichtigen Aufgaben in vielen Fällen ganz bewusst und demonstrativ Ministerinnen, die von militärischen Dingen keine Ahnung haben. Das ist ein Signal, das Länder wie die Türkei zu deuten wissen.

Früher hatten Grenzen und deren Sicherung noch einen hohen Stellenwert, den kaum  jemand in Zweifel zog. Heute gelten sie vielen Menschen, vor allem aus dem linken und kirchlichen Lager, als überflüssig, anachronistisch, tödlich. Grenzen sind zum Überwinden da, so ein linkes Credo.

Als im Herbst 2015 Millionen von jungen Männern aus dem Islamgürtel nach Europa drängten, der Ruf verunsicherter Bürger nach Grenzkontrollen und -schließungen die Propaganda der Mainstreammedien übertönte und die Willkommensstimmung zu kippen drohte, waren es die liberalen Eliten und ihre medialen Verstärker, die alles versuchten, um das zu verhindern. Sie propagierten die unbegrenzte Aufnahme, setzten Obergrenzen für die Zuwanderung und auch bestehende Gesetze außer Kraft, logen, dass es unmöglich sei, die jungen Männer von der Einwanderung abzuhalten. Migration wurde als Naturgewalt, als schicksalhaft und unvermeidlich dargestellt.

Jeder, der kommen wollte, kam und durfte bleiben. Die Folgen dieser totalen Grenzenlosigkeit, dieser Entgrenzung sind bis heute …

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