Europäische Herzen in den Wäldern Finnlands

Mit „Waffenbrüder“ hat der Jungeuropa-Verlag zum ersten Mal ein Buch aus dem Norden Europas verlegt. Dominierten bislang die romanischen Länder, stürzt man sich mit Viljo Sarajas Novelle mitten in den nicht weniger heißen Winterkrieg.

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Eine Leserrezension

An der Peripherie Europas gelegen und von dem kurz darauf ausbrechenden Zweiten Weltkrieg überschattet, ist der Kampf des kleinen Finnlands gegen den Riesen Sowjetunion heute außerhalb Finnlands meist nur noch Militärinteressierten bekannt. In seine Geschichte führt, genauso wie in die jüngere Militärgeschichte des skandinavischen Landes, das Nachwort von Volker Zierke mit einem guten Überblick ein.

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Die große Erzählung

In Finnland selbst ist der Mythos der Vaterlandsverteidigung noch immer präsent, auch heute noch beschwört man den „Geist des Winterkrieges“, also den Zusammenhalt des ganzen Volkes. Gerade jener Geist ist das zentrale Thema in Sarajas Buch, das erstmals im Zweiten Weltkrieg ins Deutsche übersetzt wurde und auch in Finnland mittlerweile ins Vergessen geriet. Es erzählt vom Kampf der Finnen gegen die Roten Armee, begnügt sich jedoch nicht mit der Schilderung von Kampfszenen, sondern bietet der Motivation der Soldaten und ihren Gedanken mindestens den gleichen Raum wie den Feuergefechten. Ohne in einen Hurra-Patriotismus zu verfallen oder auch die dunklen Seiten des Krieges zu verschweigen, ist es dennoch ein – im positiven Sinne – pathetisches Buch. Statt eines kalten, wenn auch heroischen Realismus, den man etwa bei einem Ernst Jünger findet, dominiert hier die heiße Vaterlandsliebe und die große Erzählung, den der Winterkrieg bis heute für Finnland darstellt.

Der Jungeuropa-Verlag hat damit nicht nur ein zu Unrecht in Vergessen geratenes Buch wieder neu aufgelegt, sondern auch einen europäischen Mythos wieder zurück an das Tageslicht gebracht. Denn, wie es im Klappentext heißt, „europäische Herzen brennen – ob im Flachland Spaniens oder in den Wäldern Finnlands“.


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