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Contra Impfpflicht

Für eine freie Entscheidung

Die Corona-Impfung polarisiert derzeit die Gesellschaft wie kaum ein anderes Thema. Thorsten Hinz erklärt, warum er gegen eine Impfpflicht in Deutschland ist:

Meinungvon Thorsten Hinz
3 Minuten
<p>Symbolbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Raesfeld_-_Freiheit_01_ies.jpg">Frank Vincentz</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Symbolbild: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Vollständig gegen Corona geimpft sind die Bewohner Gibraltars, des britisch regierten Landzipfels an der Südküste Spaniens. Trotzdem steigen dort die Infektionszahlen, öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Irland, das sich gleichfalls einer vorbildlichen Impfquote rühmt, wurde gerade als Hochrisikogebiet eingestuft. In Deutschland, wo 68 Prozent – wie es offiziell heißt – „vollständig geimpft“ sind, liegen die Infektionszahlen aktuell höher als zu Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020.

Fazit: Die Impfung hat nicht gehalten, was die Regierenden sich und den Regierten von ihr versprachen. Weder schützt sie vollständig vor Ansteckung, noch verhindert sie gänzlich die Weitergabe des Virus. Auch doppelt Geimpfte liegen auf der Intensivstation. Und Saarlands Innenminister Bouillon (CDU) hat sich trotz einer dritten Impfung infiziert.

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Die Impfung verringere zumindest die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs, heißt es nun, und beuge so auch der Überlastung der Krankenhäuser vor. Dieses Argument wiegt schwer. Dagegen stehen freilich die Nebenwirkungen der im Eilverfahren zugelassenen Impfstoffe, die in der Berichterstattung unterschlagen oder bagatellisiert werden. Sogar bei Fußballern, die der Inbegriff körperlicher Robustheit sind, ist es nach Impfungen vermehrt zu Herzerkrankungen gekommen.

Gänzlich unterbelichtet bleibt die Gefahr von Langzeitfolgen. Die spezielle Art der Impfung bedeutet einen Eingriff, der nach Meinung versierter Immunologen zu Tumor- und Autoimmunerkrankungen führen kann. Das überlastete – und unterbezahlte – medizinische Personal ist indes Folge einer kostenintensiven, aber fehlgeleiteten Gesundheitspolitik.

Impfen wird zum politischen Selbstzweck

Das Impfen wird damit weitgehend zum Selbstzweck, der die Legitimität des politisch-medialen Komplexes sichert. Was die Zweitimpfung nicht geleistet hat, soll jetzt die dritte, ganz gewiß aber die vierte, fünfte, sechste Impfung besorgen. Die Bürger werden seit Monaten in einem Dauerzustand zwischen Angst, Hoffnung und Enttäuschung gehalten. Zur Entlastung wird ihnen die „Tyrannei der Ungeimpften“ als Sündenbock angeboten. Die Propaganda bewegt sich teilweise auf dem Niveau impliziter Gewaltaufrufe, die durch öffentlich-rechtliche und staatliche Autorität gedeckt werden.

Eine Impfpflicht wäre der Befehl an jeden, sich total, auf Gnade oder Ungnade, in die Hände einer zweifelhaften Obrigkeit zu begeben und sich seine Unterwerfung in den Körper einschreiben zu lassen. Die sich abzeichnenden Umrisse eines Totalitarismus im Gewand der Biopolitik würden weiter geschärft. Bereits jetzt ist das öffentliche und private Leben in ein biopolitisches Abstraktum, in ein System aus magischen Formeln – 2G, 2G-plus, 3G –, gepresst, in dem der einzelne sich als ohnmächtiges Atom wiederfindet.

Wenn Politiker, welche die Gesetze beschließen und exekutieren, zusätzlich die Funktion des Arztes übernehmen, der die medizinische Diagnose erstellt und die Therapie anordnet, dann kann potentiell jeder Bürger auf das nackte, gegen den Zugriff der Macht absolut schutzlose Leben reduziert werden. Die Tatsache, dass die nationalen Machthaber als Transmissionsriemen einer globalen Mechanik agieren, macht die Sache noch furchterregender.

Der Verfasser dieses „Nein zur Impfpflicht“-Plädoyers ist ein doppelt Geimpfter. Als allergischer Asthmatiker wäre er durch eine Corona-Infektion besonders gefährdet, weshalb er sich auf dringenden ärztlichen Rat und nach gründlicher Risikoabwägung für die Impfung entschieden hat. Das war seine individuelle, seine freie Entscheidung. Bei der muss es bleiben. Und zwar für alle.


Zum Autor:

Thorsten Hinz wurde 1962 in Vorpommern geboren, studierte Germanistik in Leipzig und arbeitet als freier Publizist für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, die Zeitschrift „Sezession“ und als Buchautor. 2004 wurde ihm der Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten verliehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich im Rahmen eines Pro und Contras zum Thema Impfpflicht in der konservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ erschienen. Die TAGESSTIMME veröffentlicht ihn mit freundlicher Genehmigung der „Jungen Freiheit“. Lesen Sie hier das Plädoyer für eine allgemeine Impfpflicht von Karlheinz Weißmann.

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