Österreich

Hausärzteverband fordert gratis Antikörper-Tests

Der Hausärzteverband hat sich für einmalige Gratis-Antikörpertests für Ungeimpfte sowie nicht offiziell Genesene ausgesprochen. Das Gesundheitsministerium und die Ärztekammer lehnen diese Forderung jedoch ab.

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<p>Symbolbild: Blutproben / Bild: Pixabay</p>

Symbolbild: Blutproben / Bild: Pixabay

Wien. – Bislang ist noch völlig unklar, wie viele Personen in der Gruppe der Ungeimpften und Nicht-Erkrankten bereits ausreichende Antikörper durch meist weitgehend unbemerkte Ansteckungen gegen Covid ausgebildet hat. Deshalb hat sich die Präsidentin des Hausärzteverbands, Angelika Reitböck, für gratis Antikörper-Tests für all jene ausgesprochen, die bisher weder gegen Corona geimpft noch daran erkrankt sind. Das Gesundheitsministerium und die Ärztekammer stehen dieser Forderung jedoch ablehnend gegenüber.

Große Dunkelziffer

Wie Reitböck erklärte, gäbe es eine „große Dunkelziffer an Nicht-Geimpften und Nicht-Erkrankten“. Für diese Gruppe möchte sie einmalig einen gratis Antikörper-Tests anbieten, um nachvollziehen zu können, ob diese Antikörper gegen das Coronavirus – etwa durch eine unbekmerkte Infektion – entwickelt haben. Davon ausgenommen wären Geimpfte oder Menschen, die schon einmal einen Absondersungsbescheid erhalten haben. Die Kosten für diese Aktion wären laut Reitböck verschwindend gering im Vergleich zu den täglich anfallenden Kosten für die Antigenschnelltests.

Enthüllungen über die ÖVP

Die Dunkelziffer der Personen mit signifikanten Antikörperspiegeln, die als Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene klassifiziert werden, sei von großem Interesse, da diese ganz wesentlich zur möglichen Ausbildung einer Herdenimmunität beitragen, erklärte sie in einer aktuellen Aussendung. Außerdem schütze uns sowohl die Impfung als auch die Erkrankung selbst vor den schweren Verläufen. „Insofern wäre es sehr interessant, wie viele von dieser Gruppe, die wir nicht einschätzen können, einen Schutz gegen Corona haben, von dem wir nichts wissen“, sagte Reitböck in einem Interview mit PULS 24. Zudem sehe sie die Ergebnisse dieser Antikörper-Tests als „guten Gesprächspunkt, um ein Impfgespräch zu führen“. Viele Menschen hätten Angst vor der Impfung, „weil einfach so viel über diese Impfung berichtet wurde“, meint Reitböck. Sie sehe diese Tests daher als „Möglichkeit mit Impfskeptikern Kontakt aufzunehmen und über die Impfung ein Gespräch zu führen“.

Mückstein und Szekeres dagegen

Das Gesundheitsministerium lehnt die Forderung von Reitböck allerdings ab. Antikörper würden „keine zuverlässige Aussage über den individuellen Schutz“ geben, „daher erscheint eine breitflächige Durchführung von Antikörpertests nicht sinnvoll“, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gegenüber dem Standard. Außerdem werde darauf hingewiesen, dass aufgrund geltender EU-Vorgaben Nachweise über neutralisierende Antikörper nicht für den grünen Pass herangezogen werden könnten.

Auch die Österreichische Ärztekammer unter Präsident Thomas Szekeres unterstützt die Forderung nach kostenlosen Antikörpertests nicht. Begründet wird das damit, dass diese Tests „keine ausreichende Aussagekraft“ hätten und „die Impfung die wichtigste Maßnahme“ im Kampf gegen die Pandemie sei.

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