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Der Untergang Europas

Drei Fragen an Regisseur Imad Karim

Der Filmemacher Imad Karim behandelt in seinem neuesten Film „Dekadenz- Kampf gegen den Untergang“, wie sich Deutschland und Europa selbst abschaffen. Die TAGESSTIMME sprach mit Karim über die Lust an der Selbstabschaffung und was nach dem Untergang Europas kommt.

Interviewvon Redaktion
4 Minuten
<p>Bild: metropolico.org</p>

Bild: metropolico.org

TAGESSTIMME: Im April veröffentlichten Sie Ihren neuesten Film „Dekadenz – Jubelnd in den Untergang“. Woher kommt die Lust der Europäer – und besonders der Deutschen – an der Selbstabschaffung?

Imad Karim: Die Frage, wo die Lust der Europäer – und besonders der Deutschen – an der Selbstabschaffung herkommen könnte, kann nach meinem Erachten, nur im hypothetischen Bereich ansatzweise beantwortet werden. Vielleicht sind die Ursachen in der von den Historikern noch nicht gänzlich erforschten Dialektik der Hochkulturen zu finden und wie diese Hochkulturen eventuell, nach dem Erreichen deren Zenits, beginnen in einer Selbstüberhöhung, gepaart mit Selbsthass eine neuartige, fast erotische Lust zu empfinden.

Wir Araber bzw. zwang-arabisierte Menschen im Nahen Osten bezeichnen Menschen, die den Boden der Realität aus Gründen der Arroganz und Überhöhung verlassen und sich nur noch konstruierte Probleme widmen, als „byzantinisches Geschwafel“. Der historische Hintergrund für die Entstehung dieses Begriffes ist ca. 600 Jahre alt. Damals und während die Muslime 1453 bereits in die Außenmauer Konstantinopels eingedrungen waren, saß die byzantinische Macht- und Kulturelite in den Aulas und Kirchenhäusern der Stadt und diskutieren tagelang über theologische Fragen wie z.B. zur Dreifaltigkeit und zu ähnlichen absolut irrelevanten Themen, während die Menschen draußen, von den muslimischen Eroberern niedergemetzelt wurden. Seit dieser Zeit bezeichnen arabischsprachige Chronisten Menschen, die sich mit konstruierten „Problemen“ und vor allem auf Kosten des gesunden Menschenverstandes und wider der natürlichen von der Evolution mitgegebenen instinktiven Selbstliebe, als „Zeitgenossen mit byzantinischem Geschwafel“ .

TAGESSTIMME: Was kommt nach dem Untergang Europas?

Karim: Auch diese Frage kann nur spekulativ beantwortet werden. Ich persönlich gehe davon aus, dass die Zukunft Europas und des Westens chinesisch sein wird. China sitzt da, wie auf in einer Zuschauerloge in einer römischen Arena und sieht zu, wie der Westen sich selbst und genussvoll zerfleischt. Zerstörung der eigenen Industrie, Ausverkauf der eigenen Patenten, des eigenen Mittelstandes und der eigenen wenig verbliebenen Know-how- Technologien, Pervertierung der eigenen Sprache, Verleumdung der eigenen Kultur, demografische Selbstabschaffung durch unkontrollierte Migration und ein zeitgleich generalstabplanmäßiges Gendering der eigenen Bevölkerung werden bei der ersten ernstzunehmenden Finanz- oder Energie-Krise dazu führen, dass sich bürgerkriegszustände über Nacht bilden könnten. Ein syrischer Freund von mir, ein Ex-Moslem wie ich, sagte mir einmal, als wir auf seiner Terrasse saßen und Bier tranken: „Die blöden Jihadisten träumen von einem islamisierten Europa und einem Kalifat hier, dabei werden sie stattdessen in einem der vielen chinesischen Protektoraten Europas aufwachen und die Zeit der alten Demokratien des verhassten weißen Mannes nachtrauern.“

TAGESSTIMME: Kurz vor Ihnen veröffentlichte Regisseur Wilfried Hauke den Film „Dekadenz- Kampf gegen den Untergang“. Was hat es mit dieser Namensähnlichkeit auf sich?

Karim: Ich habe diesen Film erst vor einer Woche, als ich bei Google meinen Namen und „Dekadenz“ angegeben habe, entdeckt. Zuvor wusste ich weder vom Film noch von dessen Titel Bescheid. Ich habe den Film „überflogen“ und kam schnell zur Einsicht, dass der Film selbst „byzantinisches Geschwafel“ sei oder ist. Es hat mir gereicht, dass ein Mann wie der katholische Kardinal Rainhard Marx, der im Übrigen auf die Namenvetterschaft mit Karl Marx stolz ist, mich, den Zuschauer über moralische Maximen und Gebote zur Partizipation und Teilhabe belehren möchte, also jener Mann, dessen Erzbistum sechs Milliarden reich ist und der in der Migrationspolitik durch gezielte Finanzierung involviert ist. Nein, ich kannte weder den Film, den Titel, noch den Autor zuvor. Mich hat der wunderbare Essay von Werner Reichel Linker Ideologie-Fun-Park vor der Pleite ermutigt, die im Jahre 2016 begonnenen und im Jahre 2017 unterbrochenen Filmarbeiten fortzusetzen. Daraus ist der eigene und eigensinnige Film „Dekadenz – Jubelnd in den Untergang“ entstanden.

Zur Person:

Imad Karim ist ein libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Fernsehjournalist und Filmautor. Seit 1977 lebt er in Deutschland. Seine Filme wurden von zahlreichen deutschen Sendern ausgestrahlt. Er ist Träger verschiedener Fernsehpreise. Seit 2001 arbeitet er als freier Fernsehautor für deutsche und internationale Medien.

www.imad-karim.de

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