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Reise durch Albanien (Teil 3)

Blaues Auge, Strände und Tirana

Im dritten Teil der Reiseberichts geht es zu einer Bergquelle, an den Strand und in die Hauptstadt Tirana.

3 Minuten
<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Museo_Nacional_de_Historia,_Tirana,_Albania,_2014-04-17,_DD_10.JPG">Diego Delso</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Diego Delso, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Nach den steinernen Gassen Gjirokastras führte der Weg nach Seranda, dem sichtbarsten Zeichen des immer größeren touristischem Interesses an Albanien. Vor wenigen Jahren noch ein verschlafenes Fischerdorf, reihen sich nun die Hotelkomplexe an den Strand der Adria. Unweit Serandas befindet sich mit Ksamil die wohl schönste Strand Albaniens, dessen Schönheit freilich von den unzähligen Liegen, Sonnenschirmen, Hotels und Restaurants beeinträchtigt wird.

Artur Malinowski – @Flickr: https://www.flickr.com/photos/am1974/, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Weg von Gjirokastra nach Seranda führt direkt am „Blauen Auge“ vorbei, einer Bergquelle von malerischer Schönheit. Rund 40 Meter tief kann man durch das glasklare Wasser sehen, das sich von hier aus seinen Weg durch die Landschaft bahnt. Waren die nordalbanischen Alpen noch nahezu menschenleer, kommen hier die Touristen selbst in den frühen Morgenstunden bereits im Minutentakt an und belagern die Quelle auf dem Jagd nach dem besten „Selfie“. Noch hat der Süden Albaniens nicht die Ebene des Massentourismus erreicht, die ersten Entwicklungen dazu haben aber bereits mit all ihren Begleiterscheinungen eingesetzt.

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Das blaue Auge: Marc Morell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wer auf der Suche nach dem touristischen Strandurlaub ist, wird hier sicher fündig, wer aber abseits der Massen in der Adria schwimmen mag, sollte den Weg entlang der „albanischen Rivera“ Richtung Vlora nehmen und Ausschau nach einem der (noch) nicht dermaßen erschlossenen und abgelegenen Strände halten, die sich glücklicherweise (noch) finden lassen. Doch auch ohne Sprung ins Meer lohnt sich der Weg entlang der Küste dank mehrerer Panoramablicken und der sich hunderte Meter über dem Meer entlangschlängelnden Serpentinen. Diesen Weg nahm ich zurück zur Hauptstadt Tirana und in das nicht weit davon gelegene Kruja, in der die fast schon als Nationalheiligtum geltende Festung liegt, von der Skanderbeg aus seinen Kampf gegen die Osmanen führte.

Die Hauptstadt

Neben dem „Haus der Blätter“ lockt auch das Nationalmuseum in Tirana all jene an, die mehr über die Geschichte und Kultur Albaniens lernen wollen. Denn diese hat sich trotz Jahrhunderte der Fremdherrschaft erhalten, was auch der Rilindja (albanisch: Wiedergeburt) zu verdanken ist. Diese Bewegung zur Nationsbildung machte sich daran, erstmals überhaupt eine albanische Nationalkultur zu schaffen, denn durch die Jahrhunderte der verschiedenen Einflussgebiete war Albanien teils kulturell zerrissen.

Das Nationalmuseum Albaniens in Tirana: Diego Delso, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Während albanische Muslime das arabische Alphabet nutzten, nutzen die Orthodoxen wiederum das lateinische. Im Zuge der Rilindja machten sich die Albaner daran, eine einheitliche Schrift und Sprache zu entwickeln und ihr Volk zu bilden. Dazu gehörten auch Untergrundschulen, die in der Illegalität Sprache, Kultur und Geschichte unterrichteten. Die Bewegung konnte dabei insbesondere auf die albanische Diaspora in verschiedenen Ländern und dort wiederum insbesondere auf Intellektuelle zurückgreifen. Die Illegalität bestand auch darin, dass Zeitschriften und Bücher in albanischer Sprache durch die Osmanen verboten wurden, daneben griffen die Herrscher auf teils drastische Repressionen gegen die einsetzende Nationalbewegung.

Erinnerungen daran sind bis heute präsent, so beispielsweise beim Denkmäler der drei Frashëri Brüder im Herzen Tiranas (unweit des gepflegten deutschen Soldatenfriedhofs), die eine bedeutende Rolle in der Rilindja einnahmen. Bauten aus der kurzen Zeit der Herrschaft des faschistischen Italiens sowie der kommunistischen Zeit prägen die Innenstadt, außerhalb davon findet sich ein wildes Gemisch aus typischem Hauptstadtleben und verschiedenen kulturellen Einflüssen. Erfreulicherweise sind die üblichen Vorposten der Amerikanisierung wie Starbucks und McDonalds noch nicht nach Albanien vorgedrungen, auch wenn sich immer wieder amerikanische Fahnen finden lassen, die vor allem Sympathiebekundungen aufgrund der Hilfe im Kosovo-Krieg darstellen.

Hier lesen Sie Teil I und Teil II des Reiseberichts.

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