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Attentatsopfer Ziegler

„Linksextremismus nicht länger totgeschweigen“

Im letzten Jahr wäre Andreas Ziegler von Linksextremisten fast totgeprügelt worden. Im Interview mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel spricht er nun über seine Rückkehr ins Leben, die Hintergründe der Täter und mögliche Querverbindungen zur IG Metall.

Interviewvon Redaktion
5 Minuten Lesezeit
<p>Andreas Ziegler. Bild: Screenshot YouTube / Zentrum Automobil.</p>

Andreas Ziegler. Bild: Screenshot YouTube / Zentrum Automobil.

Sehr geehrter Herr Ziegler, Sie wären am 16. Mai letzten Jahres beinahe von Linksextremisten umgebracht worden. Was genau ist an diesem Tag passiert?

Andreas Ziegler: Ich kann mich selbst leider an nichts mehr erinnern. Durch das Koma ist alles weg. Das gesamte Geschehen, den Überfall, das kann ich nur durch Berichte und Erzählungen nachvollziehen.

Was wurde Ihnen denn erzählt?

Naja, da muss einiges vorgefallen sein. Mit zwei Kollegen wollte ich zu einer Kundgebung. Wir sind Richtung Wasen gelaufen, am Mercedes Museum vorbei. Und dort sind wir von einer Gruppe von 40 bis 50 Mann, schwarze, vermummte Linksterroristen überfallen worden. Aber wie gesagt, an all das kann ich mich selbst nicht mehr erinnern.

Nach dem Angriff stand Ihr Leben auf dem Spiel. Wie geht es Ihnen jetzt?

Ich bin immer noch in Reha, muss Trainings mit dem Computer machen und werde weiterhin ärztlich betreut. Vor allem mit der Erinnerung und der Sprache hapert es noch. Aber ich kann wieder Auto und Motorrad fahren, zwei meiner Leidenschaften.

Die Staatsanwaltschaft sprach davon, dass es sich um eine gut organisierte Gruppe von 20 bis 40 Personen handelte, die homogen und koordiniert vorging. Wie viele davon wurden mittlerweile ermittelt und gegen wie viele davon gibt es eine Anklage?

Also aktuell stehen zwei Personen vor Gericht. Was mir Kopfzerbrechen macht, ist, dass es nicht nur Antifa war. Da waren auch Kurden dabei. Und soweit ich weiß, laufen noch bei weiteren acht Personen Ermittlungen, die auch an anderer Stelle noch gewalttätig geworden sein sollen.

Also es gibt hier Täter, gegen die in mehreren Fällen ermittelt wird?

Ja, es steht unter anderem im Raum, dass die „Militante Zelle“, kurz MIEZE, darin verstrickt ist. Das ist eine linksextreme Gruppe, die an Bundestagsabgeordnete Morddrohungen geschickt hat.

Und was für Typen sind die beiden derzeit Angeklagten?

Der eine ist wohl bei den Piraten, der andere bei der ÖDP. Die sind erst untergetaucht und wurden dann in Berlin geschnappt. Alles in allem zeigen sich bei den Tätern seltsame Querverbindungen.

Zwei der mutmaßlichen Täter stehen aktuell in Stuttgart-Stammheim vor dem Gericht. Was erhoffen Sie sich von diesem Prozess?

Ich bin ganz ehrlich: Ich hoffe, dass die Angeklagten für diese Tat ins Gefängnis kommen.

Erschreckend: Im Rahmen der Verhandlung versammeln sich vor dem Gericht Linksextreme, die sich mit den Gewalttätern solidarisch zeigen möchten. Was empfinden Sie dabei?

Ich kann gar nicht aussprechen, was ich dabei empfinde. Da wäre beinahe ein Mensch – also ich – umgebracht worden und es finden sich tatsächlich Gestalten, die das bejubeln. Ich denke, das sagt schon sehr viel über Gesinnung und Charakter dieser Leute aus.

Was denken Sie ist der Grund, dass ausgerechnet Sie Opfer dieser gezielten Aktion wurden?

Da muss ich etwas ausholen. Ich bin Mitbegründer unserer unabhängigen Gewerkschaft „Zentrum Automobil“. Früher war ich bei der IG Metall, bin aber ausgetreten. Einfach, weil sie nicht machen, was notwendig wäre. Wir sind dann erstmal zur CG, der Christlichen Gewerkschaft. Dort wurde wegen eines Kollegen Ärger gemacht, weil er vor Jahrzehnten mal in einer umstrittenen Band gespielt hat. Wir haben dann in einer kleinen Gruppe eine eigene Gewerkschaft mit eigener Satzung und allem, was dazugehört, auf die Beine gestellt. 2010 haben wir die ersten beiden Betriebsräte gestellt. Dann hat die IG Metall angefangen, gegen uns Druck zu machen. Wer aus dem System ausschert, bekommt Gegenwind. Das haben wir deutlich gespürt.

Dennoch gelang es Ihnen, bei der Betriebsratswahl bei Daimler über zehn Prozent der Stimmen und damit sechs Betriebsratssitze zu erhalten. Wo ist hier das Problem, warum erhalten Sie so viel Gegenwind?

Die IG Metall hat alte Strukturen, Macht und möchte sich nicht in die Suppe spucken lassen. Wir haben die Mitarbeiter und Kollegen immer offen und ehrlich aufgeklärt und kritisiert, was nicht richtig läuft. Zum Beispiel das Co-Management der IG Metall, das nach Klüngelei aussieht. Ich denke, das hat auch eine Rolle gespielt.

Sie vermuten also einen Zusammenhang zwischen den Angreifern und der IG Metall?

Ich kann es zumindest nicht ausschließen. Auf alle Fälle ist man gezielt auf uns losgegangen. Das erhärtet für mich zumindest den Verdacht, dass man bewusst uns als unabhängige Gewerkschaftsvertreter angegriffen hat. Als wir ins Parkhaus gefahren sind, haben dort mutmaßliche Späher schon der Tätergruppe Bescheid gegeben, dass wir kommen. Und wenn man den Zeugenaussagen glaubt, sind die Linksextremisten erstmal in die falsche Richtung, zu einer anderen Personengruppe gelaufen. Dann hat aber jemand gepfiffen und gerufen, dass wir eben woanders sind. Erst auf diesen weiteren Hinweis sind sie auf uns losgegangen. Das zeigt, wie hochgradig die Täter organisiert waren und dass es tatsächlich um uns ging.

Haben Sie den Eindruck, dass wir in Deutschland ein unausgesprochenes Problem mit Linksextremismus haben?

Keine Frage!

Wie sollten wir Ihrer Meinung nach diesem Problem begegnen?

Das Problem des Linksextremismus sollte nicht mehr länger totgeschwiegen werden. Wir müssen endlich personelle Zusammenhänge und Strukturen aufdecken – und dann müssen natürlich Konsequenzen gezogen werden. Denken Sie nur an die „Amadeu Antonio Stiftung“ dieser ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin. Die bekommt staatliche Gelder, damit sie politische Gegner geheimdienstartig ausspioniert, Daten über sie zusammenträgt und dann nutzbar macht. Unter anderem an diesen Stellen sitzen meiner Meinung nach die geistigen und strukturellen Wegbereiter der Gewalttäter.

Wenn wir jetzt aufdecken würden, dass es tatsächlich Zusammenhänge zwischen Antifa und IG Metall gibt, wird sich die IG Metall distanzieren?

Ich glaube eher, dass die IG Metall sich rauswinden wird. Das steckt diesen Leuten in der DNA. Aber wir müssen einfach klar machen: Wer die IG Metall unterstützt, unterstützt linksextremistische Gewalt.


Am Blog „Linke Gewalt“ dokumentieren wir linksextreme Fälle in Deutschland, Österreich und der Schweiz: www.linke-gewalt.info

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